Solider KAC-Start in neue Liga-Saison

Der EC-KAC eröffnete die neue Spielzeit in der Erste Bank Eishockey Liga am Freitagabend erfolgreich, die Rotjacken besiegten Fehérvár AV19 zu Hause mit 5:0.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging als amtierender Meister in die neue Saison in der Erste Bank Eishockey Liga, im Vorjahr konnten die Rotjacken (mit 46 von 69) exakt zwei Drittel ihrer Ligaspiele gewinnen. Weil die Klagenfurter in den Play-Offs 2019 jedes ihrer acht Heimspiele für sich entscheiden konnten, war der freitägige Gegner Fehérvár AV19 der letzte, der die Stadthalle (am letzten Grunddurchgangsspieltag der vergangenen Saison) als Gast siegreich verlassen konnte. Seine gute Form stellte Rot-Weiß in den vergangenen Wochen bereits unter Beweis: Sämtliche vier Vorbereitungsspiele wurden gewonnen, in der Champions Hockey League führten drei Siege in vier Partien zum aktuell ersten Tabellenplatz in Gruppe A.

Fehérvár AV19 hat eine der erfolgreichsten Saisonen seiner zwölfjährigen EBEL-Historie hinter sich, die Roten Teufel beendeten den Grunddurchgang auf dem ausgezeichneten vierten Tabellenrang und zwangen den EC Salzburg im Viertelfinale immerhin in eine sechste Begegnung. Auch gegen den EC-KAC agierten die Ungarn 2018/19 sehr effizient, im Rahmen der sechs Saisonduelle gingen 13 der 18 zu vergebenden Zähler an Fehérvár. Das Team von Head Coach Hannu Järvenpää startete durchaus formstark in die Auftaktbegegnung der neuen Spielzeit: Jedes der jüngsten vier Testspiele konnte erfolgreich gestaltet werden.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste zum Ligaauftakt unverändert auf Niki Kraus (verletzt) und Lukas Haudum (angeschlagen) verzichten, die zuletzt leicht kränklichen David Fischer, Johannes Bischofberger und Thomas Hundertpfund standen jedoch wieder zur Verfügung. Das Trainerteam, das im Tor erneut auf Lars Haugen baute, setzte gegen Fehérvár AV19 auf sieben Verteidiger und 13 Stürmer.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Offensivszene der Partie gehörte den Rotjacken, die in Person von Nick Petersen zum Abschluss kamen, sein Schuss vom rechten Flügel brachte Mike Ouzas im Kasten der Gäste aber nicht aus der Ruhe (1.). Nachdem Harri Tikkanen die Scheibe aus kurzer Distanz mit der Rückhand knapp über die Latte befördert hatte (2.), setzte der EC-KAC Fehervar immer mehr unter Druck. In der fünften Minute spielte Andrew Kozek an die blaue Linie zu Clemens Unterweger, dessen Schlagschuss von Ouzas abprallte, Kozek wischte anschließend über den Rebound. Nachdem sich der Schlussmann der Ungarn auch einem Hammer von David Fischer (7.) und dem Wristshot aus spitzem Winkel von Kozek (8.) in den Weg gestellt hatte, kamen die Klagenfurter in der neuen Minute zu ihrer bis dahin besten Torchance: Steven Strong kam im Slot völlig freistehend zum Schuss, doch die Scheibe wurde durch den Schoner des Keepers knapp am Pfosten vorbei gelenkt. Kurz darauf gaben die Gäste ein Lebenszeichen von sich, aber Lars Haugen ließ einmal mehr seine Klasse aufblitzen und parierte sehenswert mit der Stockhand gegen Timotej Šille. Nachdem auch bei einer Spielstärke von „Vier-gegen-Vier“ kein Treffer fiel, gingen die Rotjacken in der 14. Spielminute durchaus verdient in Führung: Adam Comrie luchste Csanád Erdély das Spielgerät an dessen defensiver blauen Linie ab und spielte perfekt quer auf Marco Richter, der sich die Scheibe zurechtlegte und sie dann eiskalt unter die Latte setzte. Gegen Drittelende kamen die Ungarn noch zu zwei Offensivaktionen: Zuerst landete der Handgelenksschuss von Mikko Lehtonen vom rechten Faceoffpunkt aus nur am Außenpfosten (16.), dann fand Dániel Kóger seinen Meister nach einem Vorstoß über die linke Seite in Lars Haugen (19.).

Die Gäste nahmen ein Überzahlspiel mit in den zweiten Abschnitt, kamen aber zu keinen allzu gefährlichen Torszenen. Direkt von der Strafbank kommend wurde dann Andrew Kozek in Szene gesetzt, sein Abschluss war aber nicht platziert genug und landete in der Fanghand von Mike Ouzas (22.). In der 23. Minute fabrizierten die Ungarn beinahe einen unkorrekten Spielerwechsel und die Rotjacken wussten diese kurzzeitige Verwirrung im Team von Hannu Järvenpää auszunutzen: Steven Strong spielte die Scheibe an den rechten Flügel, wo Nick Petersen herangestürmt kam und Mike Ouzas schließlich im direkten Duell in der kurzen Ecke zum 2:0 bezwingen konnte. Trotz eines insgesamt ruhigen Arbeitstags war Lars Haugen in den brenzligen Situationen hellwach: Lehtonen spielte von hinter dem Kasten an den Torraum auf Kóger, der am Schlussmann der Rotjacken scheiterte (25.). In einer Druckphase der Klagenfurter tanzte David Fischer sein Gegenüber Bence Szabó aus und bediente Adam Comrie, der über links kommend nur das Außennetz traf (28.). Gegen Spielmitte durfte sich erstmals an diesem Abend die rot-weiße Powerplayformation unter Beweis stellen und wusste dabei sogleich zu überzeugen: Nick Petersen brachte den Puck aufs Gehäuse, Matthew Neal stocherte den Abpraller zum 3:0 über die Linie (30.). Nur wenig später hatte Steven Strong im Alleingang das vierte Tor auf dem Schläger, er blieb aber am Schoner von Mike Ouzas hängen, Marco Richter konnte den Nachschuss nicht im Kasten unterbringen (32.). Auch ihr zweites Überzahlspiel vermochten die Klagenfurter in einen Treffer umzumünzen: Thomas Hundertpfund nahm sich ein Herz und sendete einen Handgelenksschuss vom rechten Faceoff-Punkt aus durch den Screen von Richter hindurch in die lange Ecke (35.). Gegen Drittelende erarbeiteten sich die Ungarn noch zwei ihrer seltenen Möglichkeiten: Andrew Yogan versuchte es mit einem scharfen Wristshot aus spitzem Winkel, doch Lars Haugen packte mühelos mit dem Catcher zu (37.), ehe der Kanadier seinen Mitspieler Csanád Erdély in Szene setzte, aber auch der Flügelstürmer konnte den KAC-Goalie nicht bezwingen (40.).

In ihrem nächsten Überzahlspiel kamen die Rotjacken durch Comrie, der nach schöner Vorarbeit von Neal am Blocker von Mike Ouzas scheiterte (45.), zwar zu einer guten Torchance, beendeten dieses aber dennoch ohne weiteren Treffer. Nachdem Haugen einen weiteren Glovesave gegen Harri Tikkanens Abschluss aus dem Slot ausgepackt hatte, erhöhten die Klagenfurter in der 49. Minute auf 5:0. Aus einem Konter heraus passte der umtriebige Matthew Neal perfekt zur Mitte, wo Andrew Kozek mitgelaufen war und nur mehr den Schläger hinhalten musste. Beinahe kamen die Ungarn wenig später zu ihrem ersten Torerfolg: Über Umwege war der Puck über links bei Anže Kuralt gelandet, der in Bedrängnis den Rückhandpass in den Slot auf Jonathan Harty anbrachte, doch auch für ihn war Haugens Fanghand die Endstation (51.). Gegen Ende der Partie bekam der EC-KAC noch zweimal die Chance, im Powerplay das halbe Dutzend voll zu machen, nutzte diese jedoch nicht. Manuel Ganahl scheiterte aus kurzer Distanz am Keeper der Gäste (58.), danach lief die Spieluhr ab: Lars Haugen konnte sich über ein ebenso verdientes Shutout freuen wie sein Team über einen gelungenen Saisonstart in die Erste Bank Eishockey Liga. (NB)

 

Der Kommentar:

„Das war ein guter Start in die Saison, weil wir mit allen vier Linien das umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten. Eishockey macht dann Spaß, wenn jeder Spieler im Team seine Rolle erfüllt und das war heute sicherlich der Fall. Nach einem verhaltenen ersten Drittel, in dem uns Lars Haugen einige wichtige Paraden geschenkt hat, kamen wir ab der ersten Pause besser ins Rollen. Das mündete am Ende in einem erfreulichen Ergebnis und einem positiven Auftakt in die neue Spielzeit.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken stehen nach dem (noch nicht kompletten) ersten Spieltag der neuen EBEL-Saison dort, wo sie die vergangene beendet hatten, nämlich auf dem ersten Rang. Am kommenden Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) tritt der EC-KAC nun zur Neuauflage der letztjährigen Finalserie auswärts bei den Vienna Capitals an. Das nächste Heimspiel findet (nach dem Auswärtsspiel in Bolzano am nächsten Freitag) dann am 22. September statt, wenn der EC Salzburg in der Stadthalle Klagenfurt zu Gast sein wird.