Souveräner Heimerfolg bringt Rang zwei

Mit einem ungefährdeten 6:0-Heimsieg im Nachtragsspiel gegen Medveščak Zagreb kehrte der EC-KAC am Dienstagabend wieder auf Platz zwei der EBEL-Tabelle zurück.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Dem EC-KAC (35 Spiele, 22 Siege) gelang am Sonntag in der ersten der beiden aufeinanderfolgenden Heimpartien gegen Medveščak Zagreb ein 12:0-Sieg und damit der höchste Erfolg in einem Ligaspiel seit mehr als 18 Jahren. Somit hatten die Rotjacken am Dienstag die Möglichkeit, mit einem weiteren Sieg gegen das Tabellenschlusslicht wieder an den Graz 99ers vorbeizuziehen und sich auf die zweite Position des aktuellen EBEL-Rankings zu setzen. Vor eigenem Publikum holten die Klagenfurter im bisherigen Saisonverlauf ligaweit die drittmeisten Punkte (2,17 pro Begegnung) und kassierten die wenigsten Gegentreffer (1,94 pro Spiel). 

Medveščak Zagreb (34 Spiele, 6 Siege) kam als Tabellenletzter der Erste Bank Eishockey Liga nach Klagenfurt. Die Kroaten verloren in den vergangenen Wochen und Monaten den Großteil ihrer Leistungsträger und damit auch jedes ihrer jüngsten 16 Spiele. Seit ihrem letzten Punktgewinn (beim 6:7 nach Penaltyschießen in Znojmo) am 9. Dezember standen für die Bären zehn Verluste bei 0:30 Punkten und 10:69 Toren zu Buche. Auch gegen den EC-KAC unterlag Medveščak in jeder der bislang drei Saisonbegegnungen, dabei standen zwei erzielten Treffern gleich 23 Gegentore gegenüber.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten in ihren 36. Saisonspiel ohne Manuel Geier (verletzt), Stefan Geier (gesperrt), Adam Comrie (angeschlagen) sowie Patrick Harand (kurzfristig erkrankt) auskommen. Gegenüber der ersten Begegnung mit Zagreb am Sonntag rückten somit aus der AHL-Mannschaft der Rotjacken Ramón Schnetzer in der Abwehr und Dennis Sticha im Angriff in das EBEL-Lineup auf. Gewechselt wurde gegenüber der letzten Partie auch auf der Torhüterposition, David Madlener kam zu seinem zehnten Einsatz in der laufenden Spielzeit, seinen neunten von Beginn an. Mit 26,7 Jahren stellte der EC-KAC somit das jüngste Aufgebot der laufenden Saison.

 

Der Spielverlauf:

Der sechsfache Torschütze vom Sonntag, Andrew Kozek, war auch in der Anfangsphase der zweiten Begegnung mit Medveščak Zagreb der auffälligste Akteur: Nach einem Vorstoß über rechts wischte er den Puck aus spitzem Winkel an die Außenstange (1.), seinen Wristshot aus dem Slot parierte Bären-Goalie Tihomir Filipec (5.). Dazwischen war den Rotjacken aber bereits der erste Treffer gelungen: Nach Zuspiel von Johannes Bischofberger aus der Ecke heraus war Mitch Wahl nach exakt 90 gespielten Sekunden per Schlenzer erfolgreich.  Die Klagenfurter erspielten sich dann Chancen im Minutentakt: Filipec bekam bei einem Versuch Marcel Wittings im letzten Moment die Beine zusammen, nach einem misslungenen Ausflug des Zagreber Schlussmanns fälschte Fran Srketić einen Petersen-Schuss aufs verwaiste Gehäuse gerade noch über die Querlatte ab (jeweils 6.). Filipec parierte in der Folge gegen Kraus und Kozek, bei einem an die Stange gehenden Abschluss von Witting war er im Glück (jeweils 8.). Andrew Kozek sorgte dann für den dritten Metalltreffer, sein scharfer Wristshot aus dem Zentrum streifte die Querlatte (10.). In seinem ersten und einzigen Powerplay der Partie wurde der EC-KAC nur bedingt gefährlich, danach scheiterte der von hinter dem Kasten vors Tor gezogene Bischofberger (16.), Marco Richter schaufelte einen Rebound am Crease über den Kasten (17.). Tor Nummer zwei der Rotjacken ging auf das Konto von Thomas Koch, der vom rechten Faceoff-Kreis aus ein Petersen-Zuspiel halbhoch in die lange Ecke verwertete (18.). Während Zagrebs einigem Überzahlspiel vertändelten zunächst Bischofberger und Hundertpfund eine „Zwei-gegen-Eins“-Möglichkeit (19.), dann setzte sich KAC-Goalie David Madlener sowohl beim Schlagschuss von Mark Čepon als auch beim Abpraller aus kurzer Distanz von Björn Svensson gut in Szene (20.). 

Früh im zweiten Abschnitt sorgte Nick Petersen für den dritten Treffer in Rot-Weiß, als er im hohen Slot querzog und dann mit einem präzisen Schlenzer flach in die Ecke einschoss (22.). Nach einer feinen Kombination über Neal und Kreuzer vergab Kozek aus aussichtsreicher Position (23.), Niki Kraus konnte aus einem Aufbaufehler der Gäste in zentraler Position kein Kapital schlagen (26.). Nachdem Torhüter Filipec ein Solo von Kozek stark pariert hatte (27.), musste er noch im gleichen KAC-Shift hinter sich greifen: Vom rechten Flügel aus spielte Philipp Kreuzer auf Matthew Neal quer, der den Puck in die Maschen abfälschte (27.). Weil Andrew Kozek den knapp vor der Linie liegenden Rebound nach Kreuzer-Schuss nicht über die Linie drücken konnte (31.), ging der nächste KAC-Treffer wiederum auf das Konto von Thomas Koch: Aus halblinker Position setzte er den Puck präzise ins Netz und schnürte somit seinen Doppelpack (33.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Kroaten war Madlener mit der Fanghand gegen Tom Zanoški zur Stelle (38.), auf der Gegenseite ließen Neal (Onetimer aus spitzem Winkel/39.) und Richter (verpasstes Horizontalzuspiel von Witting/40.) Möglichkeiten aus. 

Zu Spielabschnitt Nummer drei kamen die Rotjacken dann ohne die fortan geschonten David Fischer, Nick Petersen und Siim Liivik zurück aufs Eis, wenig später leistete ihnen auch Thomas Koch in der Kabine Gesellschaft. Der schönsten KAC-Kombination des Abends, als die Scheibe über Kozek zu Neal gelangte, Filipec aber unter Szenenapplaus stark parierte, war kein erfolgreicher Abschluss vergönnt (46.), wenig später machten die Klagenfurter jedoch das halbe Dutzend voll: Mitch Wahl spielte vom rechten Flügel aus quer auf den mitgelaufenen Johannes Bischofberger, der den Puck aus schon recht spitzem Winkel unter die Querlatte zimmerte (49.). Fortan ließen es die Hausherren gemächlicher angehen, gute Chancen ergaben sich erst wieder in den Schlussminuten: Bei einer krachenden Direktabnahme Čepons aus der Distanz war Madlener mit den Beinschonern aufmerksam (57.), auf der Gegenseite verpasste Thomas Hundertpfund gleich zwei Mal einen Treffer: Sowohl bei seinem Schlagschuss aus dem Slot als auch bei seinen zwei Versuchen aus kurzer Distanz nach „Drei-gegen-Eins“-Angriff blieb Tihomir Filipec Sieger (jeweils 57.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Ich wiederhole mich, aber diese Partien sind nicht einfach zu spielen. Ich denke, dass wir in den beiden Heimpartien gegen Zagreb in den letzten drei Tagen einen professionellen Auftritt hingelegt haben. Für David Madlener freue ich mich über dessen Shutout, es ist schwer, den Fokus zu behalten, wenn man über lange Strecken hinweg keine Schüsse bekommt, das hat er gut gelöst. Wir konnten AHL-Spielern wie Philipp Kreuzer, Ramón Schnetzer oder Dennis Sticha viel Eiszeit geben, man sieht, dass die nächste Generation sich Schritt für Schritt heranarbeitet.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem vierten Sieg im vierten Saisonduell mit Zagreb kehrte der EC-KAC, der nun gleich viele Partien bestritten hat wie die unmittelbar in seinem tabellarischen Umfeld platzierten Klubs, auf Rang zwei zurück. Bei noch acht ausständigen Partien halten die Rotjacken bei 69 Punkten und 23 Saisonsiegen, in keiner der vergangenen fünf Spielzeiten gewannen sie in der ersten Grunddurchgangsphase mehr Begegnungen. Für das Team von Petri Matikainen und Jarno Mensonen geht es am kommenden Freitag (19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) mit dem Auswärtsspiel beim Titelverteidiger HCB Südtirol weiter. Am Sonntag (17.30 Uhr) folgt dann im Rahmen des Familientags beim EC-KAC das nächste Heimspiel gegen den Dornbirner EC.