Späte Gegentore führen zu Heimniederlage

In einer bis zur 58. Spielminute ausgeglichenen Partie unterlag der EC-KAC am Sonntagabend dem EHC Linz mit 3:6, die Plätze zwei und drei nach dem Grunddurchgang sind damit außer Reichweite.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC verlor fünf seiner sieben Spiele im neuen Kalenderjahr und rutschte damit innerhalb des ersten Tabellendrittels der Erste Bank Eishockey Liga vom zweiten auf den vierten Platz zurück. Die Play-Off-Teilnahme fixierten die Rotjacken am vergangenen Sonntag mit einem 3:0-Shutout-Sieg bei Fehérvár AV19, darauf folgte am Freitag allerdings eine 1:4-Niederlage beim HC Innsbruck. Um in den verbleibenden vier Runden der ersten Grunddurchgangsphase noch auf Rang zwei (und damit zu vier Bonuspunkten) vorzustoßen, war für die Klagenfurter ein Heimerfolg über die Black Wings zwingend notwendig.

Linz war nach Titelverteidiger und Tabellenführer Wien das zweite Team in der Liga, das sich (bereits am 7. Januar) vorzeitig für die Platzierungsrunde und damit auch das Viertelfinale qualifizieren konnte. Die Oberösterreicher kamen mit 143 erzielten Saisontreffern und damit als offensivstärkste Mannschaft der Liga nach Klagenfurt, allerdings waren sie im bisherigen Verlauf des Spieljahres zu Hause deutlich erfolgreicher als in der Fremde: 61 Prozent ihrer Tore und 66 Prozent ihrer Punkte resultierten aus Heimspielen. In den Saisonduellen mit den Rotjacken war der EHC Linz heuer recht erfolgreich, die Truppe von Troy Ward punktete in sämtlichen drei Begegnungen und konnte zwei davon auch gewinnen.

 

Die Personalien:

Im Lineup der Rotjacken gab es gegenüber dem Freitagsspiel beim HC Innsbruck nur eine Veränderung: Verteidiger Ramón Schnetzer rückte zusätzlich wieder ins Aufgebot. Gewechselt wurde auf der Torhüterposition: Nach vier Starts in Folge für David Madlener stand gegen Linz wieder Tomáš Duba zwischen den Pfosten.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Möglichkeit der Partie gehörte den Klagenfurtern in Person von Steven Strong, sein Schuss nach Ganahl-Vorlage wurde aber von Mario Altmann noch entscheidend abgefälscht und sorgte somit für nicht allzu viel Gefahr vor dem Linzer Tor (2.). Postwendend kamen die Black Wings zu ihrer ersten Chance: Fabio Hofer mit dem Pass auf den im Slot positionierten Brian Lebler, doch Torhüter Tomáš Duba war zur Stelle (3.). Anschließend folgte das erste Powerplay für die Hausherren, in dem man zwar einige Schüsse in Richtung Tor abgab, mit diesen Goalie Michael Ouzas aber nicht wirklich in Verlegenheit bringen konnte. Nachdem David Fischer Joel Broda im Vorwärtsgang von den Kufen geholt hatte, durften sich schließlich auch die Oberösterreicher in Überzahl beweisen: Während dieser testete zuerst Corey Locke Duba mit einem Schlagschuss, ehe auch Jonathan D‘Aversa am Schlussmann des EC-KAC scheiterte (beide 7.). Die Special Teams hatten keine Zeit für eine Verschnaufpause, nur wenige Sekunden nach Ablauf der Strafzeit gegen Fischer musste Mario Altmann auf der Strafbank Platz nehmen und bescherte den Rotjacken das nächste Powerplay, doch auch dabei sollte nichts Zählbares herauskommen. In der zwölften Spielminute dann zwei gute Aktionen des EC-KAC: Zuerst war es Julian Talbot mit dem Pass aus der Rundung auf Mitja Robar, dessen Schuss aber lediglich auf dem Blocker von Ouzas landete, dann scheiterte Jon Rheault alleine vor dem Linzer Goalie. Nachdem die Rotjacken auch ihr drittes Überzahlspiel ungenutzt ließen, machten es die Linzer besser und netzten nach nur 17 Sekunden bei numerischer Überlegenheit zur Führung ein (17.): Der Schuss von Joel Broda traf den am Torraum positionierten Andreas Kristler und sprang von dort aus direkt auf das Blatt von Rick Schofield, der das Spielgerät über die Linie drückte und die Linzer mit ihrem vierten Torschuss der Partie in Führung brachte. Die letzte Aktion des Startdrittels gehörte den Klagenfurtern: Johannes Bischofberger schnappte sich den Puck und ließ seinen Gegenspieler an der blauen Linie mit einem schönen Haken aussteigen, leitete auf Jamie Lundmark weiter, dessen Pass allerdings nicht bei Thomas Koch, der am langen Eck lauerte, ankam (20.).

Kurz nach Wiederbeginn eroberte Dan DaSilva in einem Zweikampf das Spielgerät und bediente Mario Altmann, er verfehlte den Kasten aber um wenige Zentimeter (22.). Keine Minute später hatten die Linzer gleich die nächste Möglichkeit durch Corey Locke, der die Scheibe von hinter dem Tor aus auf Fabio Hofer bringen wollte, ehe die Pläne von Duba durchkreuzt wurden (23.). Nachdem ein Schlenzer von David Fischer nur in der Fanghand von Ouzas gelandet war (26.), wurde es in Spielminute 28 erneut brenzlig vor dem Tor der Klagenfurter. In der Vorwärtsbewegung verloren die Rotjacken das Spielgerät an Joel Broda, der mit einem Breakaway die Chance auf den zweiten Treffer der Linzer hatte, Christoph Duller musste zur Notbremse in Form eines Stockschlags greifen. Den verhängten Penalty Shot setzte der Kanadier zum Glück für die Klagenfurter nur an den Pfosten. In einem passablen aber ertragslosen Powerplay nahm der EC-KAC in der Folge Schwung auf, nach Ablauf der Strafzeit wurde Rot-Weiß mit dem Ausgleich belohnt: Bei einem Distanzschuss von Mitja Robar war Ouzas die Sicht so verstellt, dass die Scheibe von der Innenstange ins Tor springen konnte (35.). Die Freude über den Treffer zum 1:1 war allerdings nur von kurzer Dauer, denn nachdem Joel Broda hinter dem Klagenfurter Tor die Scheibe erobern konnte, bediente er den völlig freistehenden Rick Schofield, der nur 64 Sekunden nach dem Ausgleich zur erneuten Linzer Führung einsendete (36.). Kurz darauf verhinderte Tomáš Duba nach einem Turnover des EC-KAC in der Offensivzone den nächsten Gegentreffer durch Mark Naclerio (37.). 

Das erste Ausrufezeichen im dritten Durchgang setzte KAC-Neuzugang Andrew Kozek, seinen Onetimer vom rechten Bullykreis aus hatte Mike Ouzas aber mit der Stockhand. Auf der Gegenseite schafften es die Black Wings, die Rotjacken über eine längere Sequenz hinweg in deren Zone festzuspielen, daraus resultierte dann auch der dritte Linzer Treffer: Rick Schofield verwertete einen Rebound nach D’Aversa-Schuss und komplettierte damit seinen Hattrick (46.). Diesmal hatten die Hausherren aber die passende Antwort parat und verkürzten durch eine schöne Deflection von Kozek nur wenig später auf 2:3 (47.). Nachdem Stefan Geier mit einem Crosscheck unsanft zu Boden gestreckt wurde, kamen die Rotjacken in ihrem fünften Powerplay an diesem Abend zur großen Chance auf den abermaligen Ausgleichstreffer, dieser sollte kurz vor Ablauf der Strafzeit dann auch gelingen: Manuel Ganahl legte auf Martin Schumnig quer, dessen Schuss der Linzer Keeper noch parieren konnte, doch der Rebound landete erneut auf dem Schläger von Ganahl, der keine Mühe hatte, die Scheibe im Tor unterzubringen (51.). Auch mit dem Momentum auf ihrer Seite wollte den Rotjacken die erstmalige Führung an diesem Abend nicht gelingen, vielmehr besiegelte Joel Broda mit zwei Toren binnen 55 Sekunden das Schicksal der Klagenfurter:  Zuerst musste der umtriebige Stürmer der Black Wings einen Rebound nur mehr ins leere Tor einschieben (58.), dann bezwang er aus einem Konter heraus Duba mit einem Handgelenksschuss durch die Beine (59.). Auch mit sechs Feldspielern am Eis sollte den Hausherren am Ende Nichts mehr gelingen, mit einer Sekunde auf der Uhr sorgte Rick Schofield schließlich mit seinem vierten Treffer in das mittlerweile verwaiste Tor des EC-KAC für den Endstand. (NB)

 

Der Kommentar:

„Das erste Drittel hatte die Charakteristik eines Boxkampfes, in dem sich die beiden Kontrahenten nicht sicher sind, in welche Richtung sich das Duell entwickeln würde. Dem Mittelabschnitt fehlte dann aufgrund der vielen Special Team-Situationen ein wenig der Flow, wir haben diesen erst nach dem Gegentor zum 1:3 im Schlussdrittel wiedergefunden. Unser Spiel wurde weniger kompliziert, wir konnten verkürzen und dann im Powerplay auch ausgleichen. Das Momentum war zu diesem Zeitpunkt voll auf unserer Seite, wir vermochten das an diesem Abend aber nicht auszunutzen. Es hat den Anschein, als würden wir aktuell immer wieder Wege finden, enge Partien zu verlieren, das müssen wir ändern.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach der vierten Heimniederlage in Folge sind für die Rotjacken die Ränge zwei und drei nach der ersten Grunddurchgangsphase außer Reichweite. Der EC-KAC (zwei Mal gegen Dornbirn) wird sich nun in den beiden verbleibenden Runden im Fernduell mit dem HC Innsbruck (zwei Mal gegen Linz) um Platz vier und damit einen Bonuspunkt für die Platzierungsrunde streiten. Die erste der beiden Begegnungen mit den Bulldogs findet am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) vor eigenem Publikum statt.