Toller KAC siegt in Villach mit 4:1

Mehr als drei Jahre musste der EC-KAC darauf warten, am Freitagabend hat es endlich wieder mit einem Auswärtssieg in Villach geklappt.

Toller KAC siegt in Villach mit 4:1

 

Die Ausgangssituation:

Vor dem Spiel war klar, dass nur ein Auswärtssieg nach regulärer Spielzeit die rechnerischen Chancen des EC-KAC auf einen Platz in der "Pick Round" am Leben erhalten konnte. Die Rotjacken fuhren am vergangenen Wochenende gegen Ljubljana und Graz zwei Heimsiege ein, verblieben in der Tabelle der EBEL jedoch auf dem achten Rang. In Villach musste der Rekordmeister zuletzt sechs Niederlagen in Serie hinnehmen, der letzte Erfolg an der Drau datierte vom 13. Januar 2013. Auch das jüngste Kärntner Derby im Dezember in Klagenfurt entschieden die Adler (mit 6:3) für sich.
Der EC VSV verlor zuletzt drei Mal hintereinander, konnte unmittelbar davor allerdings neun Siege am Stück feiern und damit in der Tabelle eine starke Aufholjagd hinlegen. Speziell vor heimischem Publikum agierten die Adler in den vergangenen Wochen äußerst stark, sie punkteten in jedem ihrer letzten elf Heimspiele.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken fehlte Luke Walker weiterhin verletzungsbedingt, kurzfristig musste auch Thomas Koch (Unterkörperverletzung) passen. Neuzugang István Sofron war in dieser Begegnung noch nicht einsatzfähig, der EC-KAC bot daher im 311. Kärntner Derby nur ein Lineup im Ausmaß von 47,5 Kaderpunkten auf. Thomas Hundertpfund centerte den Block mit Oliver Setzinger und Manuel Geier, Jonas Nordqvist kehrte ins Aufgebot zurück und führte die Linie mit Jamie Lundmark und J.-F. Jacques an. Im Tor erhielt René Swette das Vertrauen.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten gegen die statistisch betrachtet erfolgreichste Mannschaft der Liga im ersten Spielabschnitt fokussiert und hellwach, in Minute vier fanden sie durch Stefan Geier, der vom linken Flügel aus vors Tor zog, wo er im letzten Moment entscheidend gestört wurde, auch die erste Chance vor. Einem Treffer noch näher kam wenig später der EC VSV: René Swette klärte zwei Mal bravourös, Thomas Hundertpfund musste am letzten Drücker eine Strafe ziehen (6.). Das Unterzahlspiel des EC-KAC sollte an diesem Abend jedoch toll funktionieren, die Gastgeber kamen bei numerischer Überlegenheit kaum zu aussichtsreichen Gelegenheiten. Auch bei gleicher Spieleranzahl am Eis agierte der Rekordmeister defensiv meist vorzüglich, große Villacher Chancen  blieben die Ausnahme. Spätestens beim starken René Swette im KAC-Gehäuse war für die Adler meist Endstation, so etwa in Minute zwölf, als der Torhüter bei einem Wrap-Around von Brock McBride sehr aufmerksam parierte. Der Führungstreffer sollte schließlich den Gästen gelingen: Jonas Nordqvist behauptete am rechten Flügel gekonnt die Scheibe, brachte sie zur Mitte auf J.-F. Jacques, der zwar keinen Torschuss anbringen, das Spielgerät aber zumindest in den Rückraum legen konnte, von wo es der aufgerückte Steven Strong mit einem platzierten Schlenzer in den Maschen versenkte.

In der Auftaktminute des Mitteldrittels rettete Swette innerhalb weniger Sekunden gegen Žiga Pance und Miha Verlič, danach kam der EC-KAC zu seinem ersten Powerplay der Begegnung. Dieses konnte Klagenfurt gleich in einen Torerfolg ummünzen: Ein scharfer Vertikalpass von Oliver Setzinger wurde im Slot von Manuel Geier unhaltbar abgefälscht - das 2:0 aus rot-weißer Sicht (23.). Entgegen dem Spielstand folgte nun die stärkste Phase der Villacher: Ein doppelt abgefälschter Schuss rutschte knapp am KAC-Tor vorbei (24.), René Swette klärte nach einer weiteren Deflection (27.) und entschärfte wenig später auch einen Versuch von Ryan McKiernan aus spitzem Winkel (29.). Der Schlussmann des Rekordmeisters stand auch in Minute 33 im Mittelpunkt, als er einen Wristshot von Stefan Bacher von der blauen Linie ebenso mit den Beinschonern abwehrte wie einen Vorstoß von Miha Verlič aus der Ecke heraus. Im weiteren Verlauf des zweiten Drittels konnte sich dann auch VSV-Schlussmann J.-P. Lamoureux mehrfach auszeichnen. So parierte er einen Schlenzer von Stefan Geier aus aussichtsreicher Position (35.). Wenig später war der Goalie etwas im Glück, Jonas Nordqvist setzte einen verdeckten Schlagschuss von den Hashmarks aus neben den Kasten (39.).

Die Vorentscheidung zu Gunsten der Rotjacken folgte in der ersten Minute des dritten Durchgangs: Der an diesem Abend sehr gefällige Jonas Nordqvist verzögerte am linken Flügel geschickt, sodass Jamie Lundmark in Position laufen und das Zuspiel des Schweden mittels eines Wristshots aus größerer Distanz in die Maschen setzen konnte. Danach überstand der EC-KAC auch das dritte Villacher Überzahlspiel der Partie unbeschadet und kam wenig später selbst zum nächsten Torerfolg: Rick Schofield verschätzte sich bei einem Schlenzer Kevin Kapstads über die Bande, Manuel Geier war auf und davon und bezwang Lamoureux sehenswert (48.).
Kurios wurde es dann in der Schlussphase: Trotz des 4:0-Vorsprungs ersetzten die Rotjacken René Swette durch einen sechsten Feldspieler, denn ein Erfolg mit fünf Toren Differenz hätte das (im Falle einer möglichen Punktegleichheit nach 44 Runden entscheidende) direkte Saisonduell mit dem EC VSV für Rot-Weiß entschieden. Klagenfurt wechselte in dieser Situation jedoch ungestüm, sodass Brock McBride mit einem Treffer ins verwaiste KAC-Tor den Endstand fixieren konnte (59.).

 

Der Kommentar:

"Rein emotional betrachtet, war der heutige Sieg mehr als drei Punkte wert, denn er war für unsere Mannschaft hinsichtlich der Moral sehr wichtig. Wir haben sehr verantwortungsbewusst agiert und unser Konzept in jeder Phase der Partie äußerst präzise umgesetzt. Ausnahmslos jeder Spieler hat sich heute in den Dienst des Teams gestellt, daher waren wir letztlich auch erfolgreich. Mit nun drei Siegen in Serie kommen wir schön langsam in jene Form, die wir in den kommenden Wochen, den entscheidenden der Meisterschaft, benötigen. Wir hatten es zuletzt alle zusammen nicht sonderlich leicht, aber ich denke, dass wir mittlerweile in die richtige Richtung gehen. Der Derbysieg freut mich für unsere gesamte Mannschaft und auch für jene Fans, die immer hinter uns gestanden sind." (Alexander Mellitzer, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach dem Derbysieg hat der EC-KAC weiterhin die Chance, sich für die "Pick Round" zu qualifizieren. Allerdings sind die Athletiker dazu auch auf fremde Hilfe angewiesen, um am letzten Spieltag am kommenden Sonntag (auswärts in Graz, Spielbeginn: 17.40 Uhr) sowohl Villach (daheim gegen Znojmo) als auch Dornbirn (zu Hause gegen Linz) überholen zu können.