Trotz gutem Kampf 2:3 in Linz

Ein gegenüber dem Sonntagsspiel in Salzburg deutlich verbesserter EC-KAC holte beim bisherigen Tabellenführer ein 0:2 auf, musste sich am Ende aber geschlagen geben.

BWL/Eisenbauer

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste zuletzt fünf Niederlagen in Serie einstecken, die letzte davon (2:5 in Salzburg) nur 23 Stunden vor dem Beginn des Auswärtsspiels in Linz. Damit stürzte der Rekordmeister innerhalb von nur zwei Wochen vom dritten auf den achten Tabellenrang ab. Allerding lagen die Rotjacken vor der Partie nur drei Zähler hinter dem fünftplatzierten HCB Südtirol. In den bisherigen Saisonduellen mit dem EHC Linz gab der EC-KAC stets eine sehr gute Figur ab, sowohl bei den beiden  Siegen (6:3 zu Hause und 6:2 auswärts) als auch bei der unglücklichen 2:3-Heimniederlage nach Penaltyschießen im letzten Spiel vor Weihnachten.
Die Black Wings führten vor dem Duell mit dem Rekordmeister die Tabelle der EBEL punktegleich mit Salzburg an. Noch nie im bisherigen Saisonverlauf musste die Mannschaft von Rob Daum zwei Niederlagen hintereinander hinnehmen. In den letzten acht Runden gelangen den Oberösterreichern allerdings auch nur drei Siege in regulärer Spielzeit, zuletzt unterlagen sie am Samstag bei Székesfehérvár mit 1:4.

 

Die Personalien:

Im Aufgebot der Rotjacken kam es zu keinen Veränderungen gegenüber dem Auswärtsspiel am Sonntag in Salzburg, der angeschlagene Verteidiger Mark Popovic fehlte weiterhin. Die einzigen Wechsel im Lineup betrafen damit die Torhüterposition, wo Bernd Brückler René Swette ersetzte, sowie den vierten Angriffsblock, wo statt Daniel Ban Markus Pöck zum Zug kam. Aufgrund von Verletzungen im Spiel verpasste Jamie Lundmark (Oberkörper) weite Teile des ersten und das gesamte zweite Drittel, Bernd Brückler (Unterkörper) musste nach 40 Minuten ausgewechselt werden.

 

Der Spielverlauf:

In der Anfangsphase dieser Partie blieben richtig große Torchancen Mangelware, ein Wristshot von Manuel Ganahl vom linken Flügel (2.) gefährdete den Kasten von Mike Ouzas nur bedingt, bei einer Möglichkeit für Andrew Kozek im Powerplay (3.) machte Bernd Brückler rechtzeitig die Beine zu. Auf das erste Überzahlspiel für den EC-KAC - Jonas Nordqvist setzte einen Onetimer über das Tor - folgte die zweite numerische Überlegenheit des Tabellenführers. Während dieser fanden jedoch die Rotjacken goldene Möglichkeiten vor: Oliver Setzinger scheiterte bei einem Solo an Ouzas (8.), Thomas Hundertpfund wurde nur 20 Sekunden später bei einem Konter in eine ungünstige Position abgedrängt. Danach kam der EHC Linz zu einigen Möglichkeit, richtig zwingend waren jedoch weder der Schlenzer von Fabio Hofer (11.) noch der Versuch von Rob Hisey (11.) oder die Direktabnahme von Brett McLean (12.). Durch einen individuellen Fehler der Rotjacken in der eigenen Zone gelang den Black Wings schließlich doch der Führungstreffer: Kevin Moderer gewann den Zweikampf in der Ecke, brachte den Puck vors Tor, wo Jonas Nordqvist über das Spielgerät wischte, sodass Stefan Gaffal aus kürzester Distanz und unbedrängt einschießen konnte (14.). Nur wenig später fand der EC-KAC die erste Möglichkeit auf den Ausgleich vor: Nach einem Schlagschuss von Patrick Harand gab der Linzer Goalie den Rebound her, Manuel Ganahl verpasste diesen jedoch knapp (16.).

Der zweite Abschnitt begann für die Rotjacken denkbar schlecht: Nach einem Faceoff in der Linzer Zone gelangte Rob Hisey an den Puck und setzte zu einem Sprint über gut 40 Meter an, den er schließlich vom rechten Bullypunkt aus und mit der Rückhand ins lange Eck abschloss - das 2:0 (22.). In ihrem nächsten Powerplay wurden die Black Wings dann gleich wieder gefährlich: Bernd Brückler servierte die Scheibe ungewollt auf das Blatt von Fabio Hofer, den das Geschenk jedoch zu sehr überraschte (24.). Wenig später stemmte sich Klagenfurts Torhüter erfolgreich gegen energische Versuche von Jason Ulmer und Brett McLean (26.). Danach war wieder Rot-Weiß an der Reihe: Bei einem "Zwei-gegen-Eins"-Konter kam ein Ganahl-Querpass nicht zu Oliver Setzinger durch (28.), ein Rückhand-Versuch Luke Walkers nach einem fehlerhaften Linzer Aufbaupass fiel zu schwach aus (30.) und Daniel Ban scheiterte aus kurzer Distanz an Ouzas (31.). In der Schlussphase des Mitteldrittels drängten die Black Wings schließlich auf ihren dritten Treffer: Von Fabio Hofer von hinter dem Tor aus fein bedient, setzte Olivier Latendresse eine Direktabnahme an die Stange (35.), Bernd Brückler wehrte einen Versuch von Robert Lukas schön mit seinen Beinschonern ab (38.).

Klagenfurts Goalie war zu diesem Zeitpunkt bereits leicht verletzt, in der zweiten Pause wurde er von René Swette ersetzt. Die Rotjacken, bei denen der zwischenzeitlich angeschlagene Jamie Lundmark wieder in die Partie zurückkehrte, starteten stark in das Schlussdrittel. Steven Strong schloss einen kraftvollen Antritt mit einem Schlenzer vom linken Flügel ab, seinen Rebound bugsierte just Jamie Lundmark zum Anschlusstreffer in die Maschen (42.). Danach kam der EC-KAC zu einer doppelten Überzahl, da Grant Lewis und Robert Lukas innerhalb von nur 35 Sekunden beide in die Kühlbox geschickt wurden. Daraus schlug Klagenfurt Kapital, Thomas Koch netzte aus recht spitzem Winkel ein, der Zwei-Tore-Rückstand aus rot-weißer Sicht war wettgemacht (43.). Erst in der achten Minute des Schlussabschnitts erhielt René Swette die Gelegenheit, sich erstmals richtig auszuzeichnen, einen Rückhandschuss von Patrick Spannring parierte er mit den Beinschienen. Einen Pfeil hatte der Tabellenführer allerdings noch im Köcher: Nach einem Faceoff in der KAC-Zone schlenzte Marc-André Dorion den Puck in Richtung des Tors, Jason Ulmer überblickte die Situation als erster und verwertete den Rebound zum 3:2 (52.). Die Rotjacken versuchten in der Schlussphase noch einmal alles, mehr als eine Reihe an Halbchancen konnten sie sich jedoch nicht mehr erarbeiten. Auch als René Swette in der finalen Minute der Partie durch einen sechsten Feldspieler ersetzt wurde, wollte der Ausgleich nicht mehr gelingen. Im vierten Saisonduell mit dem EHC Linz blieb der EC-KAC somit erstmals ohne Punktgewinn.

 

Der Kommentar:

"Wenn es nicht läuft, dann kommt auch noch Pech dazu. Die Jungs haben ausnahmslos toll gekämpft, die Mannschaft hat auf die sehr offenen und kritischen Worte in unserem heutigen Meeting beherzt reagiert und sich gegenüber dem Salzburg-Spiel deutlich gesteigert. Aktuell ist es leider so, dass wir unglaublich viel investieren müssen, um zum Torerfolg zu kommen. Dennoch haben wir beim Tabellenführer einen 0:2-Rückstand ausgeglichen und uns so in die Partie zurück gearbeitet. Dem dritten Gegentreffer ging ein Foul voraus, das ist symptomatisch für unsere aktuelle Situation. Wir werden aber die Köpfe nicht hängen lassen, jetzt kommen sehr wichtige Duelle mit unmittelbaren Konkurrenten auf uns zu, da müssen wir unsere besten Leistungen bringen." (Alexander Mellitzer, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach nunmehr sechs Niederlagen in Serie stehen die Rotjacken acht Partien vor dem Ende der ersten Phase des Grunddurchgangs unverändert auf Rang acht. Auf den derzeit angestrebten sechsten Rang fehlen derzeit vier Punkte. Bereits übermorgen Mittwoch (Spielbeginn: 19.15 Uhr) empfängt der EC-KAC den HCB Südtirol in Klagenfurt.