Weiteres Shutout bringt dritten Sieg

Mit einer herausragenden Defensivleistung entschied der EC-KAC am Dienstagabend auch das dritte Halbfinalspiel für sich, die Rotjacken siegten in Graz mit 3:0. 

Foto: Graz 99ers/Krainbucher

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC ging mit einer 2:0-Führung in das dritte Halbfinalduell, in jeder der jüngsten neun Play-Off-Serien mit gleichem Zwischenstand nach zwei Partien konnten die Rotjacken die jeweilige KO-Konfrontation auch für sich entscheiden. Beide Siege gegen die Graz 99ers fuhren die Klagenfurter allerdings erst nach Verlängerung ein, auswärts gewannen sie mit 1:0, auf eigenem Eis mit 3:2. In der Fremde gab der Rekordmeister zuletzt eine gute Figur ab, aus den jüngsten 15 Auftritten in auswärtigen Hallen resultierten elf Siege. In der laufenden Post Season setzte sich der EC-KAC in sieben Begegnungen sechs Mal durch.

Die Graz 99ers haderten in der bisherigen Halbfinalserie, ihrer ersten seit 15 Jahren, mit der Chancenverwertung, 82 Torschüsse führten nur zu zwei Treffern. In Heimspielen gegen den EC-KAC blieben die Steirer saisonphasenübergreifend zuletzt knapp über 165 Spielminuten lang ohne Torerfolg. Für Head Coach Doug Mason und sein Team ging es am Dienstagabend darum, den Rückstand in der Serie zu halbieren und die Chancen auf die erste Finalteilnahme der Klubgeschichte somit wieder zu vergrößern. Historisch betrachtet hatten die 99ers in Play-Off-Duellen mit Klagenfurt meist einen schweren Stand, von 13 bisherigen Konfrontationen gingen gleich zwölf an die Rotjacken.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot im dritten Halbfinalspiel am Dienstagabend exakt das gleiche Lineup auf wie im zweiten Duell am Sonntag. Es fehlten neben Manuel Geier (verletzungsbedingt vorzeitiges Saisonende) unverändert Marco Richter, Johannes Bischofberger (rekonvaleszent) sowie Philipp Kreuzer (angeschlagen). Verteidiger Ramón Schnetzer rückte somit wieder in den Angriff auf, der vor zwei Tagen ins Lineup zurückgekehrte Robin Gartner erhielt plangemäß mehr Eiszeit als noch am Sonntag. Im Tor starteten die Rotjacken erneut mit Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten druckvoll in dieser Begegnung, bereits in Minute eins scheiterte - nach Puckeroberung von Andrew Kozek in der Angriffszone - Adam Comrie mit einem aus dem hohen Slot abgegebenen Schlagschuss an Torhüter Robin Rahm. Neben den Kasten schloss wenig später von den Hashmarks aus Kozek ab, der nach einem Offensivzonen-Faceoff an die Scheibe gelangt war (3.). Erst in Spielminute zwölf war die erste gute Gelegenheit für die Gastgeber zu verzeichnen: Nach gewonnenem Laufduell von Ken Ograjenšek zog Travis Oleksuk aus dem Hinterhalt ab, Daniel Oberkofler bekam beim Deflection-Versuch knapp vor dem Gehäuse zu wenig Richtung auf den Puck (12.). Die 99ers näherten sich dem ersten Treffer der Begegnung in der Folge gleich mehrfach an: Matt Garbowsky verlängerte einen gechippten Querpass von Dwight King nur an den Außenpfosten (13.), Curtis Hamilton scheiterte aus spitzem Winkel mit der Rückhand an Lars Haugen (15.). Dann kamen die Hausherren zu ihrem ersten Powerplay, in dem ein aus halblinker Position neben das Tor gesetzter Schuss von Matt Caito die einzige Gelegenheit blieb (15.), gleich vier Mal konnten sich die Klagenfurter befreien. Als die wieder vollzählig agierenden Rotjacken in Minute 18 einen „Drei-gegen-Zwei“-Konter fuhren, verzog der frei vor Rahm zum Abschluss gekommene Steven Strong aus bester Position (18.), auf der Gegenseite fror Haugen den Rebound eines Yellow Horn-Schusses gerade noch vor King ein (19.).

In der Anfangsphase des zweiten Abschnitts drängte wieder der EC-KAC: Nick Petersen ließ auf der rechten Seite zwei Gegenspieler aussteigen und brachte den Puck in den Slot, wo Mitch Wahl jedoch zu zentral auf den Torhüter der Grazer abschloss (22.). Bei einem Fischer-Fernschuss, den Ramón Schnetzer selbst mit einem guten Forecheck erst ermöglicht hatte, kam der umfunktionierte Verteidiger beim Rebound knapp zu spät (24.). Die beste Möglichkeit der 99ers in dieser Phase hatte Matt Garbowsky, der über die linke Seite durchbrach, seinen Schuss jedoch an der langen Ecke vorbeisetzte (27.). Der erste Treffer der Begegnung gelang den Klagenfurtern: Nach einem an sich verlorenen Faceoff in der Offensivzone arbeitete Nick Petersen in der Ecke stark nach, der ihn unterstützende Mitch Wahl brachte einen Diagonalpass an, den Stefan Geier direkt übernahm, Rahm parierte mit den Pads, der Puck flog jedoch konkav über ihn hinweg und plumpste, einen Klärungsversuch Caitos zum Trotz, hinter ihm aufs Eis und über die Linie (29.). Umgehend hatten die Gastgeber die Chance zum Ausgleich, der mit einem Rückhandpass an den Hashmarks angespielte Ty Loney wurde von Patrick Harand am Rande der Regelwidrigkeit am erfolgreichen Abschluss behindert (30.). Auch das zweite Penalty Killing der Begegnung meisterte Rot-Weiß in der Folge bravourös, eine Großchance ergab sich für Graz jedoch, als Ty Loney aus halbrechter Position einen Schlenzer an die kurze Stange setzte (33.). Als der EC-KAC erstmals mit einem Mann mehr agieren durfte, schnürte er die 99ers nahezu über die gesamte Dauer der Strafzeit hinweg in deren Zone ein, kreierte dabei jedoch keine wirklich zwingende Torchance. Bei angezeigter Strafe gegen die Klagenfurter hatte Erik Kirchschläger die glänzende Gelegenheit auf den Ausgleich, seinen Verwertungsversuch eines Abprallers lenkte Lars Haugen noch toll über die Querlatte ab (40.).

Weil Martin Schumnig spät im zweiten Drittel in der Kühlbox Gesellschaft von Adam Comrie erhielt, gingen die Hausherren mit einer 61-sekündigen doppelten Überzahl in den Schlussabschnitt. Doch auch mit nur drei Mann am Eis verteidigten sich die Rotjacken stark, Schüsse von links, abgegeben von King und Weihager, waren bei Haugen gut aufgehoben (41.). Wenig später brillierte der Norweger bei „Vier-gegen-Fünf“ aus KAC-Sicht gegen den frei am Crease aufgetauchten Ograjenšek mit dem Beinschoner (42.). Die Pads des Klagenfurter Schlussmannes standen in der Folge auch einem Abschluss Garbowskys aus dem Getümmel vor dem rot-weißen Kasten heraus im Weg (49.). Weil die Rotjacken defensiv weiterhin solide standen, kam Graz in der Schlussphase kaum zu zwingenden Gelegenheiten auf den Ausgleich, eine der wenigen, eine Direktabnahme von Oliver Setzinger aus der Distanz, blockte David Fischer schulbuchmäßig (56.). Im Konter blieben die Klagenfurter gefährlich: Als Stefan Geier uneigennützig auf Nick Petersen querlegte, war Robin Rahm mit dem Catcher zur Stelle (56.). Matthew Neal ließ in der Folge zwei Gegenspieler stehen, aber auch die sich daraus ergebende Torchance aus, doch Steven Strong hielt die blaue Linie, legte hinters Tor zurück auf Neal, der sich vor den Kasten schob, zwei Gegenspieler band und dann Mitch Wahl so bediente, dass dieser vom rechten Faceoff-Kreis aus zum 2:0 in die lange Ecke einschießen konnte (59.). Die 99ers ersetzten ihren Torhüter anschließend durch einen zusätzlichen Feldspieler und agierten - Harand und Koch bzw. Loney auf der Strafbank - somit bei „Fünf-gegen-Drei“: Ein weiteres Mal parierte Lars Haugen, Adam Comrie zog den Abpraller an sich, sendete ihn über gut 50 Meter hinweg ins verwaiste Gehäuse der Hausherren und fixierte somit den Endstand von 3:0 für den EC-KAC. (HB)

 

Der Kommentar:

„Alle drei bisherigen Spiele dieser Serie waren sehr eng und hart umkämpft, nur kleine Unterschiede trennten die beiden Teams. Das war auch heute so und daher schätzen wir die Situation sehr realistisch ein. Unser Auftritt in dieser dritten Partie war gut, unsere Bewegungsabläufe als Kollektiv haben gepasst, aber es gab auch heute Aspekte in unserem Spiel, in denen wir uns noch verbessern wollen und werden. Wir freuen uns über den Sieg, denn in den Play-Offs zählen einzig und allein die Siege, aber wir lassen uns jetzt nicht verrückt machen, sondern gehen weiter Schritt für Schritt unseren Weg. Lars Haugen hat heute toll gehalten, ebenso großes Lob gebührt jedoch der Abwehr vor ihm und den Stürmern, die sich in diesen Defensivverbund eingebracht haben, denn das war sprichwörtlich ein Sieg der gesamten Mannschaft.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC liegt in der Halbfinalserie gegen die Graz 99ers nun mit 3:0 voran und hat somit vier Chancen, den Einzug ins Finale der Erste Bank Eishockey Liga zu realisieren. Die erste davon ergibt sich für die Rotjacken am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live auf servushockeynight.com) vor heimischem Publikum. Für diese Begegnung sind Sitzplätze bereits ausverkauft, rund 450 Stehplätze sind noch im Online-Ticketshop des EC-KAC und an den bekannten Vorverkaufsstellen verfügbar.