Zwei Punkte bei geglückter Heimpremiere

Der EC-KAC feierte im ersten Saisonspiel vor eigenem Publikum am Sonntagabend auch gleich seinen ersten Heimsieg: Die Rotjacken bezwangen den HC Innsbruck nach Verlängerung mit 3:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Für den EC-KAC war die Partie gegen den HC Innsbruck das erste Heimspiel der EBEL-Saison 2018/19. Alle vorangegangenen acht Begegnungen mussten die Rotjacken aufgrund der Umbauarbeiten an der Stadthalle auswärts austragen, wobei das Fazit dieser Serie mit vier Siegen und Tabellenplatz vier durchaus ansehnlich ausfiel. Zuletzt setzte es für die Mannschaft von Head Coach Petri Matikainen jedoch drei Ein-Tor-Niederlagen hintereinander. Gegen die Tiroler siegten die Rotjacken auf eigenem Eis historisch betrachtet in 76,5 Prozent der ausgetragenen Begegnungen, die beiden letzten Gastspiele der Haie in der Stadthalle in der vergangenen Saison endeten allerdings jeweils mit Auswärtssiegen.

Der HC Innsbruck startete durchwachsen ins neue Spieljahr, man reiste mit neun Zählern aus ebenso vielen Partien als Tabellenzehnter nach Klagenfurt. Erst am Samstagabend mussten sich die Tiroler vor eigenem Publikum dem bisherigen Schlusslicht Medveščak Zagreb trotz zwischenzeitlicher 3:1-Führung mit 3:4 geschlagen geben. Besser lief es für die Haie heuer bislang in der Fremde, von einer 2:8-Niederlage in Wien abgesehen, punkteten sie in jedem Auswärtsspiel, am vergangenen Wochenende feierten sie Siege in Znojmo und Linz.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kam es gegenüber dem knappen 1:2-Verlust bei Tabellenführer Wien zu nur einer Änderung im Aufgebot, Michael Kernberger ersetzte Niklas Würschl als siebter Verteidiger. Die Zusammenstellung der Formationen blieb bestehen, auf der Torhüterposition wurde jedoch gewechselt: Zur Heimpremiere stand Neuzugang Lars Haugen zwischen den Pfosten. Während der Begegnung schied beim EC-KAC Marco Richter verletzungsbedingt aus.

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC legte bei seinem Heimauftakt ambitioniert los, schon in der ersten Minute gab Innsbrucks Goalie Janne Juvonen einen Rebound her, einer seiner Mitspieler blockte jedoch Mitch Wahls Weg zum freiliegenden Puck noch. Der Führungstreffer für die Hausherren gelang dann Thomas Koch: Nick Petersen fing hinter dem Kasten einen Befreiungsversuch der Haie ab, sein Zuspiel fand den Mittelstürmer, der sich den Puck auf die Rückhand legte und ihn dann aus kurzer Distanz hoch in die lange Ecke schlenzte (4.). Die Gäste aus Tirol hatten zur Mitte des ersten Durchgangs ihre beste Phase: Andrew Clark wischte im Slot freistehend über einen Querpass (11.), einen Durchbruch Tyler Spurgeons stoppte KAC-Goalie Lars Haugen mit den Beinschonern (12.). In den verbleibenden Minuten bis zur ersten Pause spielten die Rotjacken dann gefällig auf: Ein Bischofberger-Schlagschuss landete an Juvonens Maske (12.), der von Nick Petersen in Szene gesetzte Martin Schumnig ging steil, scheiterte aber sowohl im Erst- als auch im Zweitversuch am Torhüter der Haie (14.). Während einer rot-weißen Druckphase, die von den 3.715 Fans in der Stadthalle mit Szenenapplaus bedacht wurde, scheiterten Nick Petersen (geblockt) und Clemens Unterweger (Schlenzer aus der Halbdistanz, jeweils 15.). Abfälscher des just von der Strafbank zurückgekehrten Thomas Hundertpfund (18.) und dem sehr agil auftretenden Petersen (19.) fanden ebenso nicht den Weg in die Maschen.

KAC-Schlussmann Lars Haugen zeichnete sich während Innsbrucks zweitem Powerplay bei einem Schlagschuss von Lubomír Štach aus kurzer Distanz aus (22.), dann leitete er mit einem 30-Meter-Zuspiel einen Klagenfurter „Zwei-gegen-Eins“-Konter ein, bei dem Hundertpfund jedoch den Querpass auf Koch nicht anbrachte (24.). Erstmals bezwungen wurde der Norweger schließlich von einem verdeckten Pedevilla-Schlenzer, den der direkt am Crease stehende Ondřej Šedivý zum 1:1-Ausgleich ins Tor abfälschen konnte (25.). Nur gut zwei Minuten später lag der EC-KAC aber wieder in Führung: Johannes Bischofberger nahm an der eigenen blauen Linie das Spielgerät an sich, drückte über halblinks aufs Gaspedal und bezwang Janne Juvonen letztlich mit einem halbhohen Wristshot (28.). Nur Metall verhinderte einen rot-weißen Doppelschlag: 25 Sekunden nach dem zweiten KAC-Treffer knallte Petersen den Puck aus dem Handgelenk an den Pfosten. Einen Lammers-Diagonalpass auf Šedivý bei numerischer Überlegenheit stocherte Lars Haugen mit dem Schläger weg (30.), bei einem Spurgeon-Abschluss nach „Zwei-gegen-Eins“-Angriff war er mit der Schulter zur Stelle (36.). Ein weiteres Mal bewahrte nur der Pfosten den HC Innsbruck vor einem dritten Gegentreffer: Ein Onetimer von David Fischer im Powerplay sprang ins Spielfeld zurück (37.).

In der zweiten Hälfte einer vierminütigen Strafzeit gegen Stefan Geier kamen die Tiroler früh in Durchgang drei zum neuerlichen Ausgleich: Ein Querpass von Clark fand am langen Pfosten Andrew Yogan, der den Puck aus schon recht spitzem Winkel unters Tordach zog - 2:2 (42.). Nach einer Deflection von Spurgeon, die nur knapp neben das Gehäuse flog (44.), mehrten sich die Möglichkeiten für die Rotjacken: Janne Juvonen parierte gegen den über außen heranstürmenden Mitch Wahl (45.) ebenso wie bei einem Petersen-Rückhandversuch nach feinem Hundertpfund-Diagonalpass (46.). Auch ein Abschluss von Marcel Witting aus der Drehung (47.) und ein Schlagschuss von Koch, den Petersen noch knapp über die Querlatte abfälschte, brachten keine neuerliche KAC-Führung. Innsbrucks beste Gelegenheit auf einen Torerfolg vereitelte Lars Haugen in Zusammenarbeit mit seinem Gestänge, Yogan hatte es aus halbrechter Position per Direktabnahme versucht (56.).

Die Entscheidung musste somit in der Verlängerung fallen und dort hatten die Rotjacken das bessere Ende für sich: Einen gut vorgetragenen Angriff von Petersen über rechts veredelte Koch mit einem präzisen Zuspiel auf den links heranstürmenden Adam Comrie, der vors Tor zog, Innsbrucks Goalie mit einem Haken aussteigen ließ und den Puck schließlich mit der Rückhand über die Linie schob. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ein Heimauftakt ist immer etwas Besonderes, speziell nach einer so langen Serie an Auswärtsspielen. Wir lieferten keine herausragende Vorstellung ab, aber ein Sieg ist ein Sieg. In der Defensive haben wir erneut nur zwei Gegentore zugelassen, offensiv und bei numerischer Überlegenheit müssen wir uns noch steigern. Wir streben danach, zu Hause noch giftiger, noch flinker und noch nachdrücklicher aufzutreten, aber für die erste Heimpartie sind zwei Punkte in Ordnung und das akzeptieren wir.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC hält nach neun Saisonspielen nun bei 15 Punkten, wurde am Sonntag in der Tabelle jedoch vom EC Salzburg überholt. Für die Rotjacken geht es am kommenden Freitag mit einem Heimspiel gegen die Graz 99ers weiter (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria), zwei Tage später gastieren sie zum bereits zweiten Mal heuer beim Dornbirner EC.