Das erste Kärntner Derby der Saison wartet

Nach ihrem guten Saisonstart möchten die Rotjacken auch im Lokalschlager beim EC VSV am Sonntag reüssieren.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Die achte Runde in der Erste Bank Eishockey Liga bringt für den EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) Saisonspiel Nummer sechs, im Kärntner Derby geht es für die Rotjacken auswärts gegen den EC VSV. Tickets für den Auswärtssektor in Villach sind ebenso wie Sitzplätze ausverkauft. Die Begegnung wird von ServusTV auf servushockeynight.com als Videostream übertragen, daher entfällt der Live-Ticker auf kac.at. Zudem berichtet auch das Eishockeymagazin von Radio Kärnten direkt vom Derby.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken ließen sich den am Papier schwierigen Saisonstart mit insgesamt acht Auswärtsbegegnungen in Serie bisher in keiner Weise anmerken, sie punkteten in jeder ihrer fünf ausgetragenen Partien und gingen vier Mal als Sieger vom Eis. Am vergangenen Wochenende gewann der EC-KAC sowohl beim EHC Linz (3:1) als auch beim Dornbirner EC (3:0), sodass die Klagenfurter, die bislang zwei Spiele weniger ausgetragen haben als der Großteil der Konkurrenz, auf Tabellenplatz drei liegend in das 322. Kärntner Derby der Geschichte gehen.

Außerhalb der Play-Off-Plätze rangiert derzeit der EC VSV, die Adler halten aktuell bei sechs Zählern aus sieben Begegnungen. Seine drei Saisonsiege feierte Blau-Weiß allesamt auf heimischem Eis und nach Verlängerung (Znojmo, Zagreb) oder Penaltyschießen (Bolzano). Am Freitag musste Villach gegen den EC Salzburg seine bereits zweite Shutout-Heimniederlage der noch jungen Spielzeit hinnehmen (0:4), insgesamt erzielte man heuer bisher mit 2,14 pro Spiel hinter Medveščak Zagreb (2,00) die zweitwenigsten Tore aller EBEL-Teams.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Nach fünf absolvierten EBEL-Partien in dieser Saison verfügen mit Ausnahme des verletzten Andrew Kozek (-1) alle vom EC-KAC bislang eingesetzten Spieler über eine positive Plus/Minus-Bilanz. Mit jeweils +4 weisen David Fischer, Thomas Hundertpfund und Mitch Wahl das beste Rating auf.

2 – Im bisherigen Saisonverlauf kassierten die Rotjacken in 245:46 absolvierten Spielminuten bei gleicher Spieleranzahl am Eis erst zwei Gegentreffer. Pro 60:00 Minuten bei Even Strength ließen die Klagenfurter durchschnittlich auch nur 20,3 Schüsse auf ihr Tor zu. 

6 – Der EC-KAC konnte jedes der letzten sechs Kärntner Derbys für sich entscheiden, seit November 2016 gab es keine rot-weiße Niederlage mehr gegen den EC VSV. Eine längere Serie an Erfolgen gegen den Lokalrivalen verzeichnete man zuletzt im Jahr 2011, als saisonübergreifend sieben Duelle en suite an die Klagenfurter gingen. 

11 – Die bislang 16 Saisontreffer der Rotjacken gingen auf die Konten von elf verschiedenen Spielern. Am vergangenen Wochenende gelangen Marcel Witting (in Linz) und Niki Kraus (in Dornbirn) ihre jeweils ersten Tore in der Erste Bank Eishockey Liga.

63,6 – In der vergangenen Spielzeit 2017/18 war das Unterzahlspiel des EC-KAC gegen kein Team anfälliger für einen Gegentreffer als  gegen den EC VSV. Der Lokalrivale nutzte in den vier Duellen insgesamt vier seiner elf Möglichkeiten bei numerischer Überlegenheit, sodass die rot-weiße Erfolgsquote im Penalty Killing bei mäßigen 63,3 Prozent lag.

600 – Kapitän Manuel Geier wird im Kärntner Derby das 600. EBEL-Spiel seiner Karriere bestreiten, alle Partien absolvierte er für den EC-KAC. Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 kamen mit Johannes Reichel, Herbert Ratz, David Schuller und Thomas Koch nur vier Spieler auf mehr Ligaeinsätze im rot-weißen Trikot.

 

Der Gegner:

Der EC VSV hat zuletzt erstmals seit seiner Rückkehr in die höchste Spielklasse Österreichs im Jahr 1977 in zwei aufeinanderfolgenden Spielzeiten die Qualifikation für die Play-Offs verpasst. Dieser sportliche Misserfolg mündete in weitreichenden personellen Veränderungen in der Klubführung, im Trainerstab und auch in der Mannschaft. Alle aktuell neun unter Vertrag stehenden Legionäre kamen im Sommer neu zum Verein, unter ihnen findet sich Verteidiger Jason DeSantis, der zwischen 2014 und 2016 insgesamt 104 Bewerbsspiele für den EC-KAC bestritt.

Mit Gerhard Unterluggauer verfügen die Adler über einen Head Coach mit noch beschränkter Trainererfahrung, aber großem Identifikationspotenzial: Der ehemalige Eigenbauspieler stand 14 Saisonen lang im Kader der Villacher Kampfmannschaft, neben seinem Status als Rekordnationalspieler zieren auch 622 Ligapartien für und zwei Meistertitel mit dem EC VSV den Lebenslauf des 42-Jährigen.
Die aktuellen Topscorer in seinem Kader sind mit Jerry Pollastrone und MacGregor Sharp (jeweils drei Tore, zwei Vorlagen) zwei Importstürmer, tragende Rollen nehmen bei den Adlern aber auch einheimische Cracks wie Markus Schlacher und Stefan Bacher in der Abwehr oder der universell einsetzbare Nico Brunner ein. Im Angriff erhalten die Söhne der VSV-Legenden Wolfgang Kromp und Günther Lanzinger, Christof und Benjamin, viel Vertrauen. Kapitän und Führungsfigur Nikolas Petrik, im letzten Kärntner Derby zweifacher Torschütze, wird am Sonntag jedoch mit großer Wahrscheinlichkeit verletzungsbedingt fehlen.

Insgesamt treffen Villach und Klagenfurt zum 322. Mal in einem Bewerbsspiel aufeinander, 124 dieser Duelle wurden seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 ausgetragen. Dabei spricht die Bilanz mit 64 zu 60 Siegen knapp für den EC-KAC, der auch in Villach mehr Derbys gewinnen konnte (32) als er verlor (29.).

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken hat sich die personelle Situation gegenüber der Vorwoche nicht verändert, Christoph Duller und Andrew Kozek fehlen im Kärntner Derby weiterhin verletzt. Die Trainer Petri Matikainen und Jarno Mensonen vertrauen daher fortgesetzt auf die erfolgreichen Formationen der vergangenen Wochen, Michael Kernberger ist als siebter Verteidiger mit dabei, zwischen den Pfosten gibt Lars Haugen seine Derbypremiere.

 

Der Kommentar:

„Ich freue mich sehr auf mein erstes Kärntner Derby als Spieler. Wir sind gut in die Saison gestartet, was daran liegt, dass wir unser neues System immer besser verstehen und präziser umsetzen können. Wenn man 13 von 15 möglichen Punkten eingefahren hat, gibt das natürlich Selbstvertrauen, gleichzeitig darf man aber die Zügel nicht schleifen lassen. Wir müssen am Drücker bleiben und die Intensität hochhalten, dann haben wir auch gegen Villach gute Chancen, uns durchzusetzen. Der VSV wird uns einen Kampf aufzwingen und diesen werden wir annehmen.“ (Clemens Unterweger, Verteidiger EC-KAC)