Erste Chance auf den Titel

Am Mittwochabend kehrt die Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga für ein potenziell bereits entscheidendes sechstes Spiel nach Klagenfurt zurück. 

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Das sechste Finalspiel in der Erste Bank Eishockey Liga zwischen dem EC-KAC und den Vienna Capitals ist das letzte, das in Klagenfurt über die Bühne gehen wird. Die Rotjacken empfangen den Grunddurchgangssieger am Mittwochabend (Spielbeginn: 20.20 Uhr) in der Stadthalle Klagenfurt, die am Dienstagvormittag innerhalb von nur einer Viertelstunde restlos ausverkauft war. Übertragen wird diese Begegnung von ServusTV und Sky Sport Austria wiederum im lienaren TV und auch als Online-Videostream, auch Radio Kärnten berichtet mit zwei Kommentatoren direkt aus der Arena. Alle Hallenbesucher werden darauf aufmerksam gemacht, dass die Öffnung der Spielstätte nach behördlicher Freigabe erfolgt, Richtzeit dafür ist zwischen 19.00 und 19.15 Uhr.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken entschieden Finalspiel Nummer fünf am Montagabend in Wien mit 2:0 für sich und gingen damit zum ersten Mal in der laufenden Endspielserie (mit 3:2 in Siegen) in Führung. Nach dem Heimsieg vom vergangenen Samstag gelangen den Klagenfurtern damit erstmals seit Januar/Februar 2017 zwei Erfolge gegen Wien hintereinander. Über eine 3:2-Serienführung verfügte Rot-Weiß in der Klubgeschichte bislang zehn Mal, in sechs dieser Fälle gewann der EC-KAC Spiel sechs, insgesamt sieben Mal entschied er die Serie für sich. Im Duell mit den Vienna Capitals setzen die Klagenfurter auch auf ihre Heimstärke, jedes der bisher sieben vor eigenem Publikum ausgetragenen Play-Off-Spiele 2019 endete mit einem KAC-Erfolg (25:14 Tore).

Nach der Heimniederlage vom Montag liegen die Vienna Capitals zum erst zweiten Mal im Verlauf ihrer saisonübergreifend letzten acht Play-Off-Serien im Rückstand. Die Wiener, die fünf ihrer sieben Auswärtspartien in der laufenden Post Season verloren haben, müssen am Mittwoch in Klagenfurt zwingend siegen, um ein siebtes Finalspiel zu erzwingen. Gutes Omen: Auch im Titelduell von 2005 reisten die Donaustädter mit einem 2:3-Serienrückstand nach Klagenfurt, wo sie Spiel sechs gewinnen und sich schließlich zwei Tage später auf eigenem Eis zum Champion krönen konnten.

 

Die Zahlen zum Spiel:

4 – Lars Haugen spielte am Montagabend zum vierten Mal in den laufenden Play-Offs zu null. Damit egalisierte der Norweger bereits in seinem ersten Jahr beim EC-KAC den Vereinsrekord von Michael Suttnig, der in seiner Karriere bei den Rotjacken ebenfalls vier Shutouts in der Post Season verbuchen konnte. 

6 – Auch in der aktuellen Finalserie ist Nick Petersen der Topscorer der Rotjacken, der Kanadier kam in fünf Partien auf sechs Zähler (zwei Tore, vier Assists). Ihm folgen sein Landsmann Matthew Neal und Thomas Koch mit jeweils vier Punkten sowie Thomas Hundertpfund mit deren drei.

20:15 – Der EC-KAC konnte im bisherigen Verlauf der Finalserie auf sehr starkes Penalty Killing bauen, die Klagenfurter überstanden 91,3 Prozent der Überzahlspiele Wiens ohne Gegentreffer. Die Capitals benötigten in den ersten fünf Endspielen durchschnittlich 20:15 Minuten bei numerischem Vorteil, um ein Powerplaytor zu erzielen.

22 – Die Vienna Capitals bestritten in ihrer Klubgeschichte bisher 22 Elimination Games, also Spiele, in denen eine Niederlage das Saisonende bedeutet. Acht dieser Begegnungen konnte Wien gewinnen, 14 gingen verloren.

100 – Thomas Hundertpfund erzielte in Finalspiel fünf am Montag seinen 100. EBEL-Karrieretreffer. Er avancierte damit zum 28. Spieler, dem seit der Bundesliga-Gründung im Jahr 1965 eine dreistellige Anzahl an Ligaspieltoren im Trikot der Rotjacken gelang.

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals bestreiten am Mittwoch das 1069. Ligaspiel ihrer Klubgeschichte, das 71. im laufenden Spieljahr - neuer Vereinsrekord. Nur ein Sieg, es wäre Wiens 50. in der aktuellen Saison, würde die Spielzeit weiter verlängern und die Finalserie um eine siebte, dann endgültig entscheidende Partie am kommenden Samstag in der Bundeshauptstadt erweitern.

Dem Team von Head Coach Dave Cameron gelang es in der bisherigen Endspielserie noch nicht, seine offensiven Qualitäten nachhaltig unter Beweis zu stellen, durchschnittlich 1,60 Treffer pro Finalpartie liegen deutlich unter den Schnitten von 3,87 (Regular Season) und 3,58 (Viertel- und Halbfinale). Schlüsselspieler wie der aktuelle MVP der EBEL, Peter Schneider, oder Riley Holzapfel, dem diese Auszeichnung vor zwei Jahren zugesprochen wurde, sowie auch Kapitän Andreas Nödl blieben in der bisherigen Finalserie noch ohne Treffer. Insgesamt verwerteten die Capitals nur 5,3 Prozent ihrer Torschüsse in den fünf Endspielen in einen Treffer, bei Even Strength lag dieser Wert überhaupt nur bei 5,1 Prozent. Auch das Powerplay lief noch nicht wie gewünscht, aus 23 Überzahlgelegenheiten resultierten nur zwei Tore.

Von den fünf in Klagenfurt ausgetragenen Saisonduellen zwischen den beiden Klubs entschied der EC-KAC drei für sich, auch in der ewigen Bilanz aus Begegnungen von Rotjacken und Capitals (126 Spiele) liegt der Rekordmeister mit 65 zu 61 Siegen knapp in Front.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC sind mit Ausnahme von Manuel Geier und Philipp Kreuzer alle Kaderspieler einsatzfähig, sodass davon auszugehen ist, dass es im KAC-Lineup am Mittwoch keinerlei Veränderungen im Vergleich zu den Finalspielen vier und fünf geben wird.

 

Der Kommentar:

„Vor uns liegt eine sehr große und aufregende Möglichkeit. Wir erwarten uns explosive Stimmung in einer bis unters Dach gefüllten Stadthalle, die Energie wird förmlich greifbar sein und wir werden daraus für dieses wichtigste Spiel der bisherigen Saison viel Kraft schöpfen. Die Serie ist an einem Punkt angelangt, an dem es nicht mehr viel zu sagen gibt, ich kann nur versprechen, dass wir bereit dazu sein werden, den vor uns liegenden Kampf anzunehmen, mental wie körperlich.“ (David Fischer, Interimskapitän EC-KAC)