Erster Auswärtskampf in Südtirol

Mit einer 1:0-Serienführung im Rücken reist der EC-KAC nach Bolzano, wo am Freitagabend das zweite Spiel des EBEL-Viertelfinalduells zwischen dem österreichischen und dem italienischen Rekordmeister am Programm steht.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Der EC-KAC bestreitet das zweite Spiel der Play-Off-Viertelfinalserie der Erste Bank Eishockey Liga gegen den HCB Südtirol am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) auswärts in Bolzano. Diese Begegnung überträgt ServusTV als Online-Videostream auf servushockeynight.com live und kostenlos, daher entfällt der Ticker auf kac.at. Wie üblich berichtet auch das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten direkt von diesem Spiel der Rotjacken.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC gewann das erste Viertelfinalspiel am Mittwochabend vor heimischer Kulisse mit 5:4 nach Verlängerung und startete somit erstmals seit der ersten Play-Off-Runde 2017 wieder mit einem Sieg in eine Serie der KO-Phase. Die Rotjacken haben nun insgesamt sechs der sieben Saisonbegegnungen mit dem HCB Südtirol für sich entschieden, sie halten in diesem Duell bei einem Even Strength-Torverhältnis von 17:4. Von ihren letzten sieben Auswärtsspielen konnten die Klagenfurter fünf gewinnen, Niederlagen setzte es in diesem Zeitraum lediglich in Wien (1:4) und - zur Hälfte der Pick Round im Februar - in Bolzano (1:2).

Der HCB Südtirol erwies sich im Auftaktspiel zur Viertelfinalserie als die erwartet kompakte Play-Off-Mannschaft, zudem kennzeichnete die Füchse eine hohe Effizienz: Aus nur 17 Torschüssen gelangen ihnen vier Treffer, im Powerplay resultierten aus zwei Shots ebenso viele Tore. Weil der Titelverteidiger letztlich aber in der Overtime unterlag, stehen für ihn nun aus den jüngsten 13 Partien gleich elf Niederlagen zu Buche. In Spiel zwei der Serie genießen die Italiener allerdings Heimvorteil in der stimmungsvollen PalaOnda, in der sie in ihren bisher fünf Spielzeiten in der EBEL meist den Grundstein für ihre Erfolge in der Post Season gelegt haben: Seit dem Liga-Einstieg gewann der HCB Südtirol zwei Drittel seiner in Bolzano ausgetragenen Partien (16 von 24 Spielen).

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In sieben der letzten acht Play-Off-Serien, an denen der EC-KAC beteiligt war, setzte sich jenes Team durch, das die erste Begegnung für sich entscheiden konnte. Einzige Ausnahme in diesem Zeitraum war das Halbfinale 2017 gegen den EC Salzburg (4:2-Sieg der Rotjacken nach 0:2-Rückstand).

4 – Interimskapitän David Fischer weist unter allen KAC-Kaderspielern den aktuell längsten Point Scoring Streak auf, er hat bei jedem seiner letzten vier Einsätze gepunktet. In jeder der letzten drei Partien konnten Nick Petersen, Thomas Koch, Johannes Bischofberger und Mitch Wahl anschreiben.

10 – Von seinen bislang 14 Saisontreffern gegen den EC-KAC hat der HCB Südtirol zehn im Powerplay erzielt. Die Füchse kamen bei numerischer Überlegenheit auf eine Erfolgsquote von 31,25 Prozent und benötigten lediglich 4:09 Minuten mit einem (oder zwei) Mann mehr, ehe ihnen ein Treffer gelang.    

17 – Seit der Neugründung der höchsten Spielklasse im Jahr 2000 konnte der EC-KAC 22 Play-Off-Serien mit einem Sieg eröffnen, 17 davon entschied er letztlich auch für sich. Letztmals nach einem 1:0-Vorsprung geschlagen geben mussten sich die Rotjacken vor sieben Jahren, im Finale 2012 gegen den EHC Linz. 

30 – Nach seinem „Doppelpack“ im ersten Viertelfinalspiel hält Andrew Kozek bei nun 30 EBEL-Treffern im Trikot des EC-KAC (in 59 bislang Einsätzen). Einen höheren Schnitt an Toren pro Spiel als der Kanadier (0,51) hatte bei den Rotjacken seit dem Abgang von Anthony Iob (0,58) im Jahr 2007 kein Spieler mehr.

84,04 – Gerechnet auf 60:00 Spielminuten gab der EC-KAC im Play-Off-Auftaktspiel am Mittwoch 84,04 Torschussversuche ab. Im Verlauf der gesamten bisherigen Saison 2018/19 lag dieser Wert lediglich in den drei Begegnungen mit dem vornehmlich aus Amateurspielern zusammengesetzten Team von Medveščak Zagreb rund um den Jahreswechsel höher.

 

Der Gegner:

Der HCB Südtirol unterlag am Mittwochabend in Klagenfurt mit 4:5 nach Verlängerung und startete damit zum fünften Mal seit seinem Titelgewinn 2014 mit einer Niederlage in eine Play-Off-Serie (insgesamt sieben Serien, Anm.). Vor eigenem Publikum können die Füchse allerdings meist sprichwörtlich einen Gang hochschalten, sechs der letzten sieben Post Season-Partien auf heimischem Eis entschied der Titelverteidiger für sich.

Mit Topscorer Brett Findlay (10 Tore, 39 Assists) und Standard-Goalie Leland Irving (Saison-Save Percentage 92,10 Prozent) fehlten den Italienern zum Serienauftakt zwei absolute Schlüsselspieler. In ihrer Abwesenheit spielten sich am Mittwoch insbesondere Kapitän Anton Bernard, Stürmer Angelo Miceli und „Quarterback“ Markus Nordlund in den Vordergrund. Insgesamt erwies sich der HCB Südtirol wie häufig in den Play-Offs als kompaktes Team mit großer Effizienz vor dem gegnerischen Gehäuse: Aus (trotz 57 Vorstößen in die Angriffszone) nur 35 Torschussversuchen resultierten gleich vier Treffer.

Gegen den EC-KAC traten die Füchse in ihrer EBEL-Historie insgesamt 37 Mal an, 21 dieser Duelle gingen an die Rotjacken. Die Geschichte direkter Begegnungen reicht freilich viel weiter zurück: Bereits im Januar 1929 standen die Klagenfurter erstmals gegen eine Stadtauswahl Bolzanos am Eis, aus der vier Jahre später der HCB werden sollte. Dieses damals in Cortina d’Ampezzo ausgetragene Spiel endete mit einem 16:2-Sieg für den KAC, dem ersten zweistelligen Erfolg in der Vereinsgeschichte.

 

Die Personalien:

An der Personalsituation hat sich beim EC-KAC gegenüber dem ersten Viertelfinalspiel nichts Gravierendes geändert, fix fehlen werden in Bolzano Manuel Geier und Marco Richter. Fraglich sind die Einsätze von Lars Haugen, Robin Gartner und Christoph Duller. Die Rotjacken traten die Reise nach Südtirol am Donnerstagnachmittag mit 25 Spielern an, um vor Ort noch auf kurzfristige Veränderungen reagieren zu können, das finale Lineup wird daher nach dem Morning Skate am Spieltag festgelegt.

 

Der Kommentar:

„Wir sind gut in die Serie gestartet, haben die erste Begegnung über weite Strecken dominiert und letztlich auch in der Overtime gewonnen. Der HCB hat in Klagenfurt aus wenigen Chancen viele Tore gemacht, das unterstreicht seine Gefährlichkeit in diesen Play-Offs. Nach dem Trainerwechsel hat Bolzano auch seine Spielanlage verändert, sie kommen sehr aggressiv im Forecheck, aber ich denke, dass schon das Spiel am Mittwoch gezeigt hat, dass wir damit gut umgehen können. Wir reisen mit breiter Brust nach Südtirol, haben viel Vertrauen in uns selbst und unser Potenzial, in dieser Serie gleich einen Auswärtssieg nachlegen zu können.“ (Clemens Unterweger, Verteidiger EC-KAC)