Gründonnerstag bringt drittes Finalspiel

Beim Serienstand von 1:1 treffen sich der EC-KAC und die Vienna Capitals am Donnerstagabend zu ihrer dritten Konfrontation im Rahmen der EBEL-Finals 2019.

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Eckdaten:

Der Zwei-Tage-Rhythmus der Finalserie in der Erste Bank Eishockey Liga sorgt dafür, dass es bereits am Donnerstagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) zur dritten Begegnung zwischen dem EC-KAC und den Vienna Capitals kommt, die nun wieder in der Bundeshauptstadt ausgetragen wird. Die Partie wird von ServusTV als Online-Videostream auf servushockeynight.com ausgestrahlt, Sky Sport Austria überträgt sowohl im TV als auch als Stream. Zudem sendet Radio Kärnten im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins mit zwei Kommentatoren direkt aus der dann ausverkauften Erste Bank Arena.

 

Die Ausgangssituation:

Nach der knappen 2:3-Auswärtsniederlage nach Verlängerung am Sonntag konnte der EC-KAC die Finalserie 2019 am Dienstagabend mit einem hart erkämpften 1:0-Heimerfolg ausgleichen, aus dem „Best-of-Seven“- wurde somit ein „Best-of-Five“-Duell um den Titel. Die Rotjacken siegten nunmehr in neun ihrer bisher elf Play-Off-Begegnungen im aktuellen Spieljahr, der Erfolg vor eigenem Publikum war Klagenfurts erster in einem Finalspiel seit dem das Championat sichernden 5:3-Erfolg über die Capitals vom 5. April 2013. In der Bundeshauptstadt tat sich der Rekordmeister in der Saison 2018/19 bislang recht schwer, aus vier Auftritten resultierte nur ein (Shootout-)Sieg.

Die Vienna Capitals mussten in Klagenfurt ihre vierte Niederlage im sechsten Auswärtsspiel der laufenden Play-Offs hinnehmen. Zudem blieb Wien erstmals seit 2. April 2013 (zu Hause gegen den EC-KAC) oder 62 Post Season-Begegnungen ohne erzielten Treffer. Vor eigenem Publikum spielte der Hauptstadtklub in den heurigen Play-Offs jedoch meist groß auf, von acht Partien wurden sieben gewonnen, lediglich ein Overtime-Erfolg des EC Salzburg im dritten Halbfinalspiel befleckte die ansonsten makellose Heimbilanz der Truppe von Head Coach Dave Cameron.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Nach Finalspiel Nummer drei hält Torhüter Lars Haugen in der Post Season bereits bei drei Shutouts. Seit der Einführung von Play-Offs in Österreichs höchster Spielklasse (1973/74) blieben die Rotjacken nun in insgesamt 23 Partien ohne Gegentreffer. Am häufigsten „zu null“ spielte Michael Suttnig (vier Mal), jeweils drei Mal ohne Verlusttor blieben neben Haugen auch René Swette, Travis Scott und Andrew Verner.

3 – Finalspiel drei kam in den vergangenen Spielzeiten häufig eine entscheidende Bedeutung zu: In sieben der jüngsten neun Endspielserien in der Erste Bank Eishockey Liga kürte sich jenes Team zum Champion, das die dritte Begegnung gewinnen konnte.

5 – Mit David Fischer (94), Marcel Witting (93), Thomas Koch (92) sowie Thomas Hundertpfund und Adam Comrie (jeweils 91) wiesen im zweiten Finalspiel am Dienstagabend gleich fünf Spieler der Rotjacken eine Erfolgsquote im Passspiel von über 90 Prozent auf.

63,9 – Wien verstand es in den ersten beiden Finalspielen besser als Klagenfurt, Pucks auf das Gehäuse zu bringen: Während 63,9 Prozent der Torschussversuche der Capitals auch tatsächlich Torschüsse waren, lag dieser Wert beim EC-KAC bei nur 48,2 Prozent.

146:43 – Marcel Witting kam in den laufenden Play-Offs auf eine Time-on-Ice von insgesamt 146:43 Minuten, mit ihm am Eis kassierte der EC-KAC bislang lediglich einen Gegentreffer in der Post Season. Gleiches gilt für seinen Linienkollegen Niki Kraus (120:23 Minuten).

600 – Martin Schumnig bestreitet am Donnerstag das 600. Spiel seiner EBEL-Laufbahn. Der Eigenbauspieler repräsentierte in sämtlichen dieser Partien den EC-KAC und sammelte dabei 142 Scorerpunkte (29 Tore, 113 Assists). In der laufenden Saison, seiner 13. in der Kampfmannschaft, ist der Verteidiger am besten Wege, einen neuen Karrierebestwert in der Kategorie Plus/Minus zu erreichen (aktuell +13).

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals brachten auch im zweiten Finalspiel am Dienstag sämtliche 20 aufgebotenen Feldspieler zum Einsatz und vermochten es daher erneut, das Intensitätslevel in ihrem Spiel hoch zu halten. Allerdings gelang den Wienern, die bis dahin ihre nach Toren pro Partie stärkste Saison seit 2006/07 bestritten hatten, aus 28 Torschüssen kein einziger Treffer, sie blieben zum erst zweiten Mal in der aktuellen Spielzeit (nach dem 0:3 in Graz Anfang November) ohne zählbaren Erfolg.

Neben dem wie schon im ersten Endspiel sehr auffälligen Taylor Vause spielte sich am Dienstag auch sein kanadischer Landsmann Marc-André Dorion in den Vordergrund, der Verteidiger gab in den Reihen der Wiener mit sieben die meisten Torschussversuche ab und kam hinter Emil Romig auf die zweitbeste Corsi-Bilanz aller Caps-Spieler. Stark präsentierte sich auch Torhüter J.-P. Lamoureux, der, nachdem er bei jedem seiner jüngsten vier Starts in der Stadthalle von seinem jeweiligen Backup ersetzt worden war, seine Mannschaft speziell in der anfänglichen Druckphase der Rotjacken vor einem Rückstand bewahrte.

In der ewigen Bilanz aus direkten Begegnungen zwischen den Vienna Capitals und dem EC-KAC konnten die Klagenfurter ihren knappen Vorsprung am Dienstag wieder ein wenig ausbauen, 63 Klagenfurter Erfolgen stehen im historischen Vergleich 60 der Wiener gegenüber. Allerdings dürfte das Fazit aus der jüngeren Vergangenheit den Mannen von Head Coach Dave Cameron Auftrieb verleihen: Im Verlauf der letzten 19 direkten Konfrontationen folgte auf einen KAC-Erfolg gegen die Capitals niemals ein zweiter.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC sind gegenüber dem zweiten Finalspiel am Dienstag keine personellen Änderungen vorgesehen. Die Rotjacken sind bis auf Manuel Geier und Philipp Kreuzer komplett, sie reisen wie in den Play-Offs üblich bereits am Mittwochnachmittag mit vergrößertem Aufgebot nach Wien und absolvieren dort dann am Donnerstag auch ihren Morning Skate. Es ist davon auszugehen, dass in Finalspiel Nummer drei die exakt gleichen 22 Cracks zum Einsatz kommen wie beim jüngsten Heimsieg.

 

Der Kommentar:

„Ich denke, dass man davon ausgehen kann, dass auch Finalspiel Nummer drei wieder eine sehr enge, ausgeglichene Partie wird, in der die so oft erwähnten Kleinigkeiten großen Einfluss nehmen können. Unser Spiel führt über die Laufbereitschaft und die Präzision in der Umsetzung unseres Systems. Im Powerplay können wir uns sicherlich noch steigern, das Penalty Killing wollen wir weiterhin so kompakt und aggressiv halten wie in den vergangenen Wochen. Die Capitals sind offensiv sehr stark besetzt, es geht also darum, ihnen erneut die Räume zu nehmen und der Begegnung noch etwas mehr auch unseren Stempel aufzudrücken.“ (Johannes Bischofberger, Stürmer EC-KAC)