KAC will in voller Stadthalle Serienausgleich

Vor ausverkauftem Haus möchte sich der EC-KAC am Dienstagabend bei den Vienna Capitals für die knappe Auftaktniederlage in der EBEL-Finalserie revanchieren.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Das erste Heimspiel des EC-KAC in der Finalserie 2019 der Erste Bank Eishockey Liga gegen die Vienna Capitals findet am Dienstagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) in der Stadthalle Klagenfurt statt. Diese Begegnung übertragen ServusTV als Online-Videostream auf servushockeynight.com und auch Sky Sport Austria (TV und Streamingdienst Sky Ticket) live, auch Radio Kärnten berichtet im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins mit zwei Kommentatoren direkt aus der Halle (Audio-Livestream). Daher gibt es keinen Live-Ticker auf kac.at. Eintrittskarten für diese Partie waren im Vorverkauf innerhalb von knapp 15 Stunden vergriffen, die Stadthalle ist ausverkauft und die Abendkassa bleibt geschlossen. Die Öffnung der Spielstätte erfolgt nach dem behördlichen Rundgang und der entsprechenden Freigabe voraussichtlich im Zeitraum zwischen 18.00 und 18.15 Uhr.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC glich im ersten Finalspiel am Sonntagnachmittag in Wien zwar einen 0:2-Rückstand nach dem ersten Spielabschnitt aus, musste sich am Ende jedoch in der Verlängerung mit 2:3 geschlagen geben. In ihrer 21. Finalserie verloren die Rotjacken damit zum siebten Mal Spiel eins, noch nie wurden die Klagenfurter nach einem 0:1-Stand in einer Endspielserie noch Meister. Allerdings zählt Rot-Weiß im zweiten Finalduell voll auf seine Heimstärke, sämtliche fünf in Klagenfurt ausgetragenen Partien der EBEL-Play-Offs 2019 wurden gewonnen, im Schnitt gelangen pro Heimspiel in der Post Season mehr als vier Tore.

Die Vienna Capitals eröffneten zum achten Mal in Folge eine Play-Off-Serie mit einem Sieg, sie trennen nun nur noch drei Erfolge vom dritten Meistertitel der Klubgeschichte. Schlüssel zum Erfolg in Spiel eins war Wiens Fähigkeit, das Mitteldrittel zu überbrücken, noch nie in der laufenden Saison konvertierte ein Gegner des EC-KAC mehr Defensivzonen-Exits in Offensivzonen-Entries als die Capitals am Sonntag (80,5 Prozent).

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Im ersten Finalspiel überstanden die Rotjacken fünf Powerplays der Capitals unbeschadet und prolongierten damit ihren guten Lauf bei numerischer Unterlegenheit: In den vergangenen fünf Partien resultierte aus 23 Überzahlspielen der Gegner des EC-KAC (mit einer Gesamtlänge von 38:24 Minuten) nur ein einziger Treffer.

1 – Eine Niederlage im ersten Spiel einer Serie stellte für den EC-KAC in den vergangenen Jahren nicht zwingend eine unüberwindbare Hypothek dar: Seit der Liga-Neugründung (2000) lagen die Klagenfurter in acht „Best-of-Seven“-Duellen mit 0:1 in Rückstand, vier davon konnten sie dennoch zu ihren Gunsten entscheiden (zuletzt 2017 im Halbfinale gegen Salzburg).

5 – Während er auf Wiener Eis in Spielen gegen den EC-KAC regelmäßig brilliert, tat sich Caps-Goalie J.-P. Lamoureux in der Stadthalle zuletzt meist recht schwer: Seit Oktober 2016 haben die Donaustädter in Klagenfurt mit ihm im Tor kein Spiel mehr gewonnen, bei jedem seiner jüngsten fünf Starts in Kärntens Landeshauptstadt wurde der US-Amerikaner vorzeitig ausgewechselt (GAA in diesen Begegnungen: 6,23).

6 – In sechs der bisher sieben Saisonbegegnungen zwischen den Rotjacken und den Capitals gelang dem Hauptstadtklub der erste Treffer des Spiels. Lediglich beim „Teddy Bear Toss“-Spiel am 23. Dezember ging der EC-KAC mit 1:0 in Führung.

13 – Die Vienna Capitals konnten in ihrer Klubgeschichte in bislang 18 Play-Off-Serien mit 1:0 in Führung gehen, in 13 davon setzten sie sich am Ende auch durch.

19 – Finalspiel eins am Sonntag war hinsichtlich des Puckbesitzes ein sehr ausgeglichenes, am Ende trennten Wien (28:56) und Klagenfurt (28:37) in dieser Kategorie nur 19 Sekunden. Allerdings verstanden es die Capitals deutlich besser, Scheibenkontrolle in Offensivakzente zu konvertieren: Sie gaben 60 Torschussversuche ab, die Rotjacken lediglich deren 40.

72 – Nach seinem Treffer und seiner Torvorlage im ersten Finalspiel hält Nick Petersen in der laufenden EBEL-Saison bereits bei 72 Scorerpunkten. Der letzte KAC-Crack, der in einer Spielzeit mehr Zähler verbuchen konnte, war vor zehn Jahren Andrew Schneider (2008/09, 86 Punkte).

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals halten nach dem Auftakterfolg vom Sonntag bei nun neun Siegen in den laufenden Play-Offs (13 Spiele), nur ein Mal in ihrer Klubgeschichte, beim „perfekten Play-Off-Run“ 2017 gewann Wien in der Post Season noch öfter. Wie schon vor zwei Jahren eröffnete ein Treffer von Taylor Vause die Finalserie, der Kanadier, auffälligster Caps-Akteur in Spiel eins, lieferte auch die direkte Vorlage zum zweiten Tor seiner Mannschaft am Sonntag, mit nun 19 Punkten ist er auch der ligaweite Topscorer der bisherigen Play-Offs.

Wien stellte im ersten Finalduell in erster Linie jene Fähigkeiten und Eigenschaften unter Beweis, die das Teams schon über weite Strecken der Saison auszeichnen: Zug zum Tor (68 Prozent der Torschussversuche waren auch Torschüsse), exaktes Passspiel (mindestens 100 komplette Pässe in jedem der drei Spielabschnitte), elaborierte Raumaufteilung in der neutralen Zone bei gegnerischen Breakouts. Auch erhielten sämtliche 20 aufgebotenen Feldspieler Eiszeit und selbst der Akteur mit den geringsten Spielanteilen, Rafael Rotter (3:32 Minuten), hatte mit zwei herausgeholten Strafen und einer Torvorlage wesentlichen Anteil am Auftakterfolg.

In der ewigen Bilanz aus Ligaspielen gegen den EC-KAC liegen die Vienna Capitals mit 60 Siegen (gegenüber 62 der Klagenfurter) knapp im Hintertreffen. Auf Klagenfurter Eis fühlten sich die Wiener in der jüngeren Vergangenheit allerdings recht wohl: Seit dem Ende der gegeneinander ausgetragenen Finalserie von 2013 gewannen die Donaustädter zwölf ihrer 17 in der Stadthalle gespielten Partien.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC entspannt sich die Personalsituation im Vorfeld der zweiten Finalpartie wieder: Marco Richter, der sich im letzten Grunddurchgangsspiel verletzte und danach operiert wurde, kehrt in die Aufstellung zurück, auch der im ersten Endspiel krankheitsbedingt ausgefallene Thomas Hundertpfund steht am Dienstag wieder im Lineup. Die beiden Stürmer ersetzen im Aufgebot Christoph Duller und Ramón Schnetzer, somit ergeben sich in zwei der vier Angriffsformationen veränderte personelle Konstellationen.

 

Der Kommentar:

„Wir haben im ersten Finalspiel einige schwerwiegende Eigenfehler begangen, für die wir letztlich auch bestraft wurden. Kollektiv müssen wir hinsichtlich der Härte und Intensität sicher noch eine Schippe drauflegen. Ich persönlich freue mich, dass ich nach fünf Wochen Verletzungspause wieder dabei bin, ich hoffe, dass ich dem Team helfen kann. Die Halle wird voll sein, die Stimmung sicher ausgezeichnet, wir werden besser auftreten als in der ersten Partie und am Ende soll der Serienausgleich stehen.“ (Marco Richter, Stürmer EC-KAC)