Nach dem Leader kommt das Schlusslicht

Nur zwei Tage nach dem spektakulären 7:2-Heimerfolg gegen die Vienna Capitals treten die Rotjacken am Sonntag zu Hause gegen Znojmo an. Für Familien gibt es spezielle Ticketing-Angebote.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Im zweiten von drei Heimspielen innerhalb von nur fünf Tagen tritt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) gegen Orli Znojmo an. Eintrittskarten für diese Begegnung sind durchgehend online sowie am Spieltag ab 16.00 Uhr an der Abendkassa erhältlich. Dort sind auch die für diesen Familientag speziell aufgelegten Familienpakete für vier sowie die „Single-plus-Kind“-Tickets für zwei Personen verfügbar (alle Infos zum Familientag hier). Direkt von diesem Spiel berichten der Live-Ticker auf kac.at sowie das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken sorgten am Freitag für einen denkwürdigen Abend in der mit 4.225 Fans sehr gut gefüllten Stadthalle, sie besiegten den heuer bis dahin unbezwungenen Tabellenführer aus Wien nach sechs Treffern in einem furiosen Schlussabschnitt mit 7:2. Die Klagenfurter punkteten damit in ihrem zwölften Saisonspiel zum neunten Mal, holten sich aber gleichzeitig zum ersten Mal seit sechs Runden wieder die vollen drei Zähler. Von seinen bislang lediglich drei Niederlagen in regulärer Spielzeit – allesamt mit nur einem Tor Differenz – kassierte der EC-KAC eine gegen den sonntägigen Gegner Orli Znojmo. Die Tschechen gehören sonst jedoch statistisch betrachtet zu den Lieblingsgegnern der Rotjacken: 27 der bislang 38 ausgetragenen direkten Begegnungen in der Ligageschichte gingen an Rot-Weiß.

Orli Znojmo kommt als aktueller Tabellenletzter in die Stadthalle, bewies zuletzt allerdings eine deutlich ansteigende Formkurve: Die Adler punkteten in drei ihrer jüngsten vier Spiele, sodass sie aktuell nur noch drei Zähler vom siebten Rag trennen. Am Freitagabend verwandelten die Tschechen vor eigenem Publikum gegen Fehérvár AV19 einen zweimaligen Rückstand noch in einen 4:3-Erfolg nach 60 Minuten. Den spielentscheidenden Treffer erzielte Znojmo bei numerischer Überlegenheit, schon im ersten Saisonduell mit den Rotjacken am 9. Oktober sorgten zwei Powerplaytore der Südmähren für deren knappen 2:1-Sieg.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1,72 – Auch nach zwölf absolvierten Saisonspielen kann sich der EC-KAC unverändert auf starkes Goaltending verlassen: Lars Haugen und David Madlener kassierten im Schnitt nur 1,72 Gegentore pro Partie (GAA) und in keiner Begegnung mehr als zwei Verlusttreffer. Das Duo wehrte 93,54 Prozent der vom Gegner abgegebenen Torschüsse ab.

3 – Patrick Harand spielte am Freitag wie seine gesamte Angriffsformation mit Niki Kraus und Marcel Witting groß auf, der Mittelstürmer sammelte gegen die Capitals drei Scorerpunkte. Sein 283. Spiel für die Rotjacken war sein erst neuntes, in dem er mehr als einen Zähler verbuchen konnte. Mehr Punkte als gegen Wien, nämlich vier, standen für Harand lediglich beim 8:1-Auswärtssieg in Graz am 24. Januar 2016 zu Buche.

4 – Der EC-KAC gewann jedes seiner letzten vier Heimspiele gegen Orli Znojmo, dabei kassierten die Klagenfurter insgesamt nur vier Gegentreffer. Von den insgesamt 18 vor eigenem Publikum ausgetragenen Partien gegen die Tschechen in der Ligageschichte blieben die Rotjacken nur in vier ohne Punktezuwachs. 

13,8 – Mit Kapitän Manuel Geier verlieren die Rotjacken einen ihrer produktivsten Vorlagengeber: Pro 60:00 Minuten Time-on-Ice spielte der Stürmer im bisherigen Saisonverlauf 13,8 Pässe, auf die unmittelbar ein Torschuss seiner Mannschaft folgte – Höchstwert aller KAC-Kaderspieler.

46 – Aus einer geschlossen starken Defensive stach beim 7:2-Triumph gegen Wien David Fischer besonders hervor: Der US-Amerikaner stand 24:37 Minuten lang am Eis, verbuchte ein Plus/Minus-Rating von +4 und brachte 46 seiner 48 Passversuche an den Mann. Im Saisonverlauf liegt Fischers Quote an erfolgreichen Zuspielen damit bei herausragenden 90,1 Prozent.

 

Der Gegner:

Die achte Saison von Orli Znojmo in der Erste Bank Eishockey Liga verlief für die Tschechen bisher nicht nach Wunsch, sie kommen als aktueller Tabellenletzter nach Klagenfurt. Allerdings zeigte die Formkurve der Tschechen zuletzt deutlich nach oben: Nachdem sie mit sechs Niederlagen am Stück ins neue Spieljahr gestartet waren, leitete der knappe 2:1-Heimerfolg gegen den EC-KAC eine Trendwende ein, Znojmo punktete seither in immerhin vier von sieben Partien. Auf fremdem Eis konnten sich die Adler heuer nur bei einem ihrer sechs Auftritte durchsetzen, drei Mal wurden sie allerdings erst in der Verlängerung bezwungen.

Die mannschaftsinterne Scorerwertung führen die beiden im Sommer verpflichteten Importspieler C.J. Stretch und Anthony Luciani an, auch Neuzugang Marek Kalus legte (mit elf Zählern in 13 Spielen) einen guten Start in seine EBEL-Karriere hin. Znojmos zentrales Problem der Anfälligkeit in der Defensive wurde mit dem Zuzug von Torhüter Teemu Lassila eingedämmt: Der Finne erlebte zwar einen Albtraumstart, als er bei seinem Debüt gegen den HCB Südtirol am 12. Oktober nach nur gut zehn Minuten und zwei Gegentreffern ausgewechselt wurde, stabilisierte sich seither aber mit einem Gegentorschnitt von 2,75 in fünf Partien.

Gegen den EC-KAC tritt Orli Znojmo eher ungern an: Während die Tschechen seit ihrem EBEL-Einstieg exakt 50,0 Prozent ihrer Spiele gegen alle anderen Teams gewinnen konnten (194 Siege in 388 Spielen, Anm.), liegt ihre Erfolgsquote gegen die Rotjacken bei lediglich 28,9 Prozent: Elf Erfolgen der Adler stehen in direkten Begegnungen gleich 27 der Rotjacken gegenüber. Speziell auf Klagenfurter Eis lahmt Znojmos Offensive überdurchschnittlich häufig: Bei acht ihrer 18 Auftritte in der Stadthalle gelang den Tschechen maximal ein Treffer.

 

Die Personalien:

Neben den verletzten Christoph Duller und Andrew Kozek sowie dem angeschlagenen Marco Richter müssen die Rotjacken am Sonntag gegen Znojmo - und wohl auch in den kommenden Monaten - auf Kapitän Manuel Geier verzichten, der sich beim Heimtriumph über die Vienna Capitals am Freitag eine schwere Verletzung zuzog und bereits in der Nacht zum Samstag operiert wurde. Seinen Platz im Lineup nimmt Philipp Kreuzer ein, sodass der EC-KAC mit dem jüngsten Aufgebot der bisherigen Saison (Durchschnittsalter: 27,1 Jahre) in das Heimspiel gegen Znojmo geht. Im Tor steht auch gegen die Tschechen wieder Lars Haugen.

 

Der Kommentar:

„Der Sieg gegen starke Capitals hat uns gutgetan. Nachdem wir zu Saisonbeginn immer wieder die Effizienz vor dem gegnerischen Tor vermissen ließen, war es sicherlich eine Art offensiver Befreiungsschlag, in einem Drittel sechs Treffer zu erzielen. Wir heben aber jetzt nicht ab, sind weiterhin darauf fokussiert, unsere Spielanlage zu verfeinern und präziser umzusetzen. Mit Znojmo kommt nun ein Team nach Klagenfurt, mit dem wir noch eine Rechnung offenhaben, sie waren zuletzt im Aufwind und werden eine harte Prüfung für uns sein. Darauf sind wir gut vorbereitet.“ (Johannes Bischofberger, Stürmer EC-KAC)