Rotjacken auswärts beim Tabellenführer

Im dritten Spiel der Pick Round tritt der EC-KAC am Donnerstagabend auswärts beim Leader, den Vienna Capitals, an.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Der 47. Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga, der dritte im Rahmen der Pick Round, bringt für den EC-KAC das Auswärtsspiel beim Tabellenführer, den Vienna Capitals. Diese am Donnerstagabend um 19.15 Uhr beginnende Begegnung wird von Sky Sport Austria live übertragen, zudem berichten Radio Kärnten im Kärntner Eishockeymagazin und der Ticker auf kac.at direkt von dieser Partie.

 

Die Ausgangssituation:

Nach der 0:3-Niederlage beim EHC Linz zum Start der Zwischenrunde präsentierten sich die Rotjacken im ersten Pick Round-Heimspiel am vergangenen Sonntag gegen den EC Salzburg deutlich verbessert: Die Klagenfurter holten zwei Mal einen Rückstand auf und mussten sich letztlich erst im Penaltyschießen geschlagen geben, sicherten sich also immerhin einen Zähler. Damit blieb der EC-KAC auf Tabellenplatz vier, der am Ende Heimrecht für das Viertelfinale bedeuten würde, allerdings vergrößerte sich der Rückstand auf die ersten drei Ränge, die in weiterer Folge das „Pick Right“ sichern, auf sechs bis zehn Punkte.

Die Vienna Capitals überzeugten in der Pick Round mit einem 5:0-Auftaktsieg über Medveščak Zagreb, auch in ihrer zweiten Partie, auswärts gegen den HC Innsbruck, führten die Wiener bereits mit 5:0 und gewannen schließlich mit 6:4. Damit hat der Titelverteidiger 32 seiner bislang 46 Saisonspiele gewonnen, die Truppe von Head Coach Serge Aubin und seinem Assistenten Craig Streu lag seit dem ersten Spieltag Anfang September durchgehend auf Tabellenplatz eins. Gegen die Rotjacken siegten die Capitals in drei von vier Saisonduellen (4:1, 5:2, 3:1), lediglich knapp vor Weihnachten unterlag Wien in einem packenden und enorm abwechslungsreichen Spiel in Klagenfurt mit 5:7.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2 – Fasst man die bisherigen Saisonduelle zwischen Meister und Vizemeister zusammen, so übertrumpfte der EC-KAC die Capitals sowohl in den ersten als auch in den zweiten Spielabschnitten mit jeweils 4:3 Toren. Durchgang Nummer drei gehörte jedoch eindeutig den Wienern, die in den vier Partien auf gleich 11:3 Treffer im Schlussdrittel kamen.

4 – Mit Rafael Rotter (insgesamt sieben Zähler) und Riley Holzapfel (sechs) verfügen die Capitals über gleich zwei Spieler, die in jeder der vier Saisonbegegnungen mit den Rotjacken punkten konnten. Diesem Streak kommt auf KAC-Seite Thomas Koch am nächsten, er schrieb in jeder der letzten drei Partien gegen Wien an.

4 – Der EC-KAC hat jedes seiner letzten vier Auswärtsspiele in Wien (jeweils zwei im Rahmen der letztjährigen Finalserie sowie im heurigen Spieljahr) verloren. Diese ist die längste Niederlagenserie der Rotjacken in der Albert Schultz-Halle seit dem Liga-Einstieg der Vienna Capitals im Jahr 2001.

11 – In den bisherigen Saisonduellen zwischen Wien und Klagefurt vermochten beide Teams im Powerplay zu überzeugen: Von insgesamt 38 Überzahlsituationen endeten gleich elf mit einem Torerfolg. Die Caps verwandelten 30,0 Prozent ihrer Möglichkeiten numerischen Vorteils in einen Treffer, der EC-KAC 27,8 Prozent.

46 – Nachdem David Fischer das Heimspiel gegen Salzburg am vergangenen Sonntag aufgrund einer Verletzung verpasste, ist die Zahl jener KAC-Feldpsieler, die alle 46 EBEL-Partien der laufenden Saison bestritten haben, auf fünf geschrumpft: Die Stürmer Manuel Ganahl, Stefan Geier, Julian Talbot, Marco Richter und Marco Brucker verpassten noch keine einzige Partie.

69,6 – Die Vienna Capitals haben 32 ihrer 46 Ligaspiele in der laufenden Saison gewonnen, was einer Erfolgsquote von 69,6 Prozent entspricht. Im 17. Jahr in der EBEL ist dies für Wien der aktuell dritthöchste Wert (nach 77,3 Prozent im Vorjahr und 70,7 Prozent in der Spielzeit 2004/05).

 

Der Gegner:

Nach der dominanten Saison 2016/17 schloss Meister Wien in der laufenden Spielzeit nahtlos an seine beeindruckenden Vorstellungen an, seit dem ersten Spieltag liegt man ununterbrochen auf dem ersten Tabellenrang und hat sich auch bereits das erste der drei EBEL-Tickets für die nächstjährige Champions Hockey League gesichert. Ende Oktober und Mitte Dezember mussten die Capitals das Eis jeweils drei Mal hintereinander als Verlierer verlassen, von diesen beiden kurzen Phasen abgesehen, gingen im gesamten Saisonverlauf nie zwei Partien hintereinander verloren. Der Titelverteidiger (101 Verlusttreffer) ist die einzige Mannschaft in der Liga, die bislang weniger Gegentore kassiert hat als der EC-KAC (120), insgesamt blieb Wien in nur neun von 46 Partien ohne Punkt.

Das zu Beginn des Spieljahres noch so überragende Powerplay der Vienna Capitals ließ zwischenzeitlich etwas an Effektivität vermissen, wurde in den vergangenen Wochen aber wieder zu einer der Kernkompetenzen der Truppe von Serge Aubin: In den jüngsten fünf Partien schrieb Wien gleich neun Mal bei numerischer Überlegenheit an. Doch auch bei Even Strength sind die Hauptstädter das Maß aller Dinge in der EBEL: In Spielsituationen bei numerischem Gleichstand am Eis weist der Meister eine Tordifferenz von +44 auf, die Verfolger Salzburg und Linz kommen jeweils auf +28.

Derzeitiger Topscorer des Titelverteidigers ist mit Rafael Rotter ein österreichischer Crack, der aktuell bereits bei 56 Scorerpunkten hält und damit nach 46 Einsätzen nur noch zwei Zähler hinter seinem Karrierehöchstwert aus dem Vorjahr (58 Punkte in 66 Spielen) liegt. Auch in den Saisonduellen mit dem EC-KAC präsentierte sich Rotter mit sieben Punkten (drei Tore, vier Assists) als gefährlichster Akteur der Caps. Von den insgesamt 23 Feldspielern, die Wien in den vier Begegnungen mit den Rotjacken einsetzte, konnten gleich 17 Cracks anschreiben.

In der ewigen Bilanz aus Duellen zwischen den Capitals und dem EC-KAC haben die Rotjacken die Nase mit 59 zu 54 Siegen knapp vorne, das Fazit aus in Wien ausgetragenen Begegnungen fällt mit 29 zu 28 Erfolgen hauchdünn zu Gunsten des Hauptstadtklubs aus.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ergibt sich gegenüber dem Heimspiel gegen Salzburg am vergangenen Sonntag voraussichtlich nur eine Veränderung im Aufgebot: David Fischer steht gegen den Tabellenführer wieder zur Verfügung. Dafür müssen die Rotjacken auf Mitja Robar verzichten, der mit dem slowenischen Nationalteam an den Olympischen Winterspielen teilnimmt. Weiterhin nicht dabei sind die Stürmer Thomas Hundertpfund und Andrew Kozek, deren Heilungsverläufe sich jedoch durchaus positiv darstellen, beide Spieler dürften schon bald ins Mannschaftstraining zurückkehren.

 

Der Kommentar:

„Ich denke, dass das Heimspiel gegen Salzburg trotz der Niederlage im Shootout eindeutig ein Schritt in die richtige Richtung für uns war. Wir waren wieder effizienter im Umgang mit unseren Möglichkeiten, haben ein gutes Powerplay aufgezogen. Jetzt gilt es, dass wir uns gegen den Tabellenführer weiter verbessern. Wien ist ein Team ohne große Schwächen, es hat einen Grund, warum die Capitals die Saison über weite Strecken dominiert haben. Wir werden also voll gefordert sein und freuen uns auf diese Challenge.“ (David Fischer, Verteidiger EC-KAC)