Rotjacken empfangen den Tabellenführer

Am Nationalfeiertag tritt der EC-KAC auf eigenem Eis gegen die heuer in der Liga bislang unbesiegten Vienna Capitals an.

Foto: EV Vienna Capitals

 

Die Eckdaten:

Am 13. Spieltag der Erste Bank Eishockey Liga bestreitet der EC-KAC sein zwölftes Saisonspiel, erst sein drittes vor eigenem Publikum: Am Freitagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) empfangen die Rotjacken die Vienna Capitals in der Stadthalle. Die Nachfrage nach Tickets ist groß, aktuell stehen noch rund 160 Sitz- und 1.100 Stehplätze zur Verfügung, die durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC oder am Spieltag ab 16.00 Uhr an der Abendkassa zu beziehen sind. Das Spitzenspiel der Runde wird nicht im TV übertragen, direkt aus der Stadthalle Klagenfurt berichten der Live-Ticker auf kac.at sowie (ab 18.03 Uhr auch) das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken absolvierten in den vergangenen Wochen eine Reihe sehr enger Partien, in jedem der jüngsten sechs Spiele mit KAC-Beteiligung entschied nur ein einziger Treffer über Sieg und Niederlage. Drei Mal in Folge mussten die Klagenfurter zuletzt in eine Verlängerung, gegen Innsbruck und in Dornbirn sicherten sie sich dort bzw. im Penaltyschießen den Zusatzpunkt, zu Hause gegen Graz mussten sie sich mit einem Zähler begnügen. Zum letzten Mal ohne Punktgewinn blieben die Klagenfurter am 12. Oktober im hart umkämpften Auswärtsspiel in Wien, in dem sie sich letztlich mit 1:2 geschlagen geben mussten.

Die Vienna Capitals starteten hervorragend in die Saison 2018/19, sie egalisierten ihren erst im Vorjahr aufgestellten Rekord von zwölf Siegen in den ersten zwölf Partien und holten bisher 35 von 36 möglichen Punkten. In ihren bislang fünf Auswärtsspielen kassierten die Wiener nie mehr als zwei Gegentreffer, auch vor heimischem Publikum präsentierte sich die Defensive der Capitals mit 13 Gegentoren in sieben Begegnungen als sehr solide. Seit dem knappen 2:1-Sieg über den EC-KAC feierte der Hauptstadtklub durchwegs recht klare Erfolge: In Znojmo und gegen Linz siegte man mit 5:2, gegen Salzburg gelang ein 4:2-Erfolg.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In jedem der letzten sechs Spiele mit KAC-Beteiligung entschied nur ein einziger Treffer über Sieg und Niederlage. Eine längere Serie an „One-Goal-Games“ hatten die Klagenfurter seit der Bundesligagründung im Jahr 1965 noch nie, lediglich am Übergang zwischen Regular Season und Play-Offs 2013 gab es ebenfalls sechs Rotjacken-Partien hintereinander, in denen die jeweiligen Teams am Ende stets nur ein Treffer trennte.

2 – Der EC-KAC hat seine beiden letzten Heimspiele gegen die Vienna Capitals jeweils (mit 7:5 und 3:1) gewonnen. Damit durchbrachen die Klagenfurter eine Phase bescheidenen Erfolgs gegen Wien vor eigenem Publikum, siegten sie davor doch in nur zwei von zwölf in der Stadthalle ausgetragenen Partien.

3,75 – Wien erzielte im bisherigen Saisonverlauf 45 Treffer in zwölf Ligaspielen, was einem Schnitt von 3,75 pro Partie entspricht. In den bislang 17 Caps-Jahren in der höchsten Spielklasse lag dieser Wert nur zwei Mal höher: In der mit dem Meistertitel endenden Spielzeit 2004/05 (4,00) sowie 2006/07 (3,81). 

15,79 – Sowohl der EC-KAC als auch die Vienna Capitals verwandelten im bisherigen Saisonverlauf exakt 15,79 Prozent ihrer Überzahlspiele in einen Torerfolg. Im ligaweiten Vergleich entspricht dieser Wert lediglich dem neuntbesten Wert. Während die Klagenfurter nur 38 Möglichkeiten des numerischen Vorteils vorfanden, erhielt Wien mit 57 gleich um die Hälfte mehr Powerplays zugesprochen.

60,9 – Neuzugang Mitch Wahl stand in den bisherigen elf Saisonspielen der Rotjacken noch bei keinem einzigen Even Strength-Gegentor am Eis. Der US-Amerikaner verfügt unter allen Kaderspielern mit 60,9 auch über die beste Corsi-Percentage: Pro 60:00 Minuten Time-on-Ice für ihn bei gleicher Spieleranzahl gibt der EC-KAC 62,9 Torschussversuche ab und lässt gleichzeitig nur deren 40,3 zu.

 

Der Gegner:

Unter Serge Aubin etablierten sich die Vienna Capitals in den Jahren von 2016 bis 2018 als Spitzenteam der Erste Bank Eishockey Liga: Der im Sommer zu den ZSC Lions abgewanderte Trainer bescherte den Wienern nicht nur den Meistertitel 2017, sondern in den zwei Spielzeiten unter seiner Verantwortung auch den höchsten und dritthöchsten Prozentsatz gewonnener Saisonspiele in der Klubgeschichte. Sein Nachfolger Dave Cameron scheint das Erfolgslevel des Hauptstadtklubs unverändert hochhalten zu können, unter seiner Führung haben die Capitals noch kein Ligaspiel verloren. In der Champions Hockey League ist Wien zwar als einziger der drei EBEL-Vertreter nach der Vorrunde gescheitert, alleine der herausragende 4:1-Auswärtserfolg beim Vorzeigeklub Frölunda machte jedoch auch die diesjährige CHL-Teilnahme unterm Strich zu einer positiven.

Gewandelt hat sich in den vergangenen Spielzeiten auch die Kaderstruktur der Vienna Capitals: Nahmen über viele Jahre Importspieler die zentralen Rollen im Team der Wiener ein, so wurden in den vergangenen zwei, drei Saisonen immer mehr österreichische Cracks in wichtige Positionen gehievt. 2017/18 avancierte beispielsweise mit Rafael Rotter erstmals seit Oliver Setzinger zwölf Jahre zuvor wieder ein rot-weiß-roter Akteur zum teaminternen Topscorer. Aktuell ist mit Peter Schneider ein weiterer Einheimischer punktebester Spieler im Kader, auch Senkrechtstarter Benjamin Nissner übertrifft hinsichtlich des Scorings mit seinen 13 Zählern aktuell acht der neun Feldspieler-Legionäre bei den Caps.
Auf der Torhüterposition sind die Hauptstädter der einzige EBEL-Klub neben dem EC VSV, bei dem alle bisherigen Spielminuten in dieser Saison von der nominellen Nummer eins bestritten wurden. An die Stadthalle hat Dauerbrenner J.-P. Lamoureux aus der jüngeren Vergangenheit jedoch keine sonderlich guten Erinnerungen: Der US-Amerikaner wurde bei jedem seiner letzten drei Starts in Klagenfurt vorzeitig ausgewechselt und kassierte in diesen Begegnungen pro 60:00 Minuten im Schnitt 7,20 Gegentreffer (GAA) bei lediglich 80,3 Prozent gehaltener Schüsse. Sein letzter Sieg in der Stadthalle datiert vom 6. Oktober 2016.

Auf den EC-KAC trafen die Vienna Capitals seit ihrem EBEL-Debüt im Jahr 2001 bislang insgesamt 116 Mal, 60 dieser Duelle gingen an die Klagenfurter, 56 an die Wiener, die mit 371 (gegenüber 368) jedoch knapp mehr Treffer erzielt haben.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC muss auch gegen Wien auf die verletzten Christoph Duller und Andrew Kozek verzichten, der angeschlagene Marco Richter wird ebenso noch pausieren. In der Zusammensetzung der Sturmlinien kommt es voraussichtlich zu kleinen Veränderungen, ebenso in den Powerplay-Formationen. Starting Goalie der Rotjacken gegen die Vienna Capitals ist Lars Haugen.

 

Der Kommentar:

„Die Vienna Capitals sind, wie ein Blick auf die Tabelle belegt, das aktuell stärkste Team der Liga. Beim Auswärtsspiel vor zwei Wochen haben wir aber eine sehr gute Leistung gezeigt, wir waren drauf und dran, sie damals zu besiegen. Dieses Versäumnis möchten wir nun auf eigenem Eis nachholen. Es geht darum, die defensive Stabilität, die uns in den letzten Wochen auszeichnet, wieder unter Beweis zu stellen und im Offensivspiel hinsichtlich der Aggressivität und Kompromisslosigkeit vor dem Tor einen Zahn zuzulegen. Wir hoffen auf eine gut gefüllte Stadthalle und eine prächtige Stimmung bei diesem Spitzenspiel.“ (Siim Liivik, Stürmer EC-KAC)