Rotjacken empfangen Zagreb

Im ersten Spiel nach dem International Break hat der EC-KAC am Mittwochabend EBEL-Rückkehrer Medveščak Zagreb zum direkten Duell um Tabellenplatz drei zu Gast.

Rotjacken empfangen Zagreb

 

Die Eckdaten:

Der EC-KAC kehrt mit seiner zweiten von nur drei Heimpartien im Monat November aus der Länderspielpause zurück: Am Mittwochabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) treten die Rotjacken - erstmals seit über vier Jahren wieder - in der heimischen Stadthalle Klagenfurt gegen Medveščak Zagreb an. Tickets aller Kategorien für diese Begegnung sind an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketshop des EC-KAC erhältlich. Radio Kärnten berichtet von diesem Spiel (ab 20.03 Uhr) ebenso live wie der Ticker auf kac.at.

 

Die Ausgangssituation:

Bei ihrem letzten Auftritt vor dem International Break mussten die Rotjacken am 5. November im Heimspiel gegen den EC Salzburg (0:3) das Ende ihrer Siegesserie hinnehmen, zuvor hatten die Klagenfurter das Eis fünf Mal am Stück als Gewinner verlassen. Gegen Medveščak Zagreb unterlag der EC-KAC im ersten Aufeinandertreffen der laufenden Spielzeit auswärts trotz deutlicher spielerischer Überlegenheit in den ersten 40 Minuten nach einem sprichwörtlichen Kollaps im dritten Abschnitt mit 1:5, im „Rückspiel“ gilt es nun, im direkten Duell mit den Kroaten den aktuellen dritten Tabellenplatz zu verteidigen.

Medveščak Zagreb kehrte im Sommer nach vier KHL-Jahren in die EBEL zurück und tat sich im „neuen“ Umfeld anfangs recht schwer: Erst im fünften Saisonspiel konnten die Bären ihren ersten „Dreier“ verbuchen. Zuletzt zeigte die Formkurve Medveščaks aber stetig nach oben, vier der jüngsten fünf Partien wurden gewonnen. Die einzige Niederlage dieses Zeitraums fiel mit einem 1:8 in Linz sehr deutlich aus, zwei Tage später rehabilitierten sich die Kroaten in ihrer letzten Begegnung vor der Länderspielpause allerdings mit einem klaren 7:3-Erfolg über den HCB Südtirol. In das Duell mit dem EC-KAC geht man auf Platz fünf liegend, ein Sieg in regulärer Spielzeit würde jedoch ein Überholen Salzburgs und Klagenfurts und damit den Sprung auf Rang drei bedeuten.

 

Die Zahlen zum Spiel:

4 – Im Jahr seiner EBEL-Rückkehr zeigt Medveščak Zagreb bislang in Heim- und Auswärtsspielen zwei gänzlich unterschiedliche Gesichter: Die Kroaten sind die erfolgreichste Mannschaft der Liga auf eigenem Eis, konnten in der Fremde in acht Anläufen jedoch noch keinen einzigen „Dreier“ einfahren. Vier Zählern aus Overtime-Erfolgen in Dornbirn und Znojmo in der zweiten Septemberhälfte stehen insgesamt bereits sechs Auswärtsniederlagen in Regulation gegenüber, davon zuletzt vier hintereinander.

4 – Im ersten Saisonduell zwischen diesen beiden Klubs mussten die Rotjacken Anfang Oktober auswärts ihre bisher höchste Saisonniederlage hinnehmen, Medveščak siegte mit 5:1. Es war dies der erst zweite KAC-Verlust mit vier Treffern Differenz im Verlauf der jüngsten 98 Ligaspiele.

8 – Während der Länderspielpause waren gleich acht KAC-Cracks im österreichischen A-Nationalteam im Einsatz. Vier weitere Spieler mussten ihre Teilnahme aus gesundheitlichen oder privaten Gründen absagen, auch der Slowene Mitja Robar war noch nicht fit genug, um in diesem International Break sein Heimatland zu repräsentieren.

50 – Aktuell sind die beiden Stürmer Johannes Bischofberger und Jamie Lundmark die zuverlässigsten Scorer beim EC-KAC. Beide punkteten bei exakt 50 Prozent ihrer bisherigen Saisoneinsätze. 

800 – Nach seiner verletzungsbedingten Pause kehrt Patrick Harand im Heimspiel gegen Zagreb in das Lineup zurück und kommt damit zu seinem 800. Einsatz in der höchsten Spielklasse Österreichs. Dabei repräsentierte er den EHC Lustenau, die Vienna Capitals, den EC Salzburg, die Graz 99ers sowie den EC-KAC, für den er bislang 230 EBEL-Spiele bestritt.

 

Der Gegner:

Die Blütezeit Medveščak Zagrebs begann im Sommer 2009: Bestritten die Kroaten ihre Spiele bis dahin in der slowenischen Meisterschaft und vor nur einigen Dutzend Zusehern, so entfachte der Einstieg in die EBEL eine wahre Eishockeyeuphorie am Balkan: In den vier Jahren der Ligazugehörigkeit der Bären lockten sie im Schnitt 7.475 Fans zu jedem ihrer Heimspiele. Werte, von denen Medveščak in seinen vier KHL-Spielzeiten von 2013 bis 2017 nur mehr träumen konnte. Mit der heuer erfolgten Rückkehr in die Erste Bank Eishockey Liga möchte der Klub die ihn ehemals umgebende Begeisterung wieder neu entfachen. Nach eher gemächlichem Start in die Meisterschaft - in den ersten sieben Runden gelang nur ein „Dreier“ - arbeitete sich Zagreb in der Tabelle zuletzt Stück für Stück nach oben, vier Siege aus den jüngsten fünf Partien ermöglichten das Vordringen bis auf Platz fünf.

Torhüter Drew MacIntyre, der den Rotjacken im ersten Saisonduell im Oktober noch den sprichwörtlichen Nerv gezogen hatte, steht mittlerweile nicht mehr in Diensten der Bären, er zog zu den Straubing Tigers in die DEL weiter. Sein ebenfalls NHL-erprobter Nachfolger, Kevin Poulin, legte einen guten Start in seine EBEL-Karriere hin: Zwar wurde er beim 1:8 im jüngsten Auswärtsspiel in Linz vorzeitig ausgewechselt, bei seinen übrigen vier Einsätzen musste der Kanadier aber insgesamt nur fünf Mal hinter sich greifen.
Auch in den anderen Mannschaftsteilen setzt Medveščak vornehmlich auf importierte Eishockeykompetenz, von den bislang 25 zum Einsatz gebrachten Feldspielern wurden gleich 19 außerhalb Kroatiens geboren. Beim 5:1-Heimsieg über den EC-KAC Anfang Oktober entfielen beispielsweise nur 7,8 Prozent aller Shifts von Skatern (28 von 356) auf einheimische Cracks. Aktueller Topscorer der Bären ist der kleingewachsene Kanadier Tyler Morley, der sowohl nach Toren (9) als auch nach Vorlagen (14) als statistisch stärkster Akteur dasteht. Besondere Aufmerksamkeit gebührt allerdings auch dem technisch starken Spielmacher Tero Koskiranta sowie den beiden Torjägern Tomáš Netík und Samson Mahbod.

Den Rotjacken stand man im EBEL-Rahmen bislang 35 Mal gegenüber, in 19 Fällen setzte sich der EC-KAC durch, in 16 Medveščak. Auf heimischem Eis gab es für die Klagenfurter in jedem der letzten fünf Ligaspiele gegen Zagreb einen Punktezuwachs und auch der jüngste Auftritt der Bären in der Stadthalle - im Rahmen der Saisonvorbereitung 2014 - endete mit einem KAC-Erfolg: Beim damaligen 7:3 trugen sich sowohl Stefan Geier als auch Jamie Lundmark jeweils doppelt in die Schützenliste ein.

 

Die Personalien:

Die lange Liste an verletzten und angeschlagenen Spielern hat sich beim EC-KAC im Verlauf des zehntägigen International Breaks drastisch verkürzt: Johannes Bischofberger (zuletzt für zwei Partien out), Niki Kraus (zwei), Mitja Robar (sieben) und Patrick Harand (elf) meldeten sich allesamt wieder gesund. Damit steht dem Trainerstab mit Ausnahme des Kapitäns Manuel Geier und des Verteidigers Richie Regehr wieder der komplette Kader zur Verfügung. Die Entscheidung über die Besetzung der 20 Feldspielerplätze im Lineup für die Begegnung mit Medveščak Zagreb fällt nach dem Morning Skate am Spieltag.

 

Der Kommentar:

„Ich denke, dass unser Spiel im ersten Teil der Saison eindeutig mehr positive als negative Aspekte aufzuweisen hatte. Nun kehrt ein verletzter Spieler nach dem anderen in unser Team zurück, die Reihen füllen sich und wir können daran arbeiten, unser System und unser Zusammenspiel weiterzuentwickeln. Persönlich konnte ich in den Länderspielen der Vorwoche viel Selbstvertrauen tanken, diese Form möchte ich nun auch in die Liga mitnehmen. Mit Zagreb haben wir noch eine Rechnung offen, der Schlussabschnitt in unserem ersten Aufeinandertreffen war vermutlich unser schlechtestes Drittel in diesem Jahr. Dementsprechend möchten wir uns vor eigenem Publikum revanchieren.“ (Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)