Rotjacken reisen nach Graz

Gestärkt vom jüngsten Heimerfolg über den HCB Südtirol möchten die Rotjacken am Sonntag auswärts in Graz endlich den ersten Saisonsieg gegen die 99ers einfahren.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Auch der 51. Spieltag in der Erste Bank Eishockey Liga bringt für den EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.30 Uhr) ein Duell mit einem Tabellennachbarn, die Rotjacken gastieren auswärts bei den Graz 99ers. Diese Begegnung wird vor ausverkauftem Haus stattfinden, auch die Fanfahrten ab Klagenfurt, Wien und Villach sind ausgebucht, individuell anreisende KAC-Anhänger können sich Restkarten für den Auswärtssektor noch im Online-Ticketshop der Graz 99ers erwerben. ServusTV überträgt diese Partie als Online-Videostream auf servushockeynight.com, daher entfällt der Live-Ticker auf kac.at. Zudem berichtet wie üblich auch Radio Kärnten direkt aus Graz.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC hat bislang die Hälfte seiner sechs Begegnungen in der Pick Round gewonnen, der 5:2-Erfolg gegen den HCB Südtirol vergrößerte den Vorsprung der drittplatzierten Rotjacken auf die Italiener (und auch den EC Salzburg) auf vier Zähler. Drei Siege in den verbleibenden vier Partien würden den Klagenfurtern sowohl das Pick- als auch das Heimrecht im Viertelfinale sichern. Gegen den sonntägigen Gegner, die Graz 99ers, hatte der Rekordmeister im laufenden Spieljahr allerdings noch recht wenig zu bestellen, sämtliche fünf Duelle gingen verloren, 1:14 Punkte und 10:22 Tore stehen zu Buche. In den beiden bisherigen Auswärtsspielen gegen die Steirer unterlag der EC-KAC trotz einer 3:0-Führung in der ersten (3:6) und einem 2:0-Vorsprung in der zweiten Partie (2:5) jeweils deutlich.

Die Graz 99ers siegten in jeder ihrer ersten vier Begegnungen der Zwischenrunde, darunter auch in der Vorwoche mit 4:1 in Klagenfurt. Zuletzt kassierten die Steirer allerdings erstmals seit Mitte Dezember wieder zwei Niederlagen hintereinander: Nach den beiden Verlusten gegen die Vienna Capitals (3:8 auswärts, 3:4 zu Hause) musste Graz seine Tabellenführung auch an Wien abgeben. Mit aktuell 193 Saisontreffern, dem zweithöchsten Wert in der EBEL hinter Salzburg (194), sind die Murstädter auf bestem Wege, in ihrer 19. Saison in der höchsten Spielklasse zum erst zweiten Mal die 200-Tore-Marke zu erreichen. Gut lief es für das Team von Head Coach Doug Mason in der jüngeren Vergangenheit auch in direkten Duellen mit den Rotjacken: Graz siegte in zehn der letzten 13 und jeder der letzten sechs Konfrontationen mit dem EC-KAC.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – Das Game Winning Goal von Clemens Unterweger beim 5:2-Heimsieg gegen Bolzano am Freitag war das erste Tor eines KAC-Verteidigers im Kalenderjahr 2019 (18 Spiele), das nicht von Adam Comrie erzielt wurde.

5 – In den fünf Konfrontationen mit den Graz 99ers im laufenden Spieljahr war Marco Richter der teaminterne Topscorer der Rotjacken: Seinen fünf Zählern kam lediglich Nick Petersen (vier) nahe, kein anderer Kaderspieler kam auf mehr als zwei Punkte.

18 – Obwohl die Rotjacken (132) in den bisherigen fünf Saisonduellen mit Graz knapp mehr Even Strength-Torschüsse abgegeben haben als die 99ers (131), erwiesen sich die Steirer als wesentlich effektiver im Abschluss: Sie erzielten 18 Treffer bei numerischem Gleichstand am Eis, die Klagenfurter lediglich neun.

22 – Stürmer Marco Richter hat in jedem der letzten drei Spiele gepunktet und kann zudem einen eindrucksvollen Plus/Minus-Streak vorweisen: Seit inklusive dem Heimspiel gegen die Vienna Capitals unmittelbar vor Weihnachten hat der gebürtige Wiener nur einen seiner 22 Einsätze mit einer negativen Bilanz beendet. Insgesamt kam er in diesem Zeitraum auf ein Rating von +11.

60 – Mit seinen beiden Torvorlagen im Heimspiel gegen den HCB Südtirol erreichte Nick Petersen die 60-Punkte-Marke (22 Tore, 38 Assists). Der Kanadier ist der erste KAC-Spieler seit zwölf Jahren, der diesen Wert im Grunddurchgang erreicht, zuletzt kam sein Landsmann Chad Hinz in der Saison 2006/07 auf 65 Zähler.

300 – Andrew Kozek bestreitet am Sonntag sein 300. Karrierespiel in der Erste Bank Eishockey Liga. Für Dornbirn und die Rotjacken verbuchte der Stürmer jeweils 54 Einsätze, für Linz stand er 191 Mal am Eis. Seit seinem Wechsel in die Liga im Jahr 2012 erzielte nur Brian Lebler (210) mehr Treffer als Kozek (180).

 

Der Gegner:

Die Graz 99ers spielen aktuell die erfolgreichste Saison ihrer Klubgeschichte, sie haben 35 ihrer 50 Saisonspiele gewonnen kommen also derzeit auf eine Winning Percentage von 70,0 Prozent. Dieser imposante Wert gewinnt im historischen Vergleich zusätzlich an Größe, war es den Steirern in ihren 18 Erstligajahren doch nur ein einziges Mal gelungen, mehr als die Hälfte ihrer Partien zu gewinnen. Auch die Formkurve der 99ers beeindruckt: Ausgehend von einem 5:4-Shootoutsieg in Linz nach Zwei-Tore-Rückstand im dritten Abschnitt am Tag vor Weihnachten siegten die Murstädter in 17 ihrer jüngsten 21 Begegnungen.

In ihrem letzten Spiel am Freitag gegen die Vienna Capitals ließen sich die Grazer allerdings stark von ihren Emotionen leiten, sie kassierten in dieser Begegnung insgesamt 63 Strafminuten, wobei 50 davon, jeweils fünf Minuten plus Spieldauer-Disziplinarstrafe, auf die Konten des punktebesten Stürmers im Kader, Colton Yellow Horn, und des punktebesten Verteidigers im Team, Oliver Setzinger, gingen. Der Letztgenannte ist in der laufenden Saison auch der mannschaftsinterne Topscorer in Duellen mit dem EC-KAC, Setzinger kam in den fünf Partien gegen seinen Ex-Klub auf acht Punkte (ein Tor, sieben Assists). Während das Powerplay der 99ers in heurigen Begegnungen mit den Rotjacken unterdurchschnittlich blieb (Erfolgsquote: 16,7 Prozent, gegen die übrigen zehn EBEL-Klubs hingegen 28,6 Prozent), überzeugten die Steirer im Penalty Killing: Von zwölf Überzahlspielen der Klagenfurter endete nur eines (und keines der letzten zehn) mit einem Treffer.

In der historischen Bilanz in Konfrontationen mit dem EC-KAC konnten die Graz 99ers mit ihren fünf Saisonsiegen Boden gut machen, dennoch liegen die Klagenfurter nach bislang 120 ausgetragenen Partien mit 79 zu 41 Siegen (und 436 zu 299 Toren) ganz deutlich in Führung.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC fehlen unverändert Manuel Geier (verletzt) und Patrick Harand (krank), fraglich ist auch der Einsatz von Adam Comrie, der sich im Samstagtraining verletzte und zu weiterführenden Untersuchungen ins Krankenhaus gebracht wurde. Die vorerst einzige fixierte Veränderung im Lineup gegenüber dem Freitagspiel ist die Hereinnahme eines zusätzlichen Stürmers, Philipp Kreuzer ersetzt Ramón Schnetzer. Zwischen den Pfosten steht erneut (und heuer zum ersten Mal in einem Auswärtsspiel gegen Graz) Lars Haugen.

 

Der Kommentar:

„Wir betrachten diese Partie als große Möglichkeit und Chance: Wenn man gegen einen Gegner so oft hintereinander verliert, muss man Veränderungen vornehmen, das haben wir gemacht und wir brennen darauf, zu sehen, wie sich diese auswirken. Unser Fokus liegt insofern viel mehr auf uns selbst denn auf unserem Gegner. Wir wollen eine kompakte Vorstellung abliefern, mehr Physis in unser Spiel bringen, dann wird das eine aufregende und sehenswerte Begegnung.“ (David Fischer, Verteidiger EC-KAC)