Rotjacken in Salzburg unter Zugzwang

Vor dem dritten Spiel der Halbfinalserie gegen Meister EC Salzburg sieht sich der EC-KAC mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert. Die Trendumkehr soll nun auswärts gelingen.

Foto: GEPA/RedBull/Roittner

 

Die Eckdaten:

Der EC-KAC bestreitet die dritte von sieben möglichen Begegnungen in der EBEL-Halbfinalserie gegen den EC Salzburg am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 16.55 Uhr) auswärts im Volksgarten. Auch diese Partie überträgt ServusTV (ab 16.40 Uhr) live, wie üblich berichten auch Radio Kärnten und der Live-Ticker auf kac.at direkt aus der Halle.

 

Die Ausgangssituation:

Der Rekordmeister musste sich in den beiden ersten Halbfinalspielen - am Mittwoch in Salzburg sowie am Freitag in Klagenfurt - jeweils mit 1:4 geschlagen geben. Damit sehen sich die Rotjacken in der Serie mit einem 0:2-Rückstand konfrontiert. Seit der erstmaligen Einführung von Play-Offs in Österreichs höchster Spielklasse (1973/74) lagen die Klagenfurter insgesamt sechs Mal mit 0:2 im Hintertreffen, keine dieser Serien (zwei Mal "Best-of-Seven", vier Mal "Best-of-Five") konnten sie für sich entscheiden.
Titelverteidiger Salzburg präsentierte sich in der bisherigen KO-Phase der Meisterschaft insbesondere in der Defensive als sehr stabil: Im Schnitt kassierten die Bullen nur 1,43 Gegentreffer pro Partie, was dem mit deutlichen Abstand besten Wert ihrer bisher zwölf Post Seasons in der EBEL entspricht (bisher: 2,23 in den Play-Offs 2015). Vor heimischer Kulisse feierte die Mannschaft von Greg Poss jüngst fünf Siege in Serie, der EC-KAC war am 14. Februar der letzte Gast, der den Volksgarten als Gewinner verließ. Auch eine Warnung dürfte den Mozartstädtern die Erinnerung an die vergangene Saison sein, als sie im Viertelfinale gegen die Rotjacken ebenfalls mit einer 2:0-Serienführung in die dritte Partie gingen und sich wenige Tage später einem 2:3-Rückstand gegenübersahen.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Als sehr effektiv erwies sich in den ersten beiden Begegnungen der Serie das Unterzahlspiel der Klagenfurter: Salzburg konnte kein einziges seiner 13 Powerplays, die sich über insgesamt 21:40 Minuten erstreckten, in einen Torerfolg verwandeln.

6 – Mittelstürmer Ryan Duncan hat bei jedem seiner letzten sechs Einsätze gegen den EC-KAC gepunktet. Der Kanadier verbuchte in diesem Zeitraum gegen Rot-Weiß drei Treffer und sieben Torvorlagen.

7 – Stefan Geier erzielte in jedem der letzten sieben Spiele mindestens einen Treffer. Damit stellte er den Vereinsrekord der Rotjacken aus dem EBEL-Zeitalter (ab 2000) ein. In der Saison 2003/04 traf Thomas Koch zwischen 1. und 29. Februar 2004 ebenfalls in sieben Partien en suite.

35 – Der EC-KAC weist historisch betrachtet eine recht dürftige Bilanz in Auswärtsspielen im Volksgarten auf, bei 40 von 58 Auftritten musste man eine Niederlage hinnehmen. Allerdings ist Klagenfurts Siegesquote in Salzburg in Play-Off-Spielen (35,0 Prozent) deutlich höher als in Partien der Regular Season (28,9 Prozent).

50 – Manuel Ganahl sammelte in Spiel zwei am Freitag seinen 50. Scorerpunkt in dieser Saison. Er ist der erste KAC-Spieler seit Jeff Tory (2007-2009), der in seinen ersten beiden Spielzeiten bei den Rotjacken jeweils mindesten 45 Zähler verbuchte.

78 – Für die Rotjacken wird es in dieser Partie darauf ankommen, einen Weg zu finden, bei numerischem Gleichstand am Eis zum Torerfolg zu kommen. In der bisherigen Serie gelang dem EC-KAC in 78 Minuten und 22 Sekunden Spielzeit bei „Even Strength“ noch kein Treffer.

96 – In den beiden ersten Begegnungen stellte Salzburg die Weichen mit frühen Treffern schon vorzeitig auf Sieg. Insgesamt lagen die Bullen in knapp 115 der 120 absolvierten Spielminuten in Führung, was einem Anteil von rund 96 Prozent entspricht.

 

Der Gegner:

Auch in der Saison 2016/17 gehört der EC Salzburg wieder zu den dominanten Teams der Erste Bank Eishockey Liga: Die Bullen gewannen bisher 43 ihrer 61 Partien, was einer Erfolgsquote von 70,5 Prozent entspricht. Höher war dieser Wert in den bisher elf Jahren der Ligazugehörigkeit nur zwei Mal (2014/15 und 2006/07). Auch in den Play-Offs gaben die Mozartstädter bislang eine gute Figur ab, sie konnten sechs ihrer sieben Begegnungen für sich entscheiden.
Wie beim EC-KAC stehen auch beim EC Salzburg neun Importspieler im aktiven Kader, den Stamm des Teams bilden österreichische Spitzenakteure. Torhüter Bernhard Starkbaum spielt bisher herausragende Play-Offs (1,29 Gegentore pro Partie und 96,1 Prozent gehaltener Schüsse), Abwehr-Urgestein Matthias Trattnig hat kaum von seiner Durchschlagskraft eingebüßt und Thomas Raffl präsentiert sich wie üblich als nur sehr schwer unter Kontrolle zu bringender, physisch stets sehr präsenter Sturmtank. Allerdings muss der Titelverteidiger mittlerweile auch auf drei Stammspieler verzichten: Neben den bereits länger verletzten Bobby Raymond und Andreas Kristler erwischte es jüngst auch Daniel Welser, für den Spiel zwei der Serie am Freitag nach einem Zusammenstoß mit Mitspieler Trattnig im Krankenhaus endete.
Vor heimischer Kulisse vermochte der EC Salzburg in der laufenden Spielzeit meist zu überzeugen, man holte 75,3 Prozent der möglichen Punkte, was dem Bestwert im EBEL-Vergleich entspricht. Die Rotjacken waren zuletzt ein gern gesehener Gast im Volksgarten, sie gewannen nur sechs ihrer jüngsten 32 Auswärtsspiele in Salzburg, fünf davon mit einem Treffer Unterschied.

 

Die Personalien:

Im dritten Halbfinalspiel müssen die Rotjacken auf den weiterhin verletzten Johannes Bischofberger verzichten, zudem steht aufgrund einer Sperre Klagenfurts punktebester Spieler der laufenden Saison, Jamie Lundmark, nicht zur Verfügung.

 

Der Kommentar:

"Salzburg war in den beiden ersten Partien abgebrühter und weniger angreifbar als wir, darum führen sie in der Serie auch verdient. Für uns heißt es jetzt, den Schalter umzulegen und wieder unser Spiel, das uns in den vergangenen Monaten erfolgreich gemacht hat, aufs Eis zu bringen. Der Aufwand, den wir betreiben, ist groß, es fehlt wohl nur ein kleines Erfolgserlebnis, damit der Knoten platzt. Dieses müssen wir im dritten Spiel einfach erzwingen und uns wie im Vorjahr selbst in die Serie zurückbringen." (Manuel Ganahl, Stürmer EC-KAC)