Rotjacken starten ins Finale

Ab Sonntagnachmittag steht der EC-KAC in der Finalserie der Erste Bank Eishockey Liga den Vienna Capitals gegenüber, Spiel eins steigt in der Bundeshauptstadt.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Das Finale der Erste Bank Eishockey Liga bringt eine Neuauflage der Titelduelle von 2013 und 2017 zwischen den Vienna Capitals und dem EC-KAC. Eröffnet wird die Endspielserie am Sonntagnachmittag (Spielbeginn: 14.00 Uhr) in Wien. Diese Begegnung übertragen sowohl ServusTV (im TV und als kostenloser Stream auf servushockeynight.com) als auch Sky Sport Austria live, auch Radio Kärnten sendet direkt aus der Bundeshauptstadt. Der Live-Ticker auf kac.at entfällt daher.

 

Die Ausgangssituation:

In seiner insgesamt 21. Finalserie steht der EC-KAC ab Sonntag zum dritten Mal in Folge und zum vierten Mal insgesamt den Vienna Capitals gegenüber. Die Rotjacken qualifizierten sich in recht souveräner Manier für die Endspiele, im Viertelfinale besiegten sie Titelverteidiger HCB Südtirol mit 4:1, im Halbfinale die Graz 99ers mit 4:0. Im Verlauf der bisherigen Play-Offs kassierten die Klagenfurter im Schnitt nur 2,11 Gegentreffer pro Partie, in nur zwei seiner ihrer 31 Post Seasons in Österreichs höchster Spielklasse ließen sie weniger Gegentore zu. Insgesamt gewann der EC-KAC im bisherigen Saisonverlauf exakt zwei Drittel seiner Spiele, eine höhere Winning Percentage konnten die Rotjacken zuletzt 2008/09 und in insgesamt 18 Spielzeiten seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 überhaupt nur zwei Mal vorweisen.

Die Vienna Capitals erreichten am Freitagabend mit einem 3:1-Heimsieg im siebten und entscheidenden Halbfinalspiel gegen den EC Salzburg zum insgesamt fünften Mal in ihrer Klubgeschichte das Finale der Erste Bank Eishockey Liga. Von einer Schwächeperiode ab Ende Oktober, als von zehn aufeinanderfolgenden Partien nur zwei gewonnen werden konnten, abgesehen, spielte das Team von Head Coach Dave Cameron über die gesamte Saison 2018/19 hinweg auf hohem Niveau, Wien sicherte sich im dritten Jahr in Folge Tabellenplatz eins nach dem Grunddurchgang. Die Capitals (66 Begegnungen) halten aktuell bei 19 Saisonniederlagen, die Rotjacken (63 Spiele) mit 21 bei nur unwesentlich mehr, in den sechs direkten Saisonduellen hat der Hauptstadtklub mit 13:5 Punkten und 16:14 Toren die Nase gegenüber den Klagenfurtern jedoch vorne.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1 – In neun der jüngsten zehn Play-Off-Serien mit Beteiligung des EC-KAC setzte sich jene Mannschaft durch, die das erste Spiel für sich entscheiden konnte. Von den letzten zehn Serien, in denen die Capitals am Start waren, entschied acht der Sieger der ersten Partie für sich.

1 – Bei saisonübergreifend sechs seiner letzten acht Auftritte in Wien-Donaustadt erzielte der EC-KAC nur einen einzigen Treffer. Keine dieser acht Begegnungen konnten die Klagenfurter in regulärer Spielzeit gewinnen.

2 – Elf Spieler aus dem aktuellen KAC-Kader bestritten in der letzten Finalserie gegen Wien (2017) alle vier Partien, doch nur zwei, Martin Schumnig und Thomas Hundertpfund, waren auch im Finalduell 2013 in allen vier Begegnungen im Einsatz.

4 – Der EC-KAC und die Vienna Capitals treffen zum vierten Mal in der Geschichte (nach 2005, 2013 und 2017) in den Play-Offs aufeinander, in jedem dieser Fälle handelte es sich um eine Finalserie, stets eröffnete der Hauptstadtklub das Duell auf eigenem Eis. Nur gegen den EC VSV (fünf Mal) traten die Rotjacken in ihrer Historie häufiger in einer Endspielserie an.

11 – Andrew Kozek ist der aktuelle Play-Off-Topscorer der Rotjacken, der Kanadier verbuchte in neun Begegnungen elf Punkte (sechs Tore, fünf Assists). In der teaminternen Wertung folgen Thomas Koch mit zehn und Matthew Neal mit neun Zählern.

15:39 – Von seinen 25 Powerplay-Gelegenheiten gegen Wien in der Saison 2018/19 konnte der EC-KAC nur drei in einen Treffer ummünzen, im Schnitt bedurfte es 15:39 Minuten bei numerischem Vorteil, um zum Torerfolg zu gelangen. Gegen die übrigen zehn EBEL-Teams lag dieser Wert - um mehr als die Hälfte niedriger - bei nur 7:24 Minuten. Die Capitals verwerteten gegen Klagenfurt sechs ihrer 24 Überzahlspiele, sie benötigten 6:12 Powerplay-Minuten pro Treffer.

43 – In den bisher sechs Saisonduellen präsentierten sich die Vienna Capitals als am Faceoff-Punkt erfolgreicher: Nur in einer der Begegnungen gewann der EC-KAC mehr Scheibenaufwürfe als die Wiener, insgesamt entschieden die Rotjacken lediglich 43,0 Prozent der Faceoffs für sich.

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals halten nach dem gewonnenen Halbfinale gegen den EC Salzburg bei bereits 45 Saisonsiegen, einem Wert, den sie in ihrer Klubgeschichte bislang erst ein Mal, im Meisterjahr 2016/17 (51 Siege), erreichen konnten. Speziell offensiv überzeugten die Wiener im bisherigen Verlauf der Spielzeit, sie erzielten pro Partie im Schnitt 3,82 Treffer und damit so viele, wie seit 14 Jahren nicht mehr.

Mit Chris DeSousa und Peter Schneider, die beide bereits die Marken von 40 Saisontreffern und 80 Scorerpunkten erreicht haben, stehen die beiden aktuellen EBEL-Topscorer im Aufgebot der Capitals. Ergänzt um Verteidiger Alex Wall und Stürmer Taylor Vause führt das Duo auch die ligaweite Plus/Minus-Wertung an, in der mit Adam Comrie von den Rotjacken auf Rang fünf der erste nicht bei den Wienern unter Vertrag stehende Spieler folgt. Neben starken Importspielern baut der Grunddurchgangssieger aber auch auf einen breiten und stabilen Stamm an einheimischen Akteuren: Benjamin Nissner, am Freitag Schütze des entscheidenden Treffers im siebten Halbfinale, spielt bislang eine ausgezeichnete Saison, Emil Romig zeigte insbesondere in den vergangenen Wochen mit viel Dynamik auf, Kapitän Andreas Nödl führt das Team mit seiner Erfahrung und Mario Fischer erwies sich einmal mehr als einer der universellsten österreichischen Spieler in der Liga. Außerdem kehrte im Entscheidungsspiel gegen Salzburg auch Rafael Rotter nach langer Verletzungspause wieder in das Lineup zurück, der letztjährige EBEL-MVP verleiht der Mannschaft noch mehr Tiefe.

Das Duell zwischen den Vienna Capitals und dem EC-KAC kam in der höchsten Spielklasse Österreichs bisher 121 Mal zur Austragung, in der historischen Bilanz haben nach Siegen die Klagenfurter (62 zu 59) und nach Toren die Wiener (385 zu 381) die Nase knapp vorne. Für die Rotjacken war die Erste Bank Arena in der jüngeren Vergangenheit kein sonderlich gutes Pflaster, konnten sie doch nur drei ihrer letzten 13 Auftritte in Wien-Donaustadt erfolgreich gestalten und sich in diesem Zeitraum (seit Saisonbeginn 2015/16) überhaupt nur ein Mal in regulärer Spielzeit durchsetzen.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrt Stürmer Johannes Bischofberger, der verletzungsbedingt die letzten fünf Spiele verpasst hatte, in das Lineup zurück. Definitiv fehlen werden den Klagenfurtern Manuel Geier und Philipp Kreuzer. Wie in den Play-Offs üblich, wird der EC-KAC am Samstag mit einem vergrößerten Kader nach Wien reisen, finale Entscheidungen die Aufstellung betreffend fallen erst am Spieltag. Mit im Bus sitzen wird auch Marco Richter, der nach einer im letzten Grunddurchgangsspiel erlittenen Verletzung noch während der Finalserie sein Comeback geben dürfte.

 

Der Kommentar:

„Zwei Schlachten liegen hinter uns, die dritte steht bevor. Wir treffen in der Finalserie auf einen sehr starken Gegner, der voll im Rhythmus steht und aus dem gewonnenen Spiel sieben am Freitag positiven Flow mitgenommen hat. Unsere Vorbereitung auf die Begegnungen mit den Capitals war gut, wir wissen sehr genau, was wir machen müssen, um erfolgreich zu sein, im Training haben wir in den letzten Tagen die Reize so gesetzt, dass wir sprichwörtlich schon in diesem Zwei-Tage-Beat der Finalserie schlagen. Wir freuen uns über die Chance, die sich uns bietet, wir haben seit vergangenem Sommer darauf hingearbeitet, diese Möglichkeit zu erhalten, und sind nun als Gruppe gänzlich darauf fokussiert und auch entschlossen, uns für den betriebenen Aufwand auch selbst zu belohnen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)