Rotjacken streben finalen Schritt an

Der EC-KAC empfängt am Freitagabend erneut die Graz 99ers in Klagenfurt und findet dabei die erste von vier Chancen vor, in das EBEL-Finale 2019 einzuziehen.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Das vierte Halbfinalspiel zwischen dem in der Serie mit 3:0 in Führung liegenden EC-KAC und den Graz 99ers geht am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) in Klagenfurt über die Bühne. Die Stadthalle wird dabei mit großer Wahrscheinlichkeit ausverkauft sein: Alle Sitzplätze sind bereits restlos vergriffen, die letzten rund 150 Stehplatzkarten können noch im Online-Ticketshop des EC-KAC sowie an den Vorverkaufsstellen bezogen werden. ServusTV überträgt diese Begegnung als Online-Videostream auf servushockeynight.com live und kostenlos, daher entfällt der Ticker auf kac.at. Auch Radio Kärnten sendet, diesmal sogar mit zwei Kommentatoren, ab 19.04 Uhr live aus der Stadthalle. Da am Freitag auch die Freizeitmesse startet, ist rund um die Spielstätte mit einem eingeschränkten Parkplatzangebot zu rechnen, der EC-KAC empfiehlt allen Hallenbesuchern die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken entschieden die ersten drei Halbfinalspiele jeweils für sich (1:0 n.V., 3:2 n.V., 3:0) und gehen daher mit einer 3:0-Führung in die vierte Partie, jeder weitere Sieg in den kommenden bis zu vier Konfrontationen mit Graz würde den Einzug der Klagenfurter in das Finale der Erste Bank Eishockey Liga sicherstellen. Über einen 3:0-Vorsprung in einer „Best-of-Seven“-Serie verfügte der EC-KAC in seiner Klubgeschichte bislang sieben Mal, in vier Fällen gelang ein Sweep, drei Mal entschieden die Rotjacken das jeweilige Duell mit 4:1 Siegen für sich. Auf eigenem Eis ist Rot-Weiß in den laufenden Play-Offs noch ungeschlagen, aus vier Partien resultierten 17 Treffer, gerechnet auf 60:00 Spielminuten erzielten die Klagenfurter in der Post Season also um 15,5 Prozent mehr Treffer (4,15) als noch im Grunddurchgang (3,59).

Die Graz 99ers halten unverändert bei 41 Saisonsiegen (aus nunmehr 63 Spielen), mussten sich gegen den EC-KAC zuletzt aber vier Mal hintereinander - drei Mal davon in der laufenden Halbfinalserie - geschlagen geben. Mit einem 0:3-Serienrückstand sahen sich die Steirer in ihrer Historie bislang drei Mal konfrontiert: Gegen die Vienna Capitals verloren sie sowohl 2002 als auch 2011 Spiel Nummer vier, im jüngsten Fall, 2017 gegen den EC Salzburg, konnten die Murstädter die Serie allerdings noch einmal (um eine Partie) verlängern.

 

Die Zahlen zum Spiel:

1,38 – Rotjacken-Goalie Lars Haugen spielte bislang überragende Play-Offs, nach sieben Einsätzen hält er bei einem Gegentorschnitt von nur 1,38 sowie einer Save Percentage von 94,67 Prozent. Noch eindrucksvoller präsentieren sich seine Werte im aktuellen Halbfinale, in dem nach drei Partien ein GAA von 0,54 und 98,18 Prozent abgewehrter Schüsse zu Buche stehen.

2,87 – Effektivster KAC-Crack in der bisherigen Post Season war der aktuell noch angeschlagene Johannes Bischofberger, der pro 60:00 Minuten Time-on-Ice 2,87 Scorerpunkte für sich verbuchen konnte. Ihm folgen Thomas Koch (2,74), Andrew Kozek (2,68) und Matthew Neal (2,50).

3 – Beim jüngsten 3:0-Auswärtserfolg des EC-KAC in Graz-Liebenau stand Interimskapitän David Fischer bei sämtlichen drei Toren am Eis. Er schraubte seine Plus/Minus-Bilanz in den Playoffs 2019 damit auf +9 nach oben, ein Wert, der teamintern nur von Adam Comrie (+12) überboten wird.

14 – Die Rotjacken kassierten in der laufenden Halbfinalserie nach wie vor keinen Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit, sie überstanden sämtliche 14 Powerplays der 99ers unbeschadet. Im Verlauf der gesamten Saison (bislang neun Begegnungen) hielt der EC-KAC das Überzahlspiel der Steirer auf einer Erfolgsquote von nur 8,3 Prozent, gegen alle übrigen Klubs verwerteten die 99ers 27,9 Prozent ihrer Gelegenheiten in ein Tor.

44 – Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 feierten die Rotjacken gegen keinen anderen Klub mehr Heimsiege als gegen die Graz 99ers, die sie auf eigenem Eis bisher 44 Mal bezwingen konnten. Allerdings spricht die jüngere Bilanz klar für die Steirer, die sieben ihrer letzten acht und zehn ihrer letzten 15 Auftritte in der Stadthalle erfolgreich gestalten konnten.

 

Der Gegner:

Ungeachtet vom aktuellen Stand in der Halbfinalserie gegen den EC-KAC ist die aktuelle Spielzeit 2018/19 die erfolgreichste in der Erstligageschichte der Graz 99ers: Die Murstädter gewannen 65,1 Prozent ihrer Partien, nachdem dieser Wert im Verlauf ihrer bisherigen 18 Jahre in der höchsten Spielklasse bei lediglich 43,1 Prozent lag. Auch hat Graz noch nie mehr Treffer erzielt als heuer (228 bzw. 3,62 pro Begegnung).

Die unbestreitbare offensive Qualität der 99ers konnten die Rotjacken in den bisherigen drei Halbfinalduellen jedoch beeindruckend einschränken, aus 110 Torschüssen gelangen den Grazern nur zwei Treffer, die Scoring Effizient (1,8 Prozent) blieb in der Halbfinalserie bislang also weit hinter jener der Klagenfurter (7,9 Prozent) zurück. Stürmer wie Ty Loney, Daniel Oberkofler, Matt Garbowsky, Curtis Hamilton, Travis Oleksuk oder Ken Ograjenšek, die allesamt mit einem Saison-Punktekonto jenseits der 30 Zähler in die zweite Play-Off-Runde gegangen waren, konnten in diesem Halbfinale noch keinen einzigen Scorerpunkt für sich verbuchen.

Von den bisher neun Saisonduellen mit dem EC-KAC konnten die Graz 99ers die Mehrheit, nämlich fünf, für sich entscheiden, in jeder der jüngsten vier Begegnungen hatten jedoch die Klagenfurter das bessere Ende für sich. In der Ligageschichte gewann Rot-Weiß außerdem 13 der bislang 14 Play-Off-Begegnungen mit den Steirern (45:19 Tore).

 

Die Personalien:

Der EC-KAC wird nach aktuellem Stand am Freitag exakt jenes Lineup aufbieten, mit dem am Dienstag der 3:0-Auswärtserfolg in Graz gelang. Es fehlen Manuel Geier, Marco Richter, Johannes Bischofberger und Philipp Kreuzer.

 

Der Kommentar:

„Wir erwarten uns einmal mehr eine enge Partie. Graz wird von Spielbeginn an sehr hart kommen und versuchen, uns unter Druck zu setzen. Darauf sind wir vorbereitet, das wollen wir verhindern. Der erste Treffer ist in solchen Begegnungen oft richtungsweisend, wir werden alles daransetzen, ihn zu erzielen. Als noch wichtiger stufe ich aber die Special Teams ein: In Partien dieser Art gibt es meist einige Strafen und von daher wird es entscheidend sein, ob und dass wir in Über- und Unterzahl weiterhin so auftreten wie zuletzt.“ (Thomas Hundertpfund, Stürmer EC-KAC)