"Rückspiel" gegen Medveščak

Vom spät fixierten, emotional aber umso schöneren 4:3-Heimsieg über Zagreb am Mittwoch beflügelt, treten die Rotjacken am Freitagabend auswärts in Kroatien an.

Foto: Medveščak Zagreb

 

Die Eckdaten:

Nur 48 Stunden nach dem Heimerfolg des EC-KAC über Medveščak Zagreb kommt es am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) in Kroatien zum „Rückspiel“ zwischen diesen beiden Teams. Diese Begegnung des 50. EBEL-Spieltags markiert den Start in die zweite Hälfte der Pick Round. Es gibt keine TV-Übertragung, über den Spielverlauf informieren Radio Kärnten im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins sowie der Live-Ticker auf kac.at.

 

Die Ausgangssituation:

Den Rotjacken gelang im ersten Spiel nach dem International Break am Mittwochabend vor eigenem Publikum der lange ersehnte Befreiungsschlag: Dank zweier Treffer in den finalen 19 Sekunden der Partie gegen Medveščak Zagreb siegten die Klagenfurter mit 4:3 und beendeten damit ihre lange Serie von acht Niederlagen am Stück. Dadurch schob sich der EC-KAC in der Tabelle auf den fünften Platz, wie der Vierte aus Innsbruck hält der Rekordmeister bei fünf Punkten. Das bevorstehende Wochenende mit den Auswärtspartien in Kroatien und Tirol dürfte wesentliche Weichenstellungen im Kampf um Rang vier und damit das Heimrecht im Play-Off-Viertelfinale bringen.

Medveščak hat wie die Rotjacken vier seiner fünf Partien in der Zwischenrunde verloren, für die Bären steht lediglich ein Auswärtssieg in Innsbruck zu Buche, wodurch sie auf Platz sechs liegend bei drei Zählern halten. Vor heimischer Kulisse lief es für die Kroaten zuletzt nicht nach Wunsch, seit einem 9:3-Kantersieg über den HCI am 14. Januar blieb man vier Mal in Serie - gegen Znojmo, Wien, Linz und Salzburg - ohne Punkt. Gegen den EC-KAC konnte die Mannschaft von Head Coach Doug Bradley allerdings beide bisherigen Saisonduelle auf eigenem Eis für sich entscheiden (5:1 Anfang Oktober und 3:2 Ende Dezember). 

 

Die Zahlen zum Spiel:

3 – Nick St. Pierre gab am Mittwochabend ein sehr erfolgreiches EBEL-Debüt: Als erster KAC-Spieler in der laufenden Saison verbuchte er drei Torvorlagen in einer Partie. Der Abwehrspieler stand 17:10 Minuten lang am Eis und verbuchte mit vier die meisten Torschüsse aller rot-weißen Verteidiger.

3 – In Zagreb unterlag der EC-KAC bei jedem seiner jüngsten drei Auftritte. Der letzte rot-weiße Sieg in Kroatiens Hauptstadt datiert vom 4. Januar 2013, als ein 2:1-Erfolg nach Penaltyschießen glückte, bei dem Lockout-Spieler Tyler Myers den entscheidenden Versuch für die Klagenfurter verwertete. 

19 – Bei 19 der 33 Powerplaytreffer der Klagenfurter in der laufenden Saison stand Jamie Lundmark am Eis, der damit die entsprechende mannschaftsinterne Wertung vor David Fischer, Thomas Koch und Stefan Geier (jeweils 18) anführt. 

78,6 – Andrew Kozek feierte im Heimspiel gegen Zagreb ein sehr erfreuliches Comeback nach seiner Verletzungspause und krönte seine Leistung mit zwei Treffern. Besonders beeindruckend: Während der Kanadier am Eis stand, gab der EC-KAC 22 Torschussversuche ab, der Gegner kam hingegen nur auf sechs, was einer herausragenden Corsi-Percentage von 78,6 Prozent entspricht.

88 – Im „Hinspiel“ gegen Medveščak am Mittwoch gaben die Rotjacken 88,0 Shot Attempts pro 60:00 Minuten ab – Höchstwert in der laufenden Saison (zuvor: 82,2 beim Derby-Auswärtssieg in Villach am 3. Januar).

 

Der Gegner:

Auch in seiner insgesamt fünften EBEL-Saison, der ersten nach einem vierjährigen „Ausflug“ in die KHL, gehört Medveščak Zagreb zum gehobenen Mittelfeld in der Liga. Die Bären schafften es heuer - wie in jeder Spielzeit seit der Einführung der Zwischenrunde - in deren obere Gruppe. Um die Bilanzen vergangener Jahre zu erreichen, fehlt den Kroaten jedoch noch einiges: Beendeten sie jede ihrer jüngsten drei Saisonen in der EBEL mit zumindest 30 Siege, so halten sie aktuell erst bei 22 Erfolgen. Nach dem Hoch von Weihnachten bis Mitte Januar wurden Punktezuwächse für Medveščak seither wieder seltener, aus den letzten zehn Partien stehen lediglich drei Siege zu Buche.

Der Kader der Bären weist heuer einen starken europäischen Einschlag auf, Führungskräfte wie die Tschechen Tomáš Kudělka und Tomáš Netík, die Finnen Harri Tikkanen und Tero Koskiranta oder der Norweger Sondre Olden kommen allesamt vom „alten Kontinent“ und nicht wie in der Vergangenheit vornehmlich aus Nordamerika. Insgesamt stehen 19 Spieler im Aufgebot Medveščaks, die außerhalb Kroatiens geboren wurden, sieben davon sind Doppelstaatsbürger.

Das Duell mit dem EC-KAC am Freitagabend ist das 40. zwischen beiden Klubs im Rahmen der Erste Bank Eishockey Liga. In der historischen Bilanz haben die Rotjacken die Nase mit 21:18 Siegen und 118:113 Toren knapp vorne, allerdings gingen exakt zwei Drittel der bisherigen Konfrontationen an die jeweils gastgebende Mannschaft. Die Klagenfurter hatten in Zagreb meist einen schweren Stand, bei 19 Auftritten gelangen ihnen lediglich vier Siege nach regulärer Spielzeit, drei davon in den Play-Offs. Der einzige KAC-Sieg nach 60 Minuten in Kroatiens Hauptstadt in einem Grunddurchgangsspiel (derer es bislang 14 gab) liegt mehr als sechs Jahre zurück: Am 9. Oktober 2011 siegte Rot-Weiß mit 5:0.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrt Julian Talbot nach seiner abgesessenen Sperre wieder ins Lineup zurück, weiterhin fehlen wird hingegen Mitja Robar, der erst am Freitagabend von seiner Olympiateilnahme nach Europa zurückkehrt. Marco Richter, der das Heimspiel gegen Zagreb am Mittwoch verletzungsbedingt vorzeitig beenden musste, hat das Donnerstagstraining ausgelassen, ob er am Freitag wieder auflaufen kann, wird nach dem Morning Skate am Spieltag entschieden.

 

Der Kommentar:

„Es hat gutgetan, wieder am Eis zu stehen und der Mannschaft auch aktiv helfen zu können. Nach den schwierigen vergangenen Wochen war das Ergebnis vom Mittwoch, ganz besonders aber auch die Art und Weise, wie es am Ende zu Stande gekommen ist, ein emotionaler Befreiungsschlag für uns. Jetzt müssen wir alles daransetzen, dass wir daraus Kapital schlagen und einen nächsten Schritt in die richtige Richtung setzen können. In Zagreb haben wir uns zuletzt nicht gerade leichtgetan, uns erwartet eine stimmungsvolle Arena und ein sicherlich revanchelustiger Gegner. Insofern ist es ein guter weiterer Prüfstein, uns in diesem Umfeld zu behaupten.“ (Thomas Hundertpfund, Stürmer EC-KAC)