Schlagerspiel gegen Wien

Im letzten Heimspiel vor Weihnachten empfängt der EC-KAC am Freitagabend den Tabellenführer der EBEL, die Vienna Capitals, in der Stadthalle. Beim ersten Rotjacken-Tor gibt’s den Teddy Bear Toss.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Der 31. Spieltag der Saison 2017/18 in der Erste Bank Eishockey Liga bringt für den EC-KAC (Saisonbilanz: 18 Siege, 12 Niederlagen) am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) das Gipfeltreffen mit dem letztjährigen Meister und aktuellen Tabellenführer, den Vienna Capitals. Für diese Begegnung sind nur noch rund 80 Sitz- und 900 Stehplätze verfügbar, zu beziehen an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie im Online-Ticketshop des EC-KAC, die Abendkassa öffnet wie üblich 90 Minuten vor Spielbeginn. Im Rahmen des „Teddy Bear Toss 2017“ wird es beim ersten Rotjacken-Treffer in dieser Partie Stofftiere aufs Eis regnen. Es gibt keine Live-Übertragung im TV, über den Spielverlauf informieren das Eishockeymagazin von Radio Kärnten sowie der Ticker auf kac.at. 

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC verlor mit vier Niederlagen aus den letzten fünf Runden seinen zweiten Tabellenplatz wieder an den EHC Linz, dessen Vorsprung aktuell jedoch nur einen Zähler beträgt. Von hinten schob sich der EC Salzburg bis auf drei Punkte an die Rotjacken heran, der Abstand zum siebten Platz, der nach 44 Runden nicht ausreichen würde, um die vorzeitige Play-Off-Qualifikation sicherzustellen, beträgt aber nach wie vor solide 14 Zähler. Vor eigenem Publikum haben die Klagenfurter heuer bislang 31 von 45 möglichen Punkten eingefahren, in den fünf Heimspielen seit dem International Break kassierte der EC-KAC nur fünf Gegentreffer, ihm gelangen in diesem Zeitraum gleich drei Shutout-Siege.

Die im Vorjahr so dominanten Vienna Capitals spielen auch 2017/18 eine bislang famose Saison, der amtierende Meister hat in knapp 83 Prozent seiner Partien gepunktet und steht erneut souverän an der Tabellenspitze. Zuletzt setzte es für die Truppe von Head Coach Serge Aubin jedoch (zum erst zweiten Mal in der laufenden Spielzeit) zwei Niederlagen am Stück: Beim Dornbirner EC unterlag Wien nach Verlängerung mit 2:3, am Mittwoch musste man sich zu Hause dem HC Innsbruck mit 1:3 beugen. Gegen die Rotjacken haben die Capitals zuletzt allerdings groß aufgespielt: Den vier Erfolgen zum Final-Sweep 2017 ließen die Donaustädter heuer bereits zwei klare Siege folgen: Anfang September gelang in Kagran ein 4:1-Triumph, Mitte Oktober setzte man sich in Klagenfurt trotz eines Rückstandes nach zwei Dritteln mit 5:2 durch.

 

Die Zahlen zum Spiel:

2,12 – Die Vienna Capitals und der EC-KAC sind mit deutlichem Abstand jene Teams, die in der EBEL bislang die wenigsten Gegentreffer hinnehmen mussten. Zusammen kassierten sie erst 125 Tore, was einem Schnitt von 2,12 pro Partie ergibt (Wien 1,97 pro Spiel, Klagenfurt 2,27). 

3 – In den ersten beiden Saisonduellen mit Rot-Weiß gelangen den Capitals insgesamt bereits drei Powerplay-Treffer (bei zehn Gelegenheiten). Die Wiener gaben pro Überzahlminute gegen den EC-KAC im Schnitt 0,88 Torschüsse ab, die Rotjacken, die insgesamt nur zu vier (jeweils ungenutzten) Möglichkeiten numerischer Überlegenheit kamen, feuerten im Powerplay 0,63 Mal pro Minute.

6 – Die Vienna Capitals setzten sich bei jedem der jüngsten sechs Duelle mit dem EC-KAC durch. Dies entspricht aus Wiener Sicht bereits jetzt der längsten Siegesserie gegen Klagenfurt in der gesamten Vereinsgeschichte.  

10 – In der ewigen Bilanz aus Heimspielen gegen die Capitals haben die Rotjacken die Nase mit 30 zu 25 Erfolgen vorne. In den vergangenen Jahren gelang es den Wienern aber, viel Boden gutzumachen: Seit dem Ende der Finalserie 2013 verloren die Donaustädter bei zehn Auftritten in der Stadthalle nur zwei Mal, zuletzt in der Platzierungsrunde der vergangenen Saison, am 19. Februar 2017 (mit 2:4).

16 – Wiens aktueller Topscorer Rafael Rotter hält nach seinem Treffer gegen Innsbruck am Mittwoch bei bereits 16 Saisontoren. In seinen bislang zehn Spielzeiten in der Erste Bank Eishockey Liga kam der Stürmer im Grunddurchgang noch nie auf mehr als zwölf Tore (2013/14 und 2016/17).

35,6 – Zwar gingen beide bisherigen Saisonduelle zwischen diesen beiden Klubs klar an Wien, in Situationen gleicher Spieleranzahl am Eis (97:43 der 120:00 gespielten Minuten) dominierte jedoch der EC-KAC: Die Rotjacken gaben bei Even Strength im Schnitt 35,6 Torschüsse pro 60:00 Minuten ab, die Capitals kamen auf lediglich 22,1.

40 – In der Partie in Znojmo am Dienstag blieb die Sturmlinie mit Thomas Hundertpfund, Manuel Ganahl und Johannes Bischofberger zum ersten Mal seit ihrer Formierung Mitte November ohne Punkt. In jeder der vorangegangenen elf Begegnungen trugen sich stets mindestes zwei Cracks dieses Blocks am Scoresheet ein, insgesamt brachte es das Trio in diesem Zeitraum auf 40 Zähler.

 

Der Gegner:

Die Vienna Capitals dominieren im zweiten Jahr in Folge die Erste Bank Eishockey Liga: Nach der starken Regular Season 2016/17 und den herausragenden Play-Offs 2017 mit drei Sweeps am Stück spielt Wien auch im bisherigen Grunddurchgang 2017/18 die erste Geige: Insgesamt wurden die Hauptstädter seit der Verpflichtung von Serge Aubin als Head Coach im Sommer 2016 in 95 Ligaspielen nur 14 Mal in regulärer Spielzeit bezwungen! Zuletzt zeigte die Formkurve der Wiener zwar nicht nach unten, sie wurde aber doch etwas flacher: In keiner ihrer jüngsten sieben Partien gelangen den Capitals mehr als drei Treffer. Dass man dennoch in sechs dieser sieben Begegnungen punktete, spricht für die gediegene defensive Stabilität des Titelverteidigers. Gegenüber der meisterlichen vergangenen Saison (2,20 kassierte Tore pro Spiel) steigerte sich Vienna heuer noch einmal und drückte den Gegentorschnitt auf 1,97.

Wie jede im ersten Tabellendrittel rangierende Mannschaft setzt auch Wien auf vier möglichst ausgeglichene Angriffsformationen. Neben starken Imports wie Riley Holzapfel, MacGregor Sharp und Taylor Vause nehmen bei den Capitals auch einheimische Offensivkräfte wie Rafael Rotter, Andreas Nödl oder Mario Fischer tragende Rollen ein, zudem spielt Nikolaus Hartl bislang eine Career Season und der nachträglich verpflichtete Peter Schneider entpuppte sich ebenfalls als zuverlässiger Torjäger.
Mindestens ebenso stark besetzt ist Wiens Defensive, in der Spieler wie Ryan McKiernan, Jamie Fraser oder Aaron Brocklehurst auch immer wieder offensive Akzente setzen. Mit J.-P. Lamoureux verfügt der regierende Meister über einen Torhüter, der in der EBEL seit Jahren zu den besten seiner Zunft gehört. Abgebaut hat das zu Saisonbeginn noch so überragende Überzahlspiel: Die Capitals erzielten in den letzten 23 Spielen gleich viele Powerplaytore (13) wie in den ersten sechs Partien des Spieljahres. Von den jüngsten 21 Überzahlmöglichkeiten konvertierte der Leader nur eine in einen Treffer. Unverändert stark agiert Wien hingegen bei numerischer Unterlegenheit, in 17 von 29 Begegnungen lag das (ligaweit insgesamt zweitbeste) Penalty Killing bei 100,0 Prozent.

Auf den EC-KAC trafen die Vienna Capitals seit ihrer Gründung exakt 111 Mal, dabei standen 58 Klagenfurter Siegen 53 Wiener Erfolge gegenüber, das Torverhältnis fällt mit 356 zu 355 Treffern hauchdünn zu Gunsten der Bundeshauptstadt aus. Die Caps holten in der ewigen Bilanz zuletzt rasant auf, sie konnten zwölf der jüngsten 15 Duelle mit den Rotjacken für sich entscheiden.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC muss auch in diesem Heimspiel gegen die Vienna Capitals ohne die Langzeitverletzten Richie Regehr und Matthew Neal auskommen, zudem dürfte mit großer Wahrscheinlichkeit auch Jon Rheault (Oberkörperverletzung) ausfallen. Ihn würde Philipp Kreuzer ersetzen. Alle übrigen Kaderspieler stehen zur Verfügung.

 

Der Kommentar:

„Es ist schon eine Zeit lang her, seit wir uns das letzte Mal gegen die Capitals durchsetzen konnten. Allerdings haben die ersten 40 Minuten im letzten Duell in Klagenfurt gezeigt, dass wir über sehr probate Mittel verfügen, um gegen Wien erfolgreich zu sein. Daran müssen wir auch in dieser Partie anknüpfen, im Vordergrund stehen Konsequenz und Kompromisslosigkeit in den Zweikämpfen und eine bessere Struktur in unserem Angriffsspiel. Draußen ist es kalt, Weihnachten steht vor der Türe, der Tabellenführer ist zu Gast - jetzt beginnen die Eishockey-Feiertage.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)