Zum Start der Pick Round nach Linz

Der EC-KAC bestreitet sein Auftaktspiel in der Platzierungsrunde der Erste Bank Eishockey Liga am Freitagabend auswärts beim EHC Linz.

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Am ersten Spieltag der Pick Round der Erste Bank Eishockey Liga bekommt es der EC-KAC, der die erste Phase des Grunddurchgangs auf Rang vier beendete, auswärts mit dem Dritten, dem EHC Linz, zu tun. Diese Begegnung am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) wird nicht im TV übertragen, über den Spielverlauf informieren das Eishockeymagazin von Radio Kärnten sowie der Live-Ticker auf kac.at.

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste sich in neun der letzten elf Ligaspiele geschlagen geben, konnte am finalen Spieltag der ersten Grunddurchgangsphase am vergangenen Sonntag in Dornbirn mit einem Punktgewinn bei der 2:3-Niederlage nach Verlängerung aber zumindest den vierten Tabellenplatz fixieren. Damit gehen die Rotjacken mit einem Bonuspunkt in die Pick Round. Die Zwischenrunde lag den Klagenfurtern in der Vergangenheit recht gut, zuletzt (und zum einzigen Mal seit deren Einführung) gab es in diesem zweiten Saisonabschnitt in der Spielzeit 2011/12 mehr rot-weiße Niederlagen als Siege.

Während der Rekordmeister im Januar schwächelte, spielte der EHC Linz groß auf: In zehn Partien blieben die Black Wings nur ein Mal - beim 1:4 in Villach - ohne Punkt. So siegte die Mannschaft von Head Coach Troy Ward vor knapp zwei Wochen dank später Treffer auch in Klagenfurt. Überhaupt haben die Oberösterreicher drei der vier Saisonbegegnungen mit dem EC-KAC gewonnen, auch bei der einzigen Niederlage, einem 2:3 nach Verlängerung auf eigenem Eis Mitte November, nahm Linz noch einen Zähler mit. Die Black Wings sind der einzige Klub in der EBEL, der es seit der Einführung der Zwischenrunde stets in deren obere Gruppe schaffte. Die Bilanz dort fällt allerdings etwas durchwachsen aus, in drei der jüngsten vier Spielzeiten konnte der EHC seine Platzierung aus dem Grunddurchgang in der Pick Round nicht verteidigen.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – In jeder der letzten drei Spielzeiten endete die Auftaktpartie der Rotjacken in der Zwischenrunde „zu null“: Der EC-KAC siegte 2015 gegen Innsbruck 8:0 sowie 2017 in Wien 5:0, 2016 unterlag man den Tirolern zu Hause mit 0:4. 

3 – Stürmer Jon Rheault verpasste das erste Saisonduell mit dem EHC Linz aufgrund einer Verletzung, punktete aber in jeder der drei Partien gegen die Oberösterreicher seither. Auch Manuel Ganahl konnte in den jüngsten drei Konfrontationen mit den Black Wings jeweils anschreiben.

14 – Seit der erstmaligen Einführung der Zwischenrunde in der EBEL (2007/08) spielten 14 Klubs in der Liga. Von all diesen Teams kann der EC-KAC auf die zweitbeste historische Bilanz in Zwischenrundenspielen verweisen: Die Klagenfurter holten pro Partie im Schnitt 1,87 Punkte, ein Wert, der nur von Orli Znojmo (1,97) übertroffen wird.

22:01 – In den vier Partien gegen Linz im heurigen Spieljahr stand kein KAC-Crack länger am Eis als Martin Schumnig, der Verteidiger kam auf durchschnittlich 22:01 Minuten Time-on-Ice pro Begegnung. Bei den Stürmern liegt in dieser Wertung Thomas Koch (17:54) voran.  

23 – Hinter den Rotjacken liegt ein eher betrüblicher Monat Januar: In zehn Spielen gelangen den Klagenfurtern nur zwei Siege und 23 Treffer. Besonders auffällig war, dass in diesem Zeitraum in Partien mit rot-weißer Beteiligung nur sehr wenige Tore in Situationen numerischen Vorteils gefallen sind: Die PK-Formationen des EC-KAC und seiner jeweiligen Gegner ließen bei insgesamt 74 Powerplays nur acht Treffer zu, es blieben also 89,2 Prozent der Überzahlspiele ungenutzt.

400 – KAC-Stürmer Marco Brucker bestritt am Sonntag in Dornbirn das 400. Spiel seiner EBEL-Karriere, in 109 davon trug er das Trikot der Rotjacken (9 Tore, 15 Assists).

 

Der Gegner:

Der EHC Linz spielte bislang (wie so oft in den vergangenen Jahren) eine solide Saison ohne große Schwächephasen, nur ein Mal, rund um das International Break im November, musste man mehr als zwei Niederlagen am Stück hinnehmen. Mit 3,52 erzielten Treffern pro Partie sind die Black Wings hinter Salzburg die hinsichtlich der offensiven Ausbeute zweitbeste Mannschaft der Liga, seit 2011/12 (3,61) hat Linz nicht mehr so oft getroffen wie heuer.

Dementsprechend weisen auch viele Kaderspieler starke individuelle Punktestatistiken auf: Brian Lebler, dessen 33 Saisontreffer einsame EBEL-Spitze sind, hat bereits jetzt seine jeweilige Toranzahl aus den Saisonen 2012/13, 2013/14 und 2016/17 erreicht, nur 2014/15 traf er 41 Mal und damit häufiger als heuer. Auch die 36 Torvorlagen von Corey Locke sind aktuell der Höchstwert in der Liga.
Den vier Saisonduellen mit den Rotjacken drückten allerdings andere Spieler ihre Stempel auf: Acht der 13 Tore des EHC gingen auf die Konten von Rick Schofield und Joel Broda, der Letztgenannte sammelte gegen den EC-KAC heuer insgesamt acht Scorerpunkte und kam auf eine starke Plus/Minus-Bilanz von +7.

Mit der guten Offensivbilanz der Oberösterreicher können die Kennzahlen der Defensivabteilung nicht ganz mithalten. Von den Klubs aus dem oberen Tabellendrittel hat keiner mehr Gegentreffer pro Partie kassiert als die Black Wings (2,77). Auch die Torgefahr der Linzer Abwehrspieler ist heuer merklich schwächer ausgeprägt als in den vergangenen Jahren, in den vier Begegnungen mit Klagenfurt gelang etwa kein einziger Verteidigertreffer. Torhüter Mike Ouzas agierte 2017/18 bislang wie im Grunddurchgang gewohnt sehr solide, bei keinem seiner acht jüngsten Starts kassierte er mehr als drei Gegentreffer, gegen den EC-KAC liegt seine Saison-GAA sogar bei bärenstarken 1,97.

Für den Rekordmeister gehört der EHC Linz traditionell zu den unangenehmsten Gegnern, seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 besiegte den EC-KAC kein anderer Klub häufiger als die Black Wings, die in 122 Begegnungen gleich 68 Erfolge feiern konnten. Gerade auswärts schlug sich Rot-Weiß gegen die Oberösterreicher zuletzt aber recht gut, nur bei einem ihrer letzten fünf Auftritte, dem jüngsten im Dezember, verließen die Klagenfurter die Eissporthalle an der Donaulände ohne Punkt.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken ergeben sich gegenüber dem jüngsten Spiel in Dornbirn einige Veränderungen im Lineup. Stefan Espeland hat den EC-KAC bekanntlich verlassen. Dafür kehren die zuletzt ausgefallenen Mitja Robar und Jon Rheault in das Aufgebot zurück. Vorgesehen ist somit der Einsatz von sieben Verteidigern und zwölf Stürmern, auf der Liste der Ausfälle stehen nur noch Thomas Hundertpfund und Andrew Kozek.

 

Der Kommentar:

„Die Ergebnisse aus den letzten Wochen müssen wir ganz einfach ausblenden, in Linz startet der zweite Abschnitt der Saison, es beginnt alles wieder fast bei null. In der Zwischenrunde waren wir in den letzten Jahren immer recht erfolgreich, man merkt, dass die Play-Offs und damit der entscheidende Teil des Jahres näherrückt. Unsere Mannschaft fühlt sich in diesen Crunch-Time-Situationen wohl, dementsprechend reisen wir voll motiviert und darauf eingestellt, um jeden Quadratzentimeter der Eisfläche zu kämpfen, nach Oberösterreich. Auf geht’s.“ (Martin Schumnig, Verteidiger EC-KAC)