Overtime-Niederlage für die Rotjacken

In einem über weite Strecken mäßigen Eishockeyspiel holte der EC-KAC am Montagabend gegen Medveščak Zagreb einen Punkt, die Rotjacken unterlagen nach Verlängerung mit 3:4.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach drei Siegen am Stück rund um Weihnachten mussten sich die Rotjacken am Samstagabend im letzten Spiel des Kalenderjahres 2017 bei Medveščak Zagreb knapp mit 2:3 geschlagen geben, obwohl sie spielerisch klar überlegen agierten. Vor eigenem Publikum konnten die Klagenfurter zuletzt jedoch eine sehr positive Bilanz vorweisen, in den jüngsten sieben Heimspielen sammelten sie 19 von 21 möglichen Zählern und kletterten damit auf den dritten Rang der Heim-Tabelle.

Die Bären aus Zagreb feierten am Samstag gegen den EC-KAC ihren dritten Sieg in Folge, sämtliche Partien seit dem Trainerwechsel Mitte Dezember konnten die Kroaten für sich entscheiden. Damit schob sich Medveščak zuletzt wieder an die obere Tabellenhälfte heran, vor dem Gastspiel in Klagenfurt fehlten nur noch drei Zähler auf den vom Dornbirner EC eingenommenen sechsten Rang. In der Fremde lief es für Zagreb heuer bislang recht bescheiden, nur die Graz 99ers sammelten auswärts noch weniger Zähler.

 

Die Personalien:

Dem EC-KAC stand für das „Rückspiel“ gegen Zagreb das exakt gleiche Personal zur Verfügung wie am Samstag in Kroatien. Es fehlten unverändert Kevin Kapstad in der Abwehr sowie Matthew Neal und Jon Rheault im Angriff. Leicht adaptiert wurden die Zusammenstellungen der Pärchen in der Verteidigung. Auf der Torhüterposition wurde die gewohnte Rotation beibehalten, es startete David Madlener.

 

Der Spielverlauf:

Einige Fans in der Stadthalle hatten ihre Plätze noch gar nicht eingenommen, da gab es schon die erste große Einschussgelegenheit für den EC-KAC: Thomas Hundertpfund - von Manuel Ganahl perfekt in Szene gesetzt - stand nach 44 Sekunden völlig frei vor Keeper Vilim Rosandić, konnte diesen mit einem Hakentrick allerdings nicht überlisten. Die Hausherren waren in den Anfangsminuten generell das aktivere Team, in Minute sechs war es Philipp Kreuzer, der mit der Rückhand am kroatischen Schlussmann scheiterte. Eine Minute danach durften die Zuschauer allerdings über den ersten KAC-Treffer im Jahr 2018 jubeln: Marco Richter setzte sich hinter dem kroatischen Tor gut durch, spielte Julian Talbot im Slot frei und dieser hatte aus kurzer Distanz kein Problem, auf 1:0 zu stellen (7.). Doch lange sollte die Freude über diese Führung nicht anhalten, denn nach einem Abspielfehler der Klagenfurter im Angriffsdrittel, schnappte sich Zagrebs Verteidiger Michael Boivin den Puck, lief alleine auf den KAC-Kasten zu und sorgte nur 56 Sekunden nach dem 1:0 für den 1:1-Ausgleich (8.). Dieser Gegentreffer raubte den Rotjacken ein wenig den Schwung, wenngleich man auch im weiteren Verlauf von Drittel eins das bessere Team blieb. Während des ersten Powerplays der Partie ließ Johannes Bischofberger eine Hereingabe von Thomas Hundertpfund abtropfen und verfehlte das Gästetor nur knapp (16.). 

Der Start in den Mittelabschnitt gehörte klar den Kroaten. Torhüter David Madlener stand sofort gegen den aufgerückten Michael Boivin (23.) und bei einem Hammer von Tomáš Kudělka (25.) im Mittelpunkt. Die beste Möglichkeit der Gäste in dieser Phase ließ allerdings Topscorer Tyler Morley aus, als er vehement in den Slot zog, sein Rückhandschuss dann aber zu zentral auf David Madlener ausfiel (27.). Dennoch sollten die Gäste erstmals in dieser Partie zu einer Führung kommen: Just drei Sekunden nachdem die Hausherren eine Strafzeit gegen David Fischer überstanden hatten, schlugen die Kroaten zu. Erneut hieß der Torschütze Michael Boivin, der einen Rebound nur noch mit der Rückhand über die Torlinie drücken musste (35.). Der EC-KAC suchte nach der raschen Antwort, mehr als eine Halbchance durch Johannes Bischofberger, der den Puck nicht im kurzen Eck unterbringen konnte (35.), war in Abschnitt zwei allerdings nicht mehr drin. 

Deutlich besser aus Sicht von Rot-Weiß begann das Schlussdrittel: Nach 149 Sekunden entwischte der von Talbot auf die Reise geschickte Marco Richter der Medveščak-Abwehr und blieb letztlich auch im Duell mit Goalie Rosandić siegreich, der Stürmer sorgte somit für den 2:2-Ausgleich (43.). Von diesem Augenblick an übernahmen die Klagenfurter klar das Kommando im Rink, die Gäste aus Zagreb trauten sich nur noch selten aus ihrer Deckung. Während einer Überzahlsituation war es wiederum Johannes Bischofberger, der im Duell mit Vilim Rosandić den Kürzeren zog (47.), fünf Minuten später setzte Sturmpartner Manuel Ganahl einen Onetimer krachend neben das Gehäuse der Kroaten (52.), ehe Stefan Geier den Puck nach einem flink vorgetragenen Angriff nur an den Pfosten setzte (54.). Vier Minuten vor dem Ende sollte der EC-KAC in Form seines dritten Powerplays die Möglichkeit dazu bekommen, die Partie doch noch zu seinen Gunsten entscheiden zu können. Allerdings konnten die numerisch unterlegenen Krosten über den Torerfolg ihrerseits jubeln: Nach einem Abspielfehler in der eigenen Zone vergaß man im Slot auf Tyler Morley, dieser bestrafte die Rotjacken mit einem präzisen Snapshot hoch in die rechte Kreuzecke und sorgte damit für die neuerliche Führung für die Gäste (57.). Bereits 75 Sekunden vor dem Ende setzten die Rotjacken alles auf eine Karte und ersetzen Goalie David Madlener durch einen sechsten Feldspieler. Mit Erfolg: Jamie Lundmark legte von hinter dem Tor aus für Stefan Espeland auf, der Norweger übernahm direkt und rettete die Rotjacken mit seinem ersten Treffer im KAC-Trikot 16 Sekunden vor der Schlusssirene in die Overtime.

In dieser sollten dann aber die Kroaten das bessere Ende für sich haben. Nach einem fein vorgetragenen Angriff kam der in dieser Begegnung omnipräsente Michael Boivin an die Scheibe und setzte diese nach nur 77 gespielten Sekunden zur Entscheidung in die Maschen. Die Rotjacken punkteten zwar auch im achten Heimspiel in Serie, mussten sich Medveščak Zagreb aber zum zweiten Mal innerhalb von 48 Stunden knapp geschlagen geben. (PE)

 

Der Kommentar:

„In den ersten zehn Minuten haben wir viele Dinge gut und richtig gemacht. Aber Respekt an Zagreb, sie haben sich in die Partie hineingearbeitet und waren gut im Verwerten der Chancen, die sich ihnen geboten haben. Im Mitteldrittel wurden wir zu umständlich und wenig zielgerichtet, auch das konnte der Gegner ausnutzen. Danach kämpften wir uns zurück, steckten auch den Nackenschlag des Unterzahltreffers gut weg und konnten uns so immerhin noch einen Punkt sichern. Für die Teams rund um den „Strich“ wird es immer enger, sie gehen an ihre Grenzen, wir haben das heute nicht geschafft und die Partie daher auch zurecht verloren.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Dank des heutigen Punktgewinns trotz Overtime-Niederlage behielt der EC-KAC seinen zweiten Tabellenplatz, der Vorsprung auf den EC Salzburg schmolz jedoch auf einen Zähler zusammen. Die Rotjacken sind schon übermorgen Mittwoch wieder im Einsatz, dann treten sie auswärts in Villach zum nächsten Kärntner Derby an (Spielbeginn: 19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria). Zwei Tage später gibt es dann das nächste Heimspiel in Klagenfurt, dabei werden die Graz 99ers in der Stadthalle zu Gast sein.