Pick Round-Abschluss in Salzburg

Mit dem Auswärtsspiel beim noch um Tabellenplatz eins kämpfenden EC Salzburg beschließt der EC-KAC am Sonntagabend den Grunddurchgang der Erste Bank Eishockey Liga 2017/18.

Foto: GEPA/RedBull/Roittner

 

Die Eckdaten:

Am 54. und letzten Spieltag der Regular Season in der Erste Bank Eishockey Liga tritt der EC-KAC am Sonntagabend (Spielbeginn: 17.45 Uhr) auswärts beim EC Salzburg an. Diese Begegnung wird von ServusTV im kostenfreien Streaming-Angebot auf servushockeynight.com übertragen, daher entfällt der Live-Ticker auf kac.at. Auch Radio Kärnten berichtet im Rahmen des Kärntner Eishockeymagazins wie üblich direkt aus der Arena.

 

Die Ausgangssituation:

Für die Rotjacken ist am zehnten und letzten Spieltag der Pick Round keine Rangverbesserung oder -verschlechterung mehr möglich. Mit den beiden Heimsiegen gegen die Vienna Capitals (3:1) und den EHC Linz (3:2) haben sich die Klagenfurter in dieser Woche bereits den vierten Tabellenplatz gesichert, wodurch feststeht, dass sie das Play-Off-Viertelfinale mit einem Heimspiel am kommenden Freitag eröffnen werden. Mit dem EC Salzburg hat der EC-KAC aber noch die eine oder andere Rechnung offen: Seitdem Rot-Weiß die Bullen im letztjährigen Halbfinale (mit vier Siegen am Stück nach 0:2-Serienrückstand) bezwingen konnte, gingen sämtliche fünf ausgetragenen Konfrontationen an die Mozartstädter.

Der EC Salzburg profitierte am Freitagabend von der Linzer Niederlage in Klagenfurt und schob sich dank eines 6:3-Auswärtserfolgs beim HC Innsbruck zum ersten Mal in der laufenden Spielzeit auf den ersten Platz der Tabelle. Gelingt es den Bullen, diesen im letzten Grunddurchgangsspiel zu verteidigen, sichern sie sich das Heimrecht in sämtlichen drei Play-Off-Runden. Bleibt man am letzten Spieltag vor dem EHC Linz platziert, qualifiziert sich Salzburg (neben Wien als zweites von drei EBEL-Teams) auch für die Champions Hockey League.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Der EC-KAC verlor jedes der bislang fünf Saisonduelle mit dem EC Salzburg, wobei die Niederlagen mit Fortschreiten des Spieljahres immer knapper ausfielen. Ihre beiden jüngsten Siege gegen Rot-Weiß konnten die Bullen erst in der Verlängerung bzw. im Penaltyschießen feiern.

3,70 – Kein Team in der EBEL hat in der aktuellen Spielzeit mehr Treffer erzielt als der EC Salzburg, dessen 196 Tore in 53 Partien einem Schnitt von 3,70 pro Begegnung entsprechen. Dieser Wert ist auch für die ohnehin gehobenen Salzburger Verhältnisse ein starker: In nur zwei der jüngsten zehn Saisonen, den Meisterjahren 2011 und 2015, trafen die Bullen häufiger.

5 – KAC-Stürmer Patrick Harand wurde beim Heimsieg gegen Linz aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von David Fischer als Verteidiger eingesetzt und meisterte diese Aufgabe so gut, dass er zum Spieler des Abends gewählt wurde. Der Routinier beendete keines der bisher neun Pick Round-Spiele mit einer negativen Plus/Minus-Bilanz und kam in diesem Zeitraum auf ein Rating von +5.

7 – Die Rotjacken haben keinen ihrer letzten sieben Spielabschnitte verloren: Das Schlussdrittel in Innsbruck wurde gewonnen, ehe man zu Hause sowohl gegen Wien als auch gegen Linz siegte, ohne dabei in einem Durchgang weniger Treffer zu erzielen als der jeweilige Gegner.

8 – Torhüter Tomáš Duba blieb am Freitag bei seinem 28. Start in der laufenden Saison zum bereits achten Mal ohne Even Strength-Gegentreffer. In Spielsituationen bei numerischem Gleichstand am Eis kassierte der Tscheche heuer durchschnittlich nur 1,95 Gegentore pro 60:00 Minuten (EV-GAA).

100 – Mit dem zweiten Assist zum Game Winning Goal von Thomas Koch im freitägigen Heimspiel gegen Linz verbuchte Verteidiger Mitja Robar die 100. Torvorlage seiner EBEL-Karriere (in deren Verlauf er bislang 346 Partien für den HK Jesenice und den EC-KAC bestritt).

 

Der Gegner:

Der EC Salzburg steht seit Freitagabend erstmals in dieser Spielzeit auf dem ersten Tabellenplatz, was dem vorläufigen Höhepunkt der Saison, in deren Verlauf man kontinuierlich an Spielstärke zulegen konnte, entspricht. Die eher durchwachsenen ersten Monate der Regular Season trüben aber noch immer die Bilanz der Bullen, die 2017/18 insgesamt 64,2 Prozent ihrer Partien gewonnen haben und somit ihre niedrigste Winning Percentage seit 2012/13 aufweisen. Auf eigenem Eis entfalteten die Mozartstädter in den vergangenen Wochen und Monaten aber meist ihr großes Potenzial, von den jüngsten 14 Begegnungen im Volksgarten wurde nur eine einzige (gegen Titelverteidiger Wien) in regulärer Spielzeit verloren.

Aktueller Topscorer der Salzburger ist John Hughes mit 60 Punkten: Seine 45 Assists sind Höchstwert in der EBEL, im dritten Jahr in Folge wird der Kanadier die Regular Season als punktebester Spieler der Bullen beenden. Vom Punkteschnitt pro Spiel her wird Hughes (1,20) aber bereits vom im Oktober (nach)verpflichteten Rob Schremp übertrumpft, der pro Partie 1,31 Zähler auf sein Konto bringt. Bester Saisontorschütze der Mannschaft von Head Coach Greg Poss ist der im vergangenen Sommer verpflichtete Brant Harris, dem bereits 29 Treffer gelangen, drei davon gegen den EC-KAC.
Insgesamt verfügt Salzburg über den nominell wohl stärksten Kader in der Liga, im Aufgebot tummeln sich neben zehn Legionären gleich 14 aktuelle oder ehemalige A-Nationalspieler Österreichs. Zum Pick Round-Kehraus gegen Klagenfurt nicht dabei sein wird aus diesem Kreis allerdings Kapitän Matthias Trattnig, der zwar zum Transferschluss am Donnerstag anstelle von Manuel Latusa wieder in den aktiven Roster aufgenommen wurde, vorerst aber noch verletzungsbedingt ausfällt.

Duelle zwischen dem EC Salzburg und dem EC-KAC gehören zu den brisantesten im österreichischen Eishockey, in jeder der vergangenen drei Spielzeiten trafen  diese beiden Klubs in den Play-Offs aufeinander. Insgesamt standen sich Bullen und Rotjacken seit dem EBEL-Einstieg der Mozartstädter im Jahr 2004 bereits 125 Mal gegenüber, mit 69:56 Siegen und 423:362 Toren spricht die historische Bilanz dabei für Salzburg. Speziell im Volksgarten hatten die Klagenfurter in den letzten Jahren meist einen schweren Stand, allerdings haben sie zwei der bisher erst drei Auswärtsspiele in Salzburg im Rahmen der Zwischenrunde (2008, 2012 und 2017) für sich entschieden.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrt Verteidiger Kevin Kapstad nach seiner verbüßten Sperre wieder zurück ins Lineup. In Salzburg nicht dabei sein wird hingegen der nach wie vor verletzte Marco Richter. Aufgrund von Erkrankungen fraglich sind die Einsätze von David Madlener, David Fischer und Johannes Bischofberger. Niki Kraus, der am Freitag nach zuvor drei Spielen in drei Tagen (EBEL/AHL) pausiert hatte, steht für die Begegnung mit den Bullen wieder im Aufgebot.

 

Der Kommentar:

„Wir haben in den vergangenen zwei Wochen wieder zu unserem Spiel gefunden, arbeiten als Einheit am Eis sehr kompakt und wurden nach vorne wieder genauer in der Umsetzung unserer taktischen Vorgaben. Diesen Flow möchten wir nun auch in der letzten Partie der Regular Season aufrechterhalten, denn es ist immer wichtig, mit einer positiven Erfahrung in die Play-Offs zu gehen. Für Salzburg steht noch viel auf dem Spiel, wir erwarten also, dass sie mit vollem Karacho aus der Kabine kommen und werden darauf vorbereitet sein.“ (Jamie Lundmark, Stürmer EC-KAC)