Rotjacken unterliegen in Salzburg im Shootout

Der EC-KAC lieferte beim bisherigen Tabellenführer Salzburg eine starke Leistung ab und unterlag erst im Penaltyschießen mit 2:3. Im Viertelfinale geht es nun gegen den HCB Südtirol.

Foto: GEPA/RedBull/Osterauer

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC gewann vier seiner fünf Spiele nach dem International Break und sicherte sich damit bereits vorzeitig Tabellenplatz vier und das Heimrecht im Play-Off-Viertelfinale. Am zehnten und letzten Spieltag der Pick Round war für die Rotjacken weder eine Rangverbesserung noch -verschlechterung möglich. Der Ehrgeiz hinsichtlich der Partie gegen den EC Salzburg war dennoch ein großer, waren die Bullen doch das einzige Team in der Liga, das die Klagenfurter in der laufenden Saison (in fünf Anläufen) noch nicht bezwingen konnten. In den beiden jüngsten Begegnungen unterlag man dem letztjährigen Halbfinalgegner jeweils knapp nach Verlängerung bzw. Penaltyschießen.

Der EC Salzburg profitierte von der freitägigen Niederlage des EHC Linz in Klagenfurt und schob sich zum ersten Mal in der aktuellen Spielzeit auf den ersten Tabellenplatz. Die Zielsetzung der Mozartstädter für das Heimspiel gegen Rot-Weiß war es daher, den Platz an der Sonne fixieren, und sich damit einerseits das Heimrecht in allen Play-Off-Runde und andererseits auch den Startplatz für die Champions Hockey League zu sichern. Vor eigenem Publikum musste das Team von Head Coach Greg Poss seit der Länderspielpause zwei Niederlagen bei ebenso vielen Auftritten (gegen Wien und Zagreb) hinnehmen. Insgesamt wurden die Salzburger vor heimischer Kulisse aber nur in einer ihrer letzten 14 Partien in regulärer Spielzeit geschlagen.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrten mit David Madlener (zuletzt erkrankt), Kevin Kapstad (gesperrt) und Niki Kraus (geschont) drei Akteure ins Lineup zurück, die zuletzt beim Heimsieg über den EHC Linz gefehlt hatten. Weiterhin nicht zur Verfügung standen David Fischer (krank) und Marco Richter (verletzt), in Salzburg nicht dabei war zudem auch Topscorer Johannes Bischofberger, der leicht erkrankt ist und daher geschont wurde. Zwischen den Pfosten stand beim EC-KAC erneut Tomáš Duba.

 

Der Spielverlauf:

Die beiden Teams standen sich von Beginn an mit offenem Visier gegenüber, die besseren Möglichkeiten hatten zunächst die Rotjacken. Nachdem innerhalb eines Angriffs Stefan Geier und Jon Rheault gescheitert waren, kam am rechten Flügel der aufgerückte Nick St. Pierre an den Puck, per Direktabnahme sendete er am aus der Position geratenen Torhüter Bernhard Starkbaum vorbei ein – erst 51 Sekunden waren da gespielt. Salzburg setzte sofort zum Gegenangriff an, bei einem Wristshot aus dem hohen Slot von Bobby Raymond (2.) zeigte sich KAC-Goalie Tomáš Duba aber ebenso hellwach wie gegen den frei vor ihm aufgetauchten Alexander Cijan (3.). Salzburgs größte Chance auf den Ausgleich folgte in Minute acht: Ein mehrfach abgefälschter Puck landete unvermutet beim frei am Torraum positionierten Peter Hochkofler, der das Spielgerät aus kurzer Distanz an die Querlatte setzte. Zwei Minuten später stellte der Tabellenführer dann aber auf 1:1: Thomas Raffl nahm aus der eigenen Zone heraus viel Fahrt auf, spielte mit der Rückhand einen mustergültigen Steilpass auf Alexander Rauchenwald, der Duba im „Eins-gegen-Eins“-Duell keine Chance ließ (10.). Dann folgte wieder ein gefährlicher KAC-Anfgriff: Patrick Harand tankte sich am rechten Flügel durch, spielte ins Zentrum auf den mitgelaufenen Niki Kraus, dessen Abschluss jedoch knapp am Pfosten vorbeiging (12.). Auch die nächste Offensivaktion ging von dieser Formation aus: Patrick Harand schob sich diesmal über links bis vors Tor durch, Starkbaum verhinderte mit einem Poke-Check jedoch die finale Krönung des Vorstoßes. Im direkten Gegenzug war der EC-KAC im Glück, als Tomáš Duba einen doppelt abgefälschten Querpass von der Linie kratzen konnte (jeweils 15.). Eine gute Minute später war Mario Huber am linken Flügel ungedeckt, von den Hashmarks aus legte er die Scheibe aber an der langen Ecke vorbei (17.). Die letzte gute Gelegenheit im ereignis- und temporeichen Startdrittel fand Thomas Hundertpfund vor: Er tankte sich zentral durch, brachte vor Goalie Starkbaum mit der Rückhand aber nicht mehr genügend Druck auf den Schläger (18.).

Im Mittelabschnitt kam der EC Salzburg schon früh zu einer glänzenden Möglichkeit, als sich aus der neutralen Zone heraus ein „Drei-gegen-Eins“-Konter ergab, bei dem der letzte verbliebene KAC-Verteidiger, Steven Strong, den letzten Querpass großartig mit den Schlittschuhen blocken konnte (22.). Die erstmalige Führung für die Gastgeber ließ jedoch nicht lange auf sich warten: Bei einem Fernschuss von Alexander Pallestrang von der rechten Seite fehlte Tomáš Duba die Sicht, der Puck schlug zum 2:1 ein (24.). Als die Bullen wenig später zu ihrem zweiten Powerplay der Partie kamen, zogen sie dieses sehr zielorientiert auf, die Rotjacken stemmten sich aber dagegen und blieben ohne weiteren Verlusttreffer. Ganz im Gegenteil, in Minute 28 war das Score wieder ausgeglichen: Manuel Ganahl blockte in der eigenen Zone einen Pass, stürmte mit dem Puck nach vor, kreuzte kurz nach der blauen Linie mit Andrew Kozek, dessen Handgelenksschuss halbhoch in die Maschen folg. Dem ersten und einzigen KAC-Überzahlspiel der Partie fehlte es an Nachdruck, als das numerische Verhältnis am Eis wieder ausgeglichen war, kamen die Rotjacken aber zur nächsten guten Chance: Am Ende eines zweikampfstarken Offensivzonen-Shifts der Talbot-Linie schlitterte die Scheibe durch den Torraum, der am Rücken liegende Bernhard Starkbaum konnte sie im letzten Moment unter sich begraben (31.). Wenig später flog ein ansatzloser Handgelenksschuss von Manuel Ganahl aus dem hohen Slot knapp am Kasten vorbei (32.), ehe die Bullen erneut ein sehr gutes, letztlich aber erfolgloses Powerplay aufs Eis bringen konnten. Den Schlusspunkt im zweiten Durchgang setzte Tomáš Duba, der - obwohl in Bedrängnis - einen verdeckten Schlenzer von Rob Schremp von halbrechts in der Grätsche mit den Beinschonern parierte (39.).

Im dritten Drittel stürmten die Salzburger, die sich im Fernduell mit Wien um Tabellenrang eins nach dem Grunddurchgang befanden und einen Sieg in regulärer Spielzeit benötigten, wild nach vorne, es entwickelte sich nun ein Spiel auf ein Tor. KAC-Goalie Duba konnte sich nahezu im Minutentakt auszeichnen und hielt letztlich den rot-weißen Punktgewinn fest. Zunächst stocherte Peter Mueller einen Rebound knapp über die Querlatte (42.), dann flog eine Deflection von Brant Harris, dem Top-Torjäger der Bullen, um Zentimeter neben das Gehäuse (44.). Gegen John Hughes, der am Torraum an den Puck gelangte, stand Tomáš Duba seinen Mann (47.), auch im nächsten Powerplay der Gastgeber parierte er sowohl einen Schlagschuss aus der Distanz von Rob Schremp als auch einen Rückhand-Rebound von Harris (jeweils 48.). Noch im gleichen Überzahlspiel flutschte ein von Thomas Raffl abgefälschter Mueller-Schuss um Puckbreite am Tor vorbei (49.). Als Mario Huber in Minute 54 mit einem Steilpass durch die neutrale Zone auf die Reise geschickt wurde, stürmte ihm Klagenfurts Goalie entgegen und kam mit dem Schläger noch als erster an die Scheibe. Ganz nahe dran am dritten Treffer war Salzburg dann auch in seinem fünften und letzten Powerplay: Als Julien Brouillette aus kurzer Distanz abzog, fälschte Duba das Spielgerät mit seiner Maske an die Querlatte ab (55.). Die letzte der zahlreichen Großchancen für die Hausherren wurde ebenfalls zur Beute des Tschechen im KAC-Kasten, einen Tip-In-Versuch von Raphael Herburger drehte er förmlich um den Pfosten (58.). Der beherzte Kampf der Rotjacken, der nach spielerisch ansprechenden 40 Minuten zu Beginn in eine Abwehrschlacht im Schlussdrittel ausgeartet war, wurde mit einem Punktgewinn belohnt, mit dem Stand von 2:2 ging es in die Verlängerung.

Auch in der Overtime war Salzburg tonangebend: Mit der Stockhand parierte Duba einen Schlagschuss von Hughes (62.), gegen Martin Štajnoch aus der Drehung war er mit den Pads zur Stelle (64.) und auch bei einem Sololauf von Thomas Raffl, der noch entscheidend vom zurückeilenden Martin Schumnig gestört wurde, blieb der KAC-Schlussmann Sieger. Somit musste über die Vergabe des Zusatzpunktes im Penaltyschießen entschieden werden: Während bei den Klagenfurtern Andrew Kozek und Marco Brucker an Starkbaum scheiterte, legte Peter Mueller für Salzburg vor. Thomas Koch konnte mit einem Lupfer unter die Querlatte nach Haken auf die Rückhand noch ausgleichen, doch schließlich war Raphael Herburger mit einem sehr ähnlichen Move ebenso erfolgreich und brachte seiner Mannschaft den Sieg. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir wussten, dass für Salzburg heute sehr viel am Spiel stand, und erwarteten sie von der ersten Minute an angriffslustig. Damit ist unsere Mannschaft sehr gut umgegangen, ich denke, dass wir eines unserer stärksten ersten Drittel dieser Saison aufs Eis gebracht haben. Insgesamt haben wir aber zu viele Strafen genommen, drei der fünf in der Offensivzone. Zwar war unser Penalty Killing sehr stark, das Momentum wechselte dadurch aber auf die Seite des Gegners. Im dritten Abschnitt mussten wir einige sehr lange Shifts nehmen, haben uns aber gut verteidigt, zudem konnten wir uns auf einen großartigen Goalie verlassen. Das war ein Spiel, das statistisch für uns nicht sehr viel bedeutet hat, umso erfreulicher ist es, wie wir aufgetreten sind. Wir haben erreicht, was wir wollten, nämlich unsere ansteigende Form zu bewahren und für die Play-Offs zu konservieren.“ (Steve Walker, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC beendete die Pick Round und damit den Grunddurchgang der Erste Bank Eishockey Liga auf Tabellenplatz vier, gehen also mit Heimvorteil in das Play-Off-Viertelfinale. Gegner dort wird der HCB Südtirol sein, das erste Duell findet am kommenden Freitag, dem 9. März (Spielbeginn: 19.15 Uhr), in der Stadthalle Klagenfurt statt. Eintrittskarten für diese und die zweite Heimbegegnung am 13. März (19.15 Uhr) sind ab Montag um 9.00 Uhr an den bekannten Vorverkaufsstellen und im Online-Ticketshop des EC-KAC erhältlich. Saisonkarten können ebenfalls ab Montag um 9.00 Uhr für die ersten beiden Heimspiele im Viertelfinale verlängert werden (alle Infos zum Ticketing gibt's hier).
Gegen den HCB Südtirol konnte der EC-KAC alle vier bisherigen Saisonduelle gewinnen, das letzte davon liegt allerdings schon recht lange zurück, es datiert vom 1. Dezember 2017.