Play-Off-Start vor eigenem Publikum

Mit nahezu komplettem Lineup eröffnet der EC-KAC am Freitagabend die Play-Off-Viertelfinalserie gegen den HCB Südtirol mit einem Heimspiel. 

Foto: QSpictures

 

Die Eckdaten:

Im ersten von maximal sieben Spielen der Viertelfinalserie gegen den HCB Südtirol genießt der EC-KAC am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) Heimrecht. Die Abo-Verlängerung für diese und die zweite Play-Off-Partie vor eigenem Publikum endete am Donnerstag zu Mittag, ab sofort sind nur noch Einzelkarten für diese Begegnungen erhältlich: Durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC, an den bekannten Vorverkaufsstellen sowie am Spieltag ab 17.45 Uhr an der Abendkassa. Vom Post Season-Auftakt der Rotjacken gibt es keine TV- oder Streamübertragung, live berichten das Kärntner Eishockeymagazin von Radio Kärnten sowie der Ticker auf kac.at.

 

Die Ausgangssituation:

Die Rotjacken beschlossen sowohl die erste Grunddurchgangsphase als auch die Pick Round auf Rang vier. Nach zunächst durchwachsenen Resultaten in der Zwischenrunde steigerte sich der EC-KAC zuletzt maßgeblich, in der vergangenen Woche wurde gegen jede der drei vor Rot-Weiß platzierten Mannschaften gepunktet. Nun wartet im Viertelfinale der HCB Südtirol auf die Rotjacken, gegen den das letzte Duell (am 1. Dezember) länger zurückliegt als gegen jeden anderen EBEL-Klub. Play-Off-Starts vor eigenem Publikum gelangen den Klagenfurtern in der Vergangenheit recht gut, seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 gingen die Rotjacken zehn Mal mit einem Heimspiel in die Post Season, nur ein Mal (2008 gegen Olimpija Ljubljana) verloren sie dieses Auftaktspiel.

Der HCB Südtirol sicherte sich als achte und letzte Mannschaft ihr Ticket für die EBEL Play-Offs 2018, am finalen Spieltag der Qualifikationsrunde holten die Italiener gegen Znojmo einen 0:3-Rückstand noch auf, siegten mit 4:3 nach Verlängerung und fuhren somit den noch benötigten letzten Punkt ein, um Fehérvár AV19 auf Distanz zu halten. Damit erreichten die Füchse in ihrem fünften Jahr in der Liga zum fünften Mal das Viertelfinale. Der HCB steigerte sich nach schwachem Saisonbeginn, als man zwischenzeitlich gar am letzten Tabellenplatz lag, seit dem Trainerwechsel Ende November kontinuierlich, unter Head Coach Kai Suikkanen wurden bislang 19 von 31 Partien gewonnen.

 

Die Zahlen zum Spiel:

0 – Der EC-KAC gewann alle vier bisherigen Saisonduelle mit dem HCB Südtirol in regulärer Spielzeit, 12:0 Punkte und 12:5 Tore stehen zu Buche. Gänzlich ohne Verlustzähler blieben die Rotjacken 2017/18 außer gegen die Italiener nur gegen Fehérvár AV19.

4 – Seit der Gründung der Bundesliga im Jahr 1965 startete Rot-Weiß erst vier Mal vom vierten Tabellenplatz der Regular Season aus in die Play-Offs: 1985 wurden die Klagenfurter Meister, 1990, 1992 und 1994 scheiterten sie jeweils im Semifinale (wobei das Halbfinale in den beiden letztgenannten Fällen die erste Runde  der KO-Phase bildete).

8 – Die zu Saisonbeginn evidente Auswärtsschwäche des HCB Südtirol ist seit dem Trainerwechsel Ende November nahezu verschwunden: Unter Kai Suikkanen gewannen die Füchse acht ihrer 15 Partien in der Fremde, nachdem in der Ära von Pat Curcio nur zwei von zwölf Auswärtsbegegnungen erfolgreich gestaltet werden konnten.

10 – In den zehn Spielzeiten seit der Einführung der Viertelfinals in der EBEL hat der EC-KAC ein Mal die Play-Offs verpasst, drei weitere Male scheiterte Rot-Weiß in der ersten KO-Runde. Sofern die Klagenfurter nach der Regular Season auf Rang sechs oder besser platziert lagen, erreichten sie in jeder der letzten neun Saisonen das Finale.

14 – In den letztjährigen Play-Offs, die für den EC-KAC mit dem Vizemeistertitel endeten, avancierte Stefan Geier mit 14 Punkten (neun Tore, fünf Assists) zum Topscorer der Rotjacken. Auf zwölf Zähler kam Thomas Koch, jeweils zehn Punkte konnten Manuel Geier, Manuel Ganahl und David Fischer verbuchen.

38 – KAC-Torhüter Tomáš Duba kam in der laufenden Saison in zwei der vier Begegnungen mit den HCB Südtirol, seinem ehemaligen Klub, zum Einsatz. Dabei parierte er alle 38 auf sein Tor abgegebenen Schüsse. Saisonübergreifend feierte der Tscheche gegen die Italiener vier Siege in Serie, sein letzter (und bisher einziger) Loss gegen Bolzano im Rotjacken-Trikot datiert vom 17. November 2016 (2:3-Auswärtsniederlage, Anm.).

 

Der Gegner:

Der HCB Südtirol hat in seinem fünften Spieljahr in der Erste Bank Eishockey Liga zum fünften Mal die Play-Offs erreicht. Der Überraschungsmeister von 2014 versteht es in jeder Saison aufs Neue, sich in der entscheidenden Phase der Meisterschaft maßgeblich zu seigern. In der Regular Season haben die Füchse 26 ihrer 54 Partien gewonnen, die Siegesquote von 48,1 Prozent ist zwar die niedrigste der EBEL-Historie des Klubs, sie ist aber vornehmlich der schwachen Phase zu Saisonbeginn geschuldet. Nach Klagenfurt kommen die Italiener in guter Form, sie entscheiden sieben ihrer jüngsten acht Begegnungen der Qualifikationsrunde für sich.

Insgesamt zeichnet das diesjährige HCB-Team grundsätzlich eher seine mannschaftliche Geschlossenheit aus, dennoch gilt es insbesondere auf einzelne Offensivakteure aufzupassen: Mike Halmo, Alex Petan und Chris DeSousa sammelten im Grunddurchgang allesamt mehr Punkte als etwa KAC-Topscorer Thomas Koch. Als gefährlichster Angreifer darf jedoch zweifelsohne Austin Smith betrachtet werden, der verletzungsbedingt lange fehlte, in der Zwischenrunde aber wieder zu seiner Form gefunden hat, wie neun Scorerpunkte (inklusive sieben Treffer) in den zehn Partien belegen.
Speziell seit dem Trainerwechsel haben sich die Füchse aber auch defensiv gesteigert und ihren Saisonschnitt an Gegentreffern pro Spiel auf 2,61 gesenkt - den niedrigsten der fünf EBEL-Jahre der Südtiroler. Wesentlichen Anteil daran hat auch der aus seiner Zeit in Klagenfurt bestens bekannte Goalie Pekka Tuokkola: Der Finne musste bei 29 Einsätzen nur neun Niederlagen nach regulärer Spielzeit hinnehmen und überzeugte mit einem starken Gegentorschnitt (GAA) von 1,98. Sein einziges Saisonspiel gegen die Rotjacken bestritt er allerdings nicht im Trikot des HCB: Mitte Oktober stand er beim 5:2-Erfolg der Vienna Capitals in der Stadthalle im Tor der Wiener.

In der Geschichte der EBEL stand der HCB Südtirol dem EC-KAC bisher 24 Mal gegenüber, 13 dieser Duelle gingen an die Rotjacken, elf an die Füchse. In mehr als 70 Prozent der Konfrontationen, exakt 17 von 24 Partien, setzte sich der jeweilige Gastgeber durch. In Klagenfurt mussten sich die Italiener bei jedem ihrer jüngsten vier Auftritte geschlagen geben, ihr letzter Erfolg in der Stadthalle datiert vom 14. Oktober 2016.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC kann zum Play-Off-Auftakt personell nahezu aus dem Vollen schöpfen, bis auf den verletzten Marco Richter sind alle Kaderspieler einsatzfähig. Die zuletzt leicht erkrankten und daher geschonten David Fischer und Johannes Bischofberger haben in der laufenden Woche wieder das volle Trainingspensum absolviert. Auf der Torhüterposition erhält im ersten Viertelfinalspiel Tomáš Duba den Vorzug.

 

Der Kommentar:

„Unsere Mannschaft brennt auf den Play-Off-Start. Wir haben in den beiden vergangenen Wochen gute Resultate eingefahren und über weite Strecken schon jenes kompakte Eishockey gespielt, das in der KO-Phase der Meisterschaft gefordert ist. Gegen den HCB Südtirol sind wir schon lange nicht mehr angetreten, die Füchse sind ein ganz anderes Team als jenes, das wir im Herbst vier Mal bezwungen haben. Aber wir schauen in erster Linie auf uns selbst, möchten ab dem ersten Shift unser Potenzial ausschöpfen. Die sprichwörtlich heißeste Zeit des Jahres ist endlich da, wir hoffen, dass - wie schon im Vorjahr - auch heuer wieder die ganze Stadt, das ganze Bundesland hinter uns steht und uns durch die Play-Offs trägt.“ (Manuel Geier, Kapitän EC-KAC)