KAC
 
Bill  Billigan
kac
Meisterjahr 1984/85 - Bill Gilligan KAC-Trainer

Eishockey Kärnten wurde langsam unruhig! Das erfolgsverwöhnte Publikum wartete seit dem letzten Titelgewinn des KAC 1980 bzw. des VSV 1981 vergeblich auf einen neuerlichen Triumph. Die VEU Feldkirch beherrschte die Eishockeyszene und hatte bereits drei Titel in ununterbrochener Reihenfolge ins Ländle geholt.

Aus diesem Grunde unternahmen beide Vertreter unseres Bundeslandes vor der Saison 1984/85 alle Anstrengungen, um die Hierarchie wieder herzustellen.

Vor der Saison wurde der Austragungsmodus grundlegend geändert. Der Meister sollte in einem Grunddurchgang, einer Play-off und einer Super-Play-off-Runde ermittelt werden. Außerdem hatte die großzügige Finanzpolitik einiger Vereine negative Spuren hinterlassen. Der Kapfenberger SV musste kurz vor Meisterschaftsbeginn passen und den Konkurs anmelden. WAT Stadlau war gezwungen, gewaltig zurück zu schrauben und auch der Grazer SV hatte große wirtschaftliche Probleme. Eine Bereicherung sollte der Aufsteiger EHC Lustenau darstellen.

Hoher Favorit war der EC Innsbruck, der alles daran gesetzt hatte, den Meistertitel nach Tirol zu holen.

In Klagenfurt sah man sich nach verpatzter Saison 1983/84 vor die Entscheidung gestellt, nochmals zu investieren und eine starke Mannschaft auf die Beine zu stellen oder auf Sparflamme zu kochen und die sportliche Bedeutungslosigkeit zu riskieren. Nach eingehender Diskussion entschlossen sich die Verantwortlichen für die erste Variante. Alle Stammspieler wurden weiter verpflichtet. Außerdem stießen Nationalverteidiger Walter Schneider aus Wien und Juniorenauswahlspieler Reinhold Sodia aus Salzburg zur Mannschaft. Durch die Rückkehr von Gert Kompajn und Gernot Kakl wurde die Abwehr so verstärkt,  dass es möglich wurde, zwei ausländische Stürmer zu engagieren. Brock Tredway und Ernie Godden waren junge unverbrauchte Spieler, die für die nötigen Tore sorgen sollten. Mit Bill Gilligan wurde ein Trainer geholt, der zwar noch keine Praxis als Betreuer vorweisen konnte, von dem man aber auf Grund seines Sachverstandes gute Arbeit erwarten durfte.

Doch die Umstellung von Sindelar auf Gilligan, Ausländer die vorerst hinter den Erwartungen blieben und viel Verletzungspech (König, Schneider, Sulzer und Solderer wurden zum Teil schwer verletzt) bewirkten, dass wir den Grunddurchgang auf dem dritten und die Play-off gerade noch auf dem vierten Platz beendeten.

Die Chancen standen daher schlecht. Aber der gezielte Trainingsaufbau, die gute taktische Einstellung und der legendäre KAC-Kampfgeist führten im Semifinale zum Erfolg über den EHC Lustenau. Im Finale wartete die Millionenmannschaft Innsbruck. Sieben Legionäre, angeführt von den Superstars Stankiewicz, Holst und Kostiliew schienen Garanten für den ersten Innsbrucker Titel nach mehr als zwanzig Jahren. Vor dem Spiel in der Tiroler Hauptstadt bezeichnete Fernsehkommentator Robert Seeger alles andere als einen klaren Innsbrucker Sieg als Riesensensation.

Aber der KAC ließ sich nicht beeindrucken und fügte dem haushohen Favoriten mit 6:2 die erste Heimniederlage in der laufenden Meisterschaft zu. Durch diesen Erfolg eröffnete sich die Chance, mit einem Heimsieg alles klar zu machen. Diese Gelegenheit ließ sich unsere Mannschaft nicht mehr nehmen. In der ausverkauften Klagenfurter Stadthalle wehrten sich die Tiroler zwar verbissen, mussten sich schließlich aber nach einem hochdramatischen Spiel mit 5:2 geschlagen geben. Nach fünf Jahren Pause hieß der frenetisch gefeierte österreichische Meister wieder KAC. Nach den beiden Finalspielen kommentierte ORF-Eishockeyexperte Erich Weiß die Leistung unserer Mannschaft: „Der KAC spielte perfekt. Besser kann man, zumindest in Österreich, nicht Eishockey spielen!“  

Mannschaft:
Trainer: Bill Gilligan
Teamtrainer: Rudi Killias
Mack
Schaunig
Sulzer
Schneider
Fritz
Kompajn
Tredway
Godden
Koren
König
Pöck
Lebler
Solderer
Schretter
Ban
Edlinger
Ratchuk Peter
Sky

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