Ihren möglichen Gegner im
Halbfinale kennen beide Mannschaften schon: Vizemeister EC Red Bull Salzburg
würde in der Vorschlussrunde auf das Überraschungsteam, KHL Medvescak Zagreb,
treffen und Meister EC-KAC bekäme es mit dem EHC LIWEST Black Wings Linz zu tun. Vom Halbfinale sind beide Vereine allerdings noch
einen Sieg entfernt! Nach sechs Spielen steht es in der
Best-of-seven-Viertelfinalserie 3:3: Beide Mannschaften gewannen jeweils zwei
Auswärtsspiele und ein Heimspiel. Jetzt muss ein siebtes Spiel die Entscheidung
bringen! Der Gewinner steht im Halbfinale, für den Verlierer ist die Erste Bank
Eishockey Liga Saison 2009/10 zu Ende.
Im Vorjahr standen sich die beiden Teams im Playoff ebenfalls gegenüber, jedoch
erst im Finale. Auch damals ging die Finalserie über sieben Spiele. Im letzten
Match setzte sich schließlich der EC-KAC - zu Hause - knapp mit 2:1 durch.
Heuer haben die Red Bulls das Heimrecht auf ihrer Seite.
Niemand will jetzt ausscheiden
Beim EC Red Bull Salzburg war am Samstag ein Team-Meeting angesetzt.
Hauptthema in der Vorbereitung auf die alles entscheidende siebte Partie:
Disziplin. Kapitän Thomas Koch spricht es an: „Uns hat in der ganzen Serie die Disziplin gefehlt. Wer so oft auf der
Strafbank sitzt, gewinnt in Klagenfurt nicht, so einfach ist das. Man verliert
den Rhythmus und schon passieren die Gegentreffer.“ Sturmkollege Marco
Pewal stimmt zu und schätzt die Chancen „auf
50:50. Wir denken aber nicht ans Ausscheiden, sondern daran, wie wir gewinnen
können. Disziplin ist das Wichtigste in diesem Spiel.“ Jungstar Kevin
Puschnik ist mit der Chancenverwertung unzufrieden: „Wir haben unsere Chancen nicht in Tore umgesetzt; der KAC hat das besser
gemacht. Ausscheiden will jetzt niemand. Wir haben zu lange zu hart gearbeitet,
um uns jetzt eliminieren zu lassen.“
Tickets für das Spiel sind ausverkauft. SKY Sport Austria überträgt das Spiel
ab 17.45 Uhr live aus dem Salzburger Volksgarten.
Bullen-Headcoach Pierre Page stehen Kelsey Wilson und Wilhelm Lanz (beide verletzt)
sowie Matthias Trattnig (gesperrt) nicht zur Verfügung.
Der EC-KAC ist zuversichtlich
Auch für (Rekord-)Meister EC-KAC gilt, siegen oder fliegen. Headcoach Many
Viveiros erklärte: „Wenn man uns - mit
all unseren Verletzten – vor den Play-Offs gesagt hätte: Ihr werdet die Chance
haben, gegen Salzburg ein Spiel Sieben zu bestreiten, hätten wir es sofort
genommen. Nun haben wir Spiel Sechs gewonnen, dabei, und auch bei Spiel Fünf
gut gespielt. Wir haben uns mit der Aufgabe gesteigert und das Momentum liegt
nun bei uns. Ein Spiel Sieben ist immer eine harte Angelegenheit, doch nun
haben wir genau das, wofür wir ein Jahr lang gearbeitet haben. Und jetzt wollen
wir gewinnen. Wir haben das Selbstvertrauen.“ Ein Rückblick auf letztes Jahr ist erlaubt, so
Viveiros: „Das letztjährige Finale war
beispielhaft für wie ein Spiel laufen sollte: Hart geführt, wie es sich für ein
Spiel Sieben gehört, und doch von den Spielern entschieden. Die Referees zogen
ihre Line durch, jeder Spieler wusste, wie weit er gehen konnte. Ähnliches sah
man auch bei den Olympischen Spielen in Vancouver, im Finale, aber auch als
Kanada gegen Russland um den Finaleinzug kämpfte. Das sind die besten
Eishockey-Spiele.“
Zuversichtlich sind seine Spieler, wie zum Beispiel
Thomas Hundertpfund: „Wir wollen noch
nicht auf Urlaub! Wir wollen bis Anfang April spielen!“ oder Herbert Ratz: „Die Fans in unsere Halle sind so großartig,
auch die, die den langen Weg nach Salzburg machen unterstützen uns so toll,
pushen uns immer nach vorne. Der Druck ist in Spiel Sieben für beide
Mannschaften extrem hoch. Wir müssen den ganzen Weg gehen und Spiel Sieben in
Salzburg gewinnen!“
Weiterhin fehlen den Rotjacken Sean Brown, Paul Schellander, Raphael Herburger
und David Schuller.
Wert zu
wissen
Mike Siklenka ist gegen den KAC schon die ganze
Saison extrem motiviert. Im Play-Off traf er drei Mal, im Grunddurchgang vier
Mal ins Netz seiner ehemaligen Kollegen. Dagegen machte Ryan Duncan nach drei
Treffern in der regular Season in den Play-Offs keinen Stich mehr. Auch Thomas
Koch fiel von drei auf einen Treffer zurück.
Beim KAC konnten sich die Routiniers Dieter Kalt (2) und Andy Schneider (3)
sowie Gregor Hager (2) in den Playoffs beim Tore Schiessen steigern, während
Mike Craig (1 statt 4 Tore in der Post-Season) und Chris Brandner (2 statt 3)
abfielen.