CHL-Gegner im Portrait: Tappara Tampere

In der Vorrundengruppe A der Champions Hockey League trifft der EC-KAC auch auf Tappara Tampere aus Finnland.

CHL-Gegner im Portrait: Tappara Tampere

Im ersten Bewerbsspiel der neuen Saison 2019/20 auf Klagenfurter Eis werden die Rotjacken am 29. August (Spielbeginn: 19.30 Uhr, Tickets hier erhältlich) auf Tappara Tampere treffen. Im Folgenden stellt kac.at den finnischen Spitzenklub genauer vor. 

 

Klubidentität

Tappara (frei ins Deutsche übersetzt: „Streitaxt“) wurde im Jahr 1955 gegründet und stieg direkt in die höchste Liga Finnlands ein. Dort feierte der Klub umgehend große Erfolge: 1959, 1961 und 1964 krönte man sich zum Meister. Als amtierender Titelträger stieg man 1965 in die Zweitklassigkeit ab, das Intermezzo dauerte jedoch nur eine Saison, seit 1966 spielt Tappara durchgehend in der ersten Liga. Dabei gewann der Verein elf weitere Male die Meisterschaft (zuletzt 2017). In jeder der jüngsten sieben Saisonen beendete man den Liiga-Grunddurchgang auf einem der ersten drei Ränge, nach sechs Finaleinzügen in Serie schied man in der abgelaufenen Spielzeit erstmals wieder im Halbfinale aus.

Beheimatet ist Tappara in Tampere, der drittgrößten Stadt Finnlands. Den Großraum bewohnen rund 380.000 Menschen, sodass Tampere als die größte Binnenstadt innerhalb der Nordischen Länder gilt. Das Fehlen eines Meerzugangs wird von der Lage der Stadt zwischen zwei Seen, dem Näsijärvi (der mit seinen knapp 8.000 Quadratkilometern nahezu die Fläche Kärntens erreicht) und dem Pyhäjärvi, kompensiert.

Die Vereinsfarben Tapparas sind Blau, Orange und Weiß, sie gehen auf den Vorgängerklub, den Tammerfors BK der schwedischen Minderheit, zurück. Das Klublogo ziert dem Namen entsprechend eine orange Streitaxt auf blauem Grund. Mit dem Stadtrivalen Ilves, der mit 16 bislang zwei Meistertitel mehr erringen konnte als Tappara, teilt der Verein die Spielstätte: Die umgangssprachlich als Hakametsä bezeichnete Halle wurde 1965 errichtet und bietet heute 7.300 Zusehern Platz (Zuseherschnitt Tapparas im Liiga-Grunddurchgang 2018/19: 5.227). In zwei Jahren übersiedeln die beiden Traditionsklubs gemeinsam in die aktuell im Bau befindliche Tampereen Monitoimiareena, die für 13.000 Fans ausgerichtet sein wird.

 

Letzte Saison

Tappara übersprang in der vergangenen Liiga-Saison 2018/19 zum siebten Mal in Folge die 100-Punkte-Marke: In den 60 Partien der Regular Season wurde man nur 19 Mal besiegt, als Tabellenzweiter hinter dem überlegenden Grunddurchgangssieger Kärpät gelang die Play-Off-Qualifikation souverän. Nach einem 4:0-Sweep gegen Lukko (mit Manuel Ganahl) im Viertelfinale zog Tappara im Halbfinale gegen den späteren Meister HPK (aus Hämeenlinna) mit 2:4 den Kürzeren. Im „kleinen Finale“ besiegte Tampere dann den Hauptstadtklub HIFK, das Liiga-Finale ging jedoch erstmals seit 2012 ohne Beteiligung Tapparas über die Bühne.

Überlegener Topscorer des Teams war im Vorjahr Kristian Kuusela, der in 71 Partien 63 Punkte sammeln konnte. Der mittlerweile 36-jährige Routinier schaffte es dadurch auch in das WM-Aufgebot Finnlands und holte sich mit der „Leijonat“ in Bratislava den dritten Weltmeistertitel ihrer Geschichte. Mit Niko Ojamäki, der mit 24 Saisontreffern zum besten Torjäger des Klubs 2018/19 avancierte, stand ein weiterer aktueller Spieler Tapparas im weltmeisterlichen Aufgebot Finnlands. Ein Ausrufezeichen setzte im Vorjahr auch Goalie Christian Heljanko, der, obwohl erst 21 Jahre jung, zur Nummer eins im Tor aufstieg und somit den langjährigen NHL-Schlussmann Niklas Bäckström ins zweite Glied zurückdrängte.  

 

CHL-Geschichte

Tappara Tampere ist der einzige Klub aus der finnischen Liiga, der sich für jede der bisher sechs Auflagen der Champions Hockey League seit deren Einführung 2014 qualifizieren konnte. Dabei präsentierte sich die „Streitaxt“ vor allem in der Vorrunde als überaus erfolgreich: In vier der fünf Saisonen (ausgenommen 2016/17, als man Zweiter hinter dem HC Lugano wurde) gewann Tappara seine Gruppe. Weniger erbaulich gestaltete sich hingegen die Bilanz in der KO-Phase der CHL: Ebenfalls in vier von fünf Spielzeiten kam das Aus in der ersten Runde, lediglich 2015/16 übersprang Tampere die Hürde HC Vítkovice im Sechzehntelfinale. Jeweils im Achtelfinale scheiterte Tappara an den Frölunda Indians, Luleå Hockey, JYP Jyväskylä und im Vorjahr Kometa Brno. Insgesamt bestritten die Finnen in ihrer Geschichte bislang 38 CHL-Partien, dabei standen (bei einem Unentschieden) 22 Siegen 15 Niederlagen gegenüber.

 

KAC-Bezüge

Obwohl sich der EC-KAC und Tappara Tampere am Eis noch nie gegenüberstanden, gibt es doch zahlreiche Verbindungen zwischen den beiden Klubs. Von den insgesamt 19 finnischen Spielern, die in der KAC-Geschichte das rot-weiße Trikot übergestreift haben, spielte fast die Hälfte, nämlich neun, davor oder danach auch für Tappara.

Den klangvollsten Namen aus dieser Gruppe trägt zweifellos der leider im März verstorbene Pertti Koivulahti, der für die Klagenfurter in der Saison 1979/80 nicht weniger als 52 Bewerbsspiel-Tore erzielte und sowohl davor als auch danach ausschließlich für seinen Stammverein Tappara auflief (15 Saisonen, davon acht als Kapitän). Ebenfalls für beide Vereine im Einsatz waren seine Landsmänner Esko Kaonpää, Seppo Ahokainen, Jukka Porvari, Harri Laurila, Petri Matikainen, Jaako Niskavaara, Kim Strömberg und Pekka Tuokkola. Sowohl für den EC-KAC als auch für Tappara liefen zudem die Kanadier Andy Chiodo, Joey Tenute und Kevin Doell auf, Rauno Korpi arbeitete für beide Klubs als Trainer. 

 Tappara Tampere

Seppo Ahokainen (links) und Pertti Koivulahti (rechts) im August 1979 bei ihrer Ankunft am Flughafen Klagenfurt. Die finnischen Stürmer spielten beide sowohl für Tappara Tampere als auch den KAC, gemeinsam absolvierten sie für die zwei Klubs ingesamt 958 Ligaspiele, in denen sie unglaubliche 449 Tore erzielen konnten.