Klarer Rotjacken-Sieg in Graz

Der EC-KAC punktete auch im siebten Auswärtsspiel in Folge: Die Rotjacken siegten am Neujahrstag bei den Graz 99ers mit 6:2. 

Foto: Graz 99ers/Krainbucher

 

Die Ausgangssituation:

Nachdem dem EC-KAC rund um Weihnachten zwei Siege gegen Wien (5:3) und in Villach (4:0) gelungen waren, mussten sich die Rotjacken am vergangenen Mittwoch mit einem Zähler begnügen, sie unterlagen den Graz 99ers auf eigenem Eis mit 1:2 nach Verlängerung. In der Tabelle nahmen die Rotjacken damit unverändert Rang vier ein, mit 1,73 gewonnenen Punkten pro Saisonspiel notieren sie aktuell für ihren zweithöchsten Wert innerhalb der letzten acht Spielzeiten. Insbesondere in der Fremde vermochten die Klagenfurter heuer zu überzeugen: Sie punkteten in zehn ihrer bislang 14 Auswärtsspiele, darunter in jedem der letzten sechs (fünf Siege und eine Shootout-Niederlage bei Fehérvár AV19).

Die Graz 99ers konnten sich mit dem jüngsten Auswärtssieg in Klagenfurt wieder auf Tabellenposition sieben verbessern, allerdings stellte der Erfolg in der Stadthalle ihren erst zweiten Sieg im Verlauf der letzten 13 Runden dar. Den Rotjacken waren die Steirer im ersten Saisonduell in Liebenau Ende November mit 3:6 unterlegen, von den seither ausgetragenen sieben Heimspielen verloren die 99ers gleich sechs. Probleme hatten die Grazer, die vor fünf Wochen noch das ICE-Tableau anführten, zuletzt vor allem in der Offensive: In ihren jüngsten vier Begegnungen konnten sie insgesamt nur drei Mal jubelnd abdrehen.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken ergaben sich gegenüber dem „Hinspiel“ gegen Graz vor zwei Tagen zwei Veränderungen im Lineup: David Madlener war wieder gesund und kam (als Backup für Sebastian Dahm) zurück in das Lineup. Hingegen fiel Stefan Geier aufgrund einer kurzfristigen und leichten Erkrankung aus, seinen Platz nahm Marcel Witting (zuletzt Healthy Scratch) ein. Der EC-KAC wechselte auf sieben Verteidiger und 13 Stürmer, Kele Steffler in der Abwehr und Michael Kernberger im Angriff waren die zusätzlichen Kräfte im Aufgebot. Insgesamt umfasste das rot-weiße Lineup 47,5 Kaderpunkte, was Saisonhöchstwert darstellte.

 

Der Spielverlauf:

Nach eher ereignisarmen Anfangsminuten wurde es erst im ersten KAC-Powerplay der Partie richtig gefährlich: Eine Direktabnahme von Nick Petersen aus halblinker Position knallte ebenso an die Stange (4.) wie ein Blueliner von Blaž Gregorc (5.). Eine Tičar-Deflection, ein Koch-Onetimer (jeweils 4.) und ein Haudum-Rückhandschuss (6.) flogen knapp am Kasten vorbei, sodass das druckvolle Überzahlspiel ohne Erfolgserlebnis zu Ende ging. Ihren ersten Treffer erzielten die Klagenfurter aber wenig später: Matt Fraser spritzte im Angriffsdrittel in einen Querpass, legte auf Lukas Haudum ab und dieser brachte den EC-KAC mit einem Vorhandschuss in die rechte Ecke in Führung (7.). Die Hausherren kamen anfangs nur schwerlich in aussichtsreiche Positionen, in Minute elf hatte Erik Kirchschläger aber den Ausgleich am Schläger: Adis Alagić legte aus dem Zentrum nach Linksaußen auf den aufgerückten Verteidiger ab, dieser setzte den Puck jedoch nur auf den Pfosten in der kurzen Ecke (11.). In einem ersten 99ers-Powerplay verteidigten sich die Rotjacken mit vier Clearings gut, dennoch kamen die Steirer zu einer guten Gelegenheit: Der schon im „Hinspiel“ am Mittwoch sehr auffällige Abwehrspieler Anton Mylläri schlenzte aus dem hohen Slot hauchdünn über die Querlatte (14.). In seinem zweiten Überzahlspiel - Moderer hatte Fraser gelegt - brauchte der EC-KAC zunächst lange, um in die Formation zu kommen: Als Thomas Koch von halbrechts abzog, rettete Goalie Felix Nussbacher mit der Schulter, den Rebound legte der neben dem Gehäuse platzierte Rok Tičar mit viel Übersicht zurück auf Koch, der seinen zweiten Versuch dann auch verwerten konnte (19.). 

Auch im zweiten Durchgang hatten die Rotjacken mehr vom Spiel: Mit einem feinen Steilpass schickte Martin Schumnig Matt Fraser vertikal, der schloss jedoch nicht selbst ab, sondern legte auf den mitgelaufenen Koch quer, das Zuspiel verfing sich im Skate eines Grazer Verteidigers (25.). Als Johannes Bischofberger rechts so lange verzögerte, bis er den idealen Diagonalpass auf den steil gegangenen Blaž Gregorc anbringen konnte, scheiterte dieser mit seinem Abschluss an Nussbachers Fanghand (26.). Der Torhüter der 99ers zeichnete sich wenig später erneut aus: Matt Fraser versuchte am Ende eines Sololaufs den Puck mit der Backhand durch Nussbachers Beine hindurchzuschieben, dieser schloss das „Five Hole“ aber rechtzeitig (32.). Als Bischofberger scharf an den Torraum spielte und Obersteiner gut abfälschte, machte sich der Goalie breit und parierte ebenfalls (33.). Dann kam - mit seiner ersten nennenswerten Gelegenheit in Drittel zwei - auch der Gastgeber auf das Scoreboard: Hunter Fejes schlenzte vom linken Faceoff-Punkt aus, Dahm hielt zwar, der Puck kam aber hinter ihm auf der Torlinie zu liegen, Fejes stocherte sie selbst über ebendiese (34.). Um ein Haar wäre Graz dann auch der Ausgleich geglückt: Sointu chippte den Puck an den Torraum zu Cameranesi, Dahm rutschte dazwischen und fixierte die Scheibe im Nachfassen (38.). Auf der Gegenseite schlug der EC-KAC zu: Clemens Unterweger umkurvte das Gehäuse, steckte das Spielgerät vorher aber noch zurück zu Nick Petersen, dessen erster Versuch geblockt wurde. Der Topscorer kam aber an seinen eigenen Rebound und lupfte ihn - verlängert von Rok Tičar - in die lange Ecke (38.). Gleich in der nächsten Szene spielte Petersen diagonal an den Crease, gleich zwei seiner Mitspieler wischten vor dem halbleeren Gehäuse über den Puck (39.). Dass die Rotjacken mit einem Zwei-Tore-Vorsprung in die zweite Pause gingen, hatten sie Sebastian Dahm zu verdanken: Fejes kam unmittelbar vor dem Kasten an seinen eigenen Rebound, der Däne fuhr aber seinen linken Beinschoner aus und blockierte die Scheibe auf ihrem vermeintlichen Weg ins Tor (40.). 

Der Schlussabschnitt begann mit einem mitgenommenen 99ers-Powerplay, Mylläri schoss von halbrechts an der langen Ecke vorbei (41.). Als Koch auf Fraser durchsteckte und dieser freie Bahn hatte, verfehlte er den Kasten, im direkten Gegenzug schoss Sointu am Ende eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters mit Cameranesi ebenfalls am Ziel vorbei (jeweils 43.). Im dritten Powerplay für Klagenfurt flog eine Petersen-Direktabnahme zu zentral auf Nussbacher (47.), dann traf Graz auf doppelt glückliche Weise in Unterzahl: Weil ein Linienrichter Paul Postma im Weg stand, kam Matias Sointu über links zur Solochance, Dahm parierte mit dem Pad, der Puck sprang aber genau auf den Schlittschuh des Stürmers zurück und von dort ins Tor (48.). Im nächsten rot-weißen Überzahlspiel glückte den Steirern sogar beinahe der Ausgleich, Tony Cameranesi fand beim Abschluss eines „Zwei-gegen-Eins“-Tempoangriffs aber seinen Meister in Sebastian Dahm (51.). Als Fejes wenig später einmal mehr einen Gegenspieler als Screen nutzte, sah der KAC-Goalie die Scheibe erst spät, konnte sie aber dennoch arretieren (53.). In der Schlussphase der Partie konnten die Klagenfurter das Score dann noch deutlich zu ihren Gunsten ausbauen: Ein zunächst am Torraum liegender Rebound wurde unzureichend geklärt, in Bedrängnis brachte Thomas Hundertpfund den Puck von hinter der verlängerten Torlinie aus und unter dem Grazer Goalie hindurch zurück an den Crease, wo Nick Petersen nur noch einschieben musste (54.). Dann sprang ein unkontrollierter Pass der Steirer genau zu Johannes Bischofberger, der sich noch eine bessere Schussposition erlief und letztlich von den linken Hashmarks aus mit der Vorhand einsendete (57.). Den Schlusspunkt setzte schließlich Kapitän Manuel Ganahl, der von Thomas Hundertpfund mit viel Übersicht per Steilpass bedient wurde und Felix Nussbacher im „Eins-gegen-Eins“ keine Chance ließ. Das Referee-Team anerkannte den Treffer nach kurzer Diskussion, obwohl Ganahl bei der ursprünglichen Scheibenannahme recht deutlich im Abseits gestanden war. Der Endstand lautete somit 6:2 für den EC-KAC. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben heute hart, aggressiv und mit viel Herz gespielt, das war der Schlüssel zum Erfolg. Unsere Mannschaft hat sich gut bewegt, der Forecheck war stark und wir sind in nahezu allen Situationen als geschlossene Einheit von fünf zusammenwirkenden Spielern aufgetreten. Da war heute kein Passagier dabei, alle 22 marschierten in eine gemeinsame Richtung und das ist die Spielweise, die wir immer an den Tag legen möchten. Ich denke, dass beide Gegentore recht unglücklich zustande kamen, das hat das Team aber mental sehr gut weggesteckt und ich bin zufrieden, dass wir mit diesem Mindset auftreten.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Am Neujahrstag konnten alle fünf Partien in der bet-at-home ICE Hockey League von jenen Teams gewonnen werden, die aktuell auf den ersten fünf Rängen der Tabelle liegen. Die Rotjacken punkteten in der Steiermark in ihrem siebten Auswärtsspiel in Folge, wie schon im ersten Gastspiel in Graz-Liebenau erzielten sie sechs Treffer, für die sechs verschiedene Schützen verantwortlich zeichneten. Bereits übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 16.30 Uhr) steht für den EC-KAC das nächste Spiel am Programm, in der heimischen Stadthalle empfangen die Klagenfurter den EC VSV zum vierten Kärntner Derby der Saison, Puls24 überträgt live. In der Fremde sind die Rotjacken erst wieder am kommenden Freitag im Einsatz, dann gastieren sie bei Schlusslicht Linz.