Michael Kernberger im Gespräch

Der aktuell gesperrte KAC-Verteidiger bedauert sein Vergehen vom Dienstag, bei dem sich Wiens Patrick Kittinger schwer verletzen hätte können.

Foto: QSpictures

Mit dem hart erkämpften 1:0-Erfolg bei den Vienna Capitals fuhr der EC-KAC am Dienstagabend seinen vierten Sieg in Serie ein. Die Freude darüber wurde aber durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Wien-Stürmer Patrick Kittinger getrübt, der von Michael Kernberger gegen die Bande gecheckt wurde. Im Gespräch mit kac.at zeigt sich der Abwehrspieler der Rotjacken reumütig.

 

kac.at: Michael, seit dem Spiel in Wien sind nun zwei Tage vergangenen, die sicherlich sehr turbulent für Dich waren. Wie hast Du die Situation in der 32. Spielminute der Partie erlebt, in der es zu Deinem Foulspiel gegen Patrick Kittinger kam?
Michael Kernberger: Als eine Situation, in der ich mich sehr dumm verhalten habe. Ich schickte Patrick Kittinger mit einem Cross Check gegen die Bande, in einem Moment, in dem er aufgrund des Bewegungsablaufs sehr verwundbar war. Als ich die Szene später auf Video gesehen habe, konnte ich kaum glauben, dass ich das sei, der dieses unnötige und vor allem gefährliche Foul beging.
kac.at: Es folgten bange Minuten für die Spieler beider Mannschaften und die 5.000 Zuseher in der Halle. Was ging Dir durch den Kopf?
Michael Kernberger: Mein erster Impuls, als ich Patrick regungslos am Eis liegen sah, war, dass ich sofort zu ihm hinfahren und mich um ihn kümmern wollte, doch da wurde ich schon von einem seiner Mitspieler in einen Faustkampf verwickelt. Insofern blieb da nicht viel Zeit, mir große Gedanken zu machen. Doch schon am Weg in die Kabine lief mir ein eiskalter Schauer über den Rücken angesichts dieser schlimmen, von mir verursachten Szene.
kac.at: Nachdem es zunächst sehr böse für den Wiener Stürmer ausgesehen hatte, gab es in der zweiten Drittelpause vorsichtige und nach entsprechenden Untersuchungen am Folgetag endgültige Entwarnung, was eine mögliche Verletzung im Kopf- bzw. Wirbelsäulenbereich betrifft, Patrick Kittinger kam mit zwei Handgelenksfrakturen vergleichsweise glimpflich davon.
Michael Kernberger: Und auch diese Verletzung ist zu viel, weil sie aus einem regelwidrigen und falschen Verhalten meinerseits resultierte. Aber natürlich fiel mir ein Stein vom Herzen, als ich von der Diagnose hörte. Die Szenen nach meinem Foulspiel sind Momente, auf die wir im Eishockey alle - Spieler wie Fans - verzichten möchten. 
kac.at: Du wurdest vom Department of Player Safety für sieben Spiele gesperrt. Wie denkst Du über die zweitlängste Sperre in der EBEL in den vergangenen fünf Saisonen?
Michael Kernberger: Ich akzeptiere das Strafausmaß sowohl hinsichtlich der Sperre als auch der Geldstrafe, ganz klar. Nach meinem Vergehen habe ich die Konsequenzen zu tragen und so lange es sich dabei um solche Folgen handelt und nicht um gesundheitliche beim Gegenspieler, kann ich sehr gut damit leben. Ich hoffe, dass Patrick möglichst schnell wieder vollständig fit wird und auch, dass meine Bestrafung auch andere Spieler zum Nachdenken anregt, welche Aktionen am Eis okay sind und welche nicht. Ich werde mich in den kommenden Wochen in jedem Fall sehr intensiv damit auseinandersetzen und unterstützt von meinem Klub und den Trainern und Fachleuten rund um unsere Mannschaft daran arbeiten, die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass mir Derartiges nie wieder passiert.