AHL: Klare Abfuhr im letzten Heimspiel

Mit kleinem Kader letztlich ohne Chance war der EC-KAC II bei seinem letzten Stadthallen-Auftritt der AHL-Saison 2019/20, die jungen Rotjacken unterlagen den Wipptal Broncos mit 4:8.

Foto: KAC/Handler

 

Die Personalien:

Zu den Verletzten Kele Steffler, Nicolaus Casati, Jakob Jagarinec und Kapitän Markus Pirmann gesellten sich auch Torhüter Florian Vorauer (angeschlagen) und Jonathan Bergmann (Healthy Scratch) auf die Liste der Ausfälle. Auch Niklas Würschl und Dennis Sticha (beide Kampfmannschaft) standen nicht zur Verfügung, ebenso wenig Akteure aus dem U18-Team, das aktuell in den EBJL-Playoffs im Einsatz steht. Das ausgedünnte Lineup im letzten Heimspiel der AHL-Saison umfasste damit nur 16 Akteure (14 Feldspieler), so wenige wie noch nie im aktuellen Spieljahr.

 

Der Spielverlauf:

Die ersten beiden aussichtsreichen Gelegenheiten gingen auf das Konto der Gäste, in beiden Fällen scheiterte Dino Andreotti beim Versuch, seine Mannschat in Führung zu bringen: Am Ende eines „Zwei-gegen-Eins“-Konters brachte er noch einen Haken an, legte den Puck dann jedoch mit der Rückhand am rechten Pfosten vorbei (6.), als er einen Sololauf mit einem Beinschuss abschließen wollte, reagierte Torhüter Jakob Holzer gut mit den Beinschonern (9.). Zu Drittelmitte hatten die jungen Rotjacken die besseren Möglichkeiten: Als Rok Kapel nach feinem Richter-Steilpass aus dem Slot abzog, reagierte Jason Bacashihua prächtig mit der Fanghand (10.), auch einen Alleingang von Niklas Ofner vereitelte der ehemalige NHL-Goalie (11.). Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Klagenfurter stocherte Fabian Hackhofer den finalen Querpass auf den einschussbereiten Philipp Kreuzer noch im letzten Moment weg (13.). In durchaus umstrittener Manier gingen die Wipptal Broncos wenig später in Führung: Ein klares, allerdings nicht geahndetes Haken in der neutralen Zone ermöglichte den Gästen einen Angriff, Michael Messner zog von der blauen Linie aus ab und Matthias Mantinger hatte im Getümmel am Crease keine Probleme, die Scheibe über die Linie zu schieben (14.). Als nach einem Wrap-Around von Kreuzer der Puck vom Torhüter genau zu Simon Hammerle sprang, verzog dieser bei seinem Direktschuss von den rechten Hashmarks aus (15.). Die Südtiroler kamen dann zu einem dreieinhalbminütigen Powerplay, agierten zwischendurch sogar mit zwei Mann mehr, vermochten diesen Vorteil jedoch nicht zu nutzen. Die beste Gelegenheit dieser Phase war ein Hackhofer-Wristshot, den Messner im Zentrum noch knapp am Gehäuse vorbei abfälschte (17.). Als Marco Richter zu einem Breakaway bei numerischer Unterlegenheit kam, hechtete ihm der aus der EBEL bekannte Hannes Oberdörfer noch sehenswert hinterher, um ihm den Puck vom Blatt zu klopfen (18.).

Bald nach Wiederbeginn verdoppelte der Gast aus Sterzing seinen Vorsprung: Ein Mantinger-Schuss aus dem Zentrum sprang von der Bande so zurück, dass der neben dem Pfosten postierte Slater Doggett nur noch ins Tor abtropfen lassen musste (22.). Lediglich 84 Sekunden später landeten aber auch die jungen Rotjacken am Scoreboard: Rok Kapel fing die Scheibe an der blauen Linie aus der Luft und brachte sie vor das Tor, Marco Richter ließ sie für Valentin Hammerle liegen, der Bacashihua aus kurzer Distanz tunneln konnte (23.). Als Wipptals Goalie mit einem scharfen Schlenzer von Richter Probleme hatte, konnte einer seiner Vordermänner den frei im Crease liegenden Puck noch aus der Gefahrenzone bringen (25.), bei Klagenfurts bester Ausgleichschance war der Torhüter aber wieder auf dem Posten: Der von hinter dem Kasten aus von Valentin Ploner bediente Mark Kompain scheiterte von den rechten Hashmarks aus (34.). In der Schlussphase des zweiten Durchgangs zogen die Gäste dann davon: Zunächst schaltete Fabian Hackhofer bei einem KAC-Wechsel am schnellsten, sein Steilpass ermöglichte Dino Andreotti einen Alleingang, den er mit der Vorhand hoch in die rechte Ecke abschließen konnte (36.). 16 Sekunden vor der Pausensirene verabsäumten es die Hausherren, sich aus der eigenen Zone zu befreien, der mit einem Querpass an den langen Pfosten in Szene gesetzte Tommy Gschnitzer lupfte das Spielgerät unter die Querlatte (40.).

Im dritten Abschnitt mussten die Klagenfurter dann dem kleinen Kader, zusätzlich dezimiert durch das verletzungsbedingte Ausscheiden von Steven Strong, Tribut zollen. Auf Wipptals fünften Treffer, resultierend aus einem satten Schlagschuss von Hannes Oberdörfer von der blauen Linie aus (43.), hatte Rot-Weiß noch eine prompte Antwort parat: Marco Richter sendete bei numerischer Überlegenheit einen scharfen Wristshot aus der Halbdistanz via Lattenunterkante in die Maschen (44.). Dann zog Doggett über rechts vor den Kasten und schlenzte die Scheibe - zu seinem bereits 40. Saisontreffer - in die kurze Kreuzecke (46.). Nachdem Richter in aussichtsreicher Position an Bacashihua gescheitert war (47.), tänzelte Mathieu Lemay durch die Abwehr, von den Hashmarks aus knallte er die Scheibe halbhoch zum 2:7 in die Maschen (49.). Im Powerplay für die Gäste parierte Holzer sehenswert gegen Doggett (50.), Mantinger wischte vor dem halbleeren Tor über den Puck (52.). Ergebniskosmetik kam dann von Marco Richter, der innerhalb von 25 Sekunden zwei Mal anschreiben und somit seinen Hattrick komplettieren konnte: Zunächst tippte er ein Kapel-Zuspiel aus kurzer Distanz über die Linie, dann war er mit einem Rebound nach strammem Duller-Bluelinier erfolgreich (jeweils 57.). Den Schlusspunkt im letzten Saisonheimspiel des EC-KAC II setzten aber de Broncos, erneut in Person von Slater Doggett, der bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff keine Probleme hatte, das späte aber gute Lemay-Zuspiel in die Maschen zu setzen (59.). (HB)

 

Der Kommentar:

„In den ersten zehn Minuten konnten wir uns über längere Sequenzen hinweg in der Angriffszone festsetzen, bis weit ins zweite Drittel hinein war die Partie dann ausgeglichen, aber danach fehlten uns mit dem kleinen Kader körperliche und mentale Frische, um uns besser gegen die Niederlage zu stemmen. Wipptal hat zwei sehr starke Offensivimports, die dieses Spiel dominiert haben. Für uns geht es jetzt darum, uns noch einmal zu sammeln und am Mittwoch einen guten Saisonabschluss aufs Eis zu bringen.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Alps Hockey League, Qualifikationsrunde, 9. Spieltag
EC-KAC II – Wipptal Broncos 4:8 (0:1,1:3,3:4)
Tore EC-KAC II: Marco Richter (43:12/PP1, 56:34, 56:59), Valentin Hammerle (22:37)

Aufstellung EC-KAC II: Holzer (Horn) / Patterer-Strong, Moser-Duller, Kompain / Richter-Kapel-V.Hammerle, Szabad-S.Hammerle-Kreuzer, Schönett-Ploner-Ofner

 

Das nächste AHL-Spiel:

HC Gherdëina – EC-KAC II (Mittwoch, 4. März 2020, 20.00 Uhr)