AHL-Team erst im Shootout geschlagen

Im siebten Duell der AHL-Geschichte mit Asiago erkämpfte sich der EC-KAC II am Donnerstagabend erstmals einen Punkt, die jungen Rotjacken unterlagen mit 3:4 nach Penaltyschießen.

Foto: KAC/Handler

 

Die Personalien:

Mit Kapitän Markus Pirmann (erneut verletzt), Petter Hansson (Kampfmannschaft) und Valentin Ploner (verletzt) fehlten den jungen Rotjacken in diesem Heimspiel drei Stammkräfte. Dafür waren mit Michael Kernberger und Ramón Schnetzer in der Abwehr sowie Daniel Obersteiner im Angriff drei Spieler mit dabei, die zuletzt für die Kampfmannschaft in der EBEL aufgelaufen waren. Auch Josef Schönett, erster Saisontorschütze des Farmteams, kehrte für die Begegnung mit Asiago wieder in die Aufstellung zurück. Im Tor wurde routinemäßig rotiert, Jakob Holzer kam zu seinem zweiten Start in diesem Spieljahr.

 

Der Spielverlauf:

Nachdem die Abwehrreihen beider Teams in den Anfangsminuten wenig Zählbares zuließen, gingen die jungen Rotjacken mit ihrer ersten guten Gelegenheit der Partie gleich in Führung: Nicolaus Casatis Schuss vom linken Faceoff-Kreis aus wurde noch abgefälscht, die in Richtung Tor hoppelnde Scheibe drückte Josef Schönett über die Linie (6.). Ein erstes KAC-Powerplay brachte nichts ein, danach erhöhte Asiago die Schlagzahl: Mitten hinein in einen suboptimalen Wechsel der Klagenfurter war Phil Pietroniro halbrechts durch, seinen strammen Schuss parierte Goalie Jakob Holzer mit der Schulter (13.). Noch in der gleichen Minuten, während ihrem ersten Überzahlspiel des Abends, konnten die Gäste allerdings ausgleichen: Chad Pietroniro beschleunigte am rechten Flügel und setzte den Puck vom Faceoff-Punkt aus mit einem gezogenen Wristshot in die kurze Kreuzecke (13.). Es folgten gute Chancen für den EC-KAC II: Philipp Kreuzer ließ über rechts kommend drei Gegner stehen, Torhüter Gianluca Vallini konnte seinen Rückhand-Abschluss aber parieren, ein feiner Schlagschuss von der blauen Linie aus, abgegeben von Ramón Schnetzer, prallte lediglich an die Querlatte (jeweils 15.). Die Hausherren blieben am Drücker, vergaben jedoch eine 93-sekündige doppelte Überzahl ohne wirklich gefährlich zu werden, als am Eis wieder numerischer Gleichstand herrschte, kam im Zuge eines „Zwei-gegen-Eins“-Angriffs der finale Querpass von Rok Kapel nicht bei Niklas Ofner an (20.).

Aufgrund einer verbalen Entgleisung von Brandon McNally beim Abgang zum Pausentee eröffneten die jungen Rotjacken Drittel zwei mit einem Powerplay: Dabei schrammten sie nur hauchdünn an der neuerlichen Führung vorbei, Philipp Kreuzers Schlenzer von halbrechts landete lediglich an der Kreuzecklatte (22.). Asiago wurde im zweiten Abschnitt vor allem bei numerischem Vorteil gefährlich: Gegen den frei vor ihm aufgetauchten Marco Rosa machte sich Jakob Holzer breit (29.), einen McParland-Onetimer aus dem Slot blockte Kreuzer im letzten Moment (31.). Ebenfalls bei Powerplay für die Italiener war Holzer mit dem Catcher gegen Alex Gellert zur Stelle (33.), bei einer Direktabnahme von Phil Pietroniro von halblinks war der KAC-Schlussmann bereits geschlagen, doch die Latte rettete für ihn (34.). Nach drei druckvollen Powerplays der Gäste hatten sich die Klagenfurter auf das Überzahlsystem des Gegners eingestellt, die vierte Unterzahlsituation des Abends lösten sie defensiv stark. Vielmehr noch, kamen sie bei numerischem Nachteil zur 2:1-Führung: Daniel Obersteiner fing in der Angriffszone einen Aufbaupass ab, verzögerte und steckte schließlich auf Philipp Kreuzer durch, der Goalie Vallini im „Eins-gegen-Eins“ durch die Beine bezwingen konnte (39.).

Der Klagenfurter Stürmer hatte auch die erste gute Chance im Schlussabschnitt: Bei einem Sololauf vermochte er den Puck trotz Bedrängnis am Torhüter vorbeizuschieben, das schwarze Hartgummiteil prallte jedoch nur an den Pfosten (44.). Wenig später, bei numerischem Vorteil, zog Kreuzer von halblinks und verdeckt ab, Kevin Szabad stand am Crease goldrichtig und kehrte den Abpraller zum 3:1 ein (46.). Asiago legte nun zu: Daniel Tedesco scheiterte aus zentraler Position am stark reagierenden Holzer, McParland setzte eine Direktabnahme aus spitzem Winkel über das Gehäuse (jeweils 47.). Im Powerplay knallte Simon Hammerle einen aufgeknieten Onetimer neben das halbleere Tor (51.), im Gegenzug entschärfte Jakob Holzer einen „Zwei-gegen-Eins“-Angriff, den McNally selbst abgeschlossen hatte (52.). Unglücklich kassierten die Klagenfurter dann ihren zweiten Verlusttreffer des Abends: Als es nach Druckphase der Italiener eigentlich schon rot-weiße Scheibenkontrolle gab, spritzte Matteo Tessari dazwischen und verkürzte auf 2:3 (56.). Es folgten drei KAC-Hinausstellungen innerhalb von nur 57 Sekunden und damit ein wahres Offensivfurioso Asiagos bei doppelter Überzahl: Zwei starke Blocks von Schnetzer und eine tolle Fanghand-Parade von Holzer (jeweils 58.) konnten den Ausgleich noch aufschieben, letztlich war dieses jedoch nicht mehr zu verhindern: Eine präzise Direktabnahme von Alex Gellert aus dem hohen Slot landete in den Maschen (59.). Weil die Gäste weiterhin mit zwei Mann mehr agieren konnten, drängten sie nun auf die Entscheidung zu ihren Gunsten: Gegen Gellert, Rosa und famos gegen McNally (jeweils 60.) hielt Jakob Holzer den Punktgewinn für sein Team fest.

Die fällige Overtime startete gemächlich, erlebte schließlich jedoch eine spektakuläre Schlussminute, in der Philipp Kreuzer den Hauptdarsteller gab: Zunächst ließ Goalie Vallini einen Wristshot des KAC-Stürmers fallen, der Puck kam um Zentimeter neben dem Pfosten auf, dann setzte Klagenfurts Nummer 91 zwei Schlenzer innerhalb von nur 15 Sekunden an die Stange, wodurch sein Konto an Metalltreffern in dieser Partie auf vier anwuchs (jeweils 65.). Ein finales Miglioranzi-Breakaway stoppte Holzer, im folgenden Penaltyschießen war Asiago dann jedoch abgebrühter: Rosa und McParland trafen und sicherten den Italienern den glücklichen Auswärtssieg. Die jungen Rotjacken durften dennoch zufrieden vom Eis: Zum ersten Mal in der AHL-Historie konnten sie gegen diesen Gegner punkten, der gewonnene Zähler ließ sie außerdem auf Tabellenrang zwei zurückkehren. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir hatten wieder Probleme mit den vielen Strafzeiten, speziell in der Schlussphase. Asiago ist eines der stärksten Powerplay-Teams in der Liga und darum hat es heute trotz der 3:1-Führung nicht mit den drei Punkten für uns geklappt. Ich denke, dass wir bei Even Strength erneut das bessere Team waren, aber wir haben viele Spieler, die sowohl Über- als auch Unterzahl spielen und daher am Ende schon etwas müde waren. Die Anstrengungen, die die Mannschaft heute unternommen hat, waren aller Ehren wert. Obwohl es angesichts des Spielverlaufs auch einen bitteren Beigeschmack hat, so dürfen wir uns sehr wohl über den Punktgewinn freuen. Schon übermorgen haben wir gegen den gleichen Gegner - dann auswärts - die Chance, weitere Zähler einzufahren.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Alps Hockey League, 4. Spieltag
EC-KAC II – Asiago Hockey 3:4 n.P. (1:1,1:0,1:2)
Tore EC-KAC II: Josef Schönett (05:56), Philipp Kreuzer (38:12/SH1), Kevin Szabad (45:07/PP1)

Aufstellung EC-KAC II: Holzer (Horn) / Kernberger-Würschl, Steffler-Duller, Schnetzer-Bergmann, Moser / Sticha-Obersteiner-Kreuzer, V.Hammerle-S.Hammerle-Szabad, Jagarinec-Kapel-Ofner, Casati-Kompain-Schönett

 

Das nächste AHL-Spiel:

Asiago Hockey – EC-KAC II (Samstag, 28. September 2019, 20.30 Uhr)