Auch gegen den Tabellenführer ohne Gegentor

Der EC-KAC verlängerte seine Siegesserie am Freitagabend mit einem weiteren Shutout-Erfolg, diesmal vor eigenem Publikum gegen EBEL-Leader Salzburg.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC gewann jedes seiner letzten vier Spiele und besiegte während dieses Streaks neben Schlusslicht Dornbirn (4:0) auch die Spitzenteams Salzburg (3:1), Bolzano (3:0) und Wien (1:0). Insgesamt kassierten die Rotjacken in diesen vier Begegnungen also nur einen Gegentreffer, was Klubrekord im Zeitalter seit der Liga-Neugründung des Jahres 2000 entspricht. Gegen die Roten Bullen lief es für die Klagenfurter zuletzt recht gut, von den letzten saisonübergreifend vier Duellen gingen drei an den EC-KAC, im vierten - ausgetragen Ende September in der Stadthalle - kamen die Kärntner von einem Drei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten noch zurück, verloren letztlich aber im Penaltyschießen. Rot-Weiß empfing den Tabellenführer auf Position zwei liegend, vor der Konfrontation waren die beiden Klubs durch drei Zähler getrennt.

Der EC Salzburg stand seit Saisonbeginn grob gesagt durchgehend an der Tabellenspitze, speziell auswärts dominierten die Mozartstädter mit elf Siegen bei elf Auftritten eindrucksvoll. Seit der Länderspielpause ließ die starke Form der Truppe von Head Coach Matt McIlvane jedoch ein wenig nach, in sieben Runden gelangen nur noch drei „Dreier“. Zuletzt verloren die Bullen auf eigenem Eis sowohl am vergangenen Freitag gegen Klagenfurt (1:3) als auch am Dienstag gegen Znojmo (1:4), dazwischen gab es am Sonntag einen knappen 4:3-Erfolg in Graz. Insgesamt trafen der EC-KAC und der EC Salzburg am Freitag zum bereits 135. Mal aufeinander, gegen keinen anderen Klub traten die Rotjacken seit der Liga-Neugründung öfter an.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC ergaben sich gegenüber dem 1:0-Auswärtssieg in Wien am Dienstag zwei Veränderungen in der Aufstellung: Michael Kernberger saß das erste seiner sich über sieben Spiele erstreckenden Sperre ab, Daniel Obersteiner erkrankte in der Nacht zum Spieltag und fehlte daher ebenso. Somit rückte in der Defensive Petter Hansson an die Seite von David Fischer auf, Steven Strong kehrte in das Lineup zurück. Im Angriff wechselte Lukas Haudum auf die Mittelstürmerposition, ihn flankierten Nick Petersen und Marco Richter. Keine Veränderung gab es zwischen den Pfosten, wo nach seinem Shutout gegen die Capitals wieder Lars Haugen zum Einsatz kam.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Möglichkeit der Partie bot sich Salzburgs Florian Baltram, der den Puck nach einem KAC-Fehler im eigenen Slot annehmen konnte und alleine vor Lars Haugen auftauchte, der Keeper war aber bereits hellwach und konnte die Situation entschärfen (1.). Nach dieser Unkonzentriertheit setzten die Klagenfurter ihren Gegner gehörig unter Druck und sich in dessen Verteidigungsdrittel fest. Zuerst visierte Manuel Ganahl die kurze Ecke an, blieb aber an der Schulter von J.-P. Lamoureux hängen, Thomas Hundertpfund konnte den Rebound nicht im Tor unterbringen (2.). Kurz darauf kam Nick Petersen vom linken Faceoff-Punkt aus zum Abschluss, aber der Bullen-Schlussmann war mit dem Blocker zur Stelle (3.). Nachdem die Salzburger diese rot-weiße Druckphase überstanden hatten, versuchte es Brent Regner mit einem Schuss aus dem hohen Slot, Lars Haugen brachte seinen Schoner rechtzeitig aufs Eis (5.). Anschließend durften sich die Mozartstädter erstmals in Überzahl beweisen, doch der EC-KAC stoppte sämtliche Offensivanläufe der Bullen, klärte fünf Mal die Zone und ließ keine Torschüsse zu. Gegen Mitte des Startdrittels spielte David Fischer die Scheibe von außen an den Torraum und spekulierte auf den Rebound für Thomas Hundertpfund, dieser ergab sich aber für Manuel Geier, der an Lamoureux scheiterte (12.). Auf der Gegenseite kam Connor Brickley am rechten Faceoff-Kreis unbedrängt zum Abschluss, er verzog aber doch recht deutlich (13.). In ihrem zweiten Überzahlspiel präsentierten sich die Salzburger gefährlicher und kamen nach schönem Zuspiel von Dominique Heinrich zur Chance durch Bud Holloway, der den Puck jedoch neben den Kasten abfälschte (14.). Nach einem ansatzlosen Wristshot von Matthew Neal, der in der Fanghand von Lamoureux landete, kam es auf der anderen Seite nach einem Vorstoß über Yannic Pilloni zu einem Gefecht hinter dem aus der Verankerung gerissenen Tor - daraus resultierte das erste Powerplay für die Rotjacken an diesem Abend. Dort spielte Thomas Hundertpfund in den Slot auf Manuel Ganahl, der allerdings über die Scheibe wischte (20.), somit ging es torlos in die erste Pause.

Im zweiten Teil der numerischen Unterlegenheit verhinderten die Gäste mit zwei starken Blocks bei einer Direktabnahme von David Fischer und einem Hammer von Adam Comrie den ersten Gegentreffer (jeweils 22.). Ihrerseits in Überzahl agierend, kamen die Bullen zur Möglichkeit durch Brent Regner, der seinen Handgelenksschuss aus dem Zentrum aber neben den Kasten setzte, Bud Holloway schloss aus dem Slot über die Querlatte ab (jeweils 24.). Als Salzburg für 62 Sekunden doppelten numerischen Vorteil genoss, parierte Lars Haugen sowohl einen Blueliner von Joslin (25.) als auch einen Abschluss aus kurzer Distanz von Hughes stark (26.). Wieder vollzählig am Eis, kamen die Rotjacken zu guten Gelegenheiten: Lukas Haudum schloss aus zentraler Position flach am Tor vorbei (28.), Andrew Kozek blieb bei einem Rebound am Schoner von Lamoureux hängen (31.). Kurz darauf gingen die Salzburger beinahe in Führung: Chad Kolarik eroberte die Scheibe an der Bande und legte sie zur Mitte auf den völlig alleine gelassenen Connor Brickley, Haugen wehrte an die Stange ab, Sekunden später hatte Kolarik das leere Tor vor sich, doch Johannes Bischofberger verhinderte den fast schon sicher scheinenden Gegentreffer mit einem Poke Check (jeweils 33.). Nachdem Bud Holloway aus einem leichtsinnigen Puckverlust der Klagenfurter in der eigenen Zone kein Kapital schlagen hatte schlagen können, kamen die Rotjacken auf der Gegenseite zu Chancen durch Bischofberger und Ganahl, doch Salzburgs bestens aufgelegter Schlussmann hielt seinen Kasten weiterhin sauber (38.). In der Schlussminute des Mitteldrittels und bei numerischer Überlegenheit zog Adam Comrie von der blauen Linie ab, nur der Pfosten verhinderte bei der Kozek-Deflection die rot-weiße Führung.

Auch zu Beginn des Schussabschnittes fanden die Rotjacken ihren Meister immer wieder im Keeper der Gäste: Thomas Hundertpfund blieb nach einer Tour quer durch das Offensivdrittel der Klagenfurter am Schoner des Torhüters hängen (42.). Genauso erging es Clemens Unterweger in Minute 46, Manuel Ganahl konnte auch den Rebound aus dem Slot nicht im Tor unterbringen. Die nächste Chance leitete Nick Petersen ein, der Marco Richter in Szene setzte, doch dessen Schuss ging knapp am Pfosten vorbei (47.). Ebenfalls neben das Gestänge setzte auf der Gegenseite Samuel Witting einen Onetimer aus halblinker Position (47.). Gegen Mitte des dritten Abschnittes mehrten sich die Möglichkeiten für den Tabellenführer: Zuerst konnte Lars Haugen einen unangenehm abgefälschten Blueliner von Daniel Jakubitzka entschärfen (48.), dann brachte John Hughes im Fallen den Querpass auf Brent Regner an, der den Puck aber über die Querlatte setzte (49.). Als Brickley über rechts zum Sololauf ansetzte, zeichnete sich Klagenfurts Torhüter einmal mehr aus (49.). Ins Rampenlicht spielte sich in der nächsten Szene wieder Matthew Neal, als er sich durch die Bullen-Defensive tankte und die Scheibe im letzten Moment durch die eigenen Beine zurück auf Andrew Kozek legte, der sofort übernahm, den Puck aber hauchdünn am Tor vorbeiknallte (50.). Knapp fünf Minuten vor dem Ende der Partie war der Bann dann aber endlich gebrochen und die Klagenfurter gingen - durchaus verdient - in Führung: Nick Petersen setzte sich im Zweikampf in der Rundung durch und legte quer zurück auf Clemens Unterweger, der per Direktabnahme und durch die Beine von Lamoureux hindurch zum 1:0 einschoss (56.). Als wenig später Peter Hochkofler auf die Strafbank zitiert wurde, machten die Rotjacken im Powerplay alles klar: Manuel Ganahls Schuss von halblinks konnte der Bullen-Goalie parieren, der Abpraller landete jedoch direkt vor Johannes Bischofberger, der die Scheibe überlegt über die Linie drückte (58.). Die Salzburger warfen anschließend mit sechs Feldspielern alles nach vorne, doch die Hausherren verteidigten sich unverändert geschickt und konnten sich somit über einen neuerlichen Shutout-Sieg freuen. (NB)

 

Der Kommentar:

„Das war eine tolle Eishockeynacht in Klagenfurt, ein starkes Spiel zweier guter Mannschaften. Wir waren in den ersten beiden Abschnitten zu offensiv, hatten das Visier bei unserer Jagd auf den ersten Treffer teilweise zu offen, doch im dritten Drittel hat die Balance und Struktur in unserem Spiel wieder gepasst. Ich freue mich sehr für die Mannschaft, die einfach eine sehr verschworene Gemeinschaft ist, in der alle am gleichen Strang ziehen, und die auch heute wieder dafür belohnt wurde. Insgesamt eine starke Leistung des gesamten Teams, so soll es weitergehen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem fünften Sieg in Folge schloss der EC-KAC nach Punkten zu Tabellenführer Salzburg auf, beide Teams halten nun bei 45 Zählern, für die Rotjacken sind das um zwei mehr als zum gleichen Zeitpunkt der vergangenen Saison. Beschließen werden die Klagenfurter die „Woche der Spitzenspiele“ am Sonntag (Spielbeginn: 16.00 Uhr) mit der Auswärtspartie beim HCB Südtirol, der am Freitag in Graz mit 1:4 den Kürzeren zog und nunmehr auf Tabellenplatz vier liegt. Auch in der kommenden Woche tritt der EC-KAC (am Freitag in Innsbruck) zunächst auswärts an, das nächste Heimspiel folgt daher erst am Sonntag, dem 15. Dezember, gegen den EHC Linz.