Comeback-Sieg des EC-KAC

Trotz eines Zwei-Tore-Defizits nach dem ersten Abschnitt siegten die Rotjacken am Freitagabend bei den Vienna Capitals mit 3:2 und sicherten sich damit Tabellenrang zwei. 

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC hatte im Auswärtsspiel in Wien die erste von zwei Möglichkeiten, den zweiten Tabellenplatz nach der ersten Grunddurchgangsphase zu fixieren und sich damit auch zwei Bonuspunkte für die Pick Round zu sichern. Trotz des 3:4-Verlusts bei Leader HCB Südtirol am Dienstag reisten die Klagenfurter als beste Auswärtsmannschaft der bet-at-home ICE Hockey League in die Bundeshauptstadt, im bisherigen Saisonverlauf konnten 13 der 19 Auftritte in der Fremde erfolgreich gestaltet werden. Darunter auch der erste in Wien-Donaustadt, wo die Rotjacken Anfang Dezember mit 1:0 siegten. Insgesamt waren die Capitals in der jüngeren Vergangenheit ihrer Spielstärke zum Trotz ein durchaus beliebter Gegner für den EC-KAC, der in jeder der letzten zwölf Begegnungen mit der Truppe von Head Coach Dave Cameron punkten konnte.

Die Vienna Capitals siegten am Dienstag mit einem sehr jungen und österreichisch geprägten Lineup beim EC VSV mit 5:4, nachdem sie davor sechs Runden lang ohne „Dreier“ geblieben waren. Für die Wiener war das vierte Saisonduell mit den Rotjacken bereits das letzte Spiel im ersten Abschnitt der Meisterschaft, den sie unabhängig vom Ergebnis gegen Klagenfurt fix auf Rang vier beenden werden. Die Capitals (24 Saisonsiege, 15 Niederlagen) schafften heuer zum neunten Mal in Folge - längste Serie aller Klubs in der Liga - den Sprung in die Pick Round. Gegen den EC-KAC verstanden es die Donaustädter zuletzt auf eigenem Eis sehr gut, defensiv wenig zuzulassen: Die Rotjacken erzielten bei keinem ihrer jüngsten 13 Auftritte in Kagran mehr als zwei Treffer aus dem Spiel heraus.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken reisten nahezu in Bestbesetzung nach Wien, nicht zur Verfügung standen lediglich die Langzeitverletzten David Fischer und Niki Kraus. Der zuletzt leicht erkrankte Rok Tičar wurde rechtzeitig wieder gesund, die Klagenfurter boten also exakt die gleichen 20 Feldspieler auf, die am Dienstag im Auswärtsspiel in Bolzano zum Einsatz gekommen waren. Auf der Torhüterposition kehrte Sebastian Dahm in das Aufgebot und auch zwischen die Pfosten zurück. Das Lineup umfasste damit zum vierten Mal in der laufenden Saison den Höchstwert von 49,0 (von 60,0 erlaubten) Kaderpunkten.

 

Der Spielverlauf:

Die erste große Gelegenheit in der Partie fanden die Rotjacken vor, bei einem „Drei-gegen-Eins“-Konter kam der Querpass von Clemens Unterweger auf Thomas Koch jedoch nicht an (2.). Effizienter agierten im Startdrittel die Capitals, die gleich ihre erste Gelegenheit in einen Treffer ummünzten: Ein Schlagschuss vom rechten Faceoff-Kreis aus, abgegeben von Patrick Peter, rutschte Sebastian Dahm durch die Beine (4.). Eine erste gute Möglichkeit zum Ausgleich fand dann Paul Postma vor, von Rok Tičar von hinter dem Kasten aus bedient klopfte er seine Direktabnahme von den rechten Hashmarks aus aber hauchdünn neben die Stange (9.). Fehlende Zuordnung in der KAC-Abwehr sorgte dann dafür, dass Sascha Bauer in Minute elf völlig frei vor dem Tor auftauchte, seinen Abschluss konnte Dahm aber mit dem Blocker entschärfen. Eine erste Phase numerischer Unterlegenheit überstanden die Klagenfurter ohne große Probleme, danach brachte Daniel Obersteiner am Crease zu wenig Druck auf ein Zuspiel aus der Ecke von Thomas Vallant (15.). Wiens Goalie Sebastian Wraneschitz, der zuvor zwei Fernschüsse von Nick Petersen pariert hatte (13., 17.), stellte sich dann auch einem Schlagschuss von Clemens Unterweger entgegen (17.). Einen Abschluss auf die kurze Ecke von Dennis Sticha nach Torumrundung parierte der Torhüter ebenso, dass direkt nach Schussabgabe der Schläger von Ali Wukovits im Gesicht des KAC-Stürmers landete, übersahen die Schiedsrichter. Im direkten Gegenstoß drehte sich ebendieser Wukovits aus der rechten Rundung, sein schönes Querzuspiel fand vor dem Kasten Nikolaus Hartl, der sich den Puck auf die Rückhand legte und ihn über Dahms Schoner hinweg zum 2:0 in die Maschen lupfte (19.).

Die Rotjacken sammelten sich in der ersten Pause und konnten ihren Rückstand nach nur 29 Sekunden im Mitteldrittel halbieren: Nach guter Übergabe am linken Flügel zwischen Matt Fraser und Steven Strong ging der Verteidiger tief, bediente von hinter der verlängerten Torlinie aus am Crease Samuel Witting, der in seinem ersten Shift in der Partie gleich zum Torschützen avancierte (21.). Dann kam wieder Wien zu Gelegenheiten, doch sowohl bei einem verdeckten Fischer-Schuss aus der Distanz als auch gegen Darren Archibald aus kurzer Distanz war Sebastian Dahm am Posten (jeweils 22.). Es folgen druckvolle Minuten der Klagenfurter: Fraser traf einen Onetimer nicht richtig, Koch übersah eine am Torraum einschussbereit liegende Scheibe (jeweils 27.) und ein Unterweger-Schlenzer aus der Halbdistanz wurde geblockt (28.). In seinem ersten Powerplay der Begegnung gelang dem EC-KAC dann aber der Ausgleich: Nachdem Thomas Hundertpfund noch zwei Mal per Direktabnahme aus dem Slot gescheitert war (29.), machte es Nick Petersen besser. Hoch vom linken Faceoff-Kreis aus setzte er seinen Onetimer durch Wraneschitz‘ Beine hindurch in die Maschen (30.). Gegen den an den Torraum aufgerückten Patrick Peter machte sich Dahm breit (31.), wenig später brillierte der Goalie dann bei numerischer Unterlegenheit gegen Loney am Crease (35.), bei einem Volley von Nißner von halblinks (36.) und gegen den links vor ihm aufgetauchten Wukovits (37.). Zu zwei guten Möglichkeiten kamen in der Schlussphase des Mitteldrittels auch die Rotjacken: Ein ansatzloser Snapshot von Matt Fraser landete am Stockende des Capitals-Torhüters (37.) und im Powerplay fälschte Rok Tičar einen Diagonalpass von Petersen am langen Pfosten nur knapp neben das Gehäuse ab (39.).

Ihre erstmalige Führung in dieser Begegnung schossen sich die Rotjacken dann nach nur 34 gespielten Sekunden in Durchgang drei heraus: Thomas Hundertpfund stocherte den Puck vor der eigenen Spielerbank in den Lauf von Johannes Bischofberger, der über rechts auf und davon war, dann einen tiefen Querpass auf den mitgelaufenen Steven Strong anbrachte, den sich dieser mit der Rückhand an Sebastian Wraneschitz vorbei legte und ins Tor schob (41.). Die Klagenfurter blieben am Drücker: Ein „Drei-gegen-Zwei“-Konter über Nick Petersen versandete (43.), Stefan Geier zielte nach feinem Haken auf Linksaußen zu zentral auf den Kasten (44.). Für die Wiener ergab sich dann bei angezeigter Strafe die große Gelegenheit auf den Ausgleich, Bauer stocherte den Rebound nach Nißner-Querbewegung aber aus kürzester Distanz ins Außennetz (47.). Als der EC-KAC wieder mit einem Mann mehr am Eis stand, brachte Manuel Geier die Scheibe aus einiger Distanz aufs Tor, Sebastian Wraneschitz ließ sie prallen, rettete dann aber gegen Hundertpfund am Rebound stark (53.). In einer weiteren Überzahlsituation spät im Drittel zischte eine Petersen-Direktabnahme flach an der langen Stange vorbei (58.), dann kamen die Capitals fast zum Ausgleich: Ty Loney schob sich von hinter dem Kasten aus an den Torraum, Dahm machte unten alles zu, den Abpraller beförderte der überraschte Leduc aber lediglich ins Außennetz (58.). Ein finales Aufbäumen der Hausherren parierten die Rotjacken recht solide, sie punkteten gegen Wien auch im 13. Spiel in Folge und fixierten damit Tabellenplatz zwei nach der ersten Grunddurchgangsphase. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wien kommt auf eigenem Eis meist stark aus der Kabine, wir starteten nicht schlecht, fingen uns aber aus zwei Chancen zwei Gegentreffer ein. Entscheidend war, dass wir uns dann kontinuierlich gesteigert und die Partie so zu unseren Gunsten gedreht haben. Zwar zeigten wir nicht unsere beste Saisonleistung, aber wir kamen von einem 0:2-Rückstand zu einem 3:2-Sieg und das ist sehr positiv. Insgesamt bin ich recht zufrieden, wir haben keine überragende, aber eine gute Vorstellung gezeigt und drei weitere Auswärtspunkte eingefahren.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem elften Sieg im 13. Spiel im Kalenderjahr 2021 fixierte der EC-KAC am Freitagabend den zweiten Tabellenrang nach der ersten Grunddurchgangsphase. Damit sicherten sich die Klagenfurter ihre beste Abschlussplatzierung des ersten Meisterschaftsabschnitts seit der erstmaligen Einführung der Zwischenrunde (2007/08). Am Sonntag steht für die Rotjacken noch das Heimspiel gegen Fehérvár AV19 am Programm, danach geht es in die kurze Pause und anschließend (mit zwei Bonuspunkten) in die Pick Round. Die Begegnung mit dem Tabellendritten aus Ungarn beginnt übermorgen bereits um 16.30 Uhr, die Livestream-Übertragung via live.ice.hockey startet um 16.15 Uhr.