Couragiertes Farmteam verpasst Finale

Nach einer 2:3-Niederlage beim EHC Lustenau musste der EC-KAC II im Halbfinale der separaten österreichischen AHL-Playoffs die Segel streichen.

Foto: KAC/Handler

 

Die Personalien:

Neben den bereits am Donnerstag ausgefallenen Akteuren Alexander Moser, Niklas Ofner, Jakob Jagarinec und Philipp Kreuzer (alle verletzt) musste der EC-KAC II im Rückspiel in Vorarlberg auch auf Florian Vorauer (Kampfmannschaft) und Nicolaus Casati (verletzt) verzichten. An Stelle des Stürmers rückte Neal Unterluggauer (17) in das Lineup auf und bestritt sein erstes Bewerbsspiel im Erwachseneneishockey. Der gebürtige Villacher avancierte somit zum bereits neunten Crack aus dem U18-Team der Rotjacken, der heuer im Farmteam zum Einsatz kam.

 

Der Spielverlauf:

Die jungen Rotjacken brachten in Lustenau ein beachtliches erstes Drittel hinter sich, in dem sie wenig Risken nahmen und die Vorarlberger über weite Strecken vom eigenen Slot entfernt halten konnten. Bei einer schönen Einzelaktion über die linke Seite zog Rok Kapel bis an den Torraum, wischte beim letzten Haken vor Goalie Lukas Reihs aber über den Puck (4.). Bei einer Doppelchance der Grün-Gelben in Minute acht war auf der Gegenseite Jakob Holzer auf dem Posten: Er wehrte einen D’Alvise-Abfälscher mit den Pads und einen Schlenzer von Fredrik Rasmussen von rechts mit der Fanghand ab. Die größte Torchance im ersten Durchgang hatten allerdings die Klagenfurter: Ein in der Entstehung etwas glücklicher „Zwei-gegen-Eins“-Vorstoß brachte einen schönen Doppelpass zwischen Rok Kapel und Marco Kasper, der beim Abschluss den Puck jedoch nicht richtig traf und daher zu zentral auf den Lustenauer Keeper feuerte (15.). In einem ersten Überzahlspiel für die Gastgeber verteidigte sich der EC-KAC II gut, in der einzigen brenzligen Situation, als der Rebound eines Schusses von D’Alvise kurzzeitig vor dem Gehäuse lag, klärte ein Abwehrspieler. Als Markus Pirmann von der Strafbank zurückkehrte, fand er umgehend eine Gelegenheit vor: An Stelle der möglichen Ablage auf Kapel zog der Kapitän selbst ab, Reihs parierte den halbhoch angetragenen Versuch (18.).

Gleich in Minute eins des zweiten Abschnitts ging das rot-weiße Farmteam in Führung: Von Kapel von der Halfwall aus angespielt, ließ Pirmann mit einem Haken zunächst einen Verteidiger stehen, ehe er auch Lustenaus Torhüter austanzte und die Scheibe schließlich bereits von hinter der verlängerten Torlinie aus in die kurze Ecke stopfte. Die jungen Rotjacken blieben am Drücker, kreierten Halbchancen und wurden dann in zwei sich überlappenden Powerplays richtig gefährlich: Rok Kapel verfehlte am Crease den Rebound nach scharfem Wristshot von Markus Pirmann (26.), Valentin Hammerle zimmerte das Spielgerät nach einem „Coast-to-Coast“-Antritt an das Gestänge (28.). Als wieder numerischer Gleichstand herrschte, verdoppelte der EC-KAC II seinen Vorsprung: Maximilian Theirich nahm Kramer in der Angriffszone den Puck ab, spielte nach rechts auf Simon Hammerle weiter und dieser vollendete aus dem Handgelenk (33.). Beim EHC Lustenau nahm nun die Legionärsfraktion das Heft in die Hand, innerhalb von 75 Sekunden egalisierten die Vorarlberger das Score. Einen „Drei-gegen-Zwei“-Angriff über Long und Hurtubise vollendete Maximilian Wilfan aus halblinker Position (35.) zum Anschlusstreffer, ehe der vertikal in die Zone vorgedrungene Chris D’Alvise von den linken Hashmarks aus zum Ausgleich einschoss (36.). Fast wäre den Gastgebern noch vor der Pause der endgültige Turnaround geglückt: Bei angezeigter Strafe feuerte Mark Hurtubise von halbrechts aus dem Handgelenk, Jakob Holzer parierte mit dem Catcher (37.).

Der dritte Durchgang erinnerte dann über weite Strecken an den ersten, große Chancen blieben zunächst Mangelware. Im Pech waren die Klagenfurter, als der einschussbereite Valentin Hammerle nach einer schönen Passkombination seiner gesamten Sturmlinie am Crease den leicht hoppelnden Puck nicht richtig traf (45.). Einem Treffer von Hurtubise wurde wenig später die Anerkennung verweigert, der ehemalige KAC-Stürmer hatte einen Blueliner mit dem hohen Stock abgefälscht (48.). Als der junge Maximilian Theirich zum zweiten Mal an diesem Abend gegen den Kopf gecheckt wurde, fasste Ryan Glenn vier Strafminuten aus und in diesem langen Powerplay kam der EC-KAC II zu zahlreichen Einschussgelegenheiten: Bei einem Onetimer von Simon Hammerle hatte Lukas Reihs Probleme, rettete letztlich aber mit der Fanghand (54.), eine aussichtsreiche Direktabnahme von Valentin Hammerle konnte ein Lustenauer Verteidiger noch im letzten Moment blocken (55.), ein Schlagschuss von Marco Kasper von halbrechts streifte den Pfosten (56.). Davor hatte aber auch der EHC eine große Gelegenheit auf den erstmaligen Führungstreffer: Bei numerischer Unterlegenheit legte Mark Hurtubise ein 30-Meter-Solo hin, seinen Haken auf die Rückhand las Holzer aber gut, sodass der KAC-Goalie in der Grätsche parieren konnte (53.). Die jungen Rotjacken brachten dann aufgrund des Zwei-Tore-Rückstands aus dem Hinspiel schon früh einen sechsten Feldspieler und drängen auf ihren dritten Treffer: Eine Kompain-Deflection wehrte Reihs direkt auf die Schaufel von Kasper ab, der die Scheibe aus spitzem Winkel nicht mehr über den am Boden liegenden Goalie lupfen konnte (60.). Vier Sekunden vor dem Ende eroberte Martin Grabher-Meier den Puck, brach über links durch und legte vor dem leeren Kasten uneigennützig auf Elias Wallenta ab, der den Endstand von 3:2 fixierte. Der EHC Lustenau zog mit einem Gesamtscore von 7:4 in die Finalserie gegen Salzburg ein, die jungen Rotjacken können sich fortan wieder auf die Alps Hockey League konzentrieren. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ich bin heute extrem stolz auf unsere Mannschaft, die in diesem schwierigen Auswärtsspiel von der ersten Minute an so aufgetreten ist, dass man gesehen hat, dass jeder Spieler fest daran glaubte, dass wir den Rückstand aus dem Hinspiel aufholen können. Toller Kampfgeist unseres Teams gegen einen sehr erfahrenen Gegner, dem wir heute zumindest ebenbürtig waren. Das Selbstvertrauen, das wir ausstrahlen, zeigt, wie gut sich unsere Mannschaft in der bisherigen Saison entwickelt hat. Und das stimmt uns Coaches für die bevorstehenden großen Aufgaben in der Qualifikationsrunde der Alps Hockey League auch sehr optimistisch.“ (Kirk Furey, Head Coach EC-KAC II)

 

Die Fakten:

Österr. AHL-Playoffs, Halbfinale, Spiel 2
EHC Lustenau – EC-KAC II 3:2 (0:0,2:2,1:0)
Tore EC-KAC II: Markus Pirmann (20:38), Simon Hammerle (32:48)

Aufstellung EC-KAC II: Holzer (Horn) / Patterer-Duller, Steffler-Würschl, Bergmann-Tialler / Szabad-Ploner-Sticha, Pirmann-Kasper-Kapel, V.Hammerle-S.Hammerle-Theirich, Schönett-Kompain-Unterluggauer

 

Das nächste AHL-Spiel:

EC-KAC II – HC Pustertal (Mittwoch, 29. Januar 2020, 20.00 Uhr)