Dominante Rotjacken mit Shutout in Linz

Mit einem nie gefährdeten 6:0-Erfolg bei den Black Wings 1992 verlängerte der EC-KAC am Freitagabend seine Serie an guten Auswärtsauftritten. 

Foto: Black Wings 1992/Eisenbauer

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC startete mit zwei Siegen in das neue Kalenderjahr, in Graz siegten die Klagenfurter mit 6:2, zu Hause im Kärntner Derby gegen den EC VSV mit 4:3. Insgesamt konnten die Rotjacken in zehn ihrer jüngsten zwölf Spiele punkten, das Auswärtsspiel beim aktuellen Tabellenletzten in Linz nahmen sie auf Tabellenposition vier liegend in Angriff. In der Fremde sammelte im Verlauf der bisherigen Saison keine Mannschaft mehr Zähler als der Rekordmeister, der bei jedem seiner letzten sieben Auswärtsspiele anschreiben und sechs davon auch gewinnen konnte. Bei seinem ersten Auftritt der Saison in Linz setzte sich der EC-KAC Anfang Dezember klar mit 4:0 durch.

Die mit zwei Siegen am Auftaktwochenende stark in die Saison gestarteten Black Wings 1992 hatten seither nur wenig Grund zur Freude: Von 27 Begegnungen wurden nur noch vier gewonnen, seit geraumer Zeit zieren die Oberösterreicher (mittlerweile schon recht abgeschlagen) das Tabellenende. Speziell auf eigenem Eis, wo von 14 Saisonbegegnungen lediglich zwei gewonnen werden konnten, fiel die bisherige Bilanz der Black Wings nur sehr beschränkt erfolgreich aus. Allerdings erwies sich Linz in der Vergangenheit als meist unangenehmer Gegner für die Rotjacken: Seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 hat der EC-KAC relativ betrachtet gegen keinen anderen Klub seltener gewonnen, auch die erste Konfrontation im aktuellen Spieljahr entschieden die Black Wings Ende September in der Stadthalle (mit 4:1) für sich.

 

Die Personalien:

Nachdem er das Kärntner Derby am Sonntag aufgrund einer leichten Blessur verpasst hatte, kehrte Johannes Bischofberger im Auswärtsspiel in Linz wieder in das Lineup des EC-KAC zurück. Wie vor seinem Ausfall bildete er eine Angriffsformation mit Thomas Hundertpfund und Daniel Obersteiner, alle übrigen Sturmblöcke blieben gegenüber dem letzten Ligaspiel unverändert. Nicht aufgeboten wurden am Freitag hingegen Michael Kernberger und Marcel Witting, die beide im parallel ausgetragenen Heimspiel des Farmteams in der Alps Hockey League zum Einsatz kamen.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken dominierten in dieser Auswärtspartie von Beginn an, ein erster Unterweger-Schlagschuss von halblinks flog knapp am langen Pfosten vorbei (3.). Gleich ihre nächste Gelegenheit konnten die Klagenfurter zum Führungstreffer nutzen: In der eigenen Zone verlängerte Nick Petersen einen Pelletier-Rim um den Verteidiger an der blauen Linie herum, daraus ergab sich ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter, bei dem Manuel Ganahl auf rechts lange zögerte, ehe er den Puck dann per feinem Flip-Pass auf Petersen querlegte, der per Direktabnahme einsendete (5.). Im ersten rot-weißen Überzahlspiel schnürte der EC-KAC die Gastgeber völlig ein, ein Treffer gelang jedoch nicht: Manuel Ganahls gezogener Schlenzer von halblinks wurde um Zentimeter an der Stange vorbei abgefälscht (8.). Die Gäste spielten sich im Minutentakt aussichtsreiche Chancen heraus: Einen Schlagschuss von Rok Tičar vom linken Faceoff-Kreis aus parierte Goalie Luka Gračnar (11.), Steven Strong und Daniel Obersteiner verzogen aus der Halbdistanz (jeweils 11.) und als Dennis Sticha nach gewonnenem Zweikampf hinter dem Kasten an den Torraum zu Stefan Geier durchsteckte, wischte dieser über den Puck (12.). Einen ersten gefährlichen Abschluss der Black Wings gab es erst in Minute 14 zu verzeichnen, Sebastian Dahm machte beim Schlenzer von Lahoda aus spitzem Winkel jedoch die kurze Ecke zu. Ihr zweites Powerplay nutzten die Klagenfurter dann spät aber doch auch zu ihrem zweiten Treffer im Spiel: Manuel Ganahl hatte am linken Faceoff-Punkt viel Zeit und Platz, zog aus dem Handgelenk ab und ging diagonal auf den Abpraller, den er mit seinem Schlittschuh ins Tor abfälschte (19.). Die letzte Möglichkeit im Startdrittel gehörte den Gastgebern, Andrew Kozeks Schuss aus spitzem Winkel blockte Daniel Obersteiner aber gekonnt (20.).

Ein sehr später Check von Will Pelletier gegen Martin Schumnig, nach dem der KAC-Verteidiger mit dem Rücken voraus in der Bande einschlug und verletzt vom Eis musste, führe zu einer vierminütigen Überzahl für die Rotjacken: Eine Deflection von Matt Fraser parierte Luka Gračnar mit den Pads (22.), einen Abschluss von Thomas Hundertfund aus dem Zentrum mit der Schulter (24.) und einen Haudum-Kracher von rechts wieder mit den Beinschonern (25.). Besonders auszeichnen konnte sich der Linzer Schlussmann aber gegen Fraser, der einen scharfen Diagonalpass Kochs fein abgefälscht hatte (25.). Ein erstes Powerplay für die Gastgeber stellte die Klagenfurter vor keine allzu große Herausforderung, als sie später in der neutralen Zone zu forsch auf den Forecheck gingen, brach Juha-Pekka Hytönen zentral durch, Sebastian Dahm wehrte seinen Rückhandschuss aber mit dem Beinschoner ab (33.). Manuel Ganahl, von Nick Petersen schön bedient, scheiterte aus kurzer Distanz am Goalie (33.), dann gelang dem EC-KAC sein dritter Treffer der Partie: Über die Rundung links vorstoßend brachte Matt Fraser den Puck an den Torraum zu Paul Postma, der mit der Vorhand übernahm und einsendete (37.). Weil der Verteidiger mit seinem ersten Tor im Rotjacken-Trikot offenbar große Freude hatte, legte er nur gut zwei Minuten später gleich sein zweites nach: Bei numerischer Überlegenheit bezwang er von der blauen Linie aus Gračnar, dem vom doppelten Screen die Sicht genommen wurde, aus dem Handgelenk und durch die Beine (39.). Den unrühmlichen Abschluss des zweiten Drittels bildete eine Attacke von Oskars Bārtulis an Daniel Obersteiner, der nach dem Check gegen seinen Kopf ein Cut im Gesicht davontrug. 

Auch in ihrem zweiten vierminütigen Powerplay des Abends spielten die Rotjacken gefällig, kamen jedoch nicht zum Torerfolg: Als Lukas Haudum von weit rechts an den Crease abtropfen ließ, verlängerte Manuel Geier den Puck an der langen Ecke vorbei, Thomas Hundertpfunds Versuch von den linken Hashmarks aus wurde geblockt (jeweils 41.). Als der Mittelstürmer im nächsten Wechsel einen halbhohen Schlenzer tippte, hatte Gračnar alle Mühe, den Puck vor der Linie zu behalten (44.). Nachdem Dahm einen Lebler-Backhander mit der Fanghand pariert hatte (44.), setzte der EC-KAC einen Konter, der im fünften Tor der Partie resultierte: Matt Fraser bezwang den Black Wings-Goalie aus bereits recht spitzem Winkel in der kurzen Ecke (45.). Als Brian Lebler im Zentrum völlig frei vor Sebastian Dahm aufgetaucht war, hielt dieser sein sich abzeichnendes Shutout fest: Am Boden liegend blockierte er die Flachpassage mit den Beinschonern und hielt den Schuss des Torjägers schließlich mit der hochschnellenden Fanghand (50.). Auf der Gegenseite fälschte Hundertpfund einen Postma-Schlenzer hauchdünn neben die Stange ab (51.), dann machte Rot-Weiß das halbe Dutzend voll: Nach einem Hundertpfund-Block ließ Johannes Bischofberger zwei Gegner stehen und schloss seinen Sololauf toll über den Blocker Gračnars hinweg zum 0:6 ab (55.). Linz kam in der Schlussminute noch zu einer numerischen Überlegenheit: Ein Bārtulis-Blueliner wurde geblockt, den Rebound, den Brian Lebler umgehend auf den Kasten gebracht hatte, hielt Sebastian Dahm. (HB)

 

Der Kommentar:

„Das war eine exzellente Vorstellung der gesamten Mannschaft. Wir haben uns gut bewegt, gingen als Einheit so in den Forecheck, wie wir uns das vorgenommen hatten, und nahmen dem Gegner damit Zeit und Raum, ins Spiel zu finden. Positiv war auch, dass wir die Angriffe sehr schnell durch die neutrale Zone brachten und dadurch zu zahlreichen Torchancen kamen. Unser Team war vom Anfang bis zum Ende sehr fokussiert und engagiert bei der Sache, wir können mit unserem Auftritt durchaus zufrieden sein. Persönlich freue ich mich auch darüber, dass beide Powerplay-Formationen trafen, das ist ein gutes Zeichen für die kommenden Aufgaben.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit ihrem bereits elften Sieg im 16. Auswärtsspiel der laufenden Saison festigten die Rotjacken ihre vierte Tabellenposition, wobei sie mittlerweile bereits über den annähernd gleichen Punkteschnitt verfügen wie die beiden unmittelbar vor ihren platzierten Teams aus Wien und Székesfehérvár. Für den EC-KAC stehen nun vier Heimspiele in Folge innerhalb von acht Tagen am Programm. Den Auftakt zu dieser Serie bildet die vierte Saisonbegegnung mit den Bratislava Capitals am kommenden Sonntag. Dieses um 17.30 Uhr beginnende Spiel überträgt der Klub ab 17.15 Uhr über die Streaming-Plattform der Liga unter live.ice.hockey live.