EC-KAC auch gegen Capitals ohne Gegentor

Die Rotjacken siegten am Dienstagabend bei den Vienna Capitals mit 1:0 und feierten damit ihren vierten Erfolg in Serie, den dritten ohne Verlusttreffer.

Foto: Vienna Capitals/Vymlatil

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC präsentierte sich zuletzt in prächtiger Form, gegen die Spitzenteams HCB Südtirol und EC Salzburg sowie Schlusslicht Dornbirner EC gelangen drei Siege in Folge. Dabei kassierten die Rotjacken insgesamt nur einen Gegentreffer, auch generell sind sie mit 42 Verlusttoren die defensivstärkste Mannschaft der Liga. Einen niedrigeren Gegentorschnitt als ihren aktuellen wiesen die Klagenfurter zuletzt vor 19 Jahren, in der ersten Saison nach der Liga-Neugründung 2000 auf. Auswärts konnte Rot-Weiß in der laufenden Saison mit fünf exakt die Hälfte seiner zehn Spiele gewinnen, als Gastmannschaft ließ der EC-KAC heuer noch in keiner Partie mehr als drei Tore des jeweiligen Kontrahenten zu.

Die Vienna Capitals waren am Sonntag spielfrei und rutschten in der Tabelle damit auf den fünften Rang ab, der angesichts von nur zwei Zählern Rückstand auf die zweitplatzierten Klagenfurter bei einem Spiel weniger freilich als nur bedingt repräsentativ betrachtet werden darf. Vor eigenem Publikum schrieb die Cameron-Truppe bislang in neun von zehn Partien an, ligaweit konnte in Heimspielen nur der EC-KAC mehr Punkte einfahren. Und der Rekordmeister war in Wien-Donaustadt in der jüngeren Vergangenheit auch ein gerne gesehener Gast: In keinem ihrer letzten zehn Heimspiele gegen die Kärntner ließen die Capitals in regulärer Spielzeit mehr als zwei Gegentore zu.

 

Die Personalien:

Innerhalb des 22-Mann-Aufgebots kam es bei den Rotjacken zu einer Veränderung gegenüber dem Spiel am Sonntag: Der zuletzt geschonte Patrick Harand kehrte wieder auf seine angestammte Position im Verteidigungspaar mit Martin Schumnig zurück, daher rutschte Steven Strong aus dem Lineup. In den übrigen Formationen – defensiv wie offensiv - gab es keine Adaptionen, Marco Richter war erneut als zusätzlicher Angreifer mit dabei. Gewechselt wurde hingegen auf der Torhüterposition, wo in Wien wie vorgesehen Lars Haugen zum Einsatz kam.

 

Der Spielverlauf:

Die Vienna Capitals starteten ambitioniert in die Begegnung, eine erste Halbchance von Alex Wall parierte aber Lars Haugen (1.), Ty Loney verfehlte über rechts kommend den Kasten (2.). Bei einem ersten KAC-Schuss - Comrie aus spitzem Winkel - war Wiens Schlussmann Ryan Zapolski zur Stelle (3.). Die erste wirklich zwingende Gelegenheit fand der aufgerückte und an diesem Abend sehr auffällige Verteidiger Brenden Kichton vor:  Über rechts zog er bis an die Hashmarks, setzte seinen Abschluss dann aber an der langen Ecke vorbei (6.). Nachdem sich Haugen einem Holzapfel-Versuch aus kurzer Distanz gekonnt entgegengestemmt hatte (7.), verebbte das Offensivspiel der Hausherren etwas, die Rotjacken schlugen daraus Kapital. Zunächst scheiterte Nick Petersen noch freistehend vor Zapolski (9.), dann wurde der über den Flügel steilgehende Andrew Kozek zurückgehalten, was im ersten KAC-Powerplay des Abends resultierte. Dieses vermochten die Klagenfurter auch in den Führungstreffer zu konvertieren: Ein scharfer Steilpass von Clemens Unterweger fand den neben dem Kasten stehenden Petersen, der sich mit der Scheibe dem Crase entlangschob und den Puck letztlich - auch weil Manuel Ganahl seinen Gegenspieler gut wegblockte - um die Schonerspitze des Torhüters herum über die Linie drücken konnte (12.). Um ein Haar hätte der EC-KAC seinen Vorsprung wenig später ausgebaut: Thomas Koch schloss einen „Zwei-gegen-Eins“-Konter über halblinks selbst ab, sein Schuss streifte aber nur die Stange (13.). Nach einem sehenswerten Block von Lukas Haudum gegen Dorion (15.) musste sich Rot-Weiß erstmals in Unterzahl beweisen, was auch gut gelang: Die Capitals ließen den Puck zwar durch die Angriffszone zirkulieren, in den Nahbereich vor dem KAC-Kasten kamen sie aber erst, als die Klagenfurter wieder zu fünft am Eis standen, Mike Zalewski wischte am Torraum über einen leicht flatternden Querpass (20.). 

Auch zu Beginn des zweiten Durchgangs überstanden die Rotjacken ein Unterzahlspiel schadlos. Dann blieb Lars Haugen bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff so lange stehen, dass der Abschluss Wiens nur im Außennetz landete (25.), einen Querpass an den Crease von Alex Wall erreichte wenig später kein Caps-Angreifer (26.). Die nächste gute Gelegenheit gehörte wieder Klagenfurt: Nach Puckeroberung im Angriffsdrittel tauchte Matthew Neal frei vor Ryan Zapolski auf, sein Schuss ging sowohl am Goalie als auch knapp am Tor vorbei (27.). Als zeitgleich zwei KAC-Cracks ausgeschlossen wurden, dauerte die doppelte Überzahl für Wien nur bis zu einem Wall-Haken gegen Schumnig oder 19 Sekunden, im einfachen Powerplay entschärfte Lars Haugen mit den Beinschonern einen Hammer von Mark Flood (30.). Dann folgte jene Szene im Spiel, die im Nachgang wohl für den meisten Gesprächsstoff sorgen wird: Neben dem eigenen Gehäuse verpasste Michael Kernberger Wiens Patrick Kittinger einen Cross-Check in den Rücken, der Angreifer schlug hart an der Bande ein und musste mit der Trage vom Eis gebracht werden (32.). Für den Rotjacken-Verteidiger war die Partie mit einer Spieldauer-Disziplinarstrafe ebenso beendet, im folgenden „Vier-gegen-Vier“ hatten beide Teams zwei gute Gelegenheiten: Alex Wall verzog aus der Drehung, auf der Gegenseite fischte Zapolski einen Hansson-Lupfer gegen die Bewegungsrichtung noch spektakulär aus der Luft (jeweils 34.). Im folgenden dreiminütigen Unterzahlspiel wurden die Hausherren nur bedingt gefährlich, vielmehr ergab sich für den EC-KAC sogar ein Breakaway, an dessen Ende Johannes Bischofberger die Scheibe jedoch neben das Tor setzte (36.). Zwei dicke Möglichkeiten auf den zweiten Treffer fanden die Rotjacken vor dem zweiten Sirenensignal noch vor:  Thomas Koch klopfte an den Hashmarks auf ein Kozek-Zuspiel, Zapolski war ohne Sicht, machte sich aber breit und konnte den Schuss so blockieren (38.), Matthew Neal scheiterte mit einem Solo ebenso am Schlussmann der Gastgeber (40.).

Im dritten Durchgang verlief die Begegnung wieder flüssiger, eine erste Großchance leitete mit einem feinen Rückhand-Querpass von ganz Rechtsaußen Mike Zalewski ein, Ali Wukovits stach am Crease in das Zuspiel, bugsierte die Scheibe aber am Kasten vorbei (45.). Sehr nahe war Wien dem Ausgleich in Minute 47: Nach einem Gestocher vor dem KAC-Gehäuse ging der Puck an die Querlatte, flog von dort aus hinter Lars Haugen in den Torraum, geistesgegenwärtig konnte der Goalie den Puck einen Wimpernschlag vor dem aussichtsreichen Einkehr-Versuch gleich zweier Caps-Angreifer fixieren. Auch gegen seinen Landsmann Sondre Olden, der im hohen Slot freie Schussbahn vorfand, war der Norweger mit dem Blocker hellwach (49.). Bei Offensivmöglichkeiten Klagenfurts - Obersteiner aus der Drehung, Bischofberger-Schlenzer aus der Halbdistanz (51.) - blockte jeweils ein Wiener. Die Gastgeber vermochten es danach allerdings nicht, zu einer Schlussattacke anzusetzen, mussten doch innerhalb von nur 122 Sekunden gleich zwei ihrer Spieler in die Kühlbox. Während dieser beiden Powerplays hatte Neal Klagenfurts beste Gelegenheit, er schaufelte einen Rebound aber an der langen Ecke vorbei (59.). Erst in der Schlussminute war Wien wieder vollzählig, umgehend ersetzte man den Torhüter durch einen zusätzlichen Feldspieler. Der EC-KAC verteidigte sich allerdings auch in den letzten Zügen der Partie geschickt und kam somit zu seinem vierten Sieg in Serie. (HB)

 

Der Kommentar:

„Ein sehr gutes Eishockeyspiel, in dem sich beide Teams sehr wenig Raum gelassen haben. Auch wenn nur ein Tor fiel, war das eine aufregende Partie, denke ich. Besonders gefallen hat mir von unserer Mannschaft der unter Beweis gestellte Kampfgeist, die gute Abstimmung und Balance in allen Einheiten. Im zweiten Drittel waren wir sehr häufig in Unterzahl, haben das, gestützt auf einen famosen Goalie, aber gut gelöst. Im dritten Durchgang haben wir eine sehr konzentrierte, geradlinige und smarte Vorstellung abgeliefert und so den Auswärtssieg fixiert.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem vierten Sieg in Serie, gleichzeitig dem dritten Shutout innerhalb dieser Phase, sicherte der EC-KAC seinen zweiten Tabellenplatz weiter ab, zudem verkürzte sich der Rückstand auf Leader Salzburg (am Dienstag zu Hause 1:4-Verlierer gegen Znojmo) auf drei Zähler. Die Roten Bullen sind am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) auch der nächste Gegner der Rotjacken: Für dieses Spitzenspiel in der Stadthalle Klagenfurt sind Sitzplätze bereits fast gänzlich vergriffen, die letzten 20 können (ebenso wie rund 850 noch verfügbare Stehplätze) durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC, an den bekannten Vorverkaufsstellen und am Spieltag ab 17.45 Uhr an der Abendkassa bezogen werden.