EC-KAC bei Fehérvár ohne Punkte

Obwohl die Rotjacken am Dienstagabend im Auswärtsspiel bei Fehérvár AV19 ein zwischenzeitliches Zwei-Tore-Defizit wettmachten, mussten sie sich den Ungarn erneut mit 2:3 geschlagen geben.

Foto: Fehérvár AV19/Soós

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete in sechs seiner jüngsten sieben Ligaspiele, am vergangenen Wochenende sicherten die Rotjacken ihren dritten Tabellenplatz mit Shutout-Siegen in Dornbirn (3:0) und gegen Znojmo (4:0) ab. Vor dem Auswärtsspiel in Ungarn lagen die Klagenfurter, die eine Partie weniger ausgetragen haben als die drei unmittelbar hinter ihnen liegenden Teams, fünf Zähler über dem „Strich“, der die Liga In zwei Wochen in Platzierungs- und Qualifikationsrunde zweiteilen wird. Gegen Fehérvár AV19 hatte der amtierende Meister in der jüngeren Vergangenheit mehr Probleme als ihm lieb war: Seit Beginn der Spielzeit 2018/19 siegte Rot-Weiß in nur zwei von neun Duellen.

Fehérvár AV19 bestritt gegen den EC-KAC bereits sein vorletztes Spiel der ersten Grunddurchgangsphase. Von den hinter ihnen rangierenden Teams Innsbruck und Dornbirn droht den Ungarn keine Gefahr mehr, eine Verbesserung der Platzierung und damit eine Aufstockung der (aktuell zwei) Bonuspunkte für die Qualifikationsrunde war für sie jedoch auch nur noch rechnerisch möglich. Wenig berauschend präsentierte sich zudem Székesfehérvárs Formkurve der vergangenen Wochen: Die Roten Teufel fuhren in den letzten neun Runden lediglich einen „Dreier“ ein und verloren jedes ihrer jüngsten vier Spiele.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste auch im Auswärtsspiel in Székesfehérvár auf Lars Haugen, Nick Petersen und Marcel Witting verzichten. Die beiden leicht angeschlagenen Verteidiger Martin Schumnig und Clemens Unterweger gaben nach dem Morning Skate in Ungarn jedoch grünes Licht für einen Einsatz. Somit kam es im Lineup der Rotjacken zu nur einer Veränderung gegenüber dem überzeugenden 4:0-Heimerfolg über Znojmo am Sonntag: Florian Vorauer ersetzte Jakob Holzer als Backup hinter David Madlener.

 

Der Spielverlauf:

Die Hausherren starteten sehr giftig und umtriebig in die Partie und wurden dafür bereits in Minute drei belohnt: Der aufgerückte Verteidiger Bence Szabó fing einen Kurzpass im KAC-Aufbauspiel ab, zog an den Torraum und ließ auf Scott Timmins abtropfen, der keine Probleme hatte, aus kurzer Distanz einzusenden. Die Rotjacken kamen in der Folge immer wieder zu Halbchancen, richtig gefährlich wurde es aber erst, als ein guter Forecheck in der Angriffszone zum Scheibengewinn führte: Der Schlenzer von Manuel Geier aus zentraler Position wurde jedoch noch über die Querlatte abgefälscht (10.). Auf der Gegenseite verzog Verteidiger Campbell, der sich bis zu den Hashmarks bewegen konnte, aus halbrechter Position nur knapp (11.). Im ersten Powerplay verdoppelte Fehérvár AV19 dann seine Führung: Ein feiner Sarauer-Querpass aus dem Halbfeld fand am rechten Faceoff-Punkt Andrew Yogan, der direkt übernahm und in die kurze Ecke einschoss (14.). Im verbleibenden ersten Abschnitt drückten die Klagenfurter auf das Tempo: Ein satter Schlagschuss von Adam Comrie flog nur um Zentimeter an der Kreuzecke vorbei (14.), als sich Lukas Haudum im Powerplay vor das Tor schob und den Puck zu Manuel Ganahl schob, traf dieser lediglich Metall (17.). Ein langes Video Review war schließlich in Minute 19 nötig: Marco Richter hatte den Puck vor den Kasten gebracht und Andrew Kozek abgezogen, die Referees fanden jedoch kein Bildmaterial, auf dessen Basis sie ihre Entscheidung am Eis revidieren hätten können, es blieb beim 0:2 aus KAC-Sicht. 

Gleich in Minute eins des zweiten Abschnitts wischte Csanád Erdély über einen Sarauer-Querpass, es sollte für einige Zeit die letzte Offensivaktion der Gastgeber bleiben. Ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter der Rotjacken wurde von einem Foul beendet, das mit einer Strafe und nicht mit einem Penalty Shot geahndet wurde (21.), im folgenden Powerplay schoss Manuel Geier aus zentraler Position drüber (22.), eine Bischofberger-Direktabnahme konnte Goalie Kornakker gerade noch parieren (23.). Weil sich David Fischer bei einem „Drei-auf-Eins“ der Ungarn stark in den finalen Querpass warf (28.), blieben die Klagenfurter am Drücker: Von Matthew Neal bedient, zog Martin Schumnig aus der Halbdistanz ab, Fehérvárs Schlussmann war mit der Fanghand zur Stelle (30.). Schon im nächsten Wechsel schrieb der EC-KAC aber erstmals an: Adam Comrie hinderte den Puck mit seinem Schlittschuh am Verlassen der Angriffszone, etwas glücklich sprang die Scheibe genau zu Manuel Ganahl, der aus halblinker Position und aus dem Handgelenk zum Anschlusstreffer einschoss (31.). Weil die Rotjacken am Drücker blieben, bot sich ihnen bald die Möglichkeit eines vierten Überzahlspiels an diesem Abend, das sie nun auch in einen Treffer ummünzen konnten: Ein präziser Querpass von Thomas Koch von der linken Seite durch Fehérvárs Box landete bei Andrew Kozek am rechten Faceoff-Punkt, der per Direktabnahme auf 2:2 stellte (34.). Das nun deutliche Oberwasser der Klagenfurter führte zu weiteren Gelegenheiten: Neal profitierte von einem Turnover, legte auf Comrie ab, dessen Schlenzer aber noch geblockt wurde (36.). Als der EC-KAC spät im Drittel eine erneute Powerplay-Möglichkeit vorfand, entwickelte sich eine ganz ähnliche Situation wie beim Ausgleichstreffer: Dieses Mal spielte Thomas Koch jedoch nicht den Querpass, sondern zog von halblinks ab, sein Schuss streifte die Querlatte (39.). 

Ihre Überlegenheit, die sich im zweiten Abschnitt auch mit 17:1 Torschüssen ausdrückte, vermochten die Klagenfurter allerdings nicht mit in den finalen Durchgang zu nehmen. Zwar überstanden sie ein Powerplay der Gastgeber bravourös, der Offensivmotor geriet jedoch etwas ins Stottern. Ein verdeckter Schlenzer von Patrick Harand aus der Distanz wurde noch geblockt (47.), bei einer Torumrundung von Csanád Erdély machte Madlener die kurze Ecke gut zu (49.). Wenig später folgte die entscheidende Szene des Abends: Weil zwei KAC-Cracks in der Angriffszone zusammenstießen, eröffnete sich die „Drei-gegen-Eins“-Kontermöglichkeit für Fehérvár AV19: Erdély steckte spät auf Andrew Sarauer durch, der vor dem Rotjacken-Goalie eine Rückhand/Vorhand-Kombination anbrachte und dann zur neuerlichen Führung einschieben konnte (50.). In einem weiteren rot-weißen Überzahlspiel waren die Bemühungen der Klagenfurter zu wenig druckvoll, als Sarauer einem Penalty Shot gleich auf David Madlener zulief, konnte sich der Schlussmann auszeichnen (53.). Dániel Kóger wischte im Fallen über einen Querpass von Tamás Sarpatki nach Wrap-Around (55.), ehe die Klagenfurter zur Schlussoffensive bliesen. Ein verdeckter Schuss von der blauen Linie aus, abgegeben von Petter Hansson, wurde mehrfach und letztlich neben das Gehäuse abgefälscht (57.). Die größte Möglichkeit auf den Ausgleich hatte der von Thomas Hundertpfund an den Hashmarks bediente Manuel Ganahl, der mit seinem Schuss jedoch nur Dániel Kornakkers Fanghand fand (59.). Weil der Goalie der Ungarn auch einen Hundertpfund-Schlagschuss aus der Halbdistanz bei „Sechs-gegen-Fünf“ parierte (60.), hielt er die drei Punkte für seine Mannschaft fest. (HB)

 

Der Kommentar:

„Im ersten Drittel waren wir überhaupt nicht gut, wir hielten unsere Positionen und unsere Organisationsstruktur überhaupt nicht ein, das hat Fehérvár zu zwei Treffern genutzt. Im zweiten Abschnitt waren wir deutlich besser: Wir nahmen einige taktische Anpassungen vor, traten ganz anders auf und kamen so auch in die Partie zurück. Im dritten Abschnitt, der recht ausgeglichen verlief, war der „Drei-gegen-Eins“-Angriff, der zum Tor geführt hat, natürlich die Schlüsselszene. Nicht alles heute war schlecht, aber insgesamt war die Struktur in unserem Spiel nicht so wie zuletzt und das ärgert mich.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC musste im zehnten Duell mit Fehérvár AV19 seit Beginn der Saison 2018/19 seine bereits achte Niederlage hinnehmen, die siebte mit einem Treffer Differenz. Damit ließen die Rotjacken wertvolle Punkte für den Endspurt in der ersten Grunddurchgangsphase der Erste Bank Eishockey Liga liegen, ihr Vorsprung auf Rang sechs verringerte sich auf vier Zähler. Als nächster Gegner wartet der HC Innsbruck auf den amtierenden Meister: Am Freitagabend (Spielbeginn: 19.15 Uhr) sind die Tiroler in der Stadthalle Klagenfurt zu Gast. Für diese Begegnung sind aktuell noch knapp 50 Sitz- und rund 1.100 Stehplatzkarten verfügbar, die an allen bekannten Vorverkaufsstellen sowie durchgehend im Online-Ticketshop des EC-KAC bezogen werden können.