EC-KAC in Bolzano geschlagen

Die Rotjacken blieben in ihrem dritten EBEL-Saisonspiel erstmals ohne Zähler, sie unterlagen am Freitagabend auswärts beim HCB Südtirol mit 0:3.

Foto: HCB Südtirol/Antonello

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete an den beiden ersten Spieltagen der neuen EBEL-Saison: Die Rotjacken besiegten zum Auftakt Fehérvár AV19 zu Hause klar mit 5:0, unterlagen danach jedoch bei den Vienna Capitals mit 2:3 nach Penaltyschießen, nachdem die Wiener erst 14 Sekunden vor dem Ende der regulären Spielzeit eine Overtime erzwungen hatten. Somit gingen die Klagenfurter auf Tabellenplatz drei liegend in die Auswärtspartie beim letztjährigen Viertelfinalgegner. Die Füchse waren für den EC-KAC in der vergangenen Saison ein durchaus angenehmer Gegner, neun der elf direkten Begegnungen gingen an Rot-Weiß.

Der HCB Südtirol startete in seinem siebten Jahr in der Liga zum bereits vierten Mal mit zwei Verlusten hintereinander in eine neue Saison: Die Italiener unterlagen sowohl zu Hause gegen den EC Salzburg (1:5) als auch auswärts beim EC VSV (2:7) klar und empfingen den amtierenden Meister somit am elften und letzten Rang der Tabelle liegend. Gegen die Rotjacken hatten die Füchse in der jüngeren Vergangenheit einige Probleme, konnten sie doch nur vier ihrer letzten elf Heimspiele gegen den EC-KAC für sich entscheiden. Gleichwohl waren Duelle zwischen diesen beiden Klubs in der Regel eine sehr knappe Angelegenheit: In 18 der 20 im Verlauf der EBEL-Historie in der PalaOnda ausgetragenen Partien zwischen Bolzano und Klagenfurt trennten die Teams am Ende der Partie nur ein oder zwei Treffer.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC verlängerte sich die Liste der nicht zur Verfügung stehenden Akteure nach dem Auswärtsspiel in Wien maßgeblich, in Südtirol mussten die Klagenfurter mit Steven Strong, Niki Kraus (beide verletzt), Martin Schumnig, Lukas Haudum (beide angeschlagen) und Matthew Neal (krank) auf gleich fünf Stammkräfte verzichten. In der Abwehr kamen so Michael Kernberger und Christoph Duller zu ihrem jeweiligen EBEL-Saisondebüt, der Erstgenannte rückte wie auch Ramón Schnetzer in die drei etatmäßigen Defensivpärchen auf. Im Angriff übernahm Johannes Bischofberger die Flügelposition neben Thomas Koch und Andrew Kozek, die übrigen drei Blöcke blieben hinsichtlich der personellen Zusammensetzung unverändert. Im Tor des EC-KAC stand erneut Lars Haugen.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken konnten in der Anfangsphase der Partie mehr Gefahr in der Offensive erzeugen, eine erste Großchance war eine Torumrundung von Manuel Ganahl, der den Puck schließlich im zweiten Versuch mit der Rückhand über das Tor hob, wobei das Spielgerät noch Metall streifte (4.). In einem ersten Überzahlspiel für die Hausherren verzog Sébastien Sylvestre aus dem Slot (8.), sonst verteidigten sich die Klagenfurter gut. Als der EC-KAC seinerseits zu ersten Powerplay-Möglichkeit kam, war er nahe am Führungstreffer dran: Ganahl stocherte den Abpraller nach sattem Comrie-Schuss neben das Gehäuse (11.), Hundertpfund brachte einen aufgeknieten Onetimer von halbrechts zu zentral auf Goalie Leland Irving (12.). Wenig später, beide Teams waren wieder vollzählig am Eis, ergab sich ein „Vier-gegen-Zwei“-Angriff des HCB Südtirol, bei dem der zurückeilende Marcel Witting im Sprung den finalen, sehr aussichtsreichen Querpass am Torraum verhinderte (13.). Weil die Klagenfurter auch in ihrem zweiten Überzahlspiel zwei gute Gelegenheiten ausließen (Kozek-Wristshot von den Hashmarks aus zu unplatziert/15., Richter aus kurzer Distanz am langen Pfosten vorbei/16.) waren in den finalen Minuten des ersten Durchgangs die Füchse plötzlich dem Führungstreffer näher: In einer brenzligen Situation klärten seine Vorderleute für den kurzzeitig desorientierten Lars Haugen (18.), bei einem „Drei-gegen-Zwei“-Vorstoß des HCB durchs Zentrum parierte der Norweger gegen Colton Hargrove mit dem Beinschoner (19.). 

Durchgang zwei eröffnete ein schlechter Wechsel der KAC-Verteidiger, sodass Arniel den Steilpass auf Hargrove anbringen konnte: Der US-Amerikaner vermochte das Zuspiel zwar nicht richtig aufzunehmen, den Puck knapp vor Lars Haugen aber noch so anzutippen, dass die Scheibe unter dem Goalie hindurch ins Tor schlitterte (22.). Noch in der selben Minute verzog Luca Frigo vom Slot aus, auf der Gegenseite vergab Petersen nach druckvollem Antritt über die linke Seite gleich zwei Mal (25.). Eine kurze Druckphase der Gastgeber überstanden die Rotjacken unbeschadet, Anthony Bardaro und Sébastien Sylvestre scheiterten aus aussichtsreichen Positionen (jeweils 31.). Dann folgen aber wieder zwei gute Gelegenheiten für den EC-KAC: Johannes Bischofberger chippte vom linken Flügel in den Lauf des zentral durchbrechenden Andrew Kozek, der jedoch zu knapp vor Torhüter Irving an die Scheibe kam, um diesen noch austanzen zu können (33.), Siim Liivik fing einen Aufbaupass Bolzanos aus der Luft, schoss sofort, scheiterte aber ebenfalls am HCB-Schussmann (35.). Der Finne wurde wenig später zur tragischen Figur: Bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Angriff der Italiener spitzelte er den Querpass mit seiner Schlägerschaufel weg - allerdings genau auf das Blatt von Marco Insam, der in die kurze Ecke einsenden konnte (36.). Und als die Klagenfurter zu ihrem dritten Powerplay des Abends kamen, schlugen die Füchse fast ein weiteres Mal zu: Sylvestre schloss einen Sololauf halbhoch ab, von Haugens Schoner spritzte der Puck an die Stange (38.). 

Auch im dritten Abschnitt hatten die Füchse die erste gute Gelegenheit, gegen den zwischen den Hashmarks ungedeckten Anton Bernard rettete Lars Haugen aber mit einem beherzten Poke-Check (42.). Auf der Gegenseite schrammte Rot-Weiß nur hauchdünn am Anschlusstreffer vorbei: Zunächst wurde ein Hundertpfund-Schuss von halblinks geblockt, noch im gleichen Angriff zimmerte Adam Comrie die Scheibe aus dem Handgelenk und ähnlicher Position an den Pfosten (43.). Einen Alleingang von Hargrove vermochte der zurückeilende Ganahl noch rechtzeitig so zu stören, dass kein Abschluss möglich war (49.). Erst spät im dritten Durchgang erhöhten die Rotjacken die Schlagzahl: Comrie setzte einen Wristshot von halblinks an der Kreuzecke vorbei (56.), dann kam der EC-KAC zu seiner letzten Überzahlgelegenheit der Partie. Leland Irving ließ einen strammen Petersen-Schlenzer fallen, begrub dann denn Puck aber gerade noch vor dem einschussbereiten Andrew Kozek unter sich (57.). Als die Klagenfurter „Sechs-gegen-Vier“ spielten, vertändelte Nick Petersen an der blauen Linie den Puck, Hargrove setzte noch einmal Jamie Arniel in Szene und der EBEL-Rückkehrer fixierte von der neutralen Zone aus und ins verwaiste KAC-Gehäuse den 3:0-Endstand (59.). Eine doppelte Überzahl in der Schlussphase vermochten die Füchse nicht mehr zu nutzen, dennoch fuhren sie ihre ersten drei Zähler der laufenden Saison ein, während der EC-KAC erstmals heuer ohne Punktezuwachs blieb. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben heute nur 20 Minuten gutes Eishockey gespielt, nämlich im ersten Drittel. Wir waren aktiv, haben uns gut bewegt. Danach schlich sich aber eine Lethargie ein, die wir von unserer Mannschaft so eigentlich nicht kennen. Den ersten Gegentreffer haben wir nur schwer verdaut, wir verließen unseren Pfad und fanden ihn grob gesagt bis zur Schlusssirene nicht wieder. Lektion für heute: Ein guter Abschnitt ist nicht genug.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Die Rotjacken mussten sich im dritten Ligaspiel der Saison erstmals in regulärer Spielzeit geschlagen geben und rutschten damit in der Tabelle auf den vierten Rang ab. Bereits übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) empfängt der EC-KAC den aktuellen Leader, den EC Salzburg, in der Stadthalle Klagenfurt. Für diese Begegnung sind (neben 1.150 Stehplätzen) nur noch 75 Sitzplätze erhältlich, diese können durchgehend im Online-Ticketshop sowie am Spieltag ab 16.00 Uhr an der Abendkassa bezogen werden.