EC-KAC erreicht erstes Saisonziel

Mit einem hart erarbeiteten 3:1-Heimerfolg gegen die Vienna Capitals sicherte sich der EC-KAC am Freitagabend die Play-Off-Teilnahme und einen Bonuspunkt für die Pick Round.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC musste sich am vergangenen Spieltag bei Tabellenführer Salzburg mit 1:4 geschlagen geben, behielt im Ranking aber sowohl seinen dritten Rang als auch seinen Vorsprung von sechs Zählern auf Platz sechs. In den beiden verbleibenden Begegnungen in der ersten Grunddurchgangsphase reichte den Rotjacken damit ein Punkt, um sich für die Pick Round und damit auch vorzeitig für die Play-Offs 2020 zu qualifizieren. Gegen die Vienna Capitals, den letztjährigen Finalgegner, konnte der amtierende Meister in jeder der drei bisherigen Saisonbegegnungen punkten: Die erste Konfrontation gewann Wien (nach seinem Ausgleich in der letzten Spielminute) mit 3:2 nach Penaltyschießen, danach siegte Rot-Weiß zu Hause mit 8:3 und auswärts mit 1:0.

Die Vienna Capitals kamen als Tabellenzweiter nach Klagenfurt. Vom EC-KAC drohte den Wienern im Tableau angesichts von zehn Punkten Vorsprung keine Gefahr mehr, allerdings standen auch die Chancen auf eine Verbesserung eher schlecht, musste die Cameron-Truppe in den beiden verbleibenden Partien doch fünf Zähler mehr holen als Salzburg, um noch auf Platz eins vorzustoßen und damit das erste CHL-Ticket zu buchen. In der Stadthalle unterlagen die Capitals bei jedem ihrer jüngsten vier Auftritte, eine längere Serie an Verlusten auf Klagenfurter Eis hatte der Hauptstadtklub zuletzt am Übergang zwischen den Saisonen 2003/04 und 2004/05 zu verzeichnen.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC musste erneut auf Lars Haugen, Lukas Haudum und Marcel Witting (alle verletzt) verzichten. Auch das vorgesehene Comeback des letztjährigen Topscorers Nick Petersen musste im letzten Moment verschoben werden: Der Kanadier, der zuletzt 14 Spiele angeschlagen verpasst hatte, verletzte sich im Training erneut und war damit gegen Wien nicht einsatzfähig. In das Lineup zurück kam hingegen Clemens Unterweger, der die beiden Partien am vergangenen Wochenende aufgrund einer leichten Verletzung auslassen musste. Die übrigen 21 Plätze im Aufgebot wurden exakt gleich besetzt wie im letzten Ligaspiel in Salzburg am vergangenen Sonntag.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Chance der Partie gehörte den Rotjacken in Person von Matthew Neal, der aus der Drehung knapp am Pfosten vorbeischoss (1.). Auf der Gegenseite setzte sich Ty Loney im Zweikampf hinter dem KAC-Tor durch und bediente dann Marc-André Dorion an der blauen Linie, doch David Madlener war mit dem Blocker zur Stelle (2.). Die erste wirklich zwingende Gelegenheit der Partie vereitelte Wiens Schlussmann Bernhard Starkbaum, als er einen Ganahl-Pass auf den vor dem Kasten völlig freien Thomas Hundertpfund mit einem gut getimten Poke Check verhinderte (7.). Nach einem rot-weißen Fehler im Aufbau verpasste Mike Zalewski den Tip-In eines Blueliners von Mario Fischer nur knapp (8.), danach kamen die Gäste zu ihrem ersten Powerplay: Dort flog eine Deflection von Ali Wukovits nach Vause-Vorlage nur knapp am Pfosten vorbei, einen Dorion-Schuss parierte David Madlener mit der Maske (jeweils 12.). In der 15. Minute musste sich der Rotjacken-Keeper aber doch geschlagen geben: Loney blieb mit einem Wrap-Around noch erfolglos, aber Zalewski hatte beim Abpraller das halbleere Tor vor sich und brachte die Wiener Führung. Die Rotjacken kamen durch Johannes Bischofberger, der aus dem Slot abzog, zur nächsten Chance, Bernhard Starkbaum war auf dem Posten und stoppte auch Manuel Ganahl am Rebound (17.). Nur wenige Sekunden später durften die Klagenfurter aber doch den Ausgleich bejubeln: Johannes Bischofberger zog aus der Halbdistanz ab, Starkbaum konnte die Scheibe nicht kontrollieren, parierte noch den Nachstocher-Versuch Thomas Hundertpfunds, war beim zweiten Nachschuss von Manuel Ganahl aber machtlos (18.).

Die ersten Minuten des Mitteldrittels gehörten den Gästen, die sich einige Chancen erarbeiteten. Zuerst setzte Kyle Baun den Puck aus dem Slot knapp am Kasten vorbei (21.), dann parierte David Madlener einen scharfen Wristshot von Zalewski und wehrte auch einen Schuss aus spitzem Winkel von Dorion mit der Schulter ab (22. bzw. 23.). Nachdem Alex Wall von der Rundung aus vor den Kasten der Rotjacken gezogen und am Schoner des rot-weißen Keepers hängen geblieben war (24.), kassierte Baun zwei Strafminuten wegen Behinderung und die Klagenfurter nutzten diese numerische Überlegenheit sofort aus: Daniel Obersteiner zog mit Speed über die rechte Seite ins Angriffsdrittel und brachte einen Handgelenksschuss an, Bernhard Starkbaum konnte parieren, aber Matthew Neal drückte den Rebound über die Linie (24.). In einem vierminütigen Powerplay für die Capitals verteidigte sich der EC-KAC über weite Strecken stark, einen Hochkaräter fanden die Wiener aber vor: Bei einem tiefen „Zwei-gegen-Eins“ legte Vause auf Dorion quer, der sofort abzog, Madlener machte die Seitwärtsbewegung mit und hielt spektakulär (34.). Kurz vor Drittelende setzten die Rotjacken noch einen drauf und bauten ihre Führung weiter aus: Marco Richter drängte sich nach Scheibengewinn aus der Ecke in Richtung Tor, spielte auf Stefan Geier quer und dieser legte den Puck aus spitzem Winkel hoch in die lange Ecke (39.).

Auch Drittel drei brachte zunächst vornehmlich Chancen für die Gäste: Der von Vause bediente Baun zog von den rechten Hashmarks ab, Madlener parierte mit einem starken Beinreflex (41.), der aus der Ecke vor das Gehäuse ziehende Zalewski setzte seinen Schlenzer aus spitzem Winkel nur an die Unterkante der Latte (42.). Nach einem weiteren guten Penaltykilling der Rotjacken kamen die Gäste bei Even Strength zur nächsten Möglichkeit: Ein abgefälschter Fernschuss von Mark Flood fiel dem im Zentrum völlig freistehenden Ty Loney vor die Beine, der den Klagenfurter Schlussmann aber ebenfalls nicht bezwingen konnte (45.). Madlener parierte in der Folge auch einen satten Onetimer von Wall (48.) und eine Direktabnahme von Dorion (50.), dazwischen hatte Andrew Kozek aus dem Slot den Kasten verfehlt (48.). In den verbleibenden Minuten agierten die Klagenfurter aus einer stabilen und sattelfesten Abwehr heraus, sie ließen kaum mehr Möglichkeiten der Caps zu. Die doppelte Chance auf Treffer Nummer vier vergab Daniel Obersteiner, der nach feiner Vorlage von Manuel Geier jeweils aus kurzer Distanz an Bernhard Starkbaum scheiterte (56.). Der Vizemeister beendete die Partie mit seinem fünften Überzahlspiel des Abends, war aber auch in diesem nicht erfolgreich: Madlener war von Vause einmal mehr nicht zu bezwingen (59.), einen finalen Schuss der Gäste blockte der erneut stark spielende Petter Hansson bravourös (60.). Von stehenden Ovationen des Publikums begleitet, durfte sich der EC-KAC über den dritten Erfolg gegen die Vienna Capitals hintereinander freuen. (NB/HB)

 

Der Kommentar:

„Der KAC steht wieder in den Play-Offs! Die letzten sechs, sieben Wochen waren keine einfachen für uns - Verletzungen, Formschwankungen und so weiter - aber wir haben dieses erste Etappenziel erreicht. Unsere Mannschaft hat heute sehr viel Herz gezeigt, es war eine tolle Vorstellung des gesamten Teams, gestützt auf einen großartigen David Madlener, der in den vergangenen Wochen eine starke Entwicklung hingelegt hat. Wir sind froh und auch erleichtert, dass wir in den Play-Offs stehen, und bereiten uns ab morgen auf diese vor.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC fixierte mit dem Heimsieg gegen Wien die Play-Off-Teilnahme, Rang drei nach der ersten Grunddurchgangsphase sowie einen Bonuspunkt für die Pick Round. Das verbleibende Spiel im aktuellen Meisterschaftsabschnitt, die Auswärtspartie beim EHC Linz am Sonntagabend (17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com), hat für die Klagenfurter damit nur noch statistischen Wert. Fest steht, dass die Rotjacken die obere Gruppe der Zwischenrunde mit einem spielfreien Tag eröffnen und sie in den beiden folgenden Begegnungen vor und nach dem International Break (am 2. Februar erneut gegen die Vienna Capitals und am 11. Februar gegen einen noch nicht bestimmten Kontrahenten) Heimrecht genießen. Der Vorverkauf für die vier Heimspiele der Pick Round beginnt am kommenden Montag, dem 27. Januar, um 9.00 Uhr.