EC-KAC fixiert Playoff-Teilnahme

Mit einem 3:2-Heimsieg gegen die Black Wings 1992 sicherten sich die Rotjacken am Sonntagabend zum fünften Mal in Folge einen Platz in der Pick Round und damit auch in den Playoffs. 

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC präsentierte sich in den vergangenen Wochen in guter Form, in zehn der jüngsten elf Partien konnte man punkten, neun davon auch gewinnen. Zuletzt spielten die Rotjacken zwei Mal hintereinander „zu null“, sowohl zu Hause gegen Tabellenführer HCB Südtirol (1:0 nach Verlängerung) als auch am Freitag auswärts beim HC Innsbruck (3:0) blieb man ohne Gegentreffer. Die Klagenfurter verfügten damit bereits über den zweithöchsten Schnitt an pro Saisonspiel geholten Zählern in der Liga, im Heimspiel gegen Linz hatten sie die erste von sechs Chancen, sich vorzeitig für die Pick Round und damit auch die Play-Offs 2021 zu qualifizieren. Mit Linz kam allerdings ein gefährlicher Gegner nach Klagenfurt, jedes der letzten fünf Heimspiele gegen die Oberösterreicher endete für Rot-Weiß mit einer Niederlage.

Die Black Wings 1992 holten im bisherigen Saisonverlauf nur 25 von 102 möglichen Punkten und lagen vor dem Gastspiel in Klagenfurt abgeschlagen am Tabellenende. Die Oberösterreicher zeigten zuletzt aber eine aufsteigende Tendenz, sie konnten in drei ihrer jüngsten vier Partien Zähler einfahren, am Freitag verwandelten sie im Heimspiel gegen Villach einen Zwei-Tore-Rückstand nach 40 Minuten noch in einen Regulation-Sieg. Dem EC-KAC waren die Black Wings in den beiden letzten Duellen jeweils unterlegen, sowohl Anfang Dezember (4:0) als auch Anfang Januar (6:0) siegten die Klagenfurter auf Linzer Eis klar. Historisch betrachtet war das Team von Head Coach Dan Ceman für die Rotjacken aber oft ein unangenehmer Gegner, Linz ist die einzige Mannschaft, die seit der Liga-Neugründung im Jahr 2000 die Stadthalle häufiger als Sieger denn als Verlierer verließ.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken kehrte der zuletzt leicht erkrankte Kele Steffler in das Lineup zurück und nahm seinen angestammten Platz im Abwehrduo mit Thomas Vallant ein. Michael Kernberger war als zusätzlicher Verteidiger mit dabei, im Angriff, wo sämtliche vier Formationen unverändert blieben, agierte in dieser Rolle wieder Valentin Hammerle. Der EC-KAC bot damit exakt jene 22 Cracks auf, die im letzten Heimspiel vor einer Woche gegen Tabellenführer HCB Südtirol gesiegt hatten, David Fischer und Blaž Gregorc standen unverändert nicht zur Verfügung. Auf der Torhüterposition erhielt nach zwei Shutouts in Folge erneut Sebastian Dahm den Vorzug.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken erwischten einen Start nach Maß und gingen bereits nach 16 Sekunden in Führung: Manuel Ganahl zog mit der Scheibe zum Tor und legte aus kurzer Distanz noch einmal quer auf Nick Petersen, der den Puck nur mehr über die Linie schieben musste (1.). Der EC-KAC blieb am Drücker, ebenfalls noch in der ersten Spielminute verfehlte der über halbrechts nach innen gezogene Lukas Haudum den Kasten, wenig später scheiterte Johannes Bischofberger aus aussichtsreicher Position am Pad von Goalie Luka Gračnar (2.). In der dritten Minute war es Paul Postma, der beinahe auf 2:0 stellte - der Defender suchte nach Koch-Zuspiel über den rechten Flügel den Weg zum Kasten, legte sich den Puck von der Rück- auf die Vorhand und verzog dann knapp am Pfosten vorbei. Nachdem Sebastian Dahm einen Wristshot von Will Pelletier vom rechten Faceoff-Kreis aus entschärft hatte, durften sich den Klagenfurter erstmals an diesem Abend in Überzahl beweisen. Eine schöne Kombination über Nick Petersen und Rok Tičar, der aus der Tiefe in den Slot auf Matt Fraser spielte, wurde aber von Gračnar zunichte gemacht, als er den Onetimer spektakulär mit der Fanghand aus der Luft pflückte (6.). Das rot-weiße Furioso ebbte danach etwas ab, die nächste Gelegenheit hatte Thomas Koch in Minute 13, sein Schuss aus dem Slot wurde aber noch geblockt. Im ersten Überzahlspiel für die Gäste hatte zunächst der EC-KAC die beste Möglichkeit: Im sauber zu Ende gespielten „Zwei-gegen-Eis“-Konter blieb Thomas Hundertpfunds Abschluss an den Schonern des Black Wings-Keepers hängen, der auch den Rebound von Johannes Bischofberger parierte (14.). Der aus der Ecke bediente Juha-Pekka Hytönen zog noch im gleichen Powerplay per Direktschuss ab, Sebastian Dahm machte sich breit und hielt (15.).  

Die Klagenfurter starteten auch gut in den Mittelabschnitt und verdoppelten nach nur 78 gespielten Sekunden ihren Vorsprung: Nick Petersen setzte sich im Zweikampf in der Rundung durch und spielte von hinter der Torlinie aus an den rechten Faceoff-Kreis zu Manuel Ganahl, der kurz abwartete und den Puck dann flach in der langen Ecke versenkte (22.). In der nächsten Situation stand Dennis Yan im Mittelpunkt, der sich über rechts kommend zum Tor vortankte, aber aus kurzer Distanz an Sebastian Dahm scheiterte (23.), ehe die Oberösterreicher in der 29. Spielminute zum Konter ansetzten: Dragan Umičević spielte den Querpass an den Crease zu Brain Lebler, der den Puck - von Clemens Unterweger hart an der Grenze des Regelwerks gestört - nicht im Tor unterbringen konnte. Bei numerischer Überlegenheit zog Josh Roach von der blauen Linie aus ab, die Scheibe wurde abgelenkt und zischte knapp am langen Pfosten vorbei, Brian Lebler blieb mit einem Wrister vom rechten Flügel aus erfolglos (32. bzw. 34.). Nachdem Stefan Freunschlag Paul Postma unsanft in die Bande befördert hatte, durften die Klagenfurter gleich vier Minuten lang in Überzahl ran. Der Gefoulte wollte sich sogleich mit einem Treffer für die Aktion rächen, hämmerte den Puck aber von der blauen Linie aus an den Innenpfosten (35.). Matt Fraser scheiterte anschließend nach schönem Tičar-Zuspiel aus der Tiefe mit einem Onetimer an Luka Gračnar (37.). Der Kanadier schrammte auch in den letzten Zügen des Mitteldrittels nur knapp an einem Treffer vorbei, Gračnar entschärfte seinen Direktschuss mit dem Schoner und parierte auch den Rebound von Rok Tičar (40.). 

Ihr fünftes Überzahlspiel des Abends konnten die Klagenfurter früh im dritten Durchgang dann auch in einen Torerfolg verwandeln: Paul Postma hämmerte den Puck über den Kasten, dieser sprang von der Bande seitlich zum Tor, von wo aus Matt Fraser mit der Rückhand einnetzte (42.). Dann luchste Thomas Koch Piché das Spielgerät ab und zog sofort ab, traf aus der Halbdistanz jedoch lediglich den Pfosten (44.). Erneut bei numerischem Nachteil kamen die Rotjacken zu einem weiteren „Zwei-gegen-Eins“-Vorstoß, Manuel Geier bekam an dessen Ende aber zu wenig Richtung auf den Puck (47.). Der Stürmer war wenig später erneut nicht vom Glück verfolgt, als er am Torraum von Postma bedient wurde, seinen Abschluss aber nur an die Querlatte klopfte (52.). Nahe am nächsten Treffer dran war auch Manuel Ganahl, der im Konter mit dem langen Schläger um den Gegenspieler herum an den Puck kam, diesen aufs Gehäuse stocherte, wo er aber am letzten Zacken von Gračnars Beinschoner hängenblieb (53.). In der Schlussphase wurden die Rotjacken ein wenig zu nachlässig und brachten sich damit um das dritte Shutout in Serie: Zunächst schloss Juha-Pekka Hytönen nach Doppelpass mit Dragan Umičević von halbrechts ab, von Thomas Hundertpfunds Bein aus segelte der Puck über Dahm in die Maschen (58.). 102 Sekunden später steckte Umičević nach dem Zoneneintritt vertikal auf Brian Lebler durch, der den KAC-Schlussmann aus der Nahdistanz hoch in die kurze Ecke bezwingen konnte (59.). Zu einer Ausgleichschance kamen die Black Wings 1992 in der Folge nicht mehr, die über weite Strecken des Spiels klar dominierenden Klagenfurter buchten mit einem 3:2-Sieg ihr Ticket für die Pick Round. (NB)

 

Der Kommentar:

„Das war kein einfaches Wochenende, aber die Mannschaft hat das gut gelöst. Sowohl in Innsbruck als auch heute in den ersten 50 Minuten war unser Auftreten sehr professionell und fokussiert, am Ende dachten wir etwas zu offensiv und daher fiel das Resultat recht knapp aus. Die Rollenverteilung, das Gefüge, das stimmt im Team aktuell einfach, ich muss also nicht jeden Tag darauf hinweisen, die Richtung vorgeben und motivieren. Die Gruppendynamik ist hervorragend und ich habe das Gefühl, das hier etwas sehr Gutes heran- bzw. weiterwächst. Die Play-Off-Qualifikation ist geschafft, jetzt beginnen wir damit, uns auf diese entscheidende Phase vorzubereiten, denn wir haben noch sehr viele Bereiche, in denen wir uns verbessern und steigern können.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem vierten Erfolg in Serie kletterte der EC-KAC in der Tabelle der bet-at-home ICE Hockey League auf den zweiten Platz, die Rotjacken liegen nur einen Zähler vor Fehérvár AV19 und deren vier vor den Vienna Capitals, die allerdings beide auch schon ein Spiel mehr absolviert haben als die Klagenfurter. Der Trainerstab gewährte der Mannschaft nun zwei trainingsfreie Tage, seinen nächsten Einsatz bestreitet Rot-Weiß am kommenden Freitag (19.15 Uhr, live bei Sky Sport Austria) auswärts beim EC Salzburg. Am Sonntag (17.30 Uhr, live.ice.hockey) empfängt man dann den Dornbirner EC in der Stadthalle.