EC-KAC gewinnt auch in Salzburg

Auf Basis einer äußerst kompakten und stabilen Vorstellung siegten die Rotjacken am Freitagabend im Auswärtsspiel bei Tabellenführer Salzburg mit 3:1.

Foto: GEPA/RedBull/Mandl

 

Die Ausgangssituation:

Beim EC-KAC wechselten sich zuletzt Licht und Schatten ab: Auf einen 8:3-Erfolg gegen Vizemeister Wien folgte ein wenig ruhmreiches 2:3 gegen Innsbruck, ehe der formstarke Zweitplatzierte HCB Südtirol wiederum mit 3:0 in die Schranken verwiesen wurde. Vor dem 20. Spieltag belegten die Klagenfurter damit Tabellenrang vier in der Erste Bank Eishockey Liga, der Rückstand auf Spitzenreiter Salzburg betrug neun Zähler. In der Fremde blieben die Rotjacken zuletzt drei Mal hintereinander ohne Punkt (jeweils 2:3 bei Fehérvár AV19 und den Graz 99ers, 1:3 beim EC VSV), in die Mozartstadt reisten sie jedoch mit positiven Erinnerungen: Beim letzten Auftritt im Volksgarten im Rahmen der Pick Round der vergangenen Saison siegten die Kärntner gleich mit 6:0, es war dies ihr höchster Auswärtserfolg gegen die Bullen überhaupt.

Der EC Salzburg punktete in 17 seiner 19 Ligaspiele der aktuellen Saison und führte das EBEL-Ranking bislang nahezu durchgehend an. Der Tabellenführer brillierte im bisherigen Verlauf der Spielzeit vor allem in der Fremde, sämtliche zehn Auswärtspartien wurden gewonnen. Deutlich holpriger lief es für die Bullen vor eigenem Publikum: Nur Dornbirn (4) und Innsbruck (13) holten in Heimspielen weniger Zähler als Salzburg (14). Das erste Saisonduell mit dem EC-KAC konnte das Team von Head Coach Matt McIlvane Ende September in Klagenfurt mit 5:4 nach Penaltyschießen für sich entscheiden: Salzburg gab eine 4:1-Führung nach zwei Spielabschnitten aus der Hand, nach torloser Verlängerung versenkte Thomas Raffl, der aktuell Führende in der Torjägerliste der Liga, als einziger Crack seinen Versuch.

 

Die Personalien:

Der EC-KAC bot in Salzburg exakt die gleichen 19 Feldspieler auf wie beim Heimsieg gegen den HCB Südtirol am vergangenen Sonntag, auch an den personellen Konstellationen in den Abwehrduos und Sturmlinien änderte sich nichts. Der leicht erkrankte Defender Adam Comrie wurde also rechtzeitig fit, es fehlten Niki Kraus, Marcel Witting (beide verletzt), Philipp Kreuzer (angeschlagen), Steven Strong und Marco Richter (beide aktuell im Farmteam). Die einzige Veränderung gegenüber der Vorwoche betraf somit die Torhüterposition: Hinter dem vorgesehenen Starter David Madlener nahm Florian Vorauer die Rolle des Backups ein, da Lars Haugen kurzfristig aus familiären Gründen ausfiel.

 

Der Spielverlauf:

In der Anfangsphase neutralisierten sich die beiden Teams gegenseitig, wirklich zwingende Torchancen gab es nur wenige. Einen ersten Torschuss gaben die Rotjacken in Person von Patrick Harand ab, seinen Slapshot aus halblinker Position parierte Torhüter J.-P. Lamoureux aber mit den Beinschonern (2.). Der EC-KAC agierte im ersten Spielabschnitt sehr agil, trotzte Salzburgs tiefstehenden Forecheckern und kam zu den besseren Möglichkeiten: Ein Drop-Pass von Matthew Neal fand am Torraum Andrew Kozek, der den Puck mit der Rückhand aber nicht richtig traf (10.). Johannes Bischofberger setzte von der rechten Halfwall aus Manuel Ganahl in Szene, der zwischen den Hashmarks frei zum Abschluss kam, jedoch nur die Stange streifte (12.). Die beste Möglichkeit des Tabellenführers war ein Vorstoß von Brendan Mikkelson über rechts, seinen Backhand-Querpass fing David Madlener vor dem einschussbereiten Brent Regner aus der Luft (13.). Nach guter Arbeit im eigenen Drittel ergab sich ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter für Klagenfurt, den Daniel Obersteiner mit einem Schlagschuss von halblinks abschloss, Salzburgs Goalie parierte (16.). Im einzigen Überzahlspiel des Startabschnitts kam Salzburg gegen gut stehende Rotjacken kaum zu guten Einschussgelegenheiten, Versuche aus der Distanz von Derek Joslin und Mario Huber (jeweils 17.) flogen am Kasten vorbei.

Der couragierte Auftritt des EC-KAC in Durchgang eins fand auch im zweiten Drittel seine Fortsetzung: Einen „Drei-gegen-Zwei“-Angriff schloss Andrew Kozek mit einer Direktabnahme aus dem Slot ab, der Kanadier verfehlte dabei den Kasten jedoch knapp (21.). Dann wurden die Klagenfurter für ihre Bemühungen belohnt: Thomas Hundertpfund drang über halbrechts in das Angriffsdrittel ein, scheiterte im ersten Versuch, setzte dann aber seinen eigenen Rebound in die Maschen, Rot-Weiß führte (25.). Erst zur Halbzeit der Partie kamen auch die Bullen wieder zu einer guten Gelegenheit: Im Sitzen rettete Madlener jedoch sowohl gegen Brickley als auch gegen Kolarik, die im Gefahrenbereich vor dem Gehäuse nach einen Rebound stocherten (30.). In seinem ersten (und einzigen) Powerplay des Abends agierte der EC-KAC gefällig, Treffer wollte jedoch - zum Beispiel bei Fernschüssen von Fischer und Unterweger (jeweils 32.) - keiner gelingen. Ein Salzburger Überzahlspiel überstanden die Klagenfurter unbeschadet, unmittelbar danach verdoppelten sie ihren Vorsprung: Ein Rim von Manuel Geier von hinter dem eigenen Kasten aus wurde von Manuel Ganahl aufgenommen, seinen Querpass nach Zoneneintritt retournierte Johannes Bischofberger so gut, dass Ganahl nur noch einschieben musste (37.). Der Tabellenführer war um eine rasche Antwort bemüht, doch sowohl gegen John Hughes aus kurzer Distanz als auch gegen Connor Brickley mit der Rückhand aus dem Slot ließ David Madlener nichts anbrennen (jeweils 38.).

Gleich im ersten Shift des Schlussabschnitts setzte Matthew Neal einen in Baseball-Manier übernommenen Rebound aus spitzem Winkel an die Außenstange (41.). Dann ergab sich bei „Vier-gegen-Vier“ ein Odd Man Rush für die Hausherren, Hughes setzte den abschließenden Kracher aus dem Zentrum aber über die Querlatte (44.). Mit fünf Befreiungen killten die Rotjacken in der Folge auch das dritte Überzahlspiel der statistisch besten Powerplay-Mannschaft der Liga eindrucksvoll, als am Eis wieder numerischer Gleichstand herrschte, packte Madlener bei einem scharfen Wristshot von Alexander Pallestrang aus der Distanz sicher zu (52.). Gegen Thomas Raffl nach flinkem Vorstoß konnte sich der KAC-Goalie ein weiteres Mal auszeichnen (52.), dann musste er aber erstmals hinter sich greifen: Einen von Brickley gewonnenen Offensivzonen-Aufwurf schob Holloway an den Faceoff-Kreis zurück und Chad Kolarik verkürzte mit einem Schlenzer in die kurze Ecke (53.). Eine Jagd auf den Ausgleich wurde damit jedoch nicht eingeläutet, die nächsten Chancen gehörten wieder dem EC-KAC: Sowohl gegen Harand (Schlagschuss/54.) als auch Petersen (Schlenzer von halbrechts/55.) war J.-P. Lamoureux am Posten. Für die Entscheidung zu Gunsten von Rot-Weiß sorgte dann der erneut überragende Hundertpfund-Block: Manuel Ganahl setzte sich in einer Reihe von Zweikämpfen hinter dem gegnerischen Kasten durch, Johannes Bischofberger führte den Puck entlang der Bande zurück bis zur blauen Linie und schlenzte ihn in Richtung Tor. Dort wurde das Spielgerät vom Schlittschuh eines Verteidigers so gestoppt, dass es direkt vor Thomas Hundertpfund zu liegen kam, der es trocken und via Innenstange in die lange Ecke wuchtete (58.). Salzburg versuchte in der Schlussphase noch einmal alles, stürmte mit sechs Feldspielern, doch weil David Madlener auch bei einem Rückhandschuss von Thomas Raffl aus dem Zentrum Sieger blieb (60.), lautete der Endstand 3:1 für den EC-KAC. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir haben heute nicht ein gutes Spiel gemacht, sondern eigentlich ein exzellentes. Dies gilt insbesondere für die ersten 40 Minuten, denn im letzten Drittel wurde es phasenweise dann doch eng. Aber wir agierten sehr systemtreu, waren diszipliniert und klug im Umgang mit der Scheibe. Alle vier Linien haben einen guten Job gemacht, auch offensiv viele Möglichkeiten generiert, unser Goalie war stark. Insgesamt tadellos und nahe dran an dem Eishockey, das wir auswärts spielen möchten.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach 20 absolvierten Partien, also exakt zur Hälfte der ersten Phase des Grunddurchgangs, hat der EC-KAC nun gegen jeden der anderen zehn Klubs der Erste Bank Eishockey Liga zumindest einen Sieg eingefahren. Die Rotjacken liegen unverändert auf Tabellenplatz vier, die Abstände nach vorne haben sich nach dem Auswärtserfolg in Salzburg jedoch weiter verringert: Auf den Spitzenreiter fehlen sechs Punkte, auf den Zweitplatzierten (HCB Südtirol) nur noch ein Zähler. Weiter geht es für die Klagenfurter mit einem Heimspiel: Übermorgen Sonntag (Spielbeginn: 17.30 Uhr, live auf servushockeynight.com) ist Schlusslicht Dornbirn in der Stadthalle zu Gast, Eintrittskarten für diese Begegnung sind im Online-Ticketshop des EC-KAC noch für sämtliche Kategorien erhältlich.