EC-KAC siegt auch auswärts

Wie schon vor vier Wochen auf eigenem Eis besiegten die Rotjacken den HC Innsbruck am Sonntagnachmittag auch auswärts mit 2:1.

Foto: HC Innsbruck

 

Die Ausgangssituation:

Beim EC-KAC wechselten sich in den jüngsten sieben Spielen Siege und Niederlagen jeweils ab, zuletzt gelang den Klagenfurtern am Donnerstagabend ein klarer und überzeugender 5:0-Heimerfolg gegen Fehérvár AV19. Mit diesem Sieg schoben sich die Rotjacken in der Tabelle der ICE Hockey League auf den dritten Rang nach vorne. In Innsbruck bestritt Rot-Weiß am Sonntag erstmals seit über einem Monat wieder ein Auswärtsspiel: Im bisherigen Saisonverlauf gab es in der Fremde zwei Siege (in Dornbirn und Székesfehérvár) sowie eine Niederlage (in Salzburg) für den EC-KAC. Die erste Begegnung mit den Haien, ausgetragen vor vier Wochen in Klagenfurt, konnten die Rotjacken mit 2:1 für sich entscheiden.

Der HC Innsbruck stand gegen den Rekordmeister erstmals seit knapp einem Monat wieder im Meisterschaftseinsatz. Die Tiroler (Saisonbilanz: drei Siege, fünf Niederlagen) empfingen den EC-KAC auf dem achten Tabellenplatz liegend. In heuer bislang vier Heimspielen ging der HCI nur ein Mal gänzlich leer aus, das letzte Spiel vor heimischer Kulisse gewann man gegen den EC Salzburg mit 4:1. Gegen die Rotjacken haben die Tiroler historisch betrachtet eine gute Bilanz vorzuweisen: Seit ihrem Aufstieg in Österreichs höchste Spielklasse im Jahr 2000 siegten sie in 32 ihrer 54 Heimspiele gegen den EC-KAC.

 

Die Personalien:

Neben den bereits zuletzt fehlenden David Fischer, David Maier, Steven Strong und Niki Kraus musste der EC-KAC in diesem Auswärtsspiel auch auf Johannes Bischofberger und Dennis Sticha verzichten. Gegenüber dem Heimsieg vom Donnerstag kehrte hingegen Niklas Würschl in das Lineup zurück. Während die drei Paare in der Defensive personell wie zuletzt zusammengestellt blieben, kam es in zwei der vier Angriffsformationen zu Adaptierungen. Verteidiger Michael Kernberger lief im Sturm (neben Manuel Geier und Marcel Witting) auf, an der Seite von Thomas Hundertpfund und Manuel Ganahl kam Samuel Witting zum Einsatz. Im Tor des EC-KAC stand erneut Sebastian Dahm.

 

Der Spielverlauf:

Die erste Einschussgelegenheit der Begegnung fanden die Gastgeber vor: In einer „Vier-gegen-Vier“-Phase wurde der aufgerückte Colton Saucerman an den rechten Hashmarks angespielt, pfefferte seine Direktabnahme aber am Tor vorbei (4.). Die erste große KAC-Möglichkeit ergab sich in Minute sieben, als der Puck nach einem Wristshot von Fredrik Eriksson aus der Distanz vor dem Kasten liegenblieb, doch weder Nick Petersen noch Rok Tičar an diesen gelangen konnten. Manuel Ganahl schnitt vom rechten Flügel diagonal vor den Kasten, scheiterte knapp an Goalie Tom McCollum, der auch den Rebound akrobatisch vor der Linie halten konnte (9.). Weil der KAC-Kapitän in dieser Aktion gefoult wurde, kamen die Rotjacken zu ihrem ersten Überzahlspiel: Dort traf zunächst Lukas Haudum in aussichtsreicher Position am Torraum die Scheibe nicht richtig (9.), dann ging Klagenfurt aber in Führung. Manuel Geier spielte den Puck von Rechtsaußen mit der Rückhand scharf vor den Kasten, via Stock des HCI-Torhüters fand dieser den Weg in die kurze Ecke (11.). Der EC-KAC blieb am Drücker: Ein Haudum-Onetimer von Halblinks flog an der Kreuzecke vorbei (11.), bei einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter scheiterte Rok Tičar an der erfolgreichen Verwertung eines Petersen-Zuspiels (12.). In einem ersten Unterzahlspiel verteidigten sich die Klagenfurter gut, Innsbrucks beste Gelegenheit - Braden Christoffer aus kurzer Distanz - entschärfte Sebastian Dahm mit der Fanghand (12.).  Wenig später versuchte der am Crease eingeparkte Tičar, einen flinken Petersen-Pass durch die eigenen Beine ins Tor abzufälschen, McCollum stellte sich ihm aber in den Weg (15.). In einem weiteren Powerplay spät im ersten Drittel kamen die Hausherren zu zwei guten Möglichkeiten: Christoffer stocherte den Abpraller nach einem Saucerman-Blueliner knapp am Kasten vorbei, eine Direktabnahme von Herr vom rechten Faceoff-Kreis aus parierte Dahm (jeweils 19.).

Im Mittelabschnitt waren es die Rotjacken, die zur ersten großen Gelegenheit kamen: Nach gewonnenem Hundertpfund-Zweikampf hinter dem gegnerischen Tor legte Marcel Witting auf den heranstürmenden Thomas Vallant zurück, der aus der Halbdistanz und mit freier Bahn an McCollum scheiterte (23.). In der Folge hatte der HC Innsbruck mehr vom Spiel, wurde dabei aber nur bedingt gefährlich, weil die Klagenfurter die eigene Zone gut verteidigten. Die beste Chance der Tiroler in dieser Phase fand Clemens Paulweber vor, dessen Rückhandversuch von halblinks nur knapp an der langen Ecke vorbeischlitterte (30.). Weil der Haie-Stürmer im Backcheck zum Haken griff, kam der EC-KAC zu seinem zweiten Überzahlspiel: Dort streifte ein abgefälschter Blueliner von Fredrik Eriksson die Querlatte, ein aussichtsreicher Tičar-Diagonalpass zum am langen Pfosten lauernden Lukas Haudum wurde im letzten Moment geblockt (jeweils 31.). Als Daniel Ciampini über halblinks Tempo machte und auch zum Abschluss kam, hatte Sebastian Dahm Mühe, vermochte den Puck aber am Gehäuse vorbei zu drehen (32.). Bei numerischer Unterlegenheit bot sich den Klagenfurtern die nächste gute Möglichkeit: Nach einem Block kam Thomas Hundertpfund zum Sololauf in Penalty Shot-Manier, scheiterte mit seinem Versuch, den HCI-Goalie zu tunneln, aber an dessen Beinschonern (34.). Wenig später, die Hausherren agierten noch immer mit einem Mann mehr, konnte sich Sebastian Dahm erneut auszeichnen, als er eine Direktabnahme von Sam Herr vom rechten Faceoff-Kreis aus parierte (35.). Die letzte Torchance in Durchgang zwei gehörte Rot-Weiß: Lukas Haudum schob sich von der Halfwall ins Zentrum, zog aus der Drehung ab, sein Schuss verfing sich jedoch in den Pads von Keeper McCollum (39.).

Nur knapp verpassten die Klagenfurter früh im dritten Drittel die Möglichkeit, ihren Vorsprung zu verdoppeln: Bei einem „Drei-gegen-Eins“-Angriff fand Koch den im Zentrum mitgelaufenen Haudum, dessen Abschluss jedoch um einige Zentimeter am von ihm aus linken Pfosten vorbei flog (41.). Nach einem Offensivzonen-Foul des EC-KAC kam Innsbruck zu seinem vierten Überzahlspiel der Partie, das die Haie nun auch in einen Treffer ummünzen konnten: Weil ein Klagenfurter Verteidiger seinen Stock verlor, konnte Girard unbedrängt von hinter dem Kasten vor das Tor gleiten, Dahm parierte seinen Schuss, doch der halblinks lauernde Deven Sideroff klopfte den Abpraller in die Maschen (43.). Als Sam Herr über rechts kommend nach innen zog, blieb er einmal mehr am starken KAC-Schlussmann hängen (51.), auf der Gegenseite drängte Lukas Haudum von hinter dem Kasten aus in den Slot, traf dann aus der Drehung die Scheibe aber nicht richtig (52.). Einen Petersen-Querpass vom rechten Flügel aus ließ Rok Tičar am Crease für Daniel Obersteiner liegen, dieser verfehlte jedoch in Bedrängnis das Spielgerät (53.). Ein weiteres HCI-Powerplay überstanden die Rotjacken gut, Dahm blieb gegen Sideroff Sieger (55.). Nach Erlangen der numerischen Vollzähligkeit gelang dem EC-KAC sein zweiter Treffer: Petersen zog aus der Ecke kommend an den Torraum, verlud den Goalie und Tičar drückte den am Crease liegenden Puck über die Linie (56.). Gut zweieinhalb Minuten vor dem Ende kamen die Gastgeber erneut zum numerischen Vorteil, als der Puck von der Bande über das Gehäuse in die Gefahrenzone sprang, behielt Sebastian Dahm die Übersicht, weil Herr nachstocherte, musste auch er auf die Strafbank. Innsbruck ersetzte seinen Goalie dennoch durch einen Feldspieler und kam im „Fünf-gegen-Vier“ ohne Torhüter noch zu einigen Gelegenheiten, die jedoch alle vom Dänen im KAC-Kasten vereitelt wurden: Zwei Blueliner von Saucerman (59. bzw. 60.) parierte Dahm sicher, gegen den einschussbereiten Ciampini fror er den Puck gerade noch rechtzeitig ein (60.) und hielt damit den zweiten Rotjacken-Sieg in Folge fest. (HB)

 

Der Kommentar:

„Nach der guten Partie am Donnerstag zu Hause waren wir heute spielerisch vielleicht nicht auf gleichem Niveau unterwegs, aber wir haben uns über den Kampf drei weitere Punkte geholt. Eine enge Partie, in der es nur sehr wenig Unterschied zwischen den beiden Teams gab, Innsbruck war sehr gut. Wir nahmen ein paar Strafen zu viel, arbeiteten uns in den meisten Unterzahlsituationen jedoch recht gut aus der Bredouille heraus. Insgesamt haben wir heute eine sehr positive und kämpferische Mentalität an den Tag gelegt, das gilt für alle Spieler - eine geschlossene Mannschaftsleistung.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit seinem zweiten Sieg in Folge konnte der EC-KAC sein Punktekonto auf 19 Zähler nach oben schrauben, die Rotjacken liegen damit unverändert auf dem dritten Tabellenplatz der bet-at-home ICE Hockey League. Nach dem dritten Spiel innert sieben Tagen, an das vor Ort in Innsbruck noch eine kurze Off-Ice-Trainingseinheit angeschlossen wurde, fährt der Trainerstab die Intensität in den kommenden beiden Tagen etwas nach unten, dann startet die Vorbereitung auf das nächste Ligaspiel, das die Klagenfurter am kommenden Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) beim Dornbirner EC bestreiten werden. Zwei Tage später treten sie dann wieder auf heimischem Eis an, wenn es zum Schlagerspiel gegen den EC Salzburg kommt.