EC-KAC steht erneut im Finale!

Mit viel Kampfgeist und auch dem Glück der Tüchtigen besiegten die Rotjacken am Montagabend den EC Salzburg im fünften Duell mit 1:0 und stehen damit zum dritten Mal in den letzten vier kompletten Saisonen im Finale.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC fand am Montagabend die zweite von vier Möglichkeiten vor, mit einem Sieg die Halbfinalserie gegen den EC Salzburg erfolgreich zu beenden und ins Finale aufzusteigen. Nach den drei Auftaktsiegen (4:2 und 6:0 zu Hause, 3:2 nach Verlängerung auswärts) mussten sich die Rotjacken am Samstag im Volksgarten knapp mit 3:4 geschlagen geben, in die fünfte Semifinalbegegnung gingen sie also mit einer 3:1-Serienführung im Rücken. Auf eigenem Eis konnten die Klagenfurter in den Playoffs alle fünf bisherigen Partien gewinnen, dabei kassierten sie insgesamt nur sechs Gegentreffer (erzielten selbst aber gleich 22 Tore). Auch in Saisonduellen mit den Bullen lief es 2020/21 sehr gut, sieben von zehn Konfrontationen gewann Rot-Weiß, darunter vier der fünf zu Hause ausgetragenen.

Der EC Salzburg war in Spiel fünf unverändert zum Siegen gezwungen, seitdem der Rückstand in der Serie am vergangenen Donnerstag auf 0:3 angewachsen war, bedeutete jede weitere Niederlage das vorzeitige Saisonende. Einen ersten Befreiungsschlag setzte die Mannschaft von Head Coach Matt McIlvane am Samstag: Ohne je in Rückstand gelegen zu haben, siegte man zu Hause mit 4:3 und schrieb damit erstmals in dieser Vorschlussrunde an. Nun mussten die Mozartstädter auch in Klagenfurt gewinnen, was kein einfaches Unterfangen darstellte: Bei nur zwei der jüngsten 13 Auftritte der Bullen in Kärntens Landeshauptstadt hieß der Sieger nach regulärer Spielzeit Salzburg. In den 17 Jahren der Zugehörigkeit zur höchsten Spielklasse Österreichs gewann das Red Bull-Team in jeder seiner bislang 36 kompletten Playoff-Serien zumindest zwei Begegnungen.

 

Die Personalien:

Bei den Rotjacken gab es nach dem Morning Skate am Spieltag gleich mehrere erfreuliche Nachrichten hinsichtlich des zur Verfügung stehenden Personals: Steven Strong, der nach einem Foul im ersten Halbfinalspiel verletzt ausgefallen war, konnte ebenso in das Lineup zurückkehren wie Stefan Geier, der aus Spiel drei eine Blessur davongetragen hatte. Auch der leicht angeschlagene Kele Steffler erhielt aus der medizinischen Abteilung grünes Licht für einen Einsatz. Der EC-KAC bot also das exakt gleiche Lineup auf wie zum Serienauftakt vor acht Tagen, es fehlten die Langzeitverletzten David Fischer, Paul Postma und Dennis Sticha.

 

Der Spielverlauf:

Die Rotjacken starteten gleich mit der ersten gefährlichen Aktion in die Partie: Rok Tičar befreite sich an der linken Bande und bediente Manuel Ganahl, der sogleich retournierte, aber der Slowene setzte die Scheibe frei vor dem von Jesper Eliasson gehüteten Gehäuse knapp über die Querlatte (1.). Postwendend kamen die Salzburger zu ihrer ersten Torchance über John Hughes, dessen Schuss von David McIntyre in halblinker Position gefährlich abgefälscht wurde, Sebastian Dahm gelangte gerade noch an den Puck (2.). Anschließend durften die Rotjacken in Überzahl ran und die erste Powerplay-Formation kreierte gleich zwei gute Möglichekeiten: Zuerst war es Nick Petersen, der vom linken Faceoff-Kreis aus an den zweiten Pfosten zu Matt Fraser spielte, der den Puck aber hauchdünn verpasste, ehe erneut Fraser einen Gregorc-Schuss am Crease abfälschen konnte, dabei aber den Kasten knapp verfehlte (3. bzw. 4.). Für die Bullen versuchte es in Minute sechs Alexander Rauchenwald mit dem Zuspiel an die lange Stange auf Florian Baltram, der aber an Sebastian Dahm scheiterte, Austin Ortega blieb am Nachschuss erfolglos. Während einer folgenden numerischen Überlegenheit setzte John Hughes die Scheibe aus spitzem Winkel an den Außenpfosten (6.). Insgesamt war die Partie im ersten Abschnitt bedingt durch viele Hinausstellungen - sechs Zwei-Minuten-Strafen in den ersten gut neun Minuten - jedoch recht zerfahren, wirklich zwingende Chancen blieben rar. Ein misslungener Klärungsversuch der Klagenfurter eröffnete den Gästen eine der wenigen aussichtsreichen Tormöglichkeiten: Florian Baltram kam am linken Anspielpunkt zum Onetimer, doch Dahm lenkte die Scheibe gerade noch mit dem Catcher an der langen Ecke vorbei (14.). Auf der Gegenseite schlenzte Steven Strong von der blauen Linie aus, Samuel Witting fälschte mit dem Handschuh ab, das Spielgerät zischte aber über die Querlatte hinweg.

Gleich zu Beginn des Mittelabschnittes konnte sich Baltram in der neutralen Zone zentral durchsetzen und kam zum Partial Breakaway, fand seinen Meister aber in Sebastian Dahm (21.). Auf Seiten der Hausherren bediente Nick Petersen mit einem schönen Querpass Rok Tičar am rechten Anspielpunkt, der über den Puck wischte, ehe Thomas Vallant mit einem Schuss aus beinahe identer Position nur den Catcher von Jesper Eliasson fand (22.). In der 23. Spielminute steckte Austin Ortega von der verlängerten Torlinie aus an den Torraum für Derek Joslin durch, der an Sebastian Dahm hängen blieb und unmittelbar danach auch eine Deflection nach Mario Huber Schuss nicht im Kasten unterbringen konnte. Die Rotjacken durften sich wenig später über den Führungstreffer freuen: Thomas Koch erhielt im hohen Slot die Scheibe und entschied sich für den Pass an den linken Flügel zu Clemens Unterweger, der schließlich vom Faceoff-Kreis aus abzog, Eliasson war dran, die Scheibe hatte aber nach ihrem Flug unter dem Arm des Goalies hindurch noch genug Schwung, um über die Linie zu kullern (26.). Anschließend hatten die Klagenfurter gleich mehrfach die Chance auf das 2:0: Im Konter legte Johannes Bischofberger für Martin Schumnig ab, der mit einem Wrister vom rechten Anspielpunkt aus am Blocker des Bullen-Keepers scheiterte, dann flippte Thomas Hundertpfund den Puck nach toller Arbeit hinter dem Tor in den Slot auf Samuel Witting, der am Schoner von Jesper Eliasson hängen blieb (28. bzw. 32.), nach einem Scheibenverlust der Gäste hinter dem eigenen Tor landete das Spielgerät über Matt Fraser und Nick Petersen im Slot bei Thomas Koch, dessen Schuss fand allerdings nicht den Weg in die Maschen (33.). Postwendend bejubelten die Salzburger den vermeintlichen Ausgleichstreffer: Im Konter scheiterte Paul Huber an Sebastian Dahm und behinderte diesen anschließend leicht, dem Keeper war eine Parade gegen den Nachschuss von Rick Schofield in die lange Ecke somit nicht mehr möglich. Nach Video-Review verweigerten die Schiedsrichter dem Tor - aus KAC-Sicht durchaus glücklich - die Anerkennung (34.). Kurz darauf konnte Dominique Heinrich den Puck am Breakaway nicht im Kasten unterbringen, Martin Schumnig warf sich heroisch in den Rebound von Alexander Rauchenwald und rettete für seinen wohl schon geschlagenen Schlussmann (35.). In der letzten Minute des Mitteldrittels kam Manuel Ganahl vom linken Faceoff-Kreis aus zum Abschluss, blieb aber ebenso erfolglos wie Rok Tičar beim Nachschuss, zwei Mal hatte Eliasson stark reagiert.

Bereits wenige Sekunden nach Wiederbeginn bot sich den Rotjacken ein „Zwei-gegen-Eins“- Konter, den Samuel Witting von halbrechts selbst abschloss, er scheiterte jedoch an der Schulter des Torhüters (41.). Bei numerischer Überlegenheit hämmerte Nick Petersen in der 45. Minute ein Gregorc-Zuspiel vom linken Flügel aus aufs halbleere Tor der Salzburger, Jesper Eliasson konnte aber mit einem Stick-Save retten und stellte sich auch Thomas Koch in den Weg, der nach einem abgefälschten Schuss am rechten Anspielpunkt positioniert zum Abschluss gekommen war (jeweils 46.). Während einer „Vier-gegen-Vier“- Situation steckte John Hughes aus zentraler Position auf Taylor Chorney durch, der aus kürzester Distanz mit der Rückhand an Sebastian Dahm hängen blieb (49.). In der Schlussphase der Partie drückten die Mozartstädter auf den Ausgleich, doch die Klagenfurter warfen sich immer wieder in die Schüsse der Bullen, so zeichneten sich Martin Schumnig und Matt Fraser mit tollen Blocks aus. Thomas Raffl spielte die Scheibe von der verlängerten Torlinie aus quer an den rechten Flügel für Taylor Chorney, der den Puck nicht in den Maschen unterbringen konnte, ehe der Bullen-Kapitän selbst aus kurzer Distanz erfolglos bleib (54. bzw. 55.), eine Direktabnahme von Heinrich von den linken Hashmarks aus stoppte Dahm mit dem Oberkörper. Als die Bullen längst zu sechst stürmten, ließen sie noch eine gute Gelegenheit aus: Der Rebound nach einem abgefälschten Schuss von Dominique Heinrich von rechts landete im Slot bei Rick Schofield, der sofort abzog, doch Sebastian Dahm fuhr den Schoner aus und hielt damit den 1:0-Sieg der Rotjacken fest (59.). Zu den Klängen der KAC-Playoff-Hymne „We Wont Back Down“ verabschiedeten sich die Klagenfurter vom Gegner aus der Mozartstadt und feierten den Finaleinzug. (NB)

 

Der Kommentar:

„Es war ein großes Eishockeyspiel von unserer Mannschaft, ich bin sehr stolz auf unser Team. Wir haben die letzte Partie in Salzburg vergessen lassen und heute unser wahres Gesicht gezeigt. Über 60 Minuten hinweg haben wir hart gefightet, ich denke, dass wir mehr Treffer erzielen hätten können, aber das ist rückblickend betrachtet ganz egal. Denn: Wir haben gewonnen und wir stehen wieder im Finale. Unser Ziel wird es sein, auch die nächste Serie zu gewinnen, aber zuerst hat sich die Mannschaft zwei freie Tage verdient, dann fokussieren wir uns auf die bevorstehende Aufgabe.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Mit dem vierten Sieg im fünften Halbfinalspiel, dem achten Sieg im elften Saisonduell mit dem EC Salzburg, zog der EC-KAC erneut in das Finale der nunmehrigen bet-at-home ICE Hockey League ein. Sieht man von der vergangenen, pandemiebedingt im Viertelfinale abgebrochenen Spielzeit ab, schafften die Klagenfurter zum dritten Mal in vier Saisonen den Sprung in die Endspielserie. Diese beginnt am Sonntag, dem 11. April. Wer der Gegner der Rotjacken sein wird und wer in der ersten Partie Heimrecht genießt, ist noch offen: Der HCB Südtirol holte sich am Montagabend zu Hause gegen die Vienna Capitals Spiel fünf und führt in der Serie nun mit 3:2, die sechste Konfrontation findet am Mittwochabend in Wien statt.