EC-KAC unterliegt beim Spitzenreiter

Die Rotjacken mussten sich am Sonntagabend auswärts bei Tabellenführer Salzburg mit 1:4 geschlagen geben, bleiben aber auf Rang drei der Erste Bank Eishockey Liga. 

Foto: GEPA/RedBull/Binder

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC punktete in sieben seiner jüngsten neun Begegnungen, am vergangenen Freitag siegten die Rotjacken auf eigenem Eis gegen den HC Innsbruck nach einem in den ersten zwei Spielabschnitten dominanten Auftritt mit 3:2. Damit festigte der amtierende Meister seinen dritten Tabellenplatz, der Vorsprung auf den „Strich“, der die Liga am kommenden Wochenende in Pick und Qualification Round trennen wird, wuchs auf sechs Zähler an. In der Mozartstadt hatten die Klagenfurter somit die erste von drei Chancen, sich für die obere Gruppe der Zwischenrunde und damit auch vorzeitig für die Play-Offs 2020 zu qualifizieren.

Der EC Salzburg siegte am Freitagabend bei Orli Znojmo mit 5:2 und vergrößerte damit seine Distanz zum ersten Verfolger, den Vienna Capitals, auf vier Zähler. Die Bullen, die in der aktuellen Saison nicht in der Champions Hockey League vertreten waren, hatten damit im Heimspiel gegen Klagenfurt die Möglichkeit, sich das Ticket für die nächstjährige Königsklasse zu sichern, sofern Wien im Parallelspiel gegen Bolzano Federn lässt. Vor eigenem Publikum fiel die bisherige Saisonbilanz der auswärts so starken Mozartstädter (nur eine Regulation-Niederlage in 19 Spielen) allerdings eher bescheiden aus: Den aktuellen Champion empfing Salzburg lediglich auf Rang acht der EBEL-Heimtabelle liegend. Die erste Konfrontation der laufenden Spielzeit im Volksgarten hatte der EC-KAC mit 3:1 für sich entschieden.

 

Die Personalien:

Zur bereits langen Liste an Ausfällen mit Lars Haugen, Clemens Unterweger, Nick Petersen, Lukas Haudum und Marcel Witting (alle verletzt bzw. angeschlagen) gesellte sich kurzfristig auch der in der Nacht zum Spieltag erkrankte Steven Strong. Die Rotjacken stellten damit im 14. Spiel in Serie ein Lineup mit 50,0 oder weniger Kaderpunkten. Innerhalb der drei Abwehrpärchen und der vier Sturmformationen kam es gegenüber dem Heimsieg gegen Innsbruck am Freitag zu keinen Veränderungen hinsichtlich der personellen Zusammenstellung. Als zusätzlicher Verteidiger war in Salzburg Kele Steffler mit dabei, der am späten Samstagabend noch im Auswärtsspiel des Farmteams in Italien aufgelaufen war.

 

Der Spielverlauf:

In der Anfangsphase der Partie hatte der Tabellenführer mehr vom Spiel, die Abwehr der Rotjacken hielt jedoch stand. Nachdem die Scheibe im Spielaufbau hängengeblieben war, kam Maximilian Rebernig im Zentrum frei durch, David Madlener parierte seinen Schuss mit dem Blocker (2.). Wenig später rutschte ein am Torraum noch abgefälschter Blueliner knapp am Gestänge des KAC-Tors vorbei (4.), bei einem Rebound nach Witting-Schlenzer kam Filip Varejcka aus spitzem Winkel zum Abschluss, Madlener rettete in der Grätsche (5.). Klagenfurts beste Gelegenheit im ersten Durchgang entstand in einer „Vier-gegen-Vier“-Phase: David Fischer steckte in der Angriffszone vertikal auf Johannes Bischofberger durch, der von den linken Hashmarks aus allerdings verzog (8.). Mit drei Clearings überstanden die Rotjacken Salzburgs zweites Powerplay des Abends bravourös, erst als wieder bei Even Strength agiert wurde, kamen die Bullen zu einer weiteren Großchance: Bud Holloway nahm Manuel Ganahl den Puck im Slot vor dem KAC-Kasten ab und brachte frei vor Madlener auch seinen Haken auf die Vorhand an, doch der Torhüter fuhr den rechten Beinschoner aus und blockierte die Scheibe (17.). 

Im vierten Überzahlspiel für die Hausherren wischte Chad Kolarik über einen Querpass (22.), als wieder „Fünf-gegen-Fünf“ gespielt wurde, traf Salzburg zur Führung: Ein weiter Steilpass von Joslin eröffnete die Solomöglichkeit für Michael Schiechl, der noch uneigennützig ablegte und Paul Huber somit zum Torschützen machte (24.). Der Gegentreffer weckte die Rotjacken auf, in den folgenden Minuten waren es sie, die zu den besseren Gelegenheiten kamen: Matthew Neal verpasste am Torraum einen Diagonalpass von Stefan Geier (25.), David Fischer zimmerte eine Direktabnahme von den rechten Hashmarks aus neben den Kasten (26.), Petter Hansson traf nach gutem Haken im Rückraum nur in den Block (27.). In seinem nächsten Shift schrieb der Schwede dann aber erstmals für den EC-KAC an: Fischer schickte ihn am linken Flügel in die Ecke, Hansson schob sich von dort aus in den Slot, behauptete den Puck und schoss schließlich mit der Vorhand flach zum 1:1 ein (29.). Noch in der gleichen Minute scheiterte Bischofberger aus der Drehung an Torhüter Lamoureux, dann trafen wieder die Bullen: Vom linken Flügel aus spielte Paul Huber schön in den Lauf von Peter Hochkofler, der über halbrechts kommend Madlener keine Chance ließ (32.). Danach zeichnete sich der KAC-Goalie bei Abschlüssen aus kurzer Distanz von Holloway (34.) und Regner (36.) aus. Als die Rotjacken in der Schlussphase des zweiten Durchgangs zu ihrem dritten Überzahlspiel kamen, parierte Lamoureux eine Obersteiner-Direktabnahme vom rechten Faceoff-Punkt aus (38.), dann kassierte der EC-KAC sein erstes echtes Shorthanded Goal der Saison: Zum dritten Mal an diesem Abend war Salzburg aus einem flink vorgetragenen Angriff heraus erfolgreich, Holloway hatte auf Brickley durchgesteckt und dieser Madlener im „Eins-gegen-Eins“ keine Chance gelassen (38.).

Die ersten Aufreger im dritten Abschnitt waren ein Wrap-Around von Petter Hansson, den J.-P. Lamoureux mit den Pads parierte ohne dass ein Klagenfurter Angreifer an den Abpraller kam, sowie ein Abschluss von John Hughes, der nach Brickley-Querpass das halbleere Gehäuse vor sich hatte, die Scheibe jedoch nicht richtig traf (jeweils 43.). Danach drängten die Rotjacken auf den Anschlusstreffer, waren dabei aber nicht vom Glück verfolgt: Den Rebound nach einem Hammer von David Fischer brachte Thomas Hundertpfund zwar aufs Tor, Salzburgs Schlussmann war aber mit den Beinschonern zur Stelle (46.). Chancenlos war Lamoureux im nächsten Wechsel, doch der satte Onetimer von Martin Schumnig von der blauen Linie aus schlug am Lattenkreuz anstatt in den Maschen ein (47.). Auch im fünften Unterzahlspiel der Partie verteidigte sich der EC-KAC geschickt, erst in der anbrechenden Schlussphase wurden die Bullen wieder gefährlich: Einen gut angetragenen Varejcka-Schuss aus der Halbdistanz parierte Madlener jedoch sicher mit dem Blocker (55.). Nachdem Andrew Kozek einen Hundertpfund-Querpass knapp am Kasten vorbei verlängert hatte (56.), brachten die Rotjacken schon dreieinhalb Minuten vor dem Ende einen sechsten Feldspieler. Bei „Sechs-gegen-Fünf“ stoppte Lamoureux einen Schlagschuss von Thomas Hundertpfund mit den Beinschonern (57.), auch zwei gefährliche Direktabnahmen Johannes Bischofbergers vom rechten Facoff-Punkt aus konnte der Goalie im Verband mit seiner Abwehr halten (jeweils 59.). Den Endstand zum 4:1 fixierte schließlich 17 Sekunden vor der Schlusssirene Bud Holloway, der aus kurzer Distanz ins verwaiste KAC-Tor einsenden konnte. (HB)

 

Der Kommentar:

„Wir wirkten im ersten Abschnitt nervös, unser Motor sprang nur zaghaft an und wir konnten nicht jenen Druck aufbauen, den wir erzeugen wollten. Das wurde im zweiten Durchgang besser, allerdings schlichen sich parallel dazu auch schwere Fehler ein: Wir waren im Positionsspiel nicht diszipliniert genug und ermöglichten Salzburg dadurch Konter, die auch verwertet wurden. Drittel drei hat mir gefallen, wir hatten viel Zug zum Tor, konnten unsere Chancen aber nicht verwerten. Der Kampf geht weiter.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC blieb im vierten Saisonduell mit dem EC Salzburg zum ersten Mal ohne Punktgewinn, auf die Tabellensituation hatte die Auswärtsniederlage im Volksgarten jedoch nur wenig Auswirkungen: Die Rotjacken behielten ihren dritten Rang im Ranking, auch der Abstand zu Platz sechs blieb mit sechs Zählern unverändert. Den Klagenfurtern fehlt damit aus den verbleibenden Spielen am kommenden Wochenende noch ein Punkt, um sich vorzeitig für die Play-Offs 2020 zu qualifizieren. Die erste dementsprechende Chance ergibt sich am Freitag (Spielbeginn: 19.15 Uhr) vor eigenem Publikum, dann sind die Vienna Capitals in der Stadthalle zu Gast. Für diese Begegnung sind an den Vorverkaufsstellen und im Online-Ticketshop des EC-KAC nur noch Stehplätze verfügbar.