EC-KAC verliert auch dritte Partie

Die Rotjacken vermochten im dritten Viertelfinalspiel gegen den EHC Linz auf die drei Treffer der Black Wings nur mit zwei Toren zu antworten und liegen damit in der Serie mit 0:3 zurück.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Nach dem 3:6-Verlust vor eigenem Publikum zum Auftakt der Viertelfinalserie am Mittwoch musste sich der EC-KAC auch auswärts geschlagen geben: Am Freitag unterlagen die Rotjacken beim EHC Linz trotz spielerischer Vorteile und aufgrund eines Gegentreffers in der 20. Minute der Verlängerung mit 3:4. Mit einem 0:2-Defizit sah sich Rot-Weiß in einem „Best-of-Seven“-Duell bislang vier Mal konfrontiert, in drei Fällen verlor man die Serie anschließend auch, lediglich im Halbfinale 2017 gegen den EC Salzburg gelangen bei gleicher Ausgangssituation vier Siege am Stück, die den Finaleinzug bedeuteten. In Heimspielen gegen den EHC Linz hatte der Titelverteidiger heuer einen schweren Stand, sämtliche drei Begegnungen in der Stadthalle gingen aus KAC-Sicht in regulärer Spielzeit verloren (2:4, 4:5 und 3:6).

Der EHC Linz, der erst über den Umweg Qualifikationsrunde den Sprung in die Play-Offs geschafft hat, verfügte nach den ersten beiden Viertelfinalbegegnungen zum insgesamt siebten Mal in seiner Klubgeschichte über einen 2:0-Vorsprung in einer „Best-of-Seven“-Konfrontation. Fünf der sechs bisherigen Serien mit diesem Zwischenstand konnten die Black Wings auch für sich entscheiden, nur im Finale gegen Salzburg im Jahr 2010 gewannen die Oberösterreicher im Anschluss kein Spiel mehr. Das Team von Head Coach Tom Rowe erwies sich in den ersten beiden Viertelfinalduellen mit den Rotjacken als die wesentlich effizientere Mannschaft: Trotz eines Torschussverhältnisses von insgesamt 47:71 gelangen dem EHC 10:6 Treffer und damit zwei Siege.

 

Die Personalien:

Beim EC-KAC kehrte nach seiner leichten Erkrankung Rok Tičar in das Lineup zurück, der Slowene bestritt damit sein erstes Play-Off-Spiel für die Rotjacken. Im 22-Mann-Aufgebot blieb der Tausch Tičar für Kraus der einzige Wechsel gegenüber dem Auswärtsspiel am Freitag, Nick Petersen fehlte weiterhin verletzt. Innerhalb des Lineups kam es zu personellen Adaptierungen in drei der vier Angriffsformationen und zudem zum erneuten Wechsel auf der Torhüterposition: Vor eigenem Publikum stand wieder Jhonas Enroth im Kasten der Klagenfurter.

 

Der Spielverlauf:

Ein früher Doppelausschluss und eine wenig später folgende Hinausstellung gegen den EC-KAC nach Wechselfehler mündeten bereits in Spielminute eins in einem Powerplay für den EHC Linz: Ein Tip-In von Justin Florek nach Schlenzer von Josh Roach flog am Kasten vorbei, eine Direktabnahme von Andreas Kristler von den Hashmarks aus parierte Jhonas Enroth mit den Schonern (jeweils 3.). Als Manuel Ganahl im Slot etwas glücklich den Puck behauptete und für Stefan Geier liegenließ, setzte dieser seinen Rückhandschuss knapp neben den Pfosten (8.). Kurz darauf fälschte Manuel Geier einen Fernschuss von Martin Schumnig ab, der Rebound landete am langen Pfosten bei Marcel Witting, der diesen direkt übernahm, aber nicht im halbleeren Tor unterbringen konnte (9.). Weil Andrew Kozek mit der Backhand aus zentraler Position danebenschoss (10.), waren es auch im dritten Duell die effizienten Black Wings, die als erste anschreiben konnten: Nach einem Stoßangriff kam Raphael Wolf in bester Position zum Abschluss, Enroth parierte, aber der Abpraller landete exakt bei Rick Schofield, der ihn umgehend in die Maschen beförderte (10.). Im zweiten Überzahlspiel für die Gäste hatte zunächst der EC-KAC die beste Gelegenheit, Thomas Hundertpfund knallte den Puck aus halblinker Position aber deutlich über den Kasten (12.). Sechs Sekunden vor Ablauf der Strafzeit verdoppelten die Oberösterreicher ihren Vorsprung: Kristler spielte vom linken Faceoff-Punkt aus quer auf Marco Brucker und der Ex-KAC-Stürmer sendete zum 0:2 ein (13.). Als die Rotjacken in der Schlussphase des ersten Durchgangs erstmals selbst mit einem Mann mehr agieren durften, war Thomas Koch im Pech: Sein gezogener Wristshot von halblinks wurde doppelt abgefälscht, klatschte jedoch nur an den Pfosten (18.). Unmittelbar vor der ersten Pausensirene flog die Kozek-Deflection eines scharfen Harand-Diagonalpasses um Zentimeter an der langen Ecke vorbei ab (20.). 

Die Klagenfurter kamen druckvoll aus der Kabine, ein Treffer wollte ihnen aber weiterhin nicht gelingen: Im Powerplay tropfte die Scheibe von Goalie Jeff Glass unmittelbar vor Matthew Neal aufs Eis, dieser schob sie in Richtung Gehäuse, doch der Torhüter rettete mit einer starken Grätsche (24.). Als ein Comrie-Querpass aus der Ecke geblockt im Crease liegenblieb, sah Thomas Hundertpfund den einkehrbereiten Puck zu spät (25.). Dann zeichnete sich Glass wieder aus, als er in einer Aktion sowohl Abfälscher als auch Abpraller von Manuel Geier entschärfte (26.). Adam Comrie verlängerte ein hohes Diagonalzuspiel von Manuel Ganahl, der am langen Pfosten mitgelaufene Lukas Haudum wischte über das Spielgerät (31.). Nach einem Beinstellen im Forecheck wurde die nächste Strafe gegen den EC-KAC ausgesprochen, eine flinke Pass-Kombination des Linzer Powerplays brachte im Zentrum Brian Lebler völlig frei in Position, Jhonas Enroth brillierte mit einer Beinabwehr (34.). Weil dann der nächste Rotjacken-Crack ebenfalls für ein Beinstellen im Forecheck ausgeschlossen wurde, kam der EHC zur „Fünf-gegen-Drei“-Möglichkeit: Eine Kopie der eben beschriebenen Szene endete für die Gäste nun erfolgreicher, Lebler gab seiner Mannschaft einen Drei-Tore-Vorsprung (34.). Die Hauherren stürmten in der Folge wild entschlossen, waren aber weiterhin nicht vom Glück verfolgt: Als einer der unzähligen Rebounds vor Thomas Koch liegenblieb, tanzte dieser den Goalie aus und lupfte den Puck über dessen Schoner, der hinter dem Torhüter eingelaufene Mario Altmann kratzte die Scheibe von der Linie (37.). Im nächsten Angriff kamen die Klagenfurter dann zum langeersehnten Anschlusstreffer: Andrew Kozek stoppte einen Schlenzer mit seinem Körper und hob den Puck über Glass hinweg in die Maschen (38.).

Ein in den Schlussabschnitt mitgenommenes Überzahlspiel nutzten die Rotjacken nach nur 29 Sekunden: Rok Tičar schlenzte von der rechten Seite flach auf den Kasten, erneut war es Andrew Kozek, der den Abpraller verwertete, indem er ihn flach in die linke Ecke schob (41.). Beflügelt von den über 4.700 Fans in der Stadthalle erzeugten die Klagenfurter nun über lange Sequenzen hinweg großen Druck: Ein Koch-Schlenzer wurde noch neben die Stange abgefälscht (42.), ein satter Onetimer von Adam Comrie von den linken Hashmarks aus, den ein kluges Koch-Zuspiel ermöglicht hatte, ging zu zentral auf den Torhüter (44.). Dann verzögerte Johannes Bischofberger auf der linken Seite lange, sein Zuspiel auf den an den Torraum vorgerückten Kozek rutschte nur hauchdünn an der langen Stange vorbei (49.). Bei einer Doppelchance für Brian Lebler aus kurzer Entfernung rette Enroth zwei Mal im Butterfly, der Goalie hielt sein Team damit im Spiel (jeweils 50.). Ein finales Überzahlspiel der Gäste überstanden die Klagenfurter stark, gut vier Minuten vor dem Ende kamen sie selbst noch einmal zum numerischen Vorteil: Kozek verpasste einen Rebound nach Koch-Schuss (57.), Tičar traf nach einem steilen Diagonalpass, ebenfalls von Thomas Koch, auf der rechten Seite den Puck bei seiner Direktabnahme nicht richtig (58.). Als die Rotjacken bereits mit sechs Mann stürmten, feuerte David Fischer einen Distanzschuss ab, der Abpraller sprang direkt zu Koch, dessen Onetimer Jeff Glass aber parieren konnte, indem er seitwärts gut verschob (60.). (HB)

 

Der Kommentar:

„Ein enorm enttäuschender Abend. Es ist nicht zu akzeptieren, wie wir heute in den ersten zwei Dritteln gespielt haben, 5.000 Fans kommen in die Halle und unterstützen uns, aber wir treten wie Angsthasen auf. Der dritte Durchgang war dann deutlich besser, aber das reicht in den Play-Offs nicht. Wenn wir so weitermachen, wird die restliche Saison nur noch kurz dauern. Wir brauchen jetzt sprichwörtlich eine Pille, die uns aufwachen lässt, die uns den Morgenkaffee riechen lässt und signalisiert, dass wir zu kämpfen beginnen müssen.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Der EC-KAC steht nach einer klaren und zwei knappen Niederlagen in der Viertelfinalserie gegen den EHC Linz mit dem Rücken zur Wand, der Titelverteidiger braucht nun vier Siege hintereinander, um noch in die nächste Play-Off-Runde aufzusteigen. Jeder weitere Verlust in dieser Serie würde für die Rotjacken das Saisonende bedeuten. Das vierte Duell mit den Black Wings, zu dem die Klagenfurter bereits morgen Montag anreisen, steigt am Dienstagabend wieder in Oberösterreich. Spielbeginn ist um 19.15 Uhr, ServusTV überträgt auf servushockeynight.com live.