Endlich: Erster Saisonsieg für den EC-KAC!

Angriffslustige Rotjacken fuhren am zweiten EBEL-Spieltag die ersten Punkte ein. Bei den Graz 99ers setzte sich der KAC mit 5:4 nach Verlängerung durch.

Endlich: Erster Saisonsieg für den EC-KAC!

 

Die Ausgangssituation:

Im ersten Auswärtsspiel der neuen EBEL-Saison gastierte der EC-KAC am Sonntagabend bei den Graz 99ers. Beide Teams hatten ihre Auftaktspiele am vergangenen Freitag verloren, die Steirer unterlagen dem HCB Südtirol mit 0:1, die Kärntner Fehérvár AV19 mit 1:3. Bei ihrem letzten Auftritt in Liebenau feierten die Rotjacken im Februar einen damals im Rennen um einen Play-Off-Platz vorentscheidenden 5:3-Auswärtssieg. Insgesamt hielt der EC-KAC vor der Partie bei 71 Siegen in 101 Duellen mit den 99ers in der EBEL-Historie.

 

Die Personalien:

Das Aufgebot des EC-KAC beim Auswärtsspiel in Graz entsprach exakt jenem aus der Heimpartie gegen Fehérvár am letzten Freitag: Acht Verteidiger und elf Stürmer, wobei an der Seite von Thomas Hundertpfund und J.-F. Jacques abwechselnd unterschiedliche Flügelstürmer zum Einsatz kamen. Die einzige Änderung betraf die Torhüterposition: Neuzugang Bernd Brückler erhielt den Start, seinen ersten nach saison- und klubübergreifend 14 Spielen als Backup. Nach der Spieldauer-Disziplinarstrafe gegen Mark Popovic spät im ersten Abschnitt kam in der Abwehr Johannes Reichel zu seinen ersten Shifts in der neuen EBEL-Saison.  

 

Der Spielverlauf:

Der EC-KAC startete ambitioniert und offensiv orientiert in die Partie, fand von Beginn an Torchancen vor. Allerdings waren es die Gastgeber, die an diesem Abend erstmals anschreiben konnten: Im ersten Grazer Powerplay des Spiels zog Verteidiger Michael Marcou vom rechten Flügel ab und der im Slot postierte Jonas Almtorp fälschte die Scheibe mit seinem Schlittschuh (ohne Kick-Bewegung) unhaltbar für Bernd Brückler in die Maschen ab (9.). Auch danach hatte Rot-Weiß mehr vom Spiel, die 99ers machten den unmittelbaren Gefahrenbereich zentral vor ihrem Tor jedoch gut zu. Klagenfurts beste Chance vergab Manuel Geier, dessen gute Deflection vom gefälligen Sebastian Dahm im Grazer Tor entschärft wurde (18.). Stattdessen waren es in der Schlussminute des ersten Drittels die Steirer, die ihre Führung ausbauen konnten. Der KAC brachte die Scheibe nicht aus der eigenen Zone, sodass sie der Däne Morten Poulsen, an diesem Abend stärkster Crack der Grazer, an sich nehmen konnte. Sein Rückhandversuch wurde direkt am Torraum von Daniel Natter abgefälscht, die 99ers führten mit 2:0. Wenige Sekunden später musste Mark Popovic aufgrund eines vermeintlichen Checks gegen den Kopf unter die Dusche, in der 14. Saison als Profi die erste(!) Spieldauer-Disziplinarstrafe für den Kanadier.

In der knapp fünfminütigen Überzahl zu Beginn des zweiten Durchgangs konnte Graz nur selten Druck aufbauen und so gelang es den Rotjacken, bei numerischer Unterlegenheit zu verkürzen: Manuel Geier zog vom linken Flügel ins Zentrum und sein Querpass auf den mitgelaufenen Oliver Setzinger wurde von einem Abwehrspieler ins eigene Tor abgefälscht (24.). Doch keine zwei Minuten später - der KAC erneut in Unterzahl - stellten die Hausherren den Zwei-Tore-Vorsprung wieder her. Morten Poulsen konnte sich an den Hashmarks die Scheibe auf die Vorhand legen und zum 3:1 einschießen (26.).
Trotz des Rückstands nahm nun der Rekordmeister das Heft in die Hand und sollte es bis zum Ende der Partie auch nie mehr richtig hergeben. Im Powerplay verkürzte der aufgerückte Jason DeSantis nach einem Rebound zum 2:3 (34.) und noch in der gleichen Minute - nur 37 Sekunden später - glich J.-F. Jacques mit einer schönen Deflection nach einem Kapstad-Schlenzer zum 3:3 aus. Klagenfurts Führungstreffer schien nun nur noch eine Frage der Zeit, doch sowohl Jonas Nordqvist (37.) als auch Markus Pöck (39.) hatten mit Abfälschern Pech.

Im dritten Abschnitt konnte sich Bernd Brückler bei numerischer Unterlegenheit zwei Mal auszeichnen, nahezu alle anderen Offensivaktionen wurden jedoch von seinem Team vorgetragen. Thomas Hundertpfund wischte die Scheibe am Grazer Tor vorbei (42.), Manuel Geier traf mit einem Schlagschuss das Gehäuse nicht (46.). Die beste Möglichkeit der Rotjacken in dieser Phase vergab Oliver Setzinger, als er in Minute 49 nach einem Sololauf an Sebastian Dahm scheiterte. Entgegen dem Spielverlauf waren es die Steirer, die sich über den nächsten Torerfolg freuen konnten. Unmittelbar nach einem KAC-Powerplay brachten die 99ers einen ihrer seltenen Konter zum erfolgreichen Abschluss: Ein Wristshot von Morten Poulsen aus zentraler Position rutschte Bernd Brückler unter der Fanghand hindurch ins Tor (54.). Doch das Team von Doug Mason schlug postwendend zurück: Nur 41 Sekunden später erkämpfte sich Thomas Koch nach einem Offensivzonen-Faceoff die Scheibe, zog nach innen und vom Schlittschuh eines Grazers landete der Puck direkt auf der Schlägerschaufel von Manuel Ganahl, der mit einem geräumigen Haken Dahm aussteigen ließ und zum erneuten Ausgleich einschoss.

In den finalen Minuten der regulären Spielzeit drückte Rot-Weiß auf die Entscheidung, teilweise schnürte Klagenfurt den Gegner auch bei numerischem Gleichstand am Eis in dessen Defensivzone ein. Belohnt wurde der EC-KAC für diese Angriffslust jedoch erst in der Verlängerung: Nach einer schönen Spieleröffnung von Martin Schumnig drang Oliver Setzinger über links in die Offensivzone ein und hämmerte den Puck mit einem satten Schlagschuss ins lange Eck. Die Rotjacken sicherten sich in der Overtime völlig verdient und sehr zur Freude der rund 350 mitgereisten Fans den zweiten Punkt.

 

Der Kommentar:

"Das war über 60 Minuten eine sehr bemühte Leistung unserer gesamten Mannschaft. Mir hat unsere Verbissenheit in jeder Phase des Spiels gut gefallen, sie hat uns unzählige Torschüsse und -chancen ermöglicht. Unser Spiel mit der Scheibe war deutlich besser als zuletzt und wir haben uns mehrfach von Rückständen zurück in die Partie gebracht. Ein Sieg des Teams." (Doug Mason, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach dem Auswärtsspiel in Graz am Sonntagabend warten auf den EC-KAC drei weitere Partien in der Fremde hintereinander. In der kommenden Woche reisen die Rotjacken nach Innsbruck (Freitag) und zum Tabellendritten nach Dornbirn (Sonntag). Zwischen diesen beiden Spielen wird die Mannschaft nicht nach Klagenfurt zurückkehren.