Enttäuschende Rotjacken bleiben ohne Torerfolg

Bereits ein Gegentreffer nach 18 Sekunden besiegelte am Sonntagabend das Schicksal des EC-KAC, die Klagenfurter unterlagen den Graz 99ers zu Hause mit 0:2.

Foto: QSpictures

 

Die Ausgangssituation:

Der EC-KAC unterlag zum Saisonauftakt vor eigenem Publikum mit 1:4 gegen Linz, rehabilitierte sich dafür jedoch mit zwei Auswärtssiegen am Stück: Beim Dornbirner EC gewannen die Rotjacken mit 3:1, ehe sie am Freitag Fehérvár AV19 dank vier Treffern von Nick Petersen mit 4:1 bezwingen konnten. Gegen die Graz 99ers gaben die Klagenfurter zuletzt meist eine gute Figur ab, nur in einem der jüngsten elf Duelle standen sie am Ende ohne Punkte da. Dementsprechend optimistisch war Rot-Weiß, in dieser Begegnung seine Durststrecke auf eigenem Eis beenden zu können, nachdem man saisonübergreifend die letzten sechs Heimspiele allesamt verloren hatte.

Die Graz 99ers starteten exakt entgegengesetzt zum EC-KAC in die Saison: Bei ihnen folgten auf einen Auftaktsieg (6:4 gegen Székesfehérvár) zuletzt zwei knappe Niederlagen (0:2 in Linz und 1:2 gegen Dornbirn). In der Stadthalle agierten die Steirer jüngst recht erfolgreich: Bei ihrem letzten Auftritt im Februar siegten sie nach der Verlängerung (4:3), insgesamt gelangen ihnen in 13 ihrer jüngsten 14 Partien in Klagenfurt zumindest zwei Treffer. Bemerkenswert ist auch, dass das Team von Head Coach Doug Mason in der laufenden Spielzeit (in 15 entsprechenden Situationen) noch keinen Gegentreffer bei numerischer Unterlegenheit kassiert hat.

 

Die Personalien:

Die Rotjacken mussten neben den Langzeitausfällen David Fischer und Steven Strong auch auf Clemens Unterweger verzichten, der im Auswärtsspiel in Székesfehérvár am Freitag nach zwei Spielabschnitten nicht mehr weiterspielen konnte. Ebenfalls nicht zur Verfügung stand nach einer Trainingsverletzung Niki Kraus. Verteidiger David Maier, der das Training am Samstag auslassen musste, erhielt jedoch grünes Licht für einen Einsatz. Das Lineup des EC-KAC für diese Begegnung umfasste demnach nur vier Legionäre und lediglich 37,5 (von 60,0 erlaubten) Kaderpunkten (Saisontiefstwert).

 

Der Spielverlauf:

Die Gäste aus der Steiermark erwischten einen Traumstart in die Partie und gingen bereits nach 18 gespielten Sekunden in Führung: Nach dem Gewinn des Eröffnungsfaceoffs durch Michael Rasmussen konnten die 99ers gleich in die Offensivzone eindringen, wo sie von einem Zuordnungsfehler der Rotjacken profitierten: Hunter Fejes hatte Platz und Zeit und setzte den Puck mit einem Handgelenksschuss vom rechten Faceoff-Punkt aus in die lange Kreuzecke (1.). Nur wenige Sekunden später kam Graz zur nächsten guten Möglichkeit, als Charlie Dodero die Scheibe von der blauen Linie aus an den Torraum zu Johan Porsberger beförderte, der diese aber am Kasten vorbei tippte (1.). In der dritten Spielminute setzte sich Daniel Obersteier an der Bande gegen Philipp Lindner durch und bediente den links aufgerückten Michael Kernberger, aber Torhüter Felix Nussbacher war mit dem Blocker zur Stelle. Im ersten KAC-Powerplay des Abends hatten die 99ers die beste Gelegenheit: Goalie Sebastian Dahm stoppte einen Sololauf von Fejes aber mit den Pads (6.). Auf der Gegenseite brachten Rok Tičar vom rechten Anspielkreis und Blaž Gregorc von der blauen Linie aus je einen Schlagschuss auf den Kasten, aber der Schlussmann war beide Male mit dem Schoner zur Stelle (jeweils 6.). In der nächsten nennenswerten Aktion hämmerte Gregorc den Puck aus der Distanz auf das Gehäuse der Grazer, Nussbacher konnte diesen nicht kontrollieren, aber Nick Petersen wurde gut zugestellt und somit am Nachschuss gehindert (13.). Bei den Gästen war es kurz darauf einmal mehr Hunter Fejes, der für Gefahr sorgte und über rechts kommend den direkten Weg zum Tor suchte, dabei aber ebenso erfolglos blieb, wie Joel Broda, der nachgestochert hatte (14.). Nach einem vergebenen Überzahlspiel der Rotjacken und einem zwischenzeitlichen „Vier-gegen-Vier“ kamen die Steirer ihrerseits in Überzahl zu den nächsten Möglichkeiten: Dahm parierte einen Blueliner von Lindner mit dem Blocker und packte einen Pad-Save gegen Rasmussen aus (jeweils 17.), Stefan Geier glänzte mit einem wichtigen Block gegen Lindner (18.). 

Auch die erste Chance des Mittelabschnitts gehörte dem Auswärtsteam: Bei angezeigter Strafe scheiterte Dodero von rechts am KAC-Schlussmann (22.). Im folgenden Überzahlspiel wurde es zwei Mal gefährlich: Ein verdeckter Schlenzer Porsbergers streifte die Querlatte, MacKay schoss aus dem Zentrum, Dahm war aber hellwach (jeweils 23.). Bei numerischer Unterlegenheit erzielten die Klagenfurter dann beinahe den Ausgleich: Thomas Hundertpfund bediente vom rechten Flügel aus den mittig mitgelaufenen Nick Petersen, welcher das Spielgerät aber nicht gänzlich unter Kontrolle bringen konnte und daher mit der Rückhand erfolglos blieb (24.). Wenig später fälschte ein 99ers-Verteidiger einen Würschl-Flip auf Hundertpfund gefährlich auf das eigene Tor ab, Nussbacher war jedoch in der Grätsche am Posten (25.). Die beste Möglichkeit der Partie für den EC-KAC hatte in der 29. Spielminute der zweite Rotjacken-Block: Manuel Ganahl ließ für Johannes Bischofberger liegen, der zur Mitte auf Thomas Hundertpfund weiterleitete, den Puck aber sogleich retourniert bekam und diesen dann zwar von halbrechts durch die Beine des Goalies hindurch aber auch am Pfosten vorbei schoss. Nachdem Sebastian Dahm einen Dodero-Schlagschuss vom linken Flügel aus pariert hatte, ergab sich für die Rotjacken ein „Zwei-gegen-Eins“-Konter über Rok Tičar und Thomas Koch: Letztgenannter entschied sich für den Schuss, welcher jedoch knapp an der langen Ecke vorbeisegelte (jeweils 32.). Während einer „Fünf-gegen-Drei“-Überlegenheit verdoppelten die Gäste ihren Vorsprung schließlich: Oliver Setzinger steckte auf Joel Broda durch, der im hohen Slot viel Raum und Zeit hatte, näher an den Kasten heranglitt und schließlich trocken in die lange Kreuzecke einsendete (33.). Kurz vor der zweiten Pausensirene spielte Fejes den Puck von hinter dem Kasten aus in den Slot auf Oleksuk, aber Dahm packte eine tolle Parade aus und hielt die Klagenfurter im Spiel (38.).

Während einer „Vier-gegen-Vier“-Phase früh im dritten Durchgang schloss Thomas Hundertpfund einen Wrap-Around-Versuch am langen Pfosten vorbei ab (42.). Mit Fortdauer des letzten Abschnitts wurden die Rotjacken immer stärker und drängten auf den Anschlusstreffer. In Minute 44 blieb Johannes Bischofberger mit einem Schuss von der blauen Linie aus an Nussbacher hängen, Nick Petersen setzte den Puck vom linken Faceoff-Punkt aus über das Gehäuse, ehe sich ein Grazer in einen Schlagschuss von Niklas Würschl warf. Nur wenige Augenblicke später kam Manuel Ganahl zur Topchance, sein Wristshot landete aber nur in der Fanghand des 99ers-Goalies (45.). Eine satte Direktabnahme von Niklas Würschl bereitete dem Schlussmann Probleme, den Rebound von Rok Tičar aus der Drehung konnte er aber dennoch bändigen (46.). In der nächsten Minute spielte sich David Maier sehenswert durch die neutrale Zone und ermöglichte damit ein „Vier-gegen-Zwei“, bei dessen Abschluss Thomas Koch jedoch von den linken Hashmarks aus verzog (47.). Nachdem Stefan Geier im Slot über einen aussichtsreichen Querpass gewischt hatte, traf Michael Kernberger einen Gegenspieler aus guter Position nur im Gesicht (49.), Johannes Bischofberger, für den Nick Petersen am linken Flügel liegengelassen hatte, klopfte lediglich an das Außengestänge (52.). Bei der einzigen konkreten Chance der Gäste im Schlussdrittel, einem „Zwei-gegen-Eins“-Konter, nahm Gregorc gekonnt den finalen Pass weg (53.). Der EC-KAC blieb in der Folge auch in seinem fünften Überzahlspiel torlos, ein Schlenzer Kochs wurde von Nussbacher noch mit dem Beinschoner neben das Gehäuse abgefälscht (55.). Knapp drei Minuten vor dem Ende brachten die Rotjacken einen sechsten Skater statt Goalie Dahm, setzten sich damit auch fast durchgehend in der Offensivzone fest, kamen aber nicht mehr in jene Positionen, die ein Verkürzen des Rückstandes ermöglicht hätten. (NB)

 

Der Kommentar:

„Zweites Heimspiel der Saison und wieder ein sehr softer Auftritt von uns. Wir waren ein wenig besser als letzte Woche gegen Linz, speziell defensiv, aber insgesamt nicht gut genug. In unserem Kader gibt es heuer viele Positionen, teils prominente, die wir für unsere Spieler vorgesehen haben, aber einige müssen ihre Anwartschaft auf diese erst unter Beweis stellen und auch in diese Rollen hineinwachsen. Als wir uns heute im zweiten Drittel das Momentum erarbeiteten, nahmen wir es uns selbst mit Fouls in der Offensive wieder weg, im folgenden „Drei-gegen-Fünf“ entschied Graz die Partie. Im dritten Drittel stotterte unser Motor nicht mehr so sehr. In den beiden Abschnitten davor nahmen wir aber kaum Schüsse, wir spielten uns die Scheiben immer wieder zu, aber mit Pässen erzielt man keine Tore. Wie gesagt, die letzten 20 Minuten waren in Ordnung, jedoch gehen wir aktuell einfach durch ein Wellental. Nach einem zufriedenstellenden Auftritt am Freitag lieferten wir heute eine recht emotionslose Vorstellung ab, das ist enttäuschend.“ (Petri Matikainen, Head Coach EC-KAC)

 

Der Ausblick:

Nach vier Runden hält der EC-KAC bei zwei (Auswärts-)Siegen und zwei (Heim-)Niederlagen, mit einem ausgeglichenen Torverhältnis liegen die Klagenfurter aktuell - einen Zähler hinter Leader Wien - auf Rang sieben der ICE-Tabelle. Als nächstes steht für Rot-Weiß das Kärntner Derby gegen den EC VSV am Programm, das am Freitagabend (19.30 Uhr) in der Stadthalle über die Bühne gehen wird. Der Kartenvorverkauf für diese Begegnung startet am Dienstag um 9.00 Uhr für Abonnenten aus der vergangenen Saison, der freie Verkauf beginnt dann 24 Stunden später. Der EC-KAC empfiehlt den Kartenkauf über den Online-Ticketshop (tickets.kac.at).